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Darum kann jetzt der Wechse l lohnen


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auto motor und sport - epaper ⋅ Ausgabe 24/2022 vom 03.11.2022

VERSICHERUNGSWECHSEL

Artikelbild für den Artikel "Darum kann jetzt der Wechse l lohnen" aus der Ausgabe 24/2022 von auto motor und sport. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: auto motor und sport, Ausgabe 24/2022

Die Situation ist nicht neu, aber viele Deutsche haben vergleichbare Zeiten noch nicht erlebt. Wen wundert es, seit über 70 Jahren wurde die Gesellschaft nicht mehr mit einer Inf lationsrate von zuletzt rund zehn Prozent konfrontiert. Kein Bereich bleibt von der Entwicklung verschont – nicht mal die Autoversicherung.

Steigende Ersatzteilpreise machten die Unfallreparaturen zuletzt teurer, das müssten die Unternehmen kompensieren, heißt es bei den Versicherungen. Sie wollen nun die Beiträge im kommenden Jahr um rund zehn Prozent erhöhen. Auf den ersten Blick klingt das einleuchtend, schließlich hatten die Autohersteller in den vergangenen Monaten laut einer Untersuchung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Ersatzteilpreise um gut acht Prozent angehoben.

Doch für einen Kassensturz ist es noch zu früh. Denn in den letzten Jahren, die von der ...

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... Corona-Pandemie bestimmt waren, musste die Branche weniger Karambolagen regulieren. Viele Menschen befanden sich in Kurzarbeit oder arbeiteten von zu Hause aus. Geringe Fahrleistungen führten zu einer geringen Schadenhäufigkeit – ganz einfache Rechnung. Kurzum: Viele Tarife sanken um vier bis fünf Prozent im Preis. Das will nun die Branche zurücknehmen und sich auf schlechte Zeiten vorbereiten, obwohl sie nicht mit absoluter Sicherheit vorhersagen kann, wie sich Fahrleistungen und Schadenhäufigkeit entwickeln.

Zudem würde sie am liebsten den „heißen Herbst“ ausfallen lassen. So nennen die Assekuranzen die Jahreszeit, in der sie bis zum Stichtag 30. November alles tun, um Kunden zum Versicherungswechsel zu bewegen. Die Unternehmen werben sich quasi gegenseitig die Kunden ab, weil diese bis zum Stichtag die Verträge ohne Angabe von Gründen kündigen und dem Versicherungskonzern den Rücken kehren dürfen.

Preisunterschiede bei den Versicherungspolicen sind sehr hoch

Wie die Auswertung für eine Familie mit kleinen Kindern unter zehn Jahren (aus Stuttgart; SF 12; VW Passat 1.5 TSI Variant) zeigt, lohnt sich hier ein Vergleich ganz besonders. Wer den falschen Vertrag erwischt, zahlt mehr als das Vierfache gegenüber einer günstigeren Police – ohne viel mehr Leistungen zu erhalten. Immerhin: Die zehn besten Tarife in dieser Klasse liegen maximal 88 Euro auseinander. Quelle: Verivox, Stand: 12.10.2022, alle Angaben ohne Gewähr.

Wechselwillige Autofahrer gibt es genügend, mehr als drei Millionen ziehen jedes Jahr diesen Schritt in Betracht. Das ergibt einen großen Kreis potenzieller Neukunden, und an den wollen alle Kfz-Versicherer ran – doch in diesem Jahr nur mit angezogener Handbremse. Jetzt, wo sich das Jahr dem Ende nähert, hüten sich die Assekuranzen aus Angst vor einem ruinösen Wettkampf an der Rabattschraube zu drehen.

Leistungen entscheiden

Sollte diese wenig erfreuliche Entwicklung von einem Versicherungswechsel abhalten? Die Frage lässt sich einfach verneinen. Auch wenn die Preise – je näher der Stichtag rückt – nicht sinken, lohnt sich ein Kosten-Check für alle. Wirklich bezahlt macht sich der Vergleich vor allem für jene, die alte Policen haben und tief in die Tasche greifen müssen, häufig ohne dafür bessere Leistungen zu bekommen.

