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Das Geheimnis ihrer großen Liebe


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Gong - epaper ⋅ Ausgabe 32/2022 vom 05.08.2022

ROMY SCHNEIDER & ALAIN DELON

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Bildquelle: Gong, Ausgabe 32/2022

UNVERGESSEN Delon hatte sich für ?Der Swimmingpool? (1969) Romy an seine Seite gewünscht ? es ist ihr Comeback

E s war eine Liebe, die die Welt bis heute fasziniert: Die Schauspielstars Romy Schneider und Alain Delon fanden 1958 bei Dreharbeiten in Paris zusammen. Nur fünf Jahre waren sie ein Paar, blieben aber ein Leben lang verbunden. Was machte ihre Beziehung so magisch, dass sie noch heute vielen im Gedächtnis ist? Die Doku „Romy und Alain: Die ewigen Verlobten“ auf Arte (siehe TV-Tipp Seite 20) begibt sich auf Spurensuche und lässt Zeitzeugen zu Wort kommen. Einige erinnern sich zum ersten Mal in der Öffentlichkeit. Spätestens jetzt wird deutlich: Weder auf der Leinwand noch im realen Leben haben sich die beiden jemals wirklich getrennt. Wir zeigen die besten Fotos und begeben uns auf eine Zeitreise.

Kameras haben Romy Schneider und Alain Delon in Beruf und Privatleben auf Schritt und Tritt begleitet. Nicht einmal ihre erste Begegnung ist Privatsache. Die 19-Jährige ist ...

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... damals schon ein gefeierter Star in Europa, das „Sissi“-Wunder. Den Namen Alain Delon kennen noch nicht viele, der junge Franzose steht ganz am Anfang seiner Karriere. Gemeinsam mit dem Filmteam empfängt der 22-Jährige sie am Flughafen Paris-Orly.

„Als junges Mädchen war sie launisch.“

„Der Produzent hatte einen riesigen Strauß roter Rosen besorgt. Weil Delon nie etwas tragen wollte, machte ich es“, verrät der Schauspielkollege Jean-Claude Brialy noch kurz vor seinem Tod in einem Interview. „Als Alain Romy sah, riss er mir die Blumen aus der Hand und überreichte sie ihr. Aber Romy hasste es auch, etwas zu tragen, und gab sie wieder mir. Alain sprach kein Deutsch und Romy kein Französisch. Also musste ich den Übersetzer machen.“ Schneider ist schnell fasziniert von Delon. Bis dahin bekommt sie fast alles, was sie sich wünscht. „Als junges Mädchen war sie launisch und verzogen“, sagt Brialy weiter. „Mit 15 war sie bereits berühmt, entstammte einer erfolgreichen Filmdynastie. Sie war hübsch, hatte sofort Erfolg und hat schnell Geld verdient. Romy hatte etwas von einem verwöhnten Kind.“ Delon lebt ein anderes Leben: Erst kurz zuvor, 1954, ist er als Marinesoldat aus dem Indochina-Krieg zurückgekehrt und arbeitet auf dem Lebensmittelgroßmarkt, um seinen Schauspielunterricht zu finanzieren. Im Pariser Rotlichtviertel Pigalle fühlt er sich zu Hause. „Er konnte unverschämt sein und war sehr selbstsicher“, erinnert sich Regisseur Volker Schlöndorff.

Romy träumt von der Freiheit, die er lebt. An den ersten gemeinsamen Drehtagen zum Film „Christine“ beobachtet Schauspielerin Sophie Grimaldi die beiden: „Anfangs spielte er den Coolen, aber er war fasziniert von ihr.“ Um Romy war es da längst geschehen. Entgegen dem Willen ihrer Mutter und ihres Stiefvaters kehrt sie Berlin den Rücken und zieht zu Alain Delon in die französische Hauptstadt.

Es war wie eine Flucht vor ihrem Image und in ein selbstbestimmtes Leben, ohne die Dominanz ihrer Mutter Magda, mit der sie für „Sissi“ vor der Kamera stand, und ihres Stiefvaters Hans Herbert Blatzheim, der sie managt. Zu dieser Zeit sagt Romy Schneider in einem Interview über ihre überaus erfolgreiche Filmrolle der niedlichen Kaiserin: „Ich habe es satt. Sissi ist ein nettes, charmantes Ding, aber mehr nicht.“ Die Filme mögen ihr und den Produzenten viel Geld einbringen, es ist aber nicht das, was sie will. Sie lehnt die vierte Episode ab – und verzichtet auf eine Gage von einer Million D-Mark.

