Lesezeit ca. 9 Min.
arrow_back

Das ABC der artgerechten Fütterung


Logo von Pets - Dein Haustier-Ratgeber Sonderheft
Pets - Dein Haustier-Ratgeber Sonderheft - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 20.07.2022
Artikelbild für den Artikel "Das ABC der artgerechten Fütterung" aus der Ausgabe 2/2022 von Pets - Dein Haustier-Ratgeber Sonderheft. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
HUNDE UND KATZEN haben unterschiedliche Bedürfnisse, was die Ernährung angeht

Das Zusammenleben zwischen Mensch und Hund startete vor 10.000 bis 20.000 Jahren. Es wird davon ausgegangen, dass Wölfe bereits sehr früh die Nähe zu den Menschen suchten, da sie hofften, etwas von deren Beute zu ergattern.

Die heute bekannten Haushunde entstanden durch die sogenannte Artbildung, d.h. die genetischen Eigenschaften einer Spezies ändern sich im Laufe der Zeit und es entsteht eine neue Spezies.

Zu Beginn unterschieden sich Hunde äußerlich kaum von Wölfen, lediglich das Verhalten der Tiere hatte sich geändert. Mit der Zeit entwickelten sich auch optische Merkmale, wie Schlappohren oder geflecktes Fell.

Artikelbild für den Artikel "Das ABC der artgerechten Fütterung" aus der Ausgabe 2/2022 von Pets - Dein Haustier-Ratgeber Sonderheft. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Artikelbild für den Artikel "Das ABC der artgerechten Fütterung" aus der Ausgabe 2/2022 von Pets - Dein Haustier-Ratgeber Sonderheft. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
FLEISCH UND FISCH stellen für Hunde und Katzen hochwertige Proteinquellen dar

Diese wurden über Züchtung noch weiter verändert. Über die Jahrtausende passte sich der Hund den Gegebenheiten im Zusammenleben mit dem Menschen an. Das betrifft neben dem Verhalten und dem Aussehen auch den Ansprüchen an das Futter. Der Hund ist wie der Wolf ein Fleischfresser geblieben.

Die Verdauung des Hundes hat sich aber durch das Zusammenleben mit dem Menschen verändert und angepasst. Denn der Mensch teilte mit den Tieren ja nicht zwingend das wertvolle Fleisch, sondern jegliche Form von Lebensmittelresten, die entbehrlich waren. Hunde besitzen daher heute 30 Gene, die zur Aufspaltung von Stärke im Verdauungstrakt notwendig sind und können in Maßen auch bestimmte Kohlenhydrate verdauen. Bei der Hundefütterung hat man daher gewisse Freiheiten, da der Hund zwar vom Wolf abstammt, aber er kein Wolf mehr ist.

Die Katzen begleiten den Menschen ebenfalls schon seit 10.000 Jahren, wurden aber nicht vom Mensch gefüttert.

Die Aufgabe von Katzen war es, Mäuse und Ratten in den Getreidelagern des Menschen zu dezimieren. Auch heute noch leben viele Katzen zwar mit dem Menschen zusammen, sind aber nicht von dessen Fütterung abhängig. Im Gegensatz zum Hund haben sich manche Katzenrassen über die Zeit zwar im Aussehen ein bisschen verändert, aber ihre Ansprüche ans Futter sind noch dieselben. Diese Unterschiede zwischen Hund und Katze muss man auch berücksichtigen, wenn man sich mit der artgerechten Fütterung auseinandersetzt.

WAS BEDEUTET ARTGERECHTE FÜTTERUNG?

Hunde bezeichnet man als fakultative Karnivore – d.h. der Hund ist ein Fleischfresser, der sich zum Teil auch von pflanzlichen Nahrungsmitteln ernähren kann, tierische Nahrungsmittel aber grundsätzlich vorzieht. Katzen sind obligate Karnivore, d.h. sie müssen sich von tierischen Nahrungsmitteln ernähren.

Nach dem Fertigfutter-Boom seit den 1950er Jahren geht der Trend in den letzten Jahren auch bei der Tierfütterung in Richtung natürlich, frisch und artgerecht. Es geht nicht mehr nur darum, schnell zu füttern, sondern man möchte wieder wissen, was im Futter drin ist. Wenn man sein Tier natürlich und artgerecht füttern möchte, bedeutet das, sich an den Bedürfnissen des Tieres und dessen Verdauung zu orientieren.

