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Das erste und dritte Drittel variieren weiterhin deutlich


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 31/2018 vom 03.08.2018

Blick auf den Garten- und Landschaftsbau sowie die Friedhofsgärtner bei den Orientierungsdaten Baden-Württemberg.


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Pflanzen, Wasser und Beton – dies war einer der Musterhausgärten von Landschaftsgärtnern bei der Landesgartenschau 2016 in Öhringen.


Fotos: Edwin Hanselmann

Friedhofsgärtner können kreativ sein: sternförmiges Blumenbeet.


Auch diese Bepflanzung zeugt von friedhofsgärtnerischer Kreativität.


Im Garten- und Landschaftsbau sind die Unterschiede zwischen den Betrieben des ersten Drittels und denen des dritten Drittels besonders groß. Dies zeigt sich bei Kennzahlenvergleichen besonders beim ...

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... Betriebsertrag (Umsatz) sowie dem noch aussagekräftigeren Betriebseinkommen je Arbeitskraft (AK).

Genau wie zu den Produktionssparten (siehe Seite 5 in dieser TASPO-Ausgabe) und den Handelsbetrieben enthält das Zahlenmaterial in den Orientierungsdaten Baden-Württemberg auch diesmal unter anderem wieder interessante Informationen zum Garten- und Landschaftsbau und zu den Friedhofsgärtnereien.

Garten- und Landschaftsbau

Auf Basis der Buchführungsdaten von 55 Betrieben entstanden die Orientierungsdaten zum Garten- und Landschaftsbau. Wie in den anderen Sparten wurden die Unternehmen jeweils nach Mittel, erstes Drittel und drittes Drittel eingeteilt.

BeimBetriebsertrag gab es im Jahr 2017 oder im Wirtschaftsjahr 2016/17 beim Garten- und Landschaftsbau folgende Mittelwerte:
■Kategorie Mittel = 804.154 Euro,
■Erstes Drittel = 913.782 Euro,
■Drittes Drittel = 371.732 Euro.

Das durchschnittliche Unternehmen des ersten und damit erfolgreicheren Drittels im GaLaBau erreichte somit einen um mehr als 500.000 Euro höheren Betriebsertrag als das jenes aus dem dritten Drittel. Jedoch hatten die Unternehmen des ersten Drittels auch weitaus höhere Betriebsaufwendungen.

DasBetriebseinkommen je Arbeitskraft (AK) hat ebenfalls hohe Aussagekraft. Hierbei variieren die drei Kategorien wie folgt:
■Mittel = 39.843 Euro,
■Erstes Drittel = 50.260 Euro,
■Drittes Drittel = 26.287 Euro.

Das Betriebseinkommen/AK wird wie folgt berechnet: Betriebsertrag minus Betriebsaufwand plus Lohnaufwand. Es stellt die Wertschöpfung der im Betrieb eingesetzten Arbeitskräfte und des eingesetzten Kapitals dar. Aus dem Betriebseinkommen müssen die Arbeitskräfte entlohnt und das Kapital verzinst werden.

Wie hoch dieKapitalverzinsung ist, ergibt sich demzufolge beim Vergleich mit den ausbezahlten Löhnen.

Die Orientierungsdaten 2018 nennen bei den GaLaBau-Unternehmen des ersten Drittels einen durchschnittlichenLohnaufwand je angestellte Arbeitskraft (AK) von 41.178 Euro, bei denen des dritten Drittels von 24.064 Euro. Ziehen wir diese Beträge von oben genannten Betriebseinkommen je Arbeitskraft ab, so verbleiben für die Kapitalverzinsung:
■Erstes Drittel = 9.082 Euro.
■Drittes Drittel = 2.223 Euro.

Das erste Drittel erreicht somit trotz der relativ hohen Löhne eine beachtliche Kapitalverzinsung. Bei den Unternehmen des dritten Drittels verzinst sich das Kapital dagegen nur recht bescheiden.

Die wichtigste Aufwandskennzahl der für die Orientierungsdaten Baden-Württemberg ausgewählten GaLaBau-Unternehmen ist der Lohnaufwand. Er macht 38,1 Prozent des Betriebsertrags beim ersten Drittel und 34,0 Prozent beim dritten Drittel.

Der zweite große Aufwandsposten ist das„Material für Dienstleistung“ . Es schlägt bei den Unternehmen des ersten Drittels mit 21,9 Prozent des Betriebsertrags zu Buche, bei denen des dritten Drittels dagegen nur mit 13,1 Prozent des Betriebsertrages.

