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Das bunte Schaf in der Familie


Happy Way - epaper ⋅ Ausgabe 4/2018 vom 14.06.2018

Du bist nicht so, wie andere Dich haben wollen? Zu emotional? Zu empfindlich? Zu laut? Oder zu leise? Na und! Trau Dich, ganz Du selbst zu sein und lass Deine eigenen Farben strahlen – anstatt in der grauen Menge unsichtbar zu werden


Artikelbild für den Artikel "Das bunte Schaf in der Familie" aus der Ausgabe 4/2018 von Happy Way. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Happy Way, Ausgabe 4/2018


Wir alle stecken voller Möglichkeiten. Entdecke Deine!


WAS ERWARTEN die anderen von mir?

Schreibe hier auf, was die Menschen in Deinem Umfeld von Dir möchten. Manches kann aktuell sein, anderes hallt seit der Kindheit nach. Erkenne, was genau im Widerspruch zueinander steht – Du kannst nicht alle Erwartungen erfüllen.

Früher dachte ich, ich sei das schwarze Schaf in der ...

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... Familie. Schwarz, weil ich den Erwartungen anderer nicht entsprach: zu laut, zu wild gestikulierend, zu sehr in Frage stellend. Mein nerviges Bohren nach den Hintergründen für pauschale Aussagen bescherte mir als Jugendliche so manchen Rausschmiss aus dem Klassenzimmer und ein hilfloses Seufzen meiner Eltern. Heute bringt mir eben diese Art tolle Jobs als Journalistin ein. Auch für „nervige“ Leute wie mich gibt es also ein Metier! Diese Farbe an mir, ich empfinde sie als tief-sattes Blau, darf leuchten! Daneben schillern aber noch ganz viele andere Farben: Gelb-orange ist meine Vorliebe für dumme Witze, grün und rosa meine Liebe zu anderen Menschen und zur Natur um uns herum. Irritiert reagieren andere manchmal auf meinen starken Rot-Anteil, der mir eine zupackende Art beschert. Dass ich dabei innerlich tiefe Ruhe empfinde, muss ich dann erst erklären. Im nächsten Moment dehnt sich der violett-weiße Teil in mir aus, mit dem ich meine, mich mit Höherem zu verbinden. Ich bin ich, aber immer unterschiedlich.


Ich bin ich, aber immer unterschiedlich. Alles an mir darf sein


Die US-Sängerin Meredith Brooks schenkte uns in den 90ern diesen Ohrwurm: „I’m a bitch, I’m a lover, I’m a child, I’m a mother …“ Der Song wurde für einen Grammy nominiert. Warum? Abgesehen von der eingängigen Melodie vermutlich deshalb, weil er eben genau diese Saiten in uns zum Schwingen bringt: die rebellischen „Ich-will-ich-selbst-sein“-Saiten, die Sehnsucht, authentisch im Moment zu sein. So viele Diskussionen drehen sich darum, sich selbst zu kennen, zu wissen, wer man ist. Aber können wir das wirklich wissen? Oder zimmern wir uns nur auf eine bestimmte Rolle fest, wenn wir uns mit ihr identifizieren?
Im Grunde gibt es drei Bilder, die uns in der Regel beschäftigen: das Bild, das andere von uns haben. Das Bild, von dem wir gerne hätten, dass sie es von uns haben. Und unser Selbstbild. Dabei gibt es ein paar fundamentale Probleme mit dieser Geschichte. Denn zum einen gibt es keine zwei Menschen auf der Welt, die uns komplett gleich wahrnehmen. Jeder schaut durch seinen eigenen Filter, bestehend aus seinen eigenen Erfahrungen, Möglichkeiten, Assoziationen. Die einen betrachten uns vielleicht mit rosa getönten Gläsern, während wir auf andere eher unheimlich oder einfach nur grau wirken. Das liegt nicht an uns. Es liegt an der Wahrnehmung des jeweils anderen und die wiederum auch an deren Tagesform. Das können wir ohnehin kaum beeinflussen, wozu also die Anstrengung?


