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Das Beste in den Mediatheken


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tip Berlin - epaper ⋅ Ausgabe 17/2022 vom 17.08.2022
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Jan (Friedrich Mücke, Foto, li.) und Daniel (Marc Benjamin, 2.v.li.) wollen den Flüchtlingen helfen

Es sollte ein entspannter Urlaubsegeltörn werden. Doch er wurde zum Albtraum, der fünf Hamburger Jahre später wieder einholt. Sie nehmen ein auf dem Mittelmeer in Not geratenes Flüchtlingsboot ins Schlepptau. Als es nachts stürmt, wird das Tau gekappt. Nach Jahren treffen sich die Menschen, die damals auf beiden Seiten standen, wieder. Statt Freude über die Rettung der Geflüchteten ist die Atmosphäre vergiftet. „Die Serie ruft in Erinnerung, dass Flüchtende auf dem Mittelmeer jeden Tag versuchen, Europa zu erreichen,“ sagt Schauspielerin Johanna Wokalek, „durch die fiktionale Geschichte werden aus Zahlen Einzelschicksale. Wir können hoffentlich besser verstehen, was es bedeutet, zu fliehen und an einem anderen Ort wieder anzukommen.“

Johanna Wokalek ist Caro, die mit ihrem Mann Jan (Friedrich Mücke) eine Werft betreibt. Ihr Boot ist zu klein, um die flüchtenden Menschen aufzunehmen. Es bleibt nur ...

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... das Abschleppen. Jans Schwester Fiona (Natalia Belitski) und ihr Freund Daniel (Marc Benjamin) haben Angst, die Rettungsaktion könne das eigene Leben gefährden. Anwältin Helene (Ina Weisse) verstärkt die Befürchtungen. In Italien droht den Fünf der Knast für die humanitäre Hilfe. „Jeder hat gute Argumente, die stellvertretend für die hiesigen Haltungen stehen. Der Film verzichtet darauf, sie moralisch zu gewichten,“ so Wokalek weiter.

Auf der anderen Seite steht die Hoffnung der Flüchtenden, sich den Traum von einem Leben ohne Bomben und Bedrohung zu erfüllen. Unter ihnen ist die syrische Familie von Ismail (Mohamed Achour), der mit seiner Frau Zahra (Kenda Hmeidan), den beiden Kindern und seinem Bruder die gefährliche Überfahrt wagt. Sie fürchten neben dem Schiffbruch, dass die Deutschen in Richtung Libyen fahren.

Die Zwickmühle für jeden macht der Film schnell klar. „Alle wollen helfen, zugleich fühlt jeder das Dilemma. Sie sind von dieser Krisensituation überfordert,“ sagt Johanna Wokalek. „Die andere Frage ist, wie komme ich an und wie ist meine Chance, mich einzugliedern und hier Fuß zu fassen. Und auch so anzukommen, dass ich in dem Land bleiben möchte.“

Darüber hat Johanna Wokalek am Rande des Drehs lange mit Kenda Hmeidan gesprochen. Sie hat in Damaskus Schauspiel studiert und ist heute am Maxim-Gorki-Theater engagiert. „Ich wollte wissen, welche Spuren der Krieg hinterlassen hat. Wie es sich auf die Psyche auswirkt, wenn man weiß, dass die Heimat für immer verloren sein könnte? Woher nimmt man die Kraft, neu anzufangen?“

Meisterhaft werden die Handlungsstränge um die Ereignisse der Schicksalsnacht und dem Heute miteinander verwoben. Aus den inneren Konflikten entwickelt sich die dramaturgisch stimmige Story, die von der ersten bis zur letzten Minute die Spannung hält.

