Lesezeit ca. 8 Min.
arrow_back

DAS GROSSE 3x3


Logo von auto Test
auto Test - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 28.09.2022

KAUFBERATUNG | BMW X3

X3 M COMP. 510 PS ab 100 700 Euro

Artikelbild für den Artikel "DAS GROSSE 3x3" aus der Ausgabe 10/2022 von auto Test. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

X3

UNSERE ERSTE Kaufberatung zum BMW X3 stammt aus dem Jahr 2004 – und trug den Titel: „Der 3er in Hochform“. Der Neue passe genau in die Lücke zwischen Allrad-3er und X5, schrieben wir damals. Den BMW X1 gab es damals schließlich noch lange nicht. Und auch die Konkurrenz à la VW Tiguan (2007), Mercedes GLK und Audi Q5 (2008) ließ noch mehr als drei Jahre auf sich warten.

Verbreitert hat sich seitdem die Motorenpalette. Der erste X3 kam zunächst ausschließlich mit Reihensechszylindern auf den Markt (unser O-Ton damals: „Sechs sells“), später folgten auch Vierzylinder. Der neue kommt – bis auf die Speerspitze, den X3 M Competition mit 510 PS – immer mit irgendeiner Art von Elektrifizierung daher. Die Verbrenner 20i, 20d, 30i, 30d, M40i und M40d fahren allesamt mithilfe einer sanften, 11 PS starken Mildhybridunterstützung. Der 30e wird ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von auto Test. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 10/2022 von Liebe Leser,. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Liebe Leser,
Titelbild der Ausgabe 10/2022 von SO WILL UNS MINI AUFL ADEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SO WILL UNS MINI AUFL ADEN
Titelbild der Ausgabe 10/2022 von WER E SAGT, MUSS AUCH B SAGEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
WER E SAGT, MUSS AUCH B SAGEN
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
SO WILL UNS MINI AUFL ADEN
Vorheriger Artikel
SO WILL UNS MINI AUFL ADEN
WER E SAGT, MUSS AUCH B SAGEN
Nächster Artikel
WER E SAGT, MUSS AUCH B SAGEN
Mehr Lesetipps

... mit Stecker zum Teilzeitstromer. Den vollelektrischen iX3 hat BMW gar in eine eigene Modellreihe ausgegliedert – wir nehmen ihn mit unter die Lupe. Und wollen wissen: Wer ist was für wen? Und wo ist es dringend geboten, Kreuzchen zu setzen?

Die Preise sind hoch, die Serienausstattung ist aber auch üppig

Die gute Nachricht: Wer den kleinen Preisschock verdaut hat (53 150 Euro Einstiegspreis für einen 20i xDrive), stellt bald fest, dass er zumindest nicht bei Adam und Eva beginnen muss. Die Serienausstattung umfasst beispielsweise immer Annehmlichkeiten wie Drei-Zonen-Klima, Sitzheizung vorne, elektrische Heckklappe, Alarmanlage und Ambientebeleuchtung. Trotzdem gilt: Einen X3 kauft man nicht, einen X3 gönnt man sich.

Wer auf jeden Euro achtet, ist hier ganz sicher an der falschen Adresse.

X3

TECHNIK-GOODIES Dazu gibt es im X3 einfach zu viele schöne Möglichkeiten, Geld auszugeben. Das beginnt bei Sitzheizung auch für die hinteren Sitzplätze (380 Euro), reicht natürlich über das Panorama-Dach (1500 Euro) bis hin zu Feinheiten wie dem Ambient Air Paket, das bis zu acht verschiedene Duftaromen im Innenraum verteilt (350 Euro). Der eigentliche Clou am X3 sind aber die zahllosen Infotainment-Funktionen, denen müssen wir an dieser Stelle ein paar Extra-Worte widmen – es ist schlicht beeindruckend, was BMW da auffährt. Was sowohl Quantität als auch Qualität angeht.

Der 12,3-Zoll-Screen in der Mitte kommt serienmäßig mit Apple CarPlay und Android Auto – kabellos, versteht sich. Die Inhalte machen sich über den ganzen Bildschirm breit, sodass etwa Musik und Navi-Karte nebeneinander

1. Apple CarPlay und Android Auto gehen kabellos, der große 12,3-Zoll-Screen reicht, um zwei Inhalte nebeneinander anzuzeigen

2. Im Store lassen sich Extras nachträglich erwerben. Je nachdem, welche Hardware verbaut ist, betrifft das zum Beispiel den Drive Recorder (200 Euro). Dabei lässt sich meist zwischen Monats-, Jahresabos und einem dauerhaften Kauf wählen

3. Der Assistenzknopf ermöglicht raschen Zugriff auf die elektronischen Helferlein. Wer lange drückt, schaltet alles aus

X3

KOMFORT & LADEN

Sitzheizung vorn (1) gibt’s im X3 serienmäßig, das Panoramadach (2) hingegen kostet 1500 Euro extra. Unterschiedlich fallen auch die Ladegeschwindigkeiten aus: Der Plug-in (3) schafft maximal 3,7 kW, braucht 3,75 h zum Vollladen. Der iX3 (4) zieht Strom mit bis zu 150 kW, braucht von 0 auf 80 Prozent im Idealfall damit 34 Minuten. Die Sitze im X3 sind angenehm, eher weich gepolstert. Die dritte Klimazone ist Serie.

