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DAS DAS LEBEN DER ABENTEURER


Dein SPIEGEL-Extra Abenteuer - epaper ⋅ Ausgabe 1/2016 vom 02.11.2016

Was trieb Kolumbus an, über den Ozean zu segeln? Warum durchqueren Menschen Eiswüsten, kämpfen sich durch Dschungel und suchen unbekanntes Land? Weil sie Ruhm und Reichtümer wollen. Und weil sie das Risiko lieben.


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Bildquelle: Dein SPIEGEL-Extra Abenteuer, Ausgabe 1/2016

Edmund Hillary geht 1953 mit drei Begleitern durch ein Gletscherfeld am Mount Everest. Einen Monat später steht er als erster Mensch auf dem Gipfel.


Die großen Entdecker ließen sich den Wind um die Nase wehen, ihre Haut war von der Sonne braun gebrannt. Sie durchpflügten die Weltmeere, durchkämmten den Dschungel, krochen in geheimnisvolle Höhlen oder glitten auf Schlitten über die Polkappen, wo ...

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... kilometerweit nur Eis und Kälte zu erleben waren.

Roald Amundsen, der erste Mensch am Südpol; Kolumbus, der Entdecker Amerikas; Neil Armstrong, der erste Mann auf dem Mond: Über viele Jahrhunderte hinweg bra- chen ausschließlich Männer zu fernen Kontinenten auf; den Frauen wurden solche Kraftakte nicht zugetraut.

Die Männer aber kehrten heim als gefeierte Helden, die für ihre Großtaten mit Ruhm und Ehre belohnt wurden.

Doch war das der einzige Grund für die Reisen?

Schon bei Christoph Kolumbus, dem berühmtesten aller Entdecker, ging es längst nicht nur um den Ruhm und das Abenteuer. Fast sieben Jahre lang musste Kolumbus beim spanischen Königspaar Isabella und Ferdi-nand betteln, bevor die beiden ihm 1492 drei Schiffe für eine Expedition zur Verfügung stellten. Eine vergleichsweise bescheidene Flotte.

Dahinter steckte keine Großzügigkeit, sondern ein knallhartes Geschäftsinteresse. Kolumbus sollte von seiner Reise Edelsteine und feine Ge- würze wie Ingwer, Pfeffer, Vanille und Zimt mitbringen – Kostbarkeiten, die damals in Europa sehr selten und deshalb überaus wertvoll waren.

Kolumbus wollte von Spanien aus eine neue Handelsroute nach Indien finden. 1492 erreichte er sein Ziel. Die Einwohner des fremden Landes nannte er deswegen „Indios“. In Wahrheit war Kolumbus jedoch ganz woanders gelandet, nämlich in Amerika. Dass er einen neuen Kontinent entdeckt hatte, glaubte er übrigens bis zu seinem Tod nicht.

Denkmal für Entdecker: Kolumbus zeigt nach Amerika.


Die Fahrt dorthin war alles andere als erholsam. Die Besatzung der Schiffe litt schlimm unter Hunger und Durst. Zudem war es den Seemännern dieser Zeit gar nicht recht, die Heimatküste aus den Augen zu verlieren. Auf dem offenen Meer fürchteten sie, von Seeungeheuern verschlungen zu werden. Wurden die Seeleute allzu unzufrieden, drohte eine Meuterei.

Kolumbus konnte sich über diese Mühen mit der Hoffnung auf Reichtum hinwegtrösten. Es war damals üblich, dass die Entdecker einen großen Anteil jener Schätze zugesprochen bekamen, die sie gefunden hatten. Dabei gingen die großen Königshäuser Europas selbstverständlich davon aus, dass ein bislang unbekanntes Land nach der Entdeckung automatisch ihnen gehören würde. Die Eingeborenen, die in diesem Land zu Hause waren, wurden bestenfalls mit billigen Waren wie Glasperlen ausgetrickst, häufig aber brutal versklavt.

Vielleicht hat die Ankunft von Kolumbus in Amerika so ausgesehen. Hier nimmt er das Land für den spanischen König in Besitz.


Doch für die Abenteurer ging die Rechnung nicht immer auf. Im Fall von Kolumbus brachte die Kolonie in der Neuen Welt längst nicht so viel ein wie erhofft. Deshalb verbrachte der Seefahrer im Dienste der spanischen Krone einen vergleichsweise bescheidenen Lebensabend in einem einfachen Haus.