RABATTE SENKEN DEN VERSICHERUNGSBEITRAG

? Wer die weichen Tarifmerkmale ausschöpft, kann den Beitrag deutlich senken. Beispiel: Ein Autobesitzer mit SF 15 zahlt bei manchen Assekuranzen für einen VW Golf derzeit ohne Nachlässe etwa 640 Euro im Jahr an Vollkasko, mit allen Rabatten kommt er auf 320 Euro. Allerdings funktioniert das nur, wenn der Versicherer alle Rabatte anbietet.

Auch für E-Auto-Fahrer lohnt sich der Preis-Check, denn auf sie hat es ein Teil der Branche besonders abgesehen. Um sich auf dem Markt der neuen Mobilität zu positionieren, kreieren einige Assekuranzen Verträge, die auf Elektroautos zugeschnitten sind – vor allem wenn es um die Traktionsbatterie geht. „Immer mehr Versicherer bieten einen zusätzlichen Elektrobaustein in der Kasko-Versicherung an. Hohe Priorität hat der Schutz des Akkumulators mit ausreichender Deckungssumme“, sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. „Schließlich ist dieser das mit Abstand teuerste Bauteil am Auto.“

Kosten steigen deutlich, wenn die Kinder älter sind

Wenn eine Familie aus Stuttgart (SF 12) zwei Kinder über 18 Jahre hat, die ebenfalls das Auto der Eltern (Opel Astra Sports Tourer) nutzen, ändern sich die Versicherungsbeiträge deutlich. Dann ist schnell der doppelte Beitrag fällig. Er kann sogar noch höher ausfallen, wenn man nicht vergleicht. Selbst bei den zehn besten Policen in dieser Klasse liegt der Preisunterschied bei mehr als 30 Prozent. Quelle: Verivox, Stand: 12.10.2022, alle Angaben ohne Gewähr.

Geringes Risiko beschert günstige Preise

Ein 35-jähriger Single aus Stuttgart mit einem VW Golf VIII 1.5 TSI und zehn schadenfreien Jahren auf dem Konto wird für seine unfallfreien Jahre belohnt. Er zahlt zwar nicht wenig, aber auch nicht zu viel für den Vollkaskoschutz. Bei den Top-Anbietern muss er für die günstigsten Verträge zwischen 450 und 550 Euro im Jahr berappen. Der teuerste Vertrag in dieser Klasse kostet dagegen 1370 Euro.

Quelle: Verivox, Stand: 12.10.2022, alle Angaben ohne Gewähr.

Einige Versicherer bieten an dieser Stelle keine Erstattung im Schadenfall an. Heißt: Kunden bleiben nach Unfällen auf hohen Kosten sitzen – nicht selten auf einem fünfstelligen Betrag. Gute Policen gewähren einen Schutz von mindestens zwölf Monaten. Der Markt passt sich bislang nur langsam den Notwendigkeiten der E-Antriebe an.

Deshalb ist darauf zu achten, notfalls zu erfragen, ob die Assekuranzen Elektro-Zusatzpakete auf legen. Wenn diese Zusatzbausteine eine All-Risk-Deckung enthalten und sogar die Wallboxen zu Hause mitversichern, dann sind sämtliche E-Autotypischen Bauteile in der Vollkasko gegen alle Gefahren abgesichert.

Überblick in Gefahr

Doch wer bietet so etwas überhaupt an? Eine berechtigte Frage. Bei der Masse an Offerten verliert man schnell den Überblick. Der Versicherungsvergleich von auto motor und sport in Zusammenarbeit mit Verivox hilft da weiter, weil er nur Angebote auf listet, die mit einem guten Preis und vielen Leistungen auftrumpfen.