ABMESSUNGEN BMW X3

* Breite inklusive Außenspiegeln

>> Platz haben. Dass das Headup-Display (800 Euro) Navigationsanweisungen nicht nur vom eigenen Navi, sondern auch vom verbundenen Smartphone-Navi (etwa Google Maps) ins Sichtfeld beamt, ist derzeit noch eine Rarität auf dem Automarkt. Es spiegelt außerdem gleich ganze Radiosender-Listen – was schon etwas ablenken kann.

Ebenfalls vielfältig fallen die Bedienmöglichkeiten aus. Entweder per Touch, per iDrive-Controller (lenkt während der Fahrt weniger ab) oder per Gestiksteuerung für 250 Euro. Dann lässt sich per kreisendem Zeigefinger etwa die Lautstärke regeln. Wer nach rechts deutet, skippt einen Song nach vorne, nach links einen zurück. Zwei Finger muten das System. Auch mit der Sprachsteuerung lässt sich reden. Sie kontrolliert sogar Funktionen wie Fenster und Schiebedach, versteht auch Sonderziele einwandfrei. Und ja: Man muss sich ein wenig durchwurschteln, einfach aufgrund der schieren Masse der Funktionen. Das Wichtigste lässt sich aber schnell kontrollieren.

Ebenfalls eine interessante Option: Der BMW Drive Recorder (200 Euro) fungiert in Verbindung mit den vier Kameras des Surround View Systems (600 Euro) als Dashcam. Das System zeichnet permanent auf und speichert bei Wahrnehmung eines Unfalls den Zeitraum von 20 Sekunden vor bis 20 Sekunden nach dem Crash.

Das optionale Laserlicht klingt etwas eindrucksvoller, als es tatsächlich ist. Der Laser kommt lediglich als Ergänzung für Abblendund Fernlicht zum Einsatz, strahlt dann bis zu 650 Meter weit. Ans Innovationspaket gekoppelt, kostet es mindestens 2430 Euro extra. Muss nicht sein, bereits die Standard-LED-Leuchten reichen völlig aus. Alternativ gibt’s für 1000 Euro Kurven- und Matrix-Licht. >>

KAROSSERIE

4,71 Meter lang, eignet sich der X3 durchaus als Begleiter für Familien mit bis zu zwei Kindern – auch in der hinteren Sitzreihe lässt es sich aushalten. Der Kofferraum misst bei den Verbrennern 550 bis 1600 Liter. Das Ladeabteil des iX3 fällt 40 Liter kleiner aus, weil der E-Motor über der Hinterachse sitzt. Beim 30e ist es der Akku, der 100 Liter Volumen klaut und für eine unschöne Stufe sorgt (siehe Bild auf Seite 13 rechts).

FARBEN

Was die Styling-Optionen angeht, lässt BMW sich traditionell nicht lumpen. São Paulo Gelb und Toronto

Rot sind den M-Modellen vorbehalten, für den normalen X3 gibt’s blaue, graue, schwarze, weiße und rote Töne. Auch Sonderwünsche bedienen die Bayern: Eine Auswahl von Individualfarben kostet 4900 Euro.

ALLERLEI ANTRIEBE

Allem vorweg: Jeder X3 – bis auf den iX3 – fährt mit Allrad, der Lesbarkeit halber erwähnen wir das Kürzel aber nicht jedes Mal wieder. Auch die Automatik ist Standard.

Bereits 20i (184 PS) und 20d (190 PS, 2600 Euro mehr) rennen deutlich über 200 Sachen, stehen den großen Brüdern auch bei der Anhängelast (gebremst 2400 Kilo) in nichts nach, wo nur Plug-in (2000 Kilo) und iX3 (750 Kilo) deutlich Federn lassen müssen. Die Frage ist also eher, was man sich darüber hinaus leisten kann und will. Wer keine besonderen fahrdynamischen Ansprüche hegt, ist mit den beiden Einstiegsmotoren gut bedient.

DYNAMIK

Das verstellbare Fahrwerk kostet 1000 Euro. Der iX3 und die M-Modelle bringen’s in Serie mit.

TIPP !

Der Zweiliter-Turbo 30i (7200 Euro) rangiert hingegen ein wenig auf verlorenem Posten. Er macht zwar nichts verkehrt, stellt mit 245 PS noch einmal merklich mehr Leistung bereit als der 20i – aber wer abermals 2600 Euro draufzahlt, bekommt im 30d mit drei Liter Hubraum und 286 PS nun mal einen Reihensechser mit bulliger Kraftentfaltung, vorbildlicher Laufkultur und mit 650 Newtonmetern beinahe dem doppelten Drehmoment (30i: 350 Newtonmeter). Mit 6,2 Liter WLTP-Verbrauch ist der Selbstzünder also unser Vielfahrer-Tipp, wenn es auf das letzte Quäntchen Leistung nicht ankommt, und bleibt mit 62 950 Euro auch noch – günstig wäre vielleicht das falsche Wort – irgendwie im Bereich des Finanzierbaren.