Artikelbild für den Artikel "Das ABC der artgerechten Fütterung" aus der Ausgabe 2/2022 von Pets - Dein Haustier-Ratgeber Sonderheft. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
AUSGEWOGENE und abwechslungsreiche Nahrung ist ein Grundpfeiler für gute Gesundheit
Artikelbild für den Artikel "Das ABC der artgerechten Fütterung" aus der Ausgabe 2/2022 von Pets - Dein Haustier-Ratgeber Sonderheft. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
ROHES EIGELB enthält wertvolle Vitamine (z.B. Biotin und Folsäure), Mineralstoffe und Spurenelemente (u.a. Zink, Selen) und Aminosäuren

Damit ist klar, dass die Fütterung von Hunden und Katzen unterschiedlich ist und man Katzen nicht wie kleine Hunde behandeln darf.

In der Natur gibt es niemanden, der dem Hund oder der Katze das Essen kocht, bevor es gefressen wird.

Daher entwickelten sich mit der Zeit verschiedene Wege der frischen, rohen Fütterung wie BARF (biologisch, artgerechtes, rohes Futter) oder Prey (= vom Beutetier), um nur zwei zu nennen. Bei diesen Konzepten versucht man, ein artgerechtes, rohes Futter selbst zusammenzustellen. Diesen Fütterungsformen liegt aber zugrunde, dass man sich etwas mit der Fütterung auseinandersetzt und versucht, den Nährstoffbedarf der Tiere auf möglichst natürlichem Wege zu decken. Dazu muss man wissen, in welchen Komponenten der Fütterung was drinsteckt. Was liefert die Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente? Geht das alles natürlich oder braucht man bestimmte Zusätze? Was braucht der Körper neben den Nährstoffen noch und darf in der Fütterung also nicht fehlen? Bei Hunden und Katzen als Beutegreifer liegt es nahe, sich anzuschauen, wie ein Beutetier aufgebaut ist und was von dem Beutetier auch tatsächlich gefressen wird.

Das gibt Hinweise darauf, was auch in einer selbst zusammengestellten Futterration nicht fehlen darf.

PROTEINQUELLE MUSKELFLEISCH

Bei Hund und Katze macht Muskelfleisch einen großen Anteil der frischen Futterration aus. Was bedeutet eigentlich Muskelfleisch?

Muskelfleisch ist das am Skelett anhaftende Muskelgewebe inklusive fett- und bindegewebigen Anteilen.

Nicht für den menschlichen Verzehr bedeutet nicht minderwertig

Da die Muskeln im Körper unterschiedliche Aufgaben haben, ist auch das Aussehen des Fleisches unterschiedlich. Manche Muskeln sind stärker durchblutet als andere, dann gibt es wieder sehr fett -und bindegewebsreiche Abschnitte. Daher sieht z.B. Hühnerbrust anders aus als das dunklere Fleisch von der Keule. Bauchfleisch ist sehr fettig, Lende hingegen sehr mager. Bei der Fütterung von Hund und Katze kann man natürlich auf Muskelfleisch-Abschnitte zurückgreifen, die es normalerweise für den menschlichen Verzehr nicht zu kaufen gibt (Lefzen, Kronfleisch, Saumfleisch). Zudem bekommt man Abschnitte, die beim Verarbeiten des Fleisches für den Menschen anfallen. Das bedeutet jedoch nicht, dass dieses Fleisch minderwertig ist.

Artikelbild für den Artikel "Das ABC der artgerechten Fütterung" aus der Ausgabe 2/2022 von Pets - Dein Haustier-Ratgeber Sonderheft. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
PANSEN hat für uns einen gewöhnungsbedürftigen Geruch; die meisten Hunde lieben es
Artikelbild für den Artikel "Das ABC der artgerechten Fütterung" aus der Ausgabe 2/2022 von Pets - Dein Haustier-Ratgeber Sonderheft. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
SPROTTEN gehören beim Vitamin D-Gehalt zu den Spitzenreitern unter den Fischen