Eines der Kapitel in den Orientierungsdaten unterteilt die Unternehmen des Garten- und Landschaftsbaus in vier umsatzbezogene Größenklassen. Hierzu seien an dieser Stelle nur die Mittelwerte der Betriebseinkommen je Arbeitskraft (AK) genannt:
■Bei den eher kleinen Unternehmen – Umsatz bis zu 200.000 Euro – sind es 31.908 Euro Betriebseinkommen je Arbeitskraft.
■Für die größten Unternehmen – Umsatz über 800.000 bis zwei Millionen Euro – wurde ein Betriebseinkommen je Arbeitskraft von durchschnittlich 46.263 Euro ermittelt.
■Jeweils etwas mehr als 36.000 Euro Betriebseinkommen je Arbeitskraft sind es bei den zwei mittleren Größenklassen (200.001 bis 400.000 Euro und 400.001 bis 800.000 Euro).

Friedhofsgärtnereien

Im Friedhofsgartenbau sind die Unterschiede weniger krass als im Gartenund Landschaftsbau. Trotzdem zeigt der Vergleich von erstem und drittem Drittel auch in dieser Fachsparte ein deutliches Gefälle.

Die Spartenübersicht Friedhofsgartenbau basiert auf den Daten von 22 Unternehmen. Das erste Drittel erreichte beimBetriebsertrag einen Mittelwert von 403.301 Euro, das dritte Drittel nur von 279.473 Euro.

BeimBetriebseinkommen je Arbeitskraft wurden für die drei Gruppen folgende Mittelwerte ermittelt:
■Mittel = 37.211 Euro,
■Erstes Drittel = 57.215 Euro,
■Drittes Drittel = 23.996 Euro.

Der durchschnittlicheLohnaufwand je angestellte Arbeitskraft (AK) wurde beim ersten Drittel auf 38.501 Euro und beim dritten Drittel auf 20.649 Euro beziffert. Er ist damit zwar niedriger als bei den Landschaftsgärtnern, aber höher als beispielsweise im Zierpflanzenbau(siehe Seite 5) .

Die Differenz von Betriebseinkommen je AK und Lohnaufwand je angestellte Arbeitskraft beträgt bei den Friedhofsgärtnereien:
■Erstes Drittel = 18.714 Euro,
■Drittes Drittel = 3.347 Euro.

Jahresvergleich

Abschließend noch ein Blick auf den Jahresvergleich. Die gemittelten Betriebserträge der ausgewählten 55 Unternehmen im Garten- und Landschaftsbau waren 2017 etwas niedriger als im Jahr zuvor. Dies gilt aber auch für den Betriebsaufwand. Das durchschnittliche Betriebseinkommen je Arbeitskraft fiel ein wenig höher als 2016 (2015/16) aus: 39.843 Euro gegenüber 38.784 Euro!

Die Friedhofsgärtnereien konnten ihre Betriebserträge gegenüber dem Jahr zuvor etwas verbessern, nicht aber ihre Betriebseinkommen/AK und dementsprechend auch nicht die Kapitalverzinsung.

Der Autor

Edwin Hanselmann ,
langjähriger freier Fachredakteur, Dipl. Ing, Zierpflanzengärtner

Arbeitsgrundlage für einzelbetriebliche Beratung

Den vom baden-württembergischen Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz herausgegebenen Orientierungsdaten Baden-Württemberg liegen die vorläufigen Daten der Gewinnund Verlustrechnungen vom Kalenderjahr 2017 oder dem Wirtschaftsjahr 2016/17 (Rohabschlüsse) zugrunde. Die Bearbeitung erfolgt beim Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau der Leibniz-Universität Hannover.

Die beteiligten Betriebe werden von Buchstellen mit Sitz in Baden-Württemberg betreut. Jeder der teilnehmenden Unternehmer erhielt einen Beratungsbrief. Hierbei sind die Daten des betreffenden Unternehmens dem Mittelwert der jeweiligen Gruppe und dem Mittelwert des erfolgreichen (ersten) Drittels dieser Gruppe gegenübergestellt. Da die Orientierungsdaten Baden-Württemberg stets bereits etwa fünf Monate nach dem Jahreswechsel vorliegen, können beteiligte Betriebe die Zahlen aktuell nutzen. Dies betrifft beispielsweise Investitions- oder andere betriebswirtschaftliche Entscheidungen im laufenden Jahr.

Aufgrund der begrenzten Zahl der für die Orientierungsdaten ausgewählten Betriebe können die Ergebnisse nicht als repräsentativ gelten. Doch werden symptomatische Entwicklungen erkannt. Generell gelten die Orientierungsdaten als Arbeitsgrundlage für einzelbetriebliche Beratung.
(eh)