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Das eigene Zuhause: Vier Wände mit sieben Vorteilen


ÖKO-TEST Spezial Wohnen und Leben - epaper ⋅ Ausgabe 12/2011 vom 18.11.2011

Lässt sich der Traum vom eigenen Heim heute noch realisieren? Und ist so etwas Festes wie ein Haus überhaupt zeitgemäß? Die Antwort: Bei vernünftiger Planung, ja!


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Foto: Fancy

Glaubt man der Statistik, ist auf den ersten Blick der Bau eines Ein-oder Zweifamilienhauses wenig attraktiv. Zwar steigt seit 2009 die Zahl der Baugenehmigungen fur diese Haustypen wieder leicht. Das Niveau hat sich nach Zahlenangaben der Landesbausparkassen mit etwa 79.000 Einfamilienhausern und nur rund 17.000 Zweifamilienhausern auf einem recht niedrigen Niveau stabilisiert, immerhin mit einer leichten Tendenz nach oben. Nach ...

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Glaubt man der Statistik, ist auf den ersten Blick der Bau eines Ein-oder Zweifamilienhauses wenig attraktiv. Zwar steigt seit 2009 die Zahl der Baugenehmigungen fur diese Haustypen wieder leicht. Das Niveau hat sich nach Zahlenangaben der Landesbausparkassen mit etwa 79.000 Einfamilienhausern und nur rund 17.000 Zweifamilienhausern auf einem recht niedrigen Niveau stabilisiert, immerhin mit einer leichten Tendenz nach oben. Nach wie vor geht der Trend mit 60 Prozent der Erwerber weg vom neu gebauten Haus, hin zur Sanierung bestehender Gebaude.

Doch die absolute Zahl realisierter Wohntraume ist nur eine Seite der Medaille. Der Wunsch in den eigenen vier Wanden zu leben, ist nach wie vor ungebrochen und nimmt mit den wirtschaftlichen Bedingungen in der Finanz-und Wirtschaftskrise wieder zu: die Immobilie als sicherer Hafen. Immerhin drei Viertel aller Deutschen wunschen sich, ein eigenes Zuhause zu besitzen. Nicht zuletzt hat die selbst genutzte Immobilie ihr Image als spie.ige Wertanlage fur Sicherheitsfreaks verloren. Denn im Gegensatz zu Aktiendepots und Borsenspekulationen ist die gebaute Geldanlage real und ihre Wertentwicklung in der Regel deutlich uberschaubarer als virtuelle Vermogen.

Warum die Investition in Eigentum lohnt

Vorteil 1: Auf lange Sicht ist Mieten teurer als Kaufen

Wer ein Haus baut oder umbaut, nimmt viel Geld in die Hand. Trotzdem hat man einen gro.en Vorteil: Man investiert in mittleren Jahren in den eigenen Besitz, und das zahlt sich langfristig aus. Ganz abgesehen davon, dass Mietwohnungen in der Regel deutlich weniger Wohnflache und Garten aufweisen und Hauser nur selten und dann zu hohen Preisen zu mieten sind, stehen Kaufer im Durchschnitt nach 15 bis 17 Jahren besser da als Mieter.

Vorteil 2: Eigentum ist gebaute Alterssicherung

Unter heutigen Bedingungen besonders wichtig: Eine schuldenfreie Immobilie ist eine gute finanzielle Absicherung im Alter. Mietfreies Wohnen vergro.ert den finanziellen Spielraum. Nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes kehrt sich im Durchschnitt die finanzielle Belastung ab Mitte 50 um: Die Konsequenz: Eigentumer zahlen vorher mehr furs Wohnen, im Alter jedoch deutlich weniger als Mieter. Im Alter geben Eigentumer etwa zehn Prozent ihres Budgets furs Wohnen aus, Mieterhaushalte rund 30 Prozent. Unterschiedliche Einkommensniveaus gilt es hier allerdings zu beachten. Daruber hinaus verfugen Hausbesitzer im Alter nicht nur uber ein hoheres Einkommen, sondern durch die Immobilie auch uber ein hoheres Vermogen.

Man baut nur einmal – dieser Spruch ist veraltet. Sind die Kinder aus dem Haus und die Rente nicht mehr fern, lohnt es sich oft, über neue Wohnverhältnisse nachzudenken.


Foto: irisblende.de

Altbauten haben neu gebaute Häuser in der Gunst der Immobilienkäufer überholt. Der Rat von Architekten, Beratern und Sachverständigen schützt vor Überraschungen.


Vorteil 3: Die günstigen Baupreise nutzen

Nach dem Wegfall der Eigenheimzulage 2006 war die Ernuchterung unter Bau-und Kaufinteressenten gro. Mit der Moglichkeit, die Riester-Forderung auch fur den Immobilienerwerb zu nutzen, ist die staatliche Unterstutzung allerdings wieder attraktiver geworden. Dazu profitieren Bauherren und Sanierer von stabilen Preisen. Denn die Baupreise sind von 1995 bis 2006 um rund zehn Prozent gesunken. 2007 stiegen sie nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zwar wieder um gut sieben Prozent (2008 2,8 Prozent), danach registrierten die Statistiker nur noch geringe Preissteigerungen um ein Prozent. Die Preisentwicklung ist regional allerdings extrem unterschiedlich. Landliche Regionen, vor allem im Norden und Osten der Republik, verzeichnen deutlich sinkende Immobilienpreise. In westdeutschen Gro.stadten mit vielen gut bezahlten Arbeitsplatzen streben die Immobilienpreise dagegen immer neue Rekordsummen an. Doch davon sollte man sich nicht abschrecken lassen: Wahrend man in Munchen fast das Doppelte des dortigen Durchschnittseinkommens fur den Kauf eigener vier Wande benotigt, reicht nach Zahlen der LBS in 78 von 115 kreisfreien Stadten ein durchschnittliches Einkommen aus, um ins eigene Heim zu ziehen. Auf dem Land sieht es sogar noch besser aus. In 90 Prozent aller Landkreise konnen auch Durchschnittsverdiener den Weg ins Wohneigentum gehen.