KATHARINA DOCKHORN

ZDF Mediathek bis 29.7.23, 6 Episoden à 45 Min ●●●●●

Nur für Erwachsene

PORNO DRAMA Wenn sich eine einzelne Frau mit einer milliardenschweren Branche anlegt, ist das Drama vorprogrammiert. Genauer gesagt, das Porno Drama. Protagonistin Jolene Dollar (Hayley Squires) lebt ihren Traum: sie verdient als Star der Porno-Welt gutes Geld und führt ein glückliches Familienleben. Als jedoch bei dem Dreh eines Erwachsenen-Filmchens eine Kollegin verletzt wird, wird Jolene Dollar laut. Eine nur solide besetzte Mini-Serie zu einer Branche mit großem Wandlungsbedarf.

LMK

ARD Mediathek ab 26.8., 4-teilige Mini-Serie ●●●○○

The Princess

PORTRAIT Romy Schneider, Sisi, Lady Di: diese Frauen standen Zeit ihres Lebens im Rampenlicht. Dabei wollte jede von ihnen nur eins: ein emanzipiertes, freies Leben führen. Zum 25. Todestag von Prinzessin Diana strahlt die ARD eine Doku des Star-Regisseurs Ed Perkins aus, welcher mit Originalaufnahmen eine Zeitreise durch Prinzessin Dianas Leben und Ableben gestaltet hat. Wenn auch der Film ein kleines Meisterstück ist, so sollte man sich doch fragen, was uns an diesen verlorenen Seelen, die wir nie kannten, so fasziniert.

LMK

ARD Mediathek ab 24.8., 104 Min.●●●●○

Techno House Deutschland

DOKUMENTATION Dies ist die Geschichte einer Religion, die in den 1980-er Jahren in Deutschland ihren Anfang fand. Zumindest, wenn man den Menschen glaubt, die in der 8-teiligen Dokumentation zu Wort kommen. „Die Clubs waren unsere Kirchen“, heißt es gleich zu Beginn. Die Gottes-Vergleiche, die im Laufe der Dokumentation immer wieder auftauchen und alte Club-Aufnahmen gepaart mit dem stetigen 4/4 taktigen Hintergrund-Bass vermitteln eine Idee davon, welchen Befreiungsschlag diese Bewegung in den 80ern bedeutet haben muss. Heute lebt diese Bewegung weiter, insbesondere in Berlin. Wie prägend Techno und House für die heutige Clubkultur sind, wird in der Doku manchmal etwas zu heroisch, aber doch mit interessanten Fakten und gut gewählten Video- und Bildausschnitten erzählt.

LUISA-MARIE KAUZMANN

ARD Mediathek ab 29.7., 8 Folgen à 30 Min. ●●●○○

Ob wir schlafen oder wachen

DRAMA Als die schüchterne Asako (Erika Karata) und der mysteriöse Baku (Masahiro Higashide) sich auf einer Brücke in Osaka treffen, gehen um sie herum Platzpatronen los, die Kinder mit Spielpistolen in die Luft jagen. Startschüsse für eine romantische und leidenschaftliche Liebesbeziehung zwischen zwei jungen Menschen, die schon bald dramatische Züge annimmt. Starregisseur Hamaguchi behandelt neben dem Thema Schicksal auch den Tsunami von 2011.

LMK

Arte Mediathek bis 20.12., 116 Min. (OmU) ●●●●●

Der Aufschneider

KOMÖDIE Dies ist mal wieder ein Film in echter Hader-Marnier: wenn auch der Schauspieler und Regisseur diesmal nicht selbst inszeniert hat, bespielt er den filmischen Rasen, oder hier die Klinikräume am Krankenhaus in Wien starreif. Mit österreichischem Dialekt, der regelmäßig übersetzt werden muss, nuschelt Hader sich als stoischer Pathologe durch den Klinikalltag – dabei über alles fluchend: die verbaute Beziehung oder seine 19-jährige Tochter, die mit seinem Kollegen anbändelt. Ein leichter Spaß mit viel schwarzem Humor.