Die anderen nehmen Dich sow ieso durch ihren eigenen Filter wahr


Erlaube Dir, flexibel zu sein

Wenn wir an einem bestimmten Bild von uns anhaften, versagen wir uns die Fluidität, die das Leben doch eigentlich ausmacht. Alles ist ständig in Veränderung, im Fluss. Wer ganz überzeugt ist, etwas Bestimmtes zu sein, schließt alle anderen Möglichkeiten kategorisch aus. Schade eigentlich. Denn damit verschenken wir die Freiheit, uns dem jeweiligen Moment adäquat anzupassen. Wer dagegen sicher ist in seiner stetigen Veränderung, erlaubt sich spontanen, authentischen Ausdruck. So können wir problemlos meist nett sein, aber auch unangenehm werden, wenn jemand beispielsweise versucht, uns übers Ohr zu hauen. Wer sich jedoch mit dem Satz „Ich bin ein netter Mensch“ stark identifiziert, wird sich schwer tun mit der benötigten Wehrhaftigkeit. Identifikation ist Anhaftung an ein fixes Bild – und Anhaftung, so mahnen die Buddhisten, ist ein zweifelhaftes Vergnügen. Probiere einmal diesen Gedanken aus: „In einer vergangenen Situation habe ich mich auf eine bestimmte Weise verhalten. Wie ich mich heute in einer ähnlichen Situation verhalte, ist mir vollkommen freigestellt.“ Genau dann bist Du in der Lage, die feinen Nuancen Deiner jetzigen Situation wahrzunehmen und Dich ebenso fein darauf einzustellen, anstatt mit Mustern zu reagieren, die möglicherweise aus tiefster Vergangenheit stammen.

Du darfst aus der Rolle fallen

Wenn Du aus der Rolle fällst, mag das dem ein oder anderen in Deinem Umfeld einen Schreck einjagen. Denn das ist ungewohnt. Vielleicht lebst Du sogar mit jemandem zusammen, der Dich plötzlich als unkontrollierbar empfindet und dem das so gar nicht schmeckt. Und? Das ist nicht Dein Problem. Ein Klassiker ist, wenn eine solche Person Dich oder Dein neues Verhalten herabsetzt. Das verborgene Ziel: Dich wieder kontrollierbar zu machen. Dieses Bedürfnis entspringt der Unsicherheit der anderen Person. Das ist zwar bedauerlich für sie, aber kann – wie gesagt – nicht Dein Problem sein. Du kannst Dir den Schuh anziehen, den diese Person Dir bereitstellt, musst es aber nicht.

Andere haben mit sich selbst zu tun

Innere Freiheit ist untragisch. Sie ist die Eintrittspforte zu einem undramatischen Leben, in dem Du Dich nicht mehr wie ein Flickenteppich aus Wunscherfüllungen anderer fühlst, sondern wie ein schillernder Regenbogen – voller verschiedener Facetten, aber doch ganz eins. Stolz darauf sein brauchen wir nicht. Der Himmel ist auch nicht stolz auf seinen Regenbogen. Er ist einfach da. Wir brauchen generell gar nicht so viel über unsere Wirkung auf andere nachzudenken. Spar Dir die Energie. Denn so wichtig sind wir nun mal nicht, dass wir das Zentrum der Aufmerksamkeit anderer Menschen wären. Die haben alle noch genügend anderes auf dem Zettel. Selbst wenn sie sich zeitweise mit uns beschäftigen, fallen wir doch auch rasch wieder vom Rand des Aufmerksamkeits-Horizonts. Warum also ein ganzes Leben danach ausrichten?

Und was erwarte ich vom Leben?

Schreibe auf einer Skala von 1 bis 5, was Dir wie wichtig ist.
1 = gar nicht wichtig, 5 = extrem wichtig

DIE AUSWERTUNG:

Wähle die fünf Aspekte mit der höchsten Punktzahl aus. Wie sehr lebst Du sie gerade tatsächlich? Falls es größere Widersprüche gibt, spüre in Dich hinein und nimm Kontakt zu dem Teil auf, der mehr gelebt werden, sich mehr ausdrücken will. Nutze dazu einen Ansatz aus der Gestalttherapie: Stelle Dir vor, dass dieser Teil von Dir wie eine kleine Fee im Raum herumflattert. Lade sie ein, auf Deiner geöffneten Hand Platz zu nehmen. Frage sie, wie es ihr geht und warum. Frage sie, was sie sich am meisten wünscht und was sie daran hindert. Falls sie einen anderen Teil von Dir benennt, lade auch diesen Teil ein, auf Deiner anderen Hand Platz zu nehmen. So kommt Ihr ins Gespräch.

DIE FARBEN meiner Seele

Du bist das bunte Schaf in der Familie? Aber was sind Deine Farben? Wähle die Farben aus, die zu Dir passen, und räume ihnen beim Ausmalen des Schafes den entsprechenden Platz ein. So kannst Du voll erstrahlen, mit all Deinen Facetten, die Dich ausmachen.

Gelb Intelligent, wissend und wahrheitssuchend, inspirierend, heiter, freundlich, großzügig, aufgeschlossen, off en.
Grün Harmonisch, ausgeglichen, hoff nungsfroh, solide, ruhig, neutral, heilend, vermittelt Geborgenheit.
Rosa Sympathie, Liebe, Mitgefühl, Selbstlosigkeit, Hilfsbereitschaft.

Orange Freier Geist, begeisterungsfähig, fröhlich, kreativ, optimistisch, setzt Gedanken in die Tat um, leicht, gesellig, angenehm.
Rot Steht gleichsam für den Lebenssaft und damit für Vitalität, Tatkraft, Dynamik, starke Emotionen und Leidenschaft.
Blau Besonnen, entspannt, konzentriert sich auf das Wesentliche, beständig, geduldig, rational, logisch, gute Intuition, innerer Frieden, Fähigkeit zu tiefer Kommunikation.
Violett Spirituell, fantasievoll, transformierend.
Weiß – absolute geistige Klarheit, Unschuld, Reinheit.