Hohe Jahresfahrleistungen gehen ins Geld

Bei vielen Assekuranzen gelten Autobesitzer mit einer Jahresfahrleistung von mehr als 25 000 Kilometern als Vielfahrer. Das heißt, dass in diesem Fall der Besitzer eines BMW 330i bei neun schadenfreien Jahren für eine gut ausgestattete Vollkasko-Police zwischen 950 und 1225 Euro im Jahr zahlen muss – das ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass der Vertrag bei der falschen Versicherung bis zu 2780 Euro kosten kann. Quelle: Verivox, Stand: 12.10.2022, alle Angaben ohne Gewähr.

Besondere Rabatte machen die Policen günstig

Beamten werden von Versicherungen bestimmte Rabatte eingeräumt, die sich sehr vorteilhaft auswirken. So zahlt etwa ein verheirateter Lehrer aus Stuttgart (SF 18) für seinen Audi A3 bei den zehn besten Anbietern lediglich zwischen 420 und 490 Euro im Jahr an Vollkaskobeitrag – und erhält dafür eine gut ausgestattete Police. Mehr Leistungen in dieser Sparte bietet auch nicht die teuerste Police mit rund 1300 Euro Jahresbeitrag. Quelle: Verivox, Stand: 12.10.2022, alle Angaben ohne Gewähr.

Er zeigt für sechs typische Autofahrerprofile die zehn besten Tarife auf dem Markt. „Versicherungsnehmer müssen nicht auf wichtige Leistungen verzichten, um beim Jahresbeitrag zu sparen“, sagt Schütz und unterstreicht, was unterm Strich mit einem Preis-Check hängen bleiben kann. „Wie unser Vergleich zeigt, sind günstige Tarife inklusive wichtiger Leistungsmerkmale bis zu 48 Prozent günstiger als Tarife aus dem mittleren Preissegment.“

Doch was genau sind wichtige Versicherungsleistungen? Der Marktvergleich zeigt, dass Tarife aus dem güns- tigsten Preissegment Dinge enthalten wie die Abdeckung von Schäden infolge grober Fahrlässigkeit oder den Schutz vor Tierbissen samt Folgeschäden. Das ist auf jeden Fall erwähnenswert, zeichnet aber noch nicht eine gute Police aus.

Die Redaktion und Verivox legten genau fünf Merkmale fest, die einen Vertrag empfehlenswert machen. Denn viele Tarife sind nur deshalb so günstig, weil ihnen wichtige Leistungen fehlen – eine Folge des Preiskampfs der letzten Jahre.

Ein Preisvergleich spart viel Geld

Rentner fahren nur dann günstig, wenn sie über viele unfallfreie Jahre verfügen. In diesem Beispiel reichen 25 Jahre, damit ein Ehepaar aus Stuttgart wenig zahlen muss. Wenn sie einen Anbieter aus den Top 10 in diesem Vergleich wählen, liegt der Jahresbeitrag für ihren Mercedes GLC 200 zwischen 500 und 600 Euro. Zum Vergleich: Die teuerste Police am Versicherungsmarkt kostet rund 1700 Euro in dieser Klasse.

Quelle: Verivox, Stand: 12.10.2022, alle Angaben ohne Gewähr.

ZEHN DINGE, DIE BEI VERSICHERUNGEN ZU BEACHTEN SIND

Wechselfristen

Oft endet das Versicherungsjahr am 31.12. Kündigen kann man mit einer Frist von einem Monat (also bis zum 30.11.) – schriftlich, nicht per Fax oder E-Mail, sondern per Einschreiben mit Rückantwort.

Kilometer-Tarife

Die neuen Pay-as-youdrive-Tarife sollen sich für Wenigfahrer rechnen. Bei bis zu 5000 Kilometern im Jahr können die fahrleistungsorientierten Verträge günstiger sein – laut Verivox-Analyse mit preiswerten Versicherungen am Markt um die 200 Euro.

Telematik-Tarife

Diese Tarife sollen Autofahrer für eine umsichtige Fahrweise belohnen. Dafür werden unter anderem Brems-, Beschleunigungs-, Kurvenverhalten und Geschwindigkeit gemessen und ausgewertet – bis zu 30 Prozent Ersparnis sind bei guter Fahrweise drin.