Damit erging es ihm aber immer noch besser als einigen seiner Nachfolger. Der Entdecker Ferdinand Magellan, der als Erster die Welt umsegeln wollte, wurde auf den Philippinen von Einheimischen getötet. Auch James Cook, der als Kapitän die Südsee erforschte, wurde auf einer Reise getötet. Und noch tragischer endete Robert Scott, der 1912 als Erster den Südpol betreten wollte: Sein größter Konkurrent hatte das Ziel ein paar Wochen vor ihm erreicht. Auf dem Rückweg gingen Scott die Lebens -mittel aus. Er und seine Begleiter erfroren.

AUF DEM HÖCHSTEN PUNKT DER ERDE

Viele Bergsteiger träumen davon, auf den höchsten Berg der Welt zu klettern. Als der NeuseeländerEdmund Hillary den Mount Everest bestieg, waren schon einige Menschen bei dem Versuch gestorben. Der Gipfel liegt in 8848 Meter Höhe. In der Regel braucht man Atemgeräte, wenn man so hoch klettert, weil die Luft dort wenig Sauerstoff enthält. Es ist eisig kalt, windig und gefährlich. Eine ganze Gruppe Bergsteiger schleppte für Edmund Hillary etliche Tonnen Ausrüstung in die Lager, von denen aus dann Zweierteams zum Gipfel aufbrachen. Hillary (1919 bis 2008) und sein nepalesischer Begleiter Tensing Norgay waren 1953 die Ersten, die es bis nach ganz oben schafften. Auf dem Gipfel blieben die beiden nur 15 Minuten.

DER SCHATZ DES PHARAO

Fünf Jahre lang hatteHoward Carter (1874 bis 1939) in Ägypten im Tal der Könige nach einem verschlossenen Grab gesucht. Es gab dort viele Grabstätten, aber die waren längst von Räubern geplündert. Carter wusste, dass ein Grab noch unentdeckt war: das Grab von Tutanchamun, einem eher unbedeutenden Pharao, der jung gestorben war. Carters Geld -geber, ein britischer Lord, verlor allmählich die Geduld. Doch schließlich, im November 1922, legte Carter ein paar Steinstufen frei, die zu einer verschlossenen Tür führten. Er hatte das Grab des Tutanchamun gefunden – und einen gewaltigen Goldschatz. Die Sarkophage unddie berühmte goldene Maske sind heute im Ägyptischen Museum in Kairo ausgestellt.

DER BOTE DES CHINESISCHEN HERRSCHERS

Marco Polos Vater reiste als Händler von Italien aus durch die Welt. Zu einer großen Reise nach Asien nahm erMarco Polo (1254 bis 1324) mit. Damals konnte man nicht einfach in ein Flugzeug steigen – die wurden erst viel später erfunden –, so dauerte die Fahrt vier Jahre. Die Polos trafen Kubilai Khan, den Herrscher Chinas, und blieben dort. Erst 17 Jahre später ließ Khan sie wieder gehen. In all den Jahren schickte er Marco Polo durch sein Reich, um Aufträge auszuführen. Welche genau, ist nicht bekannt. Seine Erlebnisse wurden erst aufgeschrieben, als Marco Polo Jahre später in Kriegsgefangenschaft geriet. Polo diktierte sie einem Mithäftling. Durch seine Berichte erfuhren die Europäer viel über China: zum Beispiel, dass in China schon viel früher als in Europa mit Papiergeld bezahlt wurde und dass der Herrscher Kubilai Khan vier Frauen hatte.

MANN IM MOND

Am 21. Juli 1969 saßen mehr als 500 Millionen Menschen vor dem Fernsehgerät und sahen dabei zu, wie der AstronautNeil Armstrong von einer Leiter seiner Landefähre auf den Mond hopste – zum ersten Mal hatte ein Mensch seinen Fuß auf einen anderen Himmelskörper gesetzt. Dort sammelten er und sein Kollege Edwin „Buzz“ Aldrin Gesteinsproben, sie machten Fotos und steckten die amerikanische Flagge in den Boden. DieFußabdrücke der beiden sind noch heute auf dem Mond zu sehen. Ursprünglich hatte Armstrong (1930 bis 2012) als Pilot beim Militär gearbeitet und als Testpilot neue Flugzeuge ausprobiert. Dann wechselte er zur Nasa, um an den ersten Flügen ins All teilzunehmen.