Extras kann man sich auch später noch leisten. Hauptsache die nicht mehr veränderbare Basis stimmt. Leerrohre, Kabelkanäle und entsprechender Platz erleichtern die Nachrüstung der Wunschausstattung.


Vorteil 4: Sich langfristig den aktuellen Niedrigzins sichern

Ein unschatzbarer Vorteil dabei sind die aktuell immer noch sehr niedrigen Zinsen. Die im langfristigen Vergleich extreme Niedrigzinsphase halt langer an, als von vielen Experten vorhergesagt. Bei einer zehnjahrigen Zinsbindungsfrist werden deutlich unter vier Prozent fallig. Das spart uber die jahrzehntelange Finanzierungsdauer schnell mehrere Zehntausend Euro. Weiterer Vorteil: Das niedrige Zinsniveau ermoglicht hohere Tilgungsraten, statt ein zum Beispiel zwei Prozent pro Jahr. Das Wohneigentum ist dadurch schneller frei von Schulden, die Gesamtbelastung sinkt. Noch gunstiger ist eventuell die Aufteilung der Kreditsumme auf Vertrage mit unterschiedlichen Laufzeiten (5, 10, 15 Jahre). Funfjahrige Zinsbindungen sind zurzeit sogar fur gut drei Prozent Zinsen zu haben. Vorsicht: Nicht von Niedrigstzinsen verlocken lassen, sondern genau den finanziellen Spielraum kalkulieren und Beratung einholen.

Vorteil 5: Wert bilden und Wert erhöhen

Miete ist Monat fur Monat verloren, Wert schafft nur, wer sein Geld ins eigene Haus steckt und nicht in das eines anderen. Fur die Wertentwicklung einer Immobilie ist die Lage das zentrale Kriterium, hat der Immobilienverband Deutschland (IVD) herausgefunden. Wer in attraktiver Umgebung mit guter Anbindung und reichhaltiger Infrastruktur baut, kann sich Hoffnungen auf einen gleichbleibenden oder sogar steigenden Wert seines Hauses machen. In landlichen Gebieten muss wegen der zuruckgehenden Bevolkerungszahl jedoch mit Einbu.en gerechnet werden. Eine Wertsteigerung macht sich allerdings erst bemerkbar, wenn die Immobilie verkauft wird. Wer an Wiederverkauf denkt, sollte sich bei ausgefallenen Extras wie Schwimmbad oder einem besonderen Architekturstil zuruckhalten. Hier gilt das Gleiche wie beim Autoverkauf: Nur Sonderausstattungen, die wirklich von vielen Interessenten nachgefragt werden, steigern den Wert. Dazu zahlen Extras, die die Nebenkosten senken, wie eine Solaranlage oder Regenwassernutzung. Ein Hobbykeller oder eine Sauna konnen ebenfalls den Wert einer Immobilie steigern.

Vorteil 6: Selbstbestimmt wohnen nur im eigenen Heim

Die eigenen vier Wande bringen aber auch andere wichtige Vorteile mit, die in Euro und Cent nicht auszudrucken sind. Nur im eigenen Haus kann man alles selbst entschei den, seine Vorlieben und seinen Lebensstil verwirklichen und ist vor Eigenbedarfskundigungen sicher. Kein Wunder dass 98 Prozent der Menschen, die eine eigene Immobilie wunschen, sich unabhangig vom Vermieter machen wollen. Das Ideal ist immer noch das frei stehende Einfamilienhaus, danach rangieren Doppel-und Reihenhauser. Denn selbst in der Eigen tumswohnung ist die personliche Freiheit durch die gesetzlich geregelte Rucksicht nahme gegenuber den anderen Eigentumern und Auflagen zur Verwaltung des gemeinsamen Eigentums eingeschrankt.

Vorteil 7: Seine Umwelt selbst gestalten

Wer seine Gesundheit vor den Auswirkungen schadlicher Bauprodukte schutzen und naturliche, umweltschonende Materialien einsetzen will, kann das praktisch nur im eigenen Haus. Auch energiesparende Bauweisen und effiziente Haustechnik mit erneuerbaren Energietragern, die gleicherma.en dem eigenen Geldbeutel und dem Klima zugutekommen, lassen sich haufig nur im Wohneigentum konsequent umsetzen, obwohl die Zahl innovativer Mietanbieter und Projektentwickler steigt. Das gilt auch fur die Erweiterung und den Umbau eines alten Hauses. Nur wer Herr in den eigenen vier Wanden ist, kann die Bausubstanz auf die eigenen Bedurfnisse zuschneiden.

Ökologisch und wohngesund bauen und wohnen geht oft nur in eigener Regie. Viele Anbieter von schlüsselfertigen Bauten tun hier immer noch nur das Nötigste.