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DAS ERLEBNIS ZÄHLT


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first class - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 11.04.2022
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Eine grüne Ausrichtung ist längst nicht mehr bloßes Ideal, sondern mittlerweile Verkaufsargument geworden. Auch die Imbiss-Kette Mc Donalds – bisher nicht gerade für Nachhaltigkeit bekannt – ist auf den Zug aufgesprungen und eröffnete zum Jahreswechsel im englischen Market Drayton ihre erste klimaneutrale Filiale als Vorbild für weitere emissionsfreie Gebäude. Sonnenkollektoren und Windtturbinen sorgen im Haus für Energie. Damit so wenig wie möglich davon verschwendet wird, isoliert Wolle von britischen Schafen die Wände. Diese sind mit recycelten Kaffeebohnen dekoriert und auch der Kleister, der sie hält, ist umweltfreundlich: Er basiert auf Kartoffelstärke, die ansonsten in den Müll gewandert wäre. Alle Möbel im Gastraum bestehen aus recyceltem Plastik und draußen führt der Bordstein aus recycelten Plastikflaschen den grünen Gedanken weiter. Hinter dem Haus soll zudem eine Grünfläche mit ...

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... Wildblumenwiese zum Artenschutz beitragen. Die Fastfood-Marke hat sich auf diese Weise ein Restaurant für die Zukunft gebaut.

Trend geht zur Nische

Dass Regionalität, die Herstellung der Produkte und deren Qualität mittlerweile eine zentrale Rolle in jedem guten Restaurant spielen, weiß auch Carmen Krolo von Appia. „Dies muss sich auch im Design widerspiegeln. Authentizität ist wichtig – das Ambiente muss zum Restaurant passen, das Design in sich stimmig sein“, rät sie. Trendforscher Pierre Nierhaus pflichtet ihr bei. Story-telling sei nach wie vor wichtig bei der Gestaltung. Dabei gehe es vor allem darum, besondere Erlebnisse für den Gast zu schaffen. Zum Beispiel sei der Retro-Touch nach wie vor sehr beliebt. Gerne würden zudem altehrwürdige Traditionen neu erzählt. Individualität sei Trumpf und gerne lokal eingefärbt. Kreativität, Design und das Erlebnis sieht er als Erfolgsfaktoren. Das wüssten schließlich auch die Top-Ketten, die die Boutiquehotels kopierten – und das aber häufig mit fraglicher Authentizität. Da die Gäste laut Krolo insgesamt immer anspruchsvoller würden, müsse die Gestaltung diesem Umstand Rechnung tragen können. Zusätzlich habe die Corona-Pandemie die Sicht auf die Planung der Räumlichkeiten verändert. „Anstelle großer, weitläufiger Restaurants planen wir Gastronomieräume, die eher nischenartig unterteilt sind und die Möglichkeit bieten, größere Abstände zu Nachbartischen zu halten“, erklärt die Planerin. Raumunterteilungen flössen zwar größtenteils automatisch in das Design ein, aber hybride und flexible Raumkonzepte seien aufgrund der Entwicklungen auch merklich mehr gefragt als vor der Pandemie. „Maximale Flexibilität ist ein zentrales Thema in der Gastronomie“, so Carmen Krolo.

Wertigkeit

Hinzu kommt der Wunsch nach umweltfreundlichen Materialien. „Ökologie und gutes Design sind selten übertrieben und üppig. Das sehen auch die meisten unserer Kunden so: die Wertigkeit der Produkte und Materialien sind essentiell, Luxus bedeutet natürliche Eleganz mit großem Nachhaltigkeitswert“, erklärt Carmen Krolo. So arbeiten die Planenden bei Appia heute vermehrt mit natürlichen Werkstoffen, ein wenig nach dem Motto „Zurück zum Ursprung“, wie Carmen Krolo verrät. Auch Pierre Nierhaus sieht diese Gestaltungs-Entwicklung, bei der unter anderem Pflanzen und Upcycling-Produkte vermehrt zum Einsatz kämen. „Im Restaurant ist Table Top Ausdruck des Konzepts, aber immer mehr kommen wertige Tische an Stelle von Tischdecken zum Einsatz“, sagt er. Auch im Canel Boutique Hotel in Würzburg nehmen Gäste im Restaurant an Tischen aus massivem Nussbaumholz Platz. Die Planer von XXXL Neubert Hoteleinrichtung haben diese durch wertig bezogene Sitzgelegenheiten in Samtoptik mit Knopfheftung ergänzt – sodass im Ambiente ein Hauch Art déco spürbar wird. Die offene Showküche im Restaurant wird durch ein beleuchtetes Designpaneel mit Goldflocken zum Eyecatcher. So ist ein modernes, wertiges, elegantes Ambiente entstanden, dass durch die Polsterstühle Cosyness ausstrahlt. Pierre Nierhaus sieht in Gestaltungskonzepten der Zukunft auch die digitale Komponente voranschreiten. Denn Licht und guter Sound würden seiner Meinung nach endlich gebührend ernst genommen, seien sie doch unerlässlich für das Wohlgefühl. „Digital da, wo es Komfort bringt, und möglichst nachhaltig“, fasst er die aktuellen Designbestrebungen im Hotellerie-Bereich zusammen. Aber natürlich bleibt neben allem auch die Hygiene ein großer Faktor. Nach wie vor seien laut Carmen Krolo nämlich ebenso Stoffe mit Fleckschutzmaterial wichtig. „Seit der Pandemie wird verstärkt Wert auf einfache, desinfektionsbeständige Oberflächen gelegt. Viele glatte Flächen, Fliesen mit geringem Fugen- anteil oder auch antibakterielle Materialien“, erläutert sie.