“Anfangs spielte Alain den Coolen, aber er war fasziniert von ihr.“

Sophie Grimaldi, Schauspielerin

In der Arte-Dokumentation sind Romy Schneider und Alain Delon immer wieder in Interviews zu sehen. Beeindruckend ist noch heute die Kraft ihrer Ausstrahlung. Ihre Liebe scheint noch einmal lebendig zu werden. Was besonders deutlich wird: dass sie eben nicht allein in Schönheit vereint sind. Er, der Verwegene, Sinnliche, Selbstbewusste. Sie wirkt nah und doch so fern, auf ihre Art geheimnisvoll. Mal lebensfroh, selbstbewusst und lasziv, aber dann wieder zurückhaltend, unsicher und schüchtern. Während seine Karriere Fahrt aufnimmt und er mit dem Thriller „Nur die Sonne war Zeuge“ und Luchino Viscontis Sozialstudie „Rocco und seine Brüder“ den großen Durchbruch feiert, liegt Romy Schneiders Karriere in Frankreich auf Eis. „Das macht etwas mit Schauspielern, die die Liebe und Aufmerksamkeit des Publikums brauchen“, sagt Romys Biograf Thilo Wydra. Sieben Jahre lang hat sie Filme gedreht, plötzlich bricht das weg. Es dauert, bis ihre Karriere wieder ins Rollen gerät.

Geliebt, verletzt und bewundert

In dieser Konstellation ist viel Raum für Leidenschaft, Sinnlichkeit, aber auch Verletzungen. Nach fünf Jahren verlässt Delon sein „Puppele“ Romy. Als sie 1963 kurz vor Weihnachten von Dreharbeiten aus Los Angeles in die gemeinsame Wohnung in Paris zurückkehrt, ist diese leer. Auf dem Tisch ein Bouquet roter Rosen und ein Brief: „Romy, die Vernunft zwingt mich, dir Lebewohl zu sagen. Wir haben unsere Ehe gelebt, bevor wir verheiratet waren. Unser Beruf würde uns jede Chance für eine glückliche Ehe nehmen. Ich gebe dir deine Freiheit zurück, indem ich dir mein Herz überlasse. Ich bin mit Nathalie gegangen. Bitte verzeih mir. Alain“. Nathalie ist seine Kollegin, mit der er von 1964 bis 1968 verheiratet ist und einen gemeinsamen Sohn hat: Anthony (heute 57 Jahre).

Für Romy ist es die bis dahin härteste Zeit. Sie kann noch nicht ahnen, dass damit ein neuer wertvoller Abschnitt beginnt: die ewig währende Freundschaft zu Delon. 1969 drehen sie erstmals wieder zusammen: „Der Swimmingpool“ wird auch wegen des einstigen Glamourpaars, zwischen dem es erneut knistert, ein Kinohit. Nach ihrer Beziehung sind beide zweimal in festen Händen. Sie hat zwei Kinder, er drei. Ein kaum auszuhaltendes Schicksal erleidet Schneider, als ihr Sohn David mit 14 Jahren bei einem Unfall stirbt. Ein knappes Jahr später wird sie tot aufgefunden. Alain Delon ist untröstlich, organisiert ihre Trauerfeier. Im Jahr 2019, 37 Jahre nach ihrem Tod, sagt er bei den Filmfestspielen in Cannes unter Tränen: „Ich denke an Romy.“ Sie haben sich geliebt, verlassen, verletzt und bewundert. Sie konnten nicht miteinander leben, aber auch nicht ohne einander sein. Ihre Liebe zeigt die Kraft, die in diesem Gefühl steckt.

MIRJA HALBIG

SO 14.8. TV-TIPP

9.15 ARTE

ROMY UND ALAIN: DIE EWIGEN VERLOBTEN DOKU

Kollegen & Freunde erinnern sich