Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

Darm SPIFGFI


Das Satiremagazin EULENSPIEGEL - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 26.09.2019

Das Verdauungsmagazin


Pressen für Profis: Wie Sie das Beste aus Ihrem Darm rausholen

Artikelbild für den Artikel "Darm SPIFGFI" aus der Ausgabe 10/2019 von Das Satiremagazin EULENSPIEGEL. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Das Satiremagazin EULENSPIEGEL, Ausgabe 10/2019

Torschlusspanik beim Schließmuskel

S. 24

Wie halte ich Faden - würmer richtig?

S. 51

Was bringt die KI für den künstlichen Darmausgang?

S. 67

Til Schweiger: Was seine Hämorrhoiden über ihn verraten

S. 78

Currywurst – mit oder ohne?

S. 99

Liebe Leserin, lieber Leser,

als Chefredakteur verbringe ich fast jede Sekunde, die ich nicht schreibe, mit Lesen. Meine Mitarbeiter wissen deshalb Bescheid, dass es schon mal etwas länger dauern kann, wenn ich mich vormittags nach der zweiten Tasse Kaffee so gegen 10:00 und 10:30 Uhr mit den Worten ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Das Satiremagazin EULENSPIEGEL. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 10/2019 von HAUS MITTEILUNG. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
HAUS MITTEILUNG
Titelbild der Ausgabe 10/2019 von ZEIT Ding dong, Telefon!ANSAGEN:. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ZEIT Ding dong, Telefon!ANSAGEN:
Titelbild der Ausgabe 10/2019 von Was jetztz passiert. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Was jetztz passiert
Titelbild der Ausgabe 10/2019 von Verhütunng oderWissens -Chips?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Verhütunng oderWissens -Chips?
Titelbild der Ausgabe 10/2019 von UNSERE BESTEN: Ein Lümmel zum Verlieben. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
UNSERE BESTEN: Ein Lümmel zum Verlieben
Titelbild der Ausgabe 10/2019 von Geteiltes Leid ist die halbe Miete. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Geteiltes Leid ist die halbe Miete
Vorheriger Artikel
Einsteins Statement
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Wahn & Sinn
aus dieser Ausgabe

als Chefredakteur verbringe ich fast jede Sekunde, die ich nicht schreibe, mit Lesen. Meine Mitarbeiter wissen deshalb Bescheid, dass es schon mal etwas länger dauern kann, wenn ich mich vormittags nach der zweiten Tasse Kaffee so gegen 10:00 und 10:30 Uhr mit den Worten verabschiede »einen Maximal - pigmentierten abseilen« zu müssen. Sie wissen dann, dass die Nummer länger dauern kann, weil ihr Chef auf der Toilette in alten »Fix und Foxi«-Heften nach guten Pointen sucht. Nun kam es aber neulich vor, dass jemand diese Hefte entwendet hatte, weshalb ich notgedrungen in einer altenSpiegel- Ausgabe blättern musste, die ich zufällig auf dem Klo vorfand, und die da eigentlich liegt, um Toilettenpapier zu sparen.

Wider Erwarten gab es in diesem Heft einen hochinteressanten Artikel mit dem Titel »So hängen Darm und Psyche zusammen«. Was darin stand, war faszinierend. Wenn der Darm beispielsweise voll ist, signalisiert er unserem Hirn, dass es dringend geboten ist, eine Toilette aufzusuchen. Ich war fasziniert. Wieder angekommen an meinem Schreibtisch recherchierte ich weiter und stellte fest, dass eine junge Frau sogar einen Bestseller mit dem Titel »Darm mit Charme« geschrieben hatte. Eine Generation, die sich selbst und ihre Ausscheidungen so wichtig nimmt, muss auch der EULENSPIEGEL abholen. Aber auf so was kommen meine bekackten Mitarbeiter selbstverständlich nicht von selbst. Nach einem kräftigen Anschiss befahl ich meinen Redakteuren, diese Darm-Seiten zu gestalten. Ich hoffe, es ist nicht nur heiße Luft dabei herausgekommen.

Mit ballaststoffreichen Grüßen

Was soll der Scheiß?