KNOCHEN LIEFERN MINERALSTOFFE

Raubtiere fressen immer auch einen Teil der Knochen des Beutetiers, da sie lebenswichtige Mineralstoffe, wie Kalzium für ein gesundes Knochengerüst enthalten. Knochen sind daher in der Rohfütterung ein essentieller Bestandteil eines bedarfsdeckenden Futterplans für Hunde und Katzen. Beim Hund füttert man meistens eine Mischung von weichen und harten Knochen und erreicht dadurch sehr einfach eine gute Deckung der Nährstoffe wie Kalzium, Phosphor, Magnesium uvm. Zu den weichen Knochen zählen im Normalfall alle Geflügelknochen (Hühnerhälse, Hühnerflügel, Hühnerkarkassen, Entenflügel) und Knochen vom Kaninchen. Harte Knochen wären zum Beispiel Lammrippen, Ziegenrippen oder Rinderbrustbein. Da die Beutetiere von Katzen kleiner sind als die der Hunde, greift man bei ihnen auf weiche Knochen von Geflügel oder Kaninchen zurück. Wenn man aus bestimmten Gründen keine Knochen füttern kann/will (Erkrankungen, Verträglichkeiten), muss man auf Kalziumpräparate wie Knochenmehl, Calciumcitrat & Co zurückgreifen, um den Kalzium-Bedarf der Tiere zu decken.

INNEREIEN ALS VITAMIN UND SPURENELEMENTE-BOOSTER

Dass auch der Mensch den Wert der rohen Innereien als Nährstofflieferant kannte, sieht man, wenn man sich z.B. die ursprüngliche Ernährung der Inuit, der Ureinwohner der Arktis, anschaut. Aus Mangel an frischem Obst und Gemüse aßen die Inuit z.B. auf der Jagd auch das rohe Fleisch und die Innereien der frisch erlegten Beutetiere. Aufgrund der extremen klimatischen Bedingungen, unter denen keine Landwirtschaft möglich ist, nutzte auch der Mensch hauptsächlich tierische Nahrung, um sich mit den notwendigen Nährstoffen wie Vitaminen und Spurenelementen zu versorgen.

Auch Beutefresser wie Hund und Katze nehmen Vitamine und sehr viele Mineralstoffe über die Innereien des Beutetiers auf. Die einzelnen Innereien unterscheiden sich sehr in ihren Inhaltsstoffen und man sollte wissen, warum man welche Innerei in der Fütterung braucht.

In der Leber speichert der Körper viel Vitamin A (Retinol). Sie enthält viel Eisen, B-Vitamine, Vitamin K und Spurenelemente wie Kupfer und Mangan in erhöhten Mengen.

Nieren enthalten vor allem viel Natrium und Selen, sowie einige B-Vitamine und Kupfer. Die Milz ist reich an Phosphor, Kalium und Eisen. Herz enthält u.a. Kupfer, B-Vitamine, Vitamin E und Kalium sowie die für die Katzen essentielle Aminosäure Taurin. Lunge hat sehr ähnliche Nährwerte wie die Milz und enthält ebenfalls einen höheren Gehalt an Taurin. Innereien sind ein ganz wichtiger Teil der frischen Fütterung, wenn man ohne viele künstliche Zusätze arbeiten möchte.

Man darf sie daher nicht ersatzlos streichen, wenn das Tier sie nicht so gerne frisst oder man sich davor ekelt. Je nachdem, ob man nur einzelne Innereien streicht oder alle, braucht es mehr oder weniger Ergänzungen, um diese richtig zu ersetzen. Die meisten Vitamine und Mineralstoffe können über Fleisch, Knochen und Innereien abgedeckt werden. Vitamin D ist jedoch über Fleisch nur schwer abzudecken. Daher darf Fisch auf dem Speiseplan von Hund und Katze nicht fehlen.

FISCH ALS VITAMIN D-QUELLE

Fisch ist ein wichtiger Lieferant von Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und ist reich an Kalium, Jod, Selen, Zink, Fluorid. Wie bei Fleisch unterscheiden sich die Fischsorten im Gehalt von Fett und Vitaminen. Fische die man aufgrund ihres hohen Vitamin D-Gehalts füttern kann, sind Forelle, Lachs/Wildlachs, Hering, Sprotten und Sardinen. Andere Fischarten liefern zwar hochwertiges Protein, aber kein Vitamin D. Hier muss man also ein bisschen aufpassen, welchen Fisch man auswählt. Wenn man keinen Fisch füttern möchte, oder Hund/ Katze den Fisch einfach nicht fressen wollen, muss man über Dorschlebertran oder Vitamin D-Tropfen die notwendige Menge Vitamin D zuführen. Hierbei ist zu beachten, dass diese Produkte das Vitamin D in viel höheren Mengen enthalten als Fisch. Vitamin D wird, wie Vitamin A, als fettlösliches Vitamin im Körper gespeichert und es kann zu einer Überdosierung kommen.