LMK

Arte Mediathek bis 21.12. , 87 + 91 Min. ●●●●○

Freddy Mercury – der letzte Akt

DOKUMENTATION 1991 starb Sänger- und Songwriter-Legende Freddie Mercury, Frontmann der Rockband Queens an HIV. Der Dokumentarfilm bettet sein Schicksal in Interviews mit ehemaligen Musikerkolleg:innen, Aids-Betroffenen und Ärzt:innen und dem „Freddie Mercury Tribute Concert for Aids Awareness“ ein. Durch das Konzert kam ein Wendepunkt in Sachen Aufklärung um Aids zustande. Die Doku zeigt, wie Verurteilung und Hass gegen ärztliche Hilfe und Liebe ausgetauscht wurden. Ein eindrucksvolles und klangstarkes Filmerlebnis.

LMK

Arte Mediathek bis 26.9., 90 Min. ●●●●●

Der Loulou

SOZIALDRAMA Isabelle Huppert und Gérard Depardieu ergeben im Duo eine schauspielerische Starbesetzung, die den Film „Der Loulou“ durch seine Höhen und Tiefen trägt. Nelly (Isabelle Huppert) flieht aus ihrer streitlustigen Beziehung direkt in die Arme von Herumtreiber Louis (Gérard Depardieu), genannt Loulou. Nachdem Nelly sich in der erotischen Romanze eingerichtet hat, wird sie schwanger. Bei einem Geburtstagsessen mit Louis’ Familie wird Nelly jedoch klar, dass sie sich künftig nicht auch noch um erwachsene Kinder kümmern kann. Ein intensives Sozialdrama.

LMK

Arte Mediathek bis 30.11., 101 Min. ●●●●○

Die Spur des Vaters

KRIEGSDOKU In diesem Werk von 1986 zeichnet ein Sohn den Lebens- und Leidensweg seines Vaters in Bildern nach. Christoph Boekls Vater war einer der deutschen Soldaten, die 1941 die Sowjetunion angriffen. C. Boekl gewährt Einblick in die Tagebücher eines Kriegsveteranen, dessen Alltag von Tod, Hunger, Überforderung, Kälte bestimmt ist. Kombiniert mit Gesprächen zwischen Vater und Sohn und weiteren Zeitzeug:innen ergibt sich ein einfühlsamer, wenn auch bedrückender Film über eine Vergangenheit, die wieder viel zu sehr Gegenwart ist.

LMK

3sat Mediathek bis 24.8., 73 Minuten ●●●●○

The Tourist

GENREMIX Der riesige Truck verfolgt ihn (Jamie Dornan, bekannt aus „Fifty Shades of Grey“, „The Fall“) unerbittlich über die staubige Piste des Outback, nach dem Crash hat der Verfolgte sein Gedächtnis verloren. Bei der Suche nach seiner Identität steht dem Unbekannten in dieser irren Mischung aus Mafia-Thriller, Western und Roadmovie die coolste Polizistin seit „Fargo“ treu zur Seite. Er braucht die Hilfe von Helen Chambers (Danielle Macdonald), um das Rätsel um seine Vergangenheit zu lösen und seine skrupellosen Verfolger abzuschütteln.

KD

ZDF Mediathek bis 12.8.23, 6 Episoden à 55 Min ●●●●○

Tod und Spiele

DOKU Ein ikonisches Bild der Zeitgeschichte war der Terrorist auf dem Balkon des Olympiadorfes, der sein Gesicht hinter einem Strumpf verbirgt. Anlässlich des 50. Jahrestags des Attentats bei den Olympischen Spielen in München, bei dem elf israelische Sportler starben, wäre eine Aufarbeitung der Ereignisse angebracht. Diese Dokumentation begnügt sich allerdings mit einer Rekonstruktion. Die lässt viele Fragen offen. Immerhin ist ihr ein Coup gelungen: erstmalig äußern sich zwei überlebende Mitglieder des palästinensischen Terrorkommandos. Die stehen auch heute noch dazu – schwer erträglich, wenn man sieht, wie die Angehörigen der Ermordeten immer noch traumatisiert sind. „Zynisch betrachtet würde ich sagen: es wurde rein gar nichts erreicht“ (für die Sache der Palästinenser) resümiert ein britischer Journalist am Ende.

FRANK ARNOLD

ARD Mediathek ab 26.8. 90 Min ●●●○○