Stuhlformen und was sie Ihnen sagen wollen

Sie möchten Dinge schnell erledigen und verschlingen das Leben geradezu. Ihr Umfeld schätzt Ihre bissige Art.
Liebe: In der Beziehung sind Sie der Part, der alles herunterschluckt!
Beruf: Entwickeln Sie sich weiter! Bieten Sie Ihrem Chef an, die Aktenvernichtung zu übernehmen!
Familie: Um 15:30 Uhr wird Sie Ihre Mutter anrufen und Sie ermahnen, besser zu kauen.

Sie reagieren hektisch und gereizt. Nehmen Sie sich doch lieber eine Auszeit! Das kann man an den verrücktesten Orten – zum Beispiel in der Regionalbahn auf der Bordtoilette. Tür zu, durchatmen! Und dann das gleiche nach fünf
Minuten noch mal!
Liebe: Ihnen wird alles zu viel? Setzen Sie bewusste Stopps, auch wenn die Bremsspuren Ihren Partner irritieren.
Beruf: Stundenlange Meetings sind Ihre Sache nicht. Versuchen Sie dem Druck standzuhalten und denken Sie daran, dass manchmal Kleckern Klotzen vorzuziehen ist.
Familie: Das neu eröffnete Restaurant um die Ecke mit der indischlibanesisch- italienischen Karte ist genau Ihr Ding? Prima! Laden Sie Ihre Lieben dorthin ein und futtern Sie sich an der Pizza Sarmonella satt.

Sie haben immer viel zu tun, und manchmal kommen die kleinen Dinge im Leben zu kurz. Gönnen Sie sich doch mal den Luxus und tun Sie etwas nur für sich selbst. Sie könnten zum Beispiel mal wieder Ihren Hausarzt aufsuchen.
Liebe: Beziehungsstreit? Verzichten Sie bewusst auf das letzte Wort und suchen Sie lieber Ihren Hausarzt auf!
Beruf: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um eine Berufsunfähigkeitsversiche - rung abzuschließen.
Familie: In Ihrer Familie befindet sich ein Hausarzt? Prima! Quatschen Sie doch mal ungezwungen mit ihm und erzählen Sie ihm alles!

Sie schaffen alles! Und wenn Sie weiter so fest an sich glauben, dann schaffen Sie es auch in die nächste Runde von GNTM!
Liebe: Manchmal ist es nicht leicht, die Wahrheit zu sagen. Ihr Schatz hat extra für Sie gekocht, aber Sie wollen partout nichts essen? Dann nehmen Sie doch einfach die Serviette und spucken sie unauffällig das Essen darin hinein.
Beruf: Die Zeichen stehen auf Erfolg! Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft könnte sich sogar eine berufliche Chance im australischen Dschungel auftun.
Familie: Ihre Familie ist fortan die Familie Klum.

Sie sind immer gut drauf und für jeden Scherz zu haben. Aber Vorsicht: Sie haben Neider, die Ihnen Ihren guten Humor nicht gönnen!
Liebe: Es muss nicht immer lodernde Sexualität sein. Manchmal reicht es auch für eine Beziehung aus, dass zwei Personen nicht die Kraft aufbringen, sich zu trennen.
Beruf: Erzählen Sie doch in der Kantine noch einmal diesen guten Witz, der gestern schon so gut ankam und über den vorgestern sogar jemand lachte.
Familie: Als Vater der Familie ist es Ihr gutes Recht, jeden mit »Hallöchen, Popöchen« begrüßen zu dürfen. Bestehen Sie darauf, auch wenn Ihre Frau und Ihre Kinder anderer Meinung sind!

Bitte fliegen Sie zurück zu Ihrem Heimatplaneten!

ANDREAS KORISTKA
VIGNETTEN: FELIX GROPPER


»Entscheidend ist, was vorne reingeht«


Interview mit Deutschlands bekanntestem Darmflüsterer

Herr Dr. Zotten, mit Ihrer interaktiven Bühnenshow »Der Blinddarm ist dem, der nicht rechtzeitig ins Krankenhaus kommt, sein Tod« touren Sie durchs Land. Nächste Woche treten Sie im ausverkauften Berliner Olympia-Stadion auf. Es läuft gerade gut für Sie. Wenn es läuft, ist das zwar meistens kein gutes Zeichen, aber ich vermute, Sie meinen meinen Erfolg. Auf diesem Gebiet kann ich mich nicht beschweren, der Darm ist schließlich der Deutschen liebstes Organ. Ich habe einen Kollegen, der tritt mit einer Gehirn-Show auf – da kommen selten mehr als fünf, sechs Leute.