MIT MESSGERÄTEN UM DIE WELT

Alexander von Humboldt (1769 bis 1859) nannte sein Zuhause in Berlin „Schloss Langweil“ – er war lieber unterwegs. Er wollte verstehen, wie die Natur funktioniert: Wie hängt das Wetter mit der Pflanzenwelt zusammen? Wie beeinflussen Pflanzen die Tiere? Humboldt stieg in Vulkane und auf Gipfel, er vermaß Landschaften, um Karten anzulegen. Er interessierte sich für Urvölker, erforschte Urwälder, Höhlen, Tiere und das Klima. Von seiner Reise nach Süd- und Mittelamerika brachte er so viele Proben und Daten mit, dass er 30 Jahre brauchte, um sie auszuwerten. Heute sind nach ihm viele Pflanzen, Berge und Tiere benannt: Es gibt Pinguine, Käfer, Affen und viele Arten mehr, die den Namen Humboldt tragen.

EINE FRAU IM DSCHUNGEL

Margaret Mead (1901 bis 1978) interessierte sich für andere Völker und wollte wissen, wie sie leben. Mead wurde berühmt, weil sie auf Samoa im Pazifik bei einem einheimischen Stamm lebte, fernab der Zivilisa tion. Ihr Forschungsbericht wurde ein großer Bucherfolg. Später reiste sie unter anderem nach Neuguinea und Bali, um die Kulturen dort kennenzulernen.

MIT DEM FLOSS ÜBERS MEER

Mitten im Pazifik liegen verstreut viele kleine Inseln – Tausende Kilometer vom Festland entfernt. Schon seit Jahrhunderten sind die Inseln bewohnt. Aber wie sind die Menschen damals dorthin ge -kommen? Der norwegische ForscherThor Heyerdahl (1914 bis 2002) glaubte, dass die ersten Siedler auf winzigen Flößen von Südamerika aus in See stachen. Das wollte er beweisen. Also segelte er von Peru nach Tahiti – mit einem Floß aus Materialien, welche auch schon die Ureinwohner Südamerikas zur Verfügung gehabt hatten. 101 Tage war die Mannschaft auf dem Floß „Kon Tiki“ unterwegs, sie legte mehr als 7000 Kilometer zurück. Die Abenteurer über -standen Stürme, fingen Regenwasser auf, um davon zu trinken, und angelten Fisch. Sie kamen wohlbehalten an und wurden durch die Expedition weltberühmt.

DER WETTLAUF ZUM SÜDPOL

Roald Amundsen (1872 bis 1928) stammte aus Norwegen und fand schon als Schüler die Arktis und die Antarktis total spannend. Er wäre gern der erste Mensch am Nordpol gewesen. Aber im Jahr 1909 behauptete ein Amerikaner, er habe den Pol erreicht – das ist zwar bis heute nicht bewiesen, doch Amundsen verlor damals das Interesse am Nordpol. Deshalb plante er eine Expedition ans andere Ende der Welt: zum Südpol. Doch da gab es einen Konkurrenten: Der BriteRobert Scott war bereits aufgebrochen und baute ein Basislager am Rand des ewigen Eises. Amundsen fuhr mit dem Schiff nach Süden und errichtete ebenfalls ein Lager. Amundsen hatte seinen Startplatz besser gewählt als Scott – er lag hundert Kilometer näher am Südpol. Außerdem hatte Amundsen Schlittenhunde dabei. Die waren widerstandsfähiger als die Ponys von Scott. Am Ende gewann Amundsen das Rennen: 35 Tage vor Scott erreichte er den Südpol. Scott starb auf dem Rückweg. Jahre später starb auch Amundsen im Eis – bei einer Rettungsmission für einen verschollenen Forscher.

Das nächste Abenteuer: Der Mars

So ähnlich könnte eine Mars-Station aussehen. Einen echten Plan gibt es allerdings noch nicht.


Gibt es Leben auf dem Mars? Werden Menschen dort wohnen können? Den Roten Planeten zu erkunden ist das nächste große Abenteuer der Weltraumforscher. Denn vergangene Missionen der Nasa haben Hinweise gefunden, dass es auf dem Mars Wasser gab oder sogar noch gibt. Und wo Wasser ist, da ist auch Leben. In den nächsten vier Jahren werden Roboter den Roten Planeten erkunden, eine bemannte Mission ist noch nicht geplant. Oder doch, von einer niederländischen Firma. Sie sucht Menschen, die zum Mars fliegen, eine Station errichten und dort leben und forschen wollen. Und die nie mehr zur Erde zurückkehren. Auch der amerikanische Milliardär Elon Musk hat angekündigt, im Jahr 2025 mit seinem Unternehmen SpaceX erstmals Menschen zum Mars zu schicken. Seine Raumtransporter sollen später Platz haben für rund hundert Personen. Musk hat schon öfter die Welt überrascht: zum Beispiel mit dem elektroangetrie -benen Sportwagen Tesla.

In einer amerikanischen Wüste übt eine Forscherin für das Sammeln von Mars-Gestein.