FETT ALS ENERGIELIEFERANT

In der Ernährung des Menschen wird Fett oft verteufelt – alles muss fettfrei sein, möglichst mager, ansonsten bekommt man (oder eher Frau) einen Schweißausbruch.

Dieses Gefühl legt man dann auch schnell auf die Ernährung der Tiere um. Was Mensch aber dabei vergisst – Fett ist bei Karnivoren (Fleischfressern) DER Energielieferant. Der Fettanteil den ein Hund oder eine Katze über ein Beutetier aufnehmen würden, läge bei etwa 8–12.5 Prozent. Tierisches Fett enthält gesättigte Fettsäuren und ist für Hunde und Katzen viel besser und direkter verwertbar als pflanzliches Fett.

Fett ist ein wichtiger Energielieferant, sorgt für eine gute Verdauung, glänzendes Fell und gesunde Haut.

Katzen benötigen zudem Fett in der Nahrung, da ihr Körper aufgrund eines Enzymmangels Arachidonsäure nicht aus Linolsäure selber bilden kann. Sie muss daher über die Nahrung in Form von tierischem Fett zugeführt werden. Die Energiegewinnung der Katze, als obligater Karnivor, ist zudem komplett auf die Verdauung von Eiweißen und Fetten ausgerichtet. Beim Hund hat man die Option, auch einen gewissen Anteil an Kohlenhydraten als Energielieferant zu verwenden, sollte er Fett nicht gut vertragen.

Artikelbild für den Artikel "Das ABC der artgerechten Fütterung" aus der Ausgabe 2/2022 von Pets - Dein Haustier-Ratgeber Sonderheft. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
GEMÜSE UND OBST sollte sehr fein püriert werden; das Fleisch darf gern stückig sein

PANSEN/BLÄTTERMAGEN ALS TEIL DES SPEISEPLANS

Zu Beutetieren gehört natürlich auch der Magen. Tiermägen von Wiederkäuern oder Geflügel dürfen auch mit auf den frischen Speiseplan von Hund und Katze. Über den Mageninhalt nehmen Fleischfresser in der Natur noch wertvolle, vorverdaute pflanzliche Überreste auf.

OBST UND GEMÜSE – NAHRUNG FÜR DIE DARMFLORA

In der freien Wildbahn fressen der Wolf oder die Katze mit Sicherheit kein frisches Gemüse vom Feld. Das stimmt – die Tiere nehmen jedoch sehr wohl pflanzliche Stoffe über den Magen der Beutetiere auf. Die pflanzliche Kost ist dadurch bereits vorverdaut und so auch für sie verwertbar, da die Tiere, wie auch der Mensch, keine Enzyme besitzen, um pflanzliche Zellen aufzuspalten.

Man kann also davon ausgehen, dass die Tiere einen gewissen Teil an schwer- bzw. unverdaulichen pflanzlichen Nahrungskomponenten benötigen. In der Fütterung greift man auf Obst und Gemüse zurück, um dem Körper wertvolle Faserstoffe zur Verfügung zu stellen.

Unlösliche Faserstoffe werden im Darm nicht verdaut und verlassen diesen auch wieder in unveränderter Form. Dadurch vereinfacht sich die Passage der Nahrung durch den Darm.

Lösliche Faserstoffe können zwar von den körpereigenen Darm-Enzymen von Hund oder Katze nicht auf gespalten werden, jedoch dienen sie als Nahrung für die nützlichen Darmbakterien, die zu einer gesunden Darmflora gehören. Bei gesunden unden macht der pflanzliche Anteil 20–40 Prozent der Futterration aus, bei der Katze in etwa 3–5 Prozent. Bei Hunden kann man einen Teil dieses pflanzlichen Anteils auch durch Kohlenhydrate wie Getreide (optimalerweise Pseudo-Getreide) oder Kartoffeln ersetzen, denn der Hund ist ja – im Gegensatz zur Katze – in der Lage, Kohlenhydrate verdauen.

So sehr man auch versucht ohne Nahrungsergänzungen auszukommen, schafft man das jedoch nicht ganz. Hier kann man sich aber sehr gut mit natürlichen Zusätzen behelfen, um Fehlendes zu ergänzen.