Erstaunlicherweise sind Sie gar nicht aus Darmstadt.
Darmstadt, haha. Das ist lustig. Ein geniales Wortspiel. Darm – Darmstadt. Super! Dass ich da noch nicht selbst drauf gekommen bin. Darf ich den in meiner nächsten Show verwenden? Das wird der Ober- Lacher! Darmstadt. Köstlich.

Zur Frankfurter Buchmesse erscheint Ihr neues Buch »Darm – Deutsch, Deutsch – Darm«. Worum geht es darin?
Sie haben doch sicher schon oft gehört, wie es bei Ihnen oder einer anderen Person in der Magen-Darm-Gegend gluggert. Oder gurgelt. Oder blubbert, pfeift, knurrt oder jodelt. Das ist Ihr Darm – Sie sehen schon die komplexen Ausdrucksmöglichkeiten dieses Wunderorgans. In diesen Momenten möchte der Darm Ihnen etwas sagen. Die meisten Darmbesitzer sind der irrigen Annahme, dass die Geräusche von ungeborenen Flatulenzen ausgehen oder von mysteriösen Gaswesen, die verzweifelt einen Weg in die Freiheit suchen.

Was? Das hab ich noch nie gedacht.
Und Sie haben recht mit Ihrer Skepsis. Das sind natürlich Ammenmärchen. In Wahrheit versucht Ihr Darm, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen. Doch nur die wenigsten Leute sprechen Gedärmisch. Nach dem Studium meines Buches sind Sie in der Lage, mit Ihrem Darm ein Gespräch der Stufe B1 zu führen. Das heißt, Sie können sich einfach und zusammenhängend über vertraute Themen und persönliche Interessengebiete äußern und die Hauptpunkte einer Konversation verstehen. @@Konversation?
Selbstverständlich. Wenn Sie neben jemandem sitzen und Ihrer beiden Gedärme grummeln, dann ist ein Gespräch im Gange. Und ich verrate Ihnen jetzt was: Nicht selten unterhalten sich die Därme über ihre Besitzer. @@Was sind denn sonst noch typische Gesprächsthemen eines Darms?
Die Gespräche sind, das muss ich zugeben, oft etwas monothematisch. So ein Darm kommt ja – dem Schließmuskel sei Dank – nicht groß rum in der Welt. Deshalb kreisen die meisten Gespräche um Angelegenheiten der Verdauung. Olaf zum Beispiel, also mein Darm, hat so einen Standardspruch, den er 60 bis 80 mal am Tag bringt: »Friss nicht so viel Fett, das ist ja ekelhaft! Du widerliche Missgeburt! Ich hoffe, du verreckst daran!« Ich kann es nicht mehr hören. @@Das klingt aber nach einem sehr aggressiven, gereizten Organ.
Nein, nein. Wie heißt es so schön: Nichts wird so heiß ausgeschieden, wie es gegessen wird. Olaf und ich kennen uns schon lange, ich weiß, wie er es meint. Und wie der Darm meiner Mutter immer gesagt hat: Seinen Darm kann man sich nicht aussuchen. @@Ein weiser Darm, der Darm Ihrer Mutter.
Ja, er sagte auch immer: »Entscheidend ist, was hinten rauskommt, und entscheidend für das, was hinten rauskommt, ist, was vorne reingeht.« @@Eine sehr persönliche Frage: Wann war Ihr letzter Einlauf?
Heute morgen. Mein Darm ist so sauber, Sie könnten davon essen. @@Das bringt mich auf die letzte Frage: Was hält Olaf von Einläufen? Ist das für ihn wie eine Art Dusche?
Fragen Sie ihn doch selbst! Nicht so schüchtern. Kommen Sie ran! Hier, schön mit dem Ohr ans Bäuchli. Na, und jetzt die Frage. @@Äh, hallo, Olaf. Einläufe – ja oder nein? Und? @@Ich hör nix. Ja, der hat seinen eigenen Willen. Apropos: Wenn Sie mich entschuldigen. Olaf und ich müssten mal dringend wohin.

GREGOR FÜLLE