So wie der Regenbogen nicht da ist, um uns zu gefallen, sind auch wir nicht geboren, um anderen zu gefallen. Wer das immer wieder versucht, investiert so viel Zeit und Energie dort hinein, dass für sein eigentliches Seelen-Anliegen kaum noch etwas übrig bleibt. Schluss damit. Schluss damit, Zeit, Energie, Geld in Dinge zu investieren, die Du eigentlich nicht willst, oder die Dir im Grunde egal sind. Sobald Du mit dieser Ressourcenverschwendung aufhörst, hast Du mehr Zeit, Energie und Geld für das, was Dir am Herzen liegt.
Sind wir schlechte Menschen, wenn wir nicht nach der Pfeife der anderen tanzen? Nein, denn wir können klar und höflich kommunizieren, was uns am Popo vorbeigeht. Dir dürfen Dinge egal sein. Und möglicherweise am nächsten Tag wichtig. Du darfst Deine Meinung ändern, so oft Du willst beziehungsweise so oft es eben passiert. Das ist ein Zeichen von Intelligenz, denn es zeigt, dass Du neue Informationen bereitwillig betrachtest und gegebenenfalls in Deine Überzeugungen einbaust – und wieder rausschmeißt, wenn sie sich als überholt erweisen


Der Regenbogen existiert nicht, um anderen zu gefallen. Er ist einfach da


Jeder leuchtet in seinen Farben

Ja, es tut weh, abgelehnt zu werden, wenn man nicht so ist, wie andere einen haben wollen. Allerdings heißt das auch, dass sie uns sowieso nicht so wollten, wie wir wirklich sind. Oder auch bisher nie die Chance hatten, uns wahrhaft kennenzulernen – vielleicht weil wir uns schon prophylaktisch lieber verstellt haben. Doch wenn wir das tun, geben wir die Macht über unser Leben ab, an andere, die im Zweifelsfall nicht einmal darum gebeten haben.
Kommen wir wieder in unsere Kraft, entdecken wir, dass jeder Mensch sein ganz eigenes, bunt schillerndes Farbspektrum hat. Jedes davon ist auf seine eigene Weise schön – und mit dem anderen nicht vergleichbar. Wer seine eigene Farbpalette annimmt, kann auch die Farben der anderen leichter akzeptieren. Man kann mit bestimmten Farbanteilen des anderen in Resonanz gehen, auch wenn das Gesamtbild vielleicht deutlich vom eigenen abweicht.

Was ist jetzt mein Bedürfnis?

Was haben freie Seelen gemeinsam? Nichts. Es gibt keinen Scherenschnitt, der sie beschreiben könnte. Doch was gibt ihnen dann Orientierung auf ihrer Heißluftballon-Fahrt durchs Leben? Es ist die Intuition: Ihr Wissensschatz ist so viel reicher als der des Verstandes. Die Intuition erfasst neue Situationen schnell, weiß, was uns guttut und was wir wirklich wollen. Wir brauchen nur hinzuhören. Frage Dich: Was ist mein Bedürfnis gerade jetzt? Und wie fühle ich mich dabei? Vielleicht fühlst Du Dich sogar ganz oft innerhalb der Normen Deiner geliebten Herde wohl, genießt die Geborgenheit. Das ist in Ordnung. Aber vergiss nie, dass Du die Freiheit hast, auch mal über den Rand zu malen und in Deinen eigenen Farben zu strahlen. So oft Dir eben danach ist.

BEWUSST Zustände ändern

Bestimmte Situationen oder einfach nur Äußerungen anderer Menschen lassen uns schnell in ein bestimmtes Rollenmuster rutschen. Zum Beispiel schickt der Satz„Weiß Deine Mutter das?“ auch die erwachsenste Frau ruckzuck zurück in ihr kindliches Ich. Die Frage ist, ob derPersönlichkeitsanteil , der dort aktiviert wird, der aktuellen Situation gewachsen ist. Wenn Du Dir diesen Mechanismus bewusst machst, wirst Du weniger anfällig für Manipulationen. Du suchst Dir stattdessen einen Persönlichkeitsanteil aus, der das aktuelle Gespräch viel besser bewältigen kann, zum Beispiel den der gestandenen, erwachsenen, lebenserfahrenen Frau. Dein Zustand ändert sich,Du leuchtest gleichsam in einer anderen Farbe, reagierst souverän und angemessen, statt wütend zu werden oder Dich zu verkriechen.


Freie Seelen nutzen ihre Intuition, um Orientierung zu finden



FOTO ISTOCK (5), FOTOLIA