Fischöle eignen sich aufgrund ihrer Fettsäuren besser als Pflanzenöle

OMEGA 3-ÖLE

Fleisch aus Weidehaltung oder von wildlebenden Tieren (Reh, Hirsch) enthält Omega 3- und Omega 6-Fettsäuren in einem ausgewogenen, gesunden Verhältnis. Das gilt leider nicht für Fleisch aus Masttierhaltung. Durch die spezielle Haltung und Fütterung der Tiere produziert der Körper weniger Omega 3-Fettsäuren und der Anteil an Omega 6-Fettsäuren überwiegt. Um dieses unausgewogene Verhältnis wieder zurechtzurücken, setzt man bei BARF oder Kochfütterung bestimmte Öle ein. In tierischen Ölen, wie Fischölen liegen die Omega 3-Fettsäuren EPA und DHA direkt vor und können von den Tieren ohne Umweg aufgenommen werden. Sie sind daher optimale Omega 3-Lieferanten. Viele Pflanzenöle, außer Hanf- und Leinöl haben das Problem, das sie viel zu viele Omega 6-Fettsäuren enthalten und somit gar nicht dafür geeignet sind, Omega 3-Fettsäuren zu liefern. Pflanzliche Öle sind als Omega 3-Lieferanten für Katzen komplett ungeeignet!

JOD-ZUFUHR ÜBER ALGEN

Jod ist ein essentielles Spurenelement, das der Körper selbst nicht herstellen kann. Es muss daher über die Nahrung zugeführt werden und wird in der Schilddrüse gespeichert.

Jod ist Bestandteil der Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin oder Thyroxin) und zu deren Bildung unbedingt notwendig. In der Natur fressen Jäger den größten Teil ihrer Beute und damit natürlich auch die Schilddrüse und das darin gespeicherte Jod.

In der Fütterung möchte man Jod sehr gezielt zuführen, da langfristige Unter- oder Überversorgungen zu Problemen mit der Schilddrüse führen können. Daher verwendet man Jod-Lieferanten wie die Seealge Ascophyllum nodosum, die man in genau der richtigen Menge füttert.

WEITERE ZUSÄTZE

Je nach Gesundheitszustand des Tieres können natürlich noch Zusätze für die Gelenke (wie Grünlippmuschel, Kollagen) mit in die Fütterung aufgenommen werden.

NATÜRLICHE ERGÄNZUNGEN

Bei Hunden kann man den Speiseplan noch mit verschiedenen Ergänzungen wie Milchprodukten, gemahlenen Nüssen, Kokosflocken oder Eiern etwas abwechslungsreicher gestalten. Diese werden meistens auch gerne angenommen und auch gut vertragen.

ZUM SCHLUSS

Mit all diesen Komponenten baut man einen natürlichen Futterplan für sein Tier zusammen. Je nachdem, welche Rohfütterungsform einem zusagt, unterscheidet sich die prozentuelle Aufteilung etwas und es macht auch einen Unterschied, ob man einen Hund oder eine Katze hat. Daher ist es wichtig, sich mit dem Thema intensiver zu beschäftigen, sich einzulesen und verschiedene Konzepte zu vergleichen. So findet man sicher einen Weg, der einem zusagt und der für das eigene Tier gut passt. Wichtig ist, dass man gewisse Komponenten nicht einfach streichen kann, sondern sich dann um Alternativen kümmern muss, denn jede Komponente übernimmt in der Fütterung von Hund und Katze eine gewisse Aufgabe. Das Ersetzen geht meist problemlos und ebenso natürlich. Man muss nur wissen wie. Wie auch wir Menschen profitieren auch unsere Hunde und Katzen von einer frischen Fütterung, die genau auf sie abgestimmt ist und es macht auch viel Spaß, das Futter selbst zusammenzustellen und zu wissen was darin enthalten ist. Wer (noch) unsicher ist, kann sich z.B. Hilfe bei einem Tierernährungsberater suchen und sich dort einen Futterplan erstellen lassen.

Text: Vanessa Rössler

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 2/2022 von Nahrungsergänzungen Welche & wofür?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Nahrungsergänzungen Welche & wofür?
Titelbild der Ausgabe 2/2022 von Ernährungsberatung für Tiere. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Ernährungsberatung für Tiere
Titelbild der Ausgabe 2/2022 von Fütterungsmethoden im Vergleich. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Fütterungsmethoden im Vergleich
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Nahrungsergänzungen Welche & wofür?
Nächster Artikel
Nahrungsergänzungen Welche & wofür?
Mehr Lesetipps