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Das Arsenal: Wiege der Seemacht


G Geschichte Porträt - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 22.05.2020

Das hölzerne Rückgrat der Größe Venedigs ist seine Flotte. Deren Herz pulsiert im Arsenal der Stadt


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Bildquelle: G Geschichte Porträt, Ausgabe 2/2020

Das Arsenal im Zunftzeichen der venezianischen Schiffsbauer aus dem 16. Jahrhundert, 1753 restauriert


Amateure schwafeln von Strategie, Experten reden über Logistik. Eine militärische Weisheit, die auch im Falle Venedigs gilt. Weder Schiffe, Kapitäne noch ...

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... Mannschaften übertrafen in der Regel jene der Feinde. Der Grundstein der venezianischen Seemacht war ein Areal im Osten der Stadt: das Arsenal. Seit dem frühen 12. Jahrhundert wurde hier Kriegsmaterial wie Schwerter, Piken und Armbrüste gelagert. Aber auch Ruder sowie Segel und Taue für die Takelage fanden sich in den Speicherhäusern. Zwar gab es schon damals Kapazitäten, um Schiffe instand zu setzen, doch die eigentlichen Werften zum Neubau der Schiffe lagen zu diesem Zeitpunkt noch außerhalb des Arsenals und waren Privatbetriebe.

Als 1321 der italienische Dichterfürst Dante Alighieri in diplomatischer Mission Venedig besuchte, war das staatliche Arsenal bereits Venedigs größte Werft und für den Florentiner eine Vorahnung der Hölle: Menschenmassen, Misstöne und der elende Gestank von Pech.

Innovation macht es möglich: Jeden Tag kann eine neue Galeere gebaut werden

Mit den politischen Ambitionen der Serenissima und der Türkengefahr wuchs auch das Arsenal immer weiter. Mitte des 16. Jahrhunderts war es mit 2000 Handwerkern der größte Industriebetrieb Europas - und zugleich der modernste. Vier Jahrhunderte vor Henry Ford wurden hier die Galeeren in einem Fließbandverfahren gebaut. Dank vorgefertigter Einzelteile konnten in drei Monaten bis zu 100 Galeeren hergestellt werden. Der Herr über dieses kleine Universum trug den stolzen Titel Admiral (aemiraio) und war der höchste Beamte der Republik, der nicht zum Adel gehören musste. Auch die Herstellung von Schiffstauen war in einer Werkstätte zentralisiert, der tana.

Dank dieser brillanten Logistik konnte Venedig auch im Falle einer Niederlage schnell neue Flotten in See stechen lassen. Doch als im 18. Jahrhundert das Zeitalter der Linienschiffe - drei Decks und bis zu 100 Kanonen - anbrach, waren die Tage des Arsenals gezählt: Der Tiefgang dieser schwimmenden Festungen aus Eiche übertraf die Wasserhöhe des Arsenals.


BILDNACHWEIS: AKG/ERICH LESSING, BRIDGEMAN/A. DAGLI ORTI/DE AGOSTINI PICTURE LIBRARY