Vollkaskoschutz

Auch nach vier Jahren kann sich die Vollkasko noch rechnen. Individuelle Faktoren wie geringe Fahrleistung, günstige Grundprämie oder hoher Schadenfreiheitsrabatt entscheiden.

Rückstufungen

Geht es um kleine Schäden, kann die Reparatur des Gegnerautos auf eigene Rechnung günstiger sein. Wann sich das lohnt, verrät die Jahresrechnung. Oft kann man den Schaden auch vom Versicherer regulieren lassen und ihn später zurückkaufen.

SF-Rabatt

Der Schadenfreiheitsrabatt (SF-Rabatt) gehört dem Versicherungsnehmer. Er kann ihn für ein Auto aber abgeben, wenn er ihn nicht braucht – etwa an das Kind, Patenkind oder den Enkel.

Dienstwagenrabatte

Wer lange Zeit Dienstwagen fährt, verliert seine Rabatte irgendwann. Beim Kauf eines Privatwagens muss man mit den SF-Klassen wieder von vorn anfangen.

Wechsel

Wer nach selbst verursachtem Unfall glaubt, durch einen Versicherungswechsel einer Rückstufung zu entgehen, der irrt. Die Konzerne tauschen sich untereinander aus – beim Wechsel gibt es trotzdem eine schlechtere Einstufung.

Ehrlichkeit

Geht es um die weichen Tarifmerkmale, sollte man nicht schummeln. Ein Strafgeld bis zu einem Jahresbeitrag wartet auf jene, die für diese speziellen Nachlässe bewusst falsche Angaben machen.

Sonderkündigungsrecht

Wenn Ihre Kfz-Versicherung einen Schaden reguliert oder die Beiträge erhöht, steht Ihnen ein Kündigungsrecht zu. Auch hier gilt eine Frist von vier Wochen. Sollte das Fahrzeug gewechselt werden, erlischt die Kfz-Versicherung automatisch.

Daher sollten Autofahrer bei Billigpolicen genau hinschauen. So fehlt etwa in den Verträgen oft der angesprochene Verzicht auf Einspruch bei grober Fahrlässigkeit. Heißt: Ist der Fahrer einmal unachtsam und es kommt zum Unfall, kann der Versicherer die Leistungen in der Kasko einschränken. Noch schlimmer sieht es beim Punkt Neuwertentschädigung aus. Wird das Fahrzeug gestohlen oder erleidet einen Totalschaden, wird oft nur in den ersten sechs Monaten der Neupreis erstattet – gute Verträge bieten an dieser Stelle mindestens zwölf Monate lang einen Schutz.

Ferner sollte der Vertrag noch eine gute Absicherung bei Marderbissen enthalten; kundenfreundliche Policen zahlen auch die Folgeerscheinungen und nicht nur den zerbissenen Schlauch beziehungsweise das zerbissene Kabel. Jedoch gibt es bei vielen Versicherungen auch hier Grenzen.

Überhaupt kann es bei Tierschäden schnell zu einer Unterdeckung kommen. Daher darf der Schutz nicht zu lasch ausfallen. Oft beschränken sich die Leistungen in den Policen nur auf Schäden durch Haarwild – zu wenig, alle Tierarten müssen abgedeckt sein. Darüber hinaus ist die Mallorca-Police wichtig. Diese Leistung gleicht bei Mietwagen geringere Deckungssummen in der Kfz-Haftpf licht im Ausland aus.

INFO

Regionale Unterschiede bei den Versicherungseinstufungen

? Der entscheidende Faktor für hohe Preisunterschiede sind die Regionalklassen. Wo Fahrer viele Unfälle verursachen oder wo es viele Diebstähle gibt, dort werden die Autofahrer in teure Regionalklassen in Haftpflicht, Vollkasko oder Teilkasko eingestuft. Wenige Schäden sorgen für eine günstige Einstufung und niedrigere Preise. Laut Marktbeobachter Verivox haben Autofahrer in den neuen Bundesländern die besseren Schadenfreiheitsklassen, weil die Bevölkerung hier älter ist und somit sicherer fährt.