3 FRAGEN AN AXEL LANGE

Das Raumklima und die Akustik tragen maßgeblich zu einem Wohlfühlambiente bei. Welche umweltfreundlichen Möglichkeiten es gibt, erklärt Axel Lange, Geschäftsführer von Argillatherm.

first class: Wie natürlich sind die Lehmmodule der Klimasysteme von Argillatherm?

Zur Produktion der Lehmmodule verwenden wir klassischen Baulehm aus eigener Grube mit einem Faseranteil von weniger als einem Prozent. Da die Module im Trocken-Flächenpressverfahren hergestellt werden, wird recyceltes Ziegelmehl als Trockenzuschlag hinzugefügt. So wird keine Energie zum Trocknen des erdfeuchten Baulehms benötigt. Das USP der Module ist der Zuschlag von zirka 50 Prozent hochaktiver Tonminerale, die zum einen als Sorptionsbooster und zum anderen als Bindemittel fungieren. In der Spitze können die Module über einen Liter Feuchtigkeit je Quadratmeter verarbeiten, ohne dass es zur Quellung oder Dehnung führt. Sie können zudem einfach mit Kreissäge, Stichsäge, Flex oder Kreisschneider bearbeitet werden, quasi wie ein Holzbrett. Die Produktion ist zudem fast CO2 -neutral.

Wie funktioniert die Lehmklima-Akustik-Lösung?

Das Thema Raumakustik lösen wir durch Integrierung eines etwa 40 Zentimeter breiten raumumlaufenden Schall-Ringabsorbers. Dieser besteht aus recyceltem Blähglas und kann niveaugleich oder mit Überstand integriert werden. Der Schall-Absorptionsgrad ist so hoch, dass bei Räumen bis zu 100 Quadratmetern ein Ring ausreicht, um eine optimale Raumakustik wie sie in z.B. Schulen, Konferenzräumen oder Restaurants gefordert wird, zu gewährleisten. Bei größeren Flächen können zusätzlich Akustikbaffel an unseren Natur-Klimadecken befestigt werden.

Wir haben ja mittlerweile einen globalen Sandmangel zu verzeichnen. Wie steuert Argillatherm dieser Rohstoffverknappung entgegen?

Wir benötigen keinen zusätzlichen Sand. Der Baulehm und die Tonminerale werden aus eigenen Gruben gewonnen. Unsere Vorkommnisse sind fast unerschöpflich. Zudem können aus alten Modulen wieder neue produziert werden. Der Prozess ist recht einfach: demontieren, aufmahlen und neu verpressen.

Sich gesund reisen

Das durch die Pandemie neu erwachte Sicherheitsbedürfnis der Gäste habe laut Nierhaus die Bereiche Hygiene und kontaktlose Prozesse wie Buchung, Check-In oder Bezahlung vorangetrieben. Der Hotel-Digitalisierer Betterspace hat nun den digitalen Covid-oder 3G-Nachweis in den digitalen Check-In-Prozess integriert. Um die Arbeit für Hoteliers in der aktuellen Situation leichter zu machen, hat Betterspace den digitalen 3G-Check entwickelt. Die Prüfung des Genesenen-, Test-oder Impfstatus der Hotelgäste kann mittels QR-Code-Scan in den digitalen Check-In-Prozess integriert werden. Der Hotelier hat die Möglichkeit, das neue Feature im Backoffice zu aktivieren und zu spezifizieren. Er hat dabei die Wahl, welche Art von Nachweis er von den Gästen zulässt. Zur Auswahl stehen hierbei die Optionen: Geimpft, Genesen, Getestet. Je nach aktueller Situation kann der Hotelier Optionen mit einem Mausklick abwählen oder hinzufügen. 1G, 2G oder 3G. Insgesamt habe das Hotel jedoch an sich als sicherer Lebensraum eine neue Bedeutung erhalten. Der Trend gehe weiterhin zum Wohlfühlen wie zu Hause, wobei Zuhause überall sein könne und generationenübergreifend gespielt würde. Das neue Reisen sei erdgebunden, nah, sicher und nachhaltig. Reisegründe seien Wellness, Naturerlebnis und Hobbies. Neue Urlaubsmodelle wie Workation und Staycation machen Furore. Digitale Nomaden verlegen ihr Homeoffice nach Ibiza oder in die Alpen, getagt wird in der Berghütte oder im Wald. Camping und Glamping sind beliebt wie nie. Auch die Gesundheit spielt bei Reisenden vermehrt eine Rolle. Appia hat beispielsweise bei Potsdam mit dem Landgut Nedlitz ein Hotel ausgestattet, dass ayurvedische Küche serviert. Carmen Krolo nennt es einen „Ort der grünen Kraft“. Die Gestaltung sollte das Konzept unterstützen und so helfen wohltuende Farben und natürliche Materialien den Besuchern beim zur Ruhe kommen. Im Restaurant wurde der Fokus auf die Naturelemente Wasser und Erde gelegt. Das Element Wasser soll dabei das Nährende symbolisieren, während das Element Erde für Geruch und die Geschmackssinne steht. Diese Elemente kombinierten die Planenden von Appia mit organischen Formen. „Unser Fokus lag dabei auf Naturmaterialien, wertigen Stoffen und angenehmen Sitzmöglichkeiten. Ein interessanter Aspekt war hier auch das Lichtdesign, das die heimelige Atmosphäre des Speisebereichs unterstreicht“, erklärt Carmen Krolo.

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„Ökologie und gutes Design sind selten übertrieben und üppig“.

Carmen Krolo