DIE ÖKO-ABTEILUNG

Und dann wären da ja noch 30e und der iX3. Im Plug-in-Hybrid arbeiten Vierzylinder-Turbo (184 PS) und E-Motor (109 PS) zusammen. Besonderheit: Der E-Motor sitzt zwischen Verbrenner und Getriebe. Was dazu führt, dass der 30e auch im reinen E-Modus (bis 135 km/h) Gänge wechselt. Tank und Kofferraum schrumpfen um 15 beziehungsweise 100 Liter, um Platz für den 11,15 Kilowattstunden großen Akku zu machen. Realistisch sind rund 40 Kilometer elektrisch drin. Der iX3 ist mit seinen 286 PS und 400 Newtonmetern an der Hinterachse weder über- noch untermotorisiert. Als Einziger bietet er mit Inspiring und Impressive (+ 6900 Euro) zwei richtige klassische Ausstattungslinien, an denen sich – bis auf Deko und ein paar Einzelfeatures – auch nicht mehr viel rütteln lässt, siehe Tabelle auf Seite 14. Der Verbrauch lag bei uns in einem vergangenen Test jedoch mit 24,1 Kilowattstunden deutlich über der Werksangabe von 18,6 Kilowattstunden. So reicht der 73,8-Kilowattstunden-Akku (netto) ungefähr für 300 Kilometer.

BMW X3 M COMPETITION X3M

Der Grillrahmen (1) kommt nur beim M Competition serienmäßig in Schwarz, auch die mächtigen 21-Zöller (2) zählen zum Serienumfang. M-Logos prangen auch auf Heck (3) und Motorabdeckung (6). Der Wählhebel (4) funktioniert im M Competition anders als in den übrigen Modellen. Um in den Rückwärtsgang zu gelangen, muss man ihn nach links oben bewegen, wo er dann einrastet. Die M-Ansicht im Cockpit (5) macht Laune, das Laserlicht (7, 1700 Euro) setzt sich aus LED-Abblendlicht, LED-Fernlicht und einem zusätzlichen Laser zusammen. Letzterer ergänzt also lediglich das Fernlicht, leuchtet die Straße dann bis zu 650 Meter weit aus. Ein Nice-to-have also, aber kein Muss.

WERTENTWICKLUNG

Ganz vorne rangieren in puncto Werterhalt die Vollstromer – aber auch M40i und M40d sind offenbar beliebt. Es folgen die beiden konventionellen Selbstzünder, Plug-in und Basisbenziner ordnen sich hinten ein. Der X3 M Competition landet auf dem vorletzten Platz – vermutlich ist die Zahl der Interessenten für so ein Hardcore-SUV eher gering. Der M-Sport-Trimm hingegen ist keine Ausstattungslinie im klassischen Sinne, sondern ein Ausstattungspaket. Deswegen wird es hier von Schwacke nicht separat gelistet.

* nach 2 Jahren und 40 000 km

X3

DIE M-ABTEILUNG

Das M von BMWs Motorsport-Modellen könnte auch für „Mann, ist das teuer!“ stehen. Die Sportmodelle bieten zwar nicht nur mehr Dampf, sondern auch mehr Ausstattung (zum Beispiel: harman/ kardon-System für 1100 Euro, variable Sportlenkung für 250 Euro). Diese Features alleine wiegen die Aufpreise aber nicht auf. So kostet der 340 PS starke M40d stolze 13 200 Euro mehr als der 30d, immerhin noch 8500 Euro mehr, wenn man beim 30d das M-Sportpaket reinrechnet. Muss wirklich nicht sein, hier kann beruhigt gespart werden.

Wer M kauft, zahlt drauf. Auch der 30d steht mit 650 Nm gut im Futter

Der M40i macht mit seinen 360 PS Laune für alle, die einen Sechszylinder-Benziner wollen – und gleichzeitig einen ansehnlichen Restkomfort wünschen. Wer M Competition bestellt, spürt neben einer um mindestens 100 700 Euro leichteren Brieftasche nämlich jeden Stein. Der 510 PS starke Rabauke stürmt in 3,8 Sekunden auf 100, erreicht mit M Drivers Package (2450 Euro) Tempo 285. Dazu stürzt er sich geradezu in Kurven – das Gehirn tut sich schwer, solche Fahreigenschaften mit der hohen Sitzposition zu vereinen. Wenn der X3 schon 2004 in Hochform war, was ist dann dieser hier?

FAZIT

JONAS UHLIG

Ob vor der Haustür oder auf dem Firmenparkplatz: Der X3 macht quasi immer eine gute Figur. Für sein Geld bietet er Platz für vier, feine Motoren, etliche Technik-Features und fährt – gerade mit den Sechszylindern – so kraftvoll, wie BMW-Fans das schätzen. Zