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Das Geschäft mit den Zähnen


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 20/2019 vom 10.05.2019

Ein strahlendes Lächeln hat seinen Preis. Oft einen hohen. Ist das angemessen?Zahlen wir oft zu viel? Eine Bilanz


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Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 20/2019

GESUND, GERADE, GEPFLEGT Zähne sind heute wie eine zweite Visitenkarte


Der Schock beim Blick auf ihren Heil- und Kostenplan war groß. 6000 Euro sollte Hedwig Huber für die dreigliedrige Implantatbrücke aus Zirkon zahlen. Der 56-jährigen Sekretärin aus Stuttgart fehlten drei mittlere Schneidezähne im Unterkiefer. Sie entschloss sich daher zu diesem hochmodernen Zahnersatz. „Ich habe mich in der Öffentlichkeit gar nicht mehr getraut zu lächeln“, klagt Hedwig Huber. „Da musste etwas passieren. ...

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... Schließlich ist mir meine Schönheit einiges wert. Aber mit einer so hohen Summe hatte ich wirklich nicht gerechnet.“ Auf Anraten eines Freundes ging sie schließlich noch zu einem zweiten Zahnarzt. Sein Angebot überraschte sie – posi- tiv: 4000 Euro. Ein ziemlich deutlicher Unterschied.

Aber wie war das möglich? Zum Zahnarzt geht niemand gern. Die Angst vor dem Bohrer ist das eine. Hinzu kommt die Sorge um die Rechnung. Gerade bei einer so hohen wie im Fall von Hedwig Huber liegt die Frage nahe: Geht es dem Arzt in erster Linie um Profit? Schließlich können Patienten kaum beurteilen, welche Therapie tatsächlich nötig ist und was sie kosten darf. Doch völlig hilflos ist man als Patient nicht. HÖRZU checkte Angebote, Preise und stellt Ratgeber vor.

Zahnärztliche Behandlungen sind kostspielig – gerade hierzulande. Ein Grund: Gemessen am Bruttoinlandsprodukt sind Deutschlands Zahnmediziner weltweit die teuersten. Jedes Jahr steigen ihre Einnahmen: seit dem Jahr 2000 insgesamt um über 50 Prozent. Hinzu kommt, dass Deutschland das einzige Land der Welt ist, in dem Material- und Laborkosten höher ausfallen als das eigentliche Honorar des Zahnarztes. Ein Verhältnis, das bei etwa zwei Drittel zu einem Drittel liegt. Das erklärt aber nicht, warum dieselbe Behandlung bei einem Arzt 6000 Euro kosten soll und bei einem anderen 2000 Euro weniger. Ein Problem: In kaum einem Medizinbereich ist die Kommerzialisierung derart fortgeschritten wie in der Zahnmedizin.

Früher ging es Zahnärzten nur um die Heilung von Krankheiten im Mundraum. In den meisten Fällen wurde die Behandlung als Kassenleistung abgerechnet. Heute wird auf Seminaren gelehrt, wie sich zum Teil auch medizinisch unnötige Therapien an den Mann bringen lassen. Damit steigt die Gefahr, von einem Zahnarzt Anwendungen aufgedrängt zu bekommen, die gar nicht notwendig sind. „Manchem Zahnarzt“, so warnen Kritiker, „geht es weniger ums Heilen als ums Verkaufen.“

Der Zahnarzt als Verkäufer

Die Vorgehensweise ähnelt verblüffend jener von Autohändlern, die ihre Kunden davon überzeugen wollen, dass ein SUV mit vielen Extras geeigneter sei als ein billiger, wesentlich saubererer Kleinwagen. Der Kleinwagen steht in diesem Vergleich für die Standardversorgung, deren Kosten die gesetzliche Krankenkasse ganz oder zum Großteil übernimmt. Viele Experten behaupten zu Recht, diese Kassenleistungen seien für den medizinischen Bedarf in der Regel völlig ausreichend, teils sogar besser als teurere Verfahren. Robuste Vollmetallkronen sind etwa deutlich länger haltbar als Kronen aus Teil- oder Vollkeramik. Sicher: Auch in der Zahnmedizin wirkt die „SUV-Lösung mit vielen Extras“ durchaus beeindruckend. Da sind etwa jene hochmodernen Hightechkeramiken aus Zirkonoxid. Ursprünglich wurden diese Spezialstoffe für die Raumfahrt entwickelt. Sie sind zwar nicht ganz so stark belastbar wie Titan, aber ebenfalls enorm stabil, lichtdurchlässig und von den natürlichen Zähnen kaum zu unterscheiden. Besonders die Verarbeitung des Stoffes ist allerdings teils recht aufwendig. Die Kosten für eine Zirkonkrone, etwa als Ersatz für eine zerstörte natürliche Zahnkrone, können zwischen 300 und 1000 Euro liegen.

GESUNDHEIT

HOHER PREIS Im Extremfall liegen die Kosten für eine Zahnarztbehandlung im fünfstelligen Bereich


50 Prozent der Einnahmen einer Zahnarztpraxis stammen von Privatzahlern


PFLEGE UND SCHÖNHEIT Die professionelle Zahnreinigung ist keine gesetzliche Kassenleistung, sondern muss privat bezahlt werden


ÜBERBLICK Der Heil- und Kostenplan enthält alle wichtigen Infos über die anstehende Behandlung


Goldzähne werden zur Seltenheit

Clevere Zahnmediziner wissen, wie sie ihre teuren Produkte verkaufen. Etwa mit Sprüchen wie: „Die Kassenleistung ist nicht mehr medizinischer Standard und völlig aus der Mode.“ Oder: „Trinken Sie viel Kaffee?“ Eine geschickte Frage, um im nächsten Satz fürs Bleaching zu werben, das künstliche Aufhellen der Zähne, das diese zwar attraktiver macht, aber auch Zahnfleisch und Zahnschmelz schädigen kann. Natürlich steht es jedem Patienten offen, solche Offerten abzulehnen. Was aber, wenn der Arzt bestimmte Kassenleistungen gar nicht mehr anbietet?

Etwa Amalgamfüllungen. Dann verstößt er gegen seine vertragszahnärztlichen Pflichten. Denn gesetzlich Versicherte haben einen Rechtsanspruch auf die Kassenleistung – oder auf eine gleichwertige Alternative, die nicht teurer sein darf. Dem Vorwurf der Geschäftemacherei setzen viele Zahnmediziner ein Argument entgegen: Oft seien es die Patienten selbst, die nach der teuren Hightechlösung fragen. Viele Kunden überzeugt die Standardversorgung ästhetisch nicht, manche halten sie für weniger praktisch. So werden etwa die klassischen herausnehmbaren Teiloder Vollprothesen inzwischen häufig durch Implantate verdrängt. Auch Goldzähne sind zur Rarität geworden.

Der zunehmende Trend zur Selbstoptimierung hat längst auch in der Zahnarztpraxis Einzug gehalten. Ein gesellschaftliches Phänomen, dass es Medizinern mitunter leicht macht, Luxusprodukte zu verkaufen: von Bleaching über schicke Keramikschalen auf den Frontzähnen, sogenannte Veneers, bis zu Keramikinlays, widerstandsfähigen Füllungen, die heute sogar vom 3-D-Drucker gefertigt werden. Für Menschen, die Wert auf ihr Äußeres legen, hat die moderne Medizin eine Reihe von Lösungen parat. Unverblendete Goldzähne? Da leidet doch das strahlende Lächeln!

Viele empfinden auch die klassische Klammerprothese, früher Standard bei herausnehmbarem Zahnersatz, nicht schön. Verständlich: Durch die sichtbaren Halteklammern ist die Prothese deutlich als solche erkennbar. Eine komfortablere Alternative ist hier die Teleskopprothese aus Innen- und Außenkronen, sogenannten Teleskopen. Die Kosten liegen jedoch zwischen 2500 und 5000 Euro. Manchen Menschen ist ihr Aussehen sogar den Gang zum Kieferorthopäden wert. Das erklärt, weshalb heute selbst Erwachsene häufig eine Zahnspange tragen – rund die Hälfte von ihnen laut Schätzungen nicht aus medizinischen, sondern aus rein optischen Gründen, etwa um leichte Fehl- stellungen des Gebisses zu korrigieren. Immerhin gibt es heute dafür sogenannte Clear Aligners, nahezu unsichtbare, individuell angefertigte Kunststoffschienen. Gesetzliche Kassen übernehmen die Kosten für Erwachsene in solchen Fällen meist nicht. Es sei denn, es liegt eine schwere Kieferanomalie vor oder der Behandlung ist eine OP vorausgegangen.

Zahnersatz im Ausland

Wer das teure deutsche System umgehen will, kann sich auch in EU-Nachbarländern behandeln lassen. Was dabei zu beachten ist

■ DAS PRINZIP der freien Arztwahl gilt für gesetzlich Versicherte nicht nur im Inland, sondern auch innerhalb der Europäischen Union. Wesentlich günstiger sind Zahnbehandlungen häufig z. B. in Ungarn oder Polen.

■ FÜR DIE KOSTENÜBERNAHME haben gesetzlich Versicherte zwei Möglichkeiten: Zum einen kann man die Behandlung vorher von der Krankenkasse genehmigen lassen. Dadurch findet die Abrechnung direkt zwischen Kasse und den Zahnärzten im Ausland statt. Bei Zahnersatz ist dies ohnehin Pflicht. Zum anderen kann der Patient die Kosten zunächst selbst übernehmen und die Rechnung dann bei der deutschen Krankenkasse einreichen. Vorteil: eine schnelle Lösung. Nachteile: Es entstehen eventuelle Kosten für die Sprachübersetzung der Rechnung. Was über die Erstattung der Kasse hinausgeht, muss man selbst bezahlen. Für privat Versicherte existieren keine einheitlichen Vorgaben. Darum zur Klärung des Leistungsumfangs im Vorfeld direkt an die Krankenversicherung wenden.

■ VOR DER BEHANDLUNG sollte man sich einen Kostenvoranschlag geben lassen. Zudem bitte darauf achten, dass Mitarbeiter und behandelnde Ärzte Deutsch sprechen. Der Zahnarzt muss die komplette Behandlung schriftlich dokumentieren: Diagnose, Therapien, Materialien etc. Das ist wichtig zur Nachsorge oder bei Komplikationen. Am besten wählt man eine ausländische Zahnklinik, die mit Zahnärzten in Deutschland kooperiert. Dann lassen sich mögliche Nachbesserungen zu Hause durchführen.

■ FÜR DIE SUCHE nach einer geeigneten Klinik oder einem Zahnarzt im Ausland bieten Krankenkassen Listen an. Mit vielen haben sie Verträge geschlossen. Viele ausländische Ärzte präsentieren ihre Leistungen auch im Internet. Achtung: Auf Qualifikation und Zertifizierungen wie das ISO-Zeichen achten!

ATTRAKTIV Im Ausland können Behandlungen teilweise um bis zu 70 Prozent günstiger sein


KORREKTUR Bei leichten Fehlstellungen der Zähne eignen sich oft transparente Kunststoffschienen, sogenannte Aligners


Die Kassenleistung hat einen schlechten Ruf

Welche Art der Zahnbehandlung sinnvoll und optimal ist? Diese Entscheidung muss jeder selbst treffen, denn jeder wägt Kosten und Nutzen anders ab. Allerdings kommen viele Patienten bereits mit einer festen vorgefassten Meinung in die Praxis: Kassenprodukte taugen sowieso nichts! Ein Fehler. Derzeit ist beispielsweise eine regelrechte Hysterie gegenüber der Kassenleistung Amalgamfüllung zu beobachten. Selbst wenn diese noch völlig intakt ist, wollen viele Patienten sie entfernen lassen – aufgrund gesundheitlicher Bedenken. Manche Zahnärzte bedienen sich gern dieser Ängste. Umgekehrt beklagen andere Mediziner, dass sie sich vor ihren Patienten regelrecht rechtfertigen müssen, wenn sie diesem Wunsch nicht nachkom men. Dabei haben die Befürworter von Amalgam triftige Argumente: Die quecksilberhaltige Metalllegierung, sagen sie, halte deutlich länger als Kompositkunststoffe. Viele Institutionen wie etwa die Weltzahnärzteschaft FDI sehen zudem nur wenige Risiken durch dieses Material. Es gebe hingegen Hinweise, dass eher Kunststofffüllungen bedenkliche Stoffe abgeben, die verschluckt werden, beispielsweise den Weichmacher Bisphenol A.

Ein anderes heikles Thema ist die professionelle Zahnreinigung. Strittig ist hier nicht nur die Höhe der Kosten, sondern auch, wie oft sie sinnvoll ist. Experten betonen, das sei individuell sehr unterschiedlich. Manche Menschen bräuchten gar keine Zahnreinigung, andere sollten mindestens alle drei Monate eine durchführen lassen. Wie findet man die optimale Lösung für sich selbst? Im Gespräch mit dem Arzt! Die Techniker Krankenkasse (TK) betont deshalb: „Lassen Sie sich vom Arzt die Erfolgserwartungen und den Stellenwert dieser Maßnahme erläutern. Und erkundigen Sie sich, welche Maßnahmen in der angebotenen professionellen Zahnreinigung enthalten sind.“ Laut Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) liegt der Preis in der Regel zwischen 80 und 120 Euro. Er orientiert sich dabei an Zeitaufwand und Schwierigkeitsgrad der Behandlung. Gründe für höhere Kosten können etwa anatomische Besonderheiten, stark haftende Beläge oder festsitzender Zahnersatz sein.

KÜNSTLICHE WURZEL Auf Implantaten lassen sich auch Brücken befestigen


FARBMUSTER Der Zahnersatz sollte immer exakt passen. Auch im Farbton


13 Mio. Zähne werden jährlichgezogen , rund eine Million Implantate gesetzt


Kompliziertes System bei der Abrechnung

Genau dieses differenzierte Preissystem ist auch der Hauptgrund dafür, dass die Kosten für ein und dieselbe Behandlung teils deutlich voneinander abweichen können. Zahnärzte dürfen je nach Schwierigkeit der Behandlung und den auftretenden Komplikationen unterschiedlich hohe Steigerungssätze heranziehen, statt des üblichen 2,3-fachen Satzes etwa den 3,5-fachen. Eine Methode, die häufig kritisiert wird, etwa von Verbraucherverbänden: „Das System erlaubt nicht nachvollziehbare Preisspannen.“ Natürlich verteidigen die Zahnärzte die Regelung: Es sei richtig, keine Pauschalpreise anzubieten, denn wie bei anderen Auftragsarbeiten, etwa im Handwerk, müsse es Unterschiede geben zwischen einfachen und komplizierteren Fällen. Eventueller Missbrauch und überhöhte Rechnungen sind für Patienten jedoch schwer als solche zu erkennen.

Ein enorm wichtiges Dokument ist daher der sogenannte Heil- und Kostenplan (HKP). In dem Formular setzt der Zahnarzt seine Behandlungsplanung und die voraussichtlichen Kosten fest. Der HKP ist die Grundlage jeder Versorgung mit Zahnersatz, also etwa mit Kronen, Brücken oder Prothesen. Zwar wird der HKP bei der Krankenkasse eingereicht. Die prüft aber lediglich, ob ein Zuschuss gewährt wird. Bestehen daher Zweifel über Korrektheit der Kosten und Behandlungsplanung, gibt es die Möglichkeit, eine Zweitmeinung einzuholen – kostenlos bei einem anderen Zahnarzt. Gesetzlich Krankenversicherte können den HKP auch bei einer neutralen Beratungsinstanz der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen) kontrollieren lassen (zahnarzt-zweitmeinung.de). Geht es um die Risiken von Eingriffen, Kostenübernahme oder Meinungsverschiedenheiten zwischen Patient und Arzt, bieten auch andere Institutionen Hilfe an: etwa die Zahnärztekammern vor Ort (patienten beratung-der-zahnaerzte.de), Verbraucherzentralen sowie die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD).

Internetportale für den Preisvergleich

Tipp: Zur Überprüfung des Preis-Leistungs-Verhältnisses von Behandlungen eignen sich auch Webseiten wie medikompass.de oder 2te-zahnarztmeinung.de. Auf solchen Auktionsplattformen können Zahnärzte innerhalb einer Frist Gebote für den konkreten Behandlungswunsch eines Patienten abgeben. Viele Mediziner sehen diese Portale skeptisch. Regina Behrendt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen meint allerdings: „Diese Auktionsportale bieten den Vorteil, dass sie eine Preistransparenz schaffen. Der Verbraucher kann feststellen: Ist das Angebot günstig, mittelprächtig oder sehr teuer?“

Eine andere Möglichkeit, Kosten zu sparen, ist übrigens die Reise ins Ausland (siehe Kasten Seite 10). In EU-Ländern wie Polen, Tschechien oder Ungarn gibt es Zahnersatz oft deutlich günstiger als in Deutschland. Eine Form des Medizintourismus, die gerade boomt.ALEXANDER WEIS


ILLUSTRATION: ESTILO 3D; FOTO: GETTY IMAGES

FOTOS: S. 10-11: ROSS/SHUTTERSTOCK (2), HAUTUMM/DPA PICTURE-ALLIANCE (2); S. 12-13: FISCHINGER/TACK/DPA PICTURE-ALLIANCE (2)