Quelle: Verivox

Sollte die Versicherung einen Rabattschutz anbieten, kann man von einem runden Service sprechen. Diese oft kostenpf lichtige Leistung – meist ab Schadenfreiheitsklasse (SF) 4 – verhindert teure Rückstufungen nach selbst verschuldeten Unfällen. Nachteil: Wechselt der Kunde die Assekuranz, ist Schluss mit dem Schutz. Der alte Versicherer teilt der neuen Assekuranz die SF-Klasse mit, die eigentlich ohne Rabattschutz gelten würde.

Alle Rabatte ausschöpfen

Der Rabattschutz ist zwar mit weiteren Kosten verbunden, zahlt sich aber im Falle eines selbst verschuldeten Unfalls aus. Also eine gute Investition. Sofort sparen lässt sich dagegen mit den sogenannten weichen Tarifmerkmalen. Sie sind nichts anderes als Rabatte und können den Beitrag unterm Strich um bis zu zwei Drittel senken. Mittlerweile bietet die Branche rund 50 Nachlässe an. Zu den Standards am Markt gehören Nachlässe für Besitzer von Wohnungen, Häusern und Garagen, Bahn-Card-Inhaber und Absolventen eines Fahrsicherheitstrainings.

Mit Rabatt werden auch jene belohnt, die ihren Beitrag jährlich im Voraus zahlen. Für andere Zahlweisen verlangen die Konzerne fast ein Drittel Aufschlag. Zudem spielen Fahrleistung, Alter von Auto und Halter sowie ein eingeschränkter Nutzerkreis eine Rolle: Ledige Neuwagenkäufer zwischen 25 und 70 Jahren mit einer Jahresfahrleistung unter 10 000 Kilometern kommen günstig weg.

Und auch die Auto-Typklassen sowie die Regionaleinstufung spielen beim Preis eine Rolle. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) passt sie jährlich an. Wie schon im letzten Jahr muss fast jeder fünfte Autofahrer mit Beitragserhöhungen rechnen. „Für rund 8,1 Millionen Autofahrer gelten in der Kfz-Haftpf lichtversicherung künftig höhere Einstufungen, während rund 4,8 Millionen von besseren Typklassen profitieren“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV. Für 70 Prozent beziehungsweise rund 29,3 Millionen Autofahrer bleibt es bei der Typklasse des Vorjahres. „Große Sprünge sind die Ausnahme, nur für wenige Modelle geht es um mehr als eine Klasse nach oben oder nach unten“, sagt Asmussen. Heißt im Klartext: Ein Toyota Yaris zum Beispiel könnte in der Kfz-Versicherung bis zu 37 Prozent teurer werden, während beim Mazda CX-5 der Beitrag um bis zu 20 Prozent sinken kann, stellte Verivox fest.

Wer von einer Hochstufung betroffen ist, kann das mit einem Tarifwechsel ausgleichen. Doch ob sich gleich der Weg zu einer neuen Versicherung rechnet, bleibt abzuwarten.

Nicht immer lohnt ein Wechsel. Oft reicht es, mit seiner bestehenden Autoversicherung in Verhandlung zu treten

Denn je besser die SF-Klasse, desto geringer das Einsparpotenzial. Wer schon lange bei einer Versicherung ist, kann in einem Streitfall auf Kulanz hoffen. Ob sich der neue Anbieter auch so freundlich verhält, ist fraglich. Noch ein Tipp: Beim Preisvergleich bringt es etwas, wenn man seiner Versicherung ein günstigeres Angebot einer anderen Assekuranz vorlegt. Das drückt sehr oft den Preis und belegt, dass trotz Kostensteigerungen Raum zum Sparen bleibt – man muss nur die Tricks kennen.

Text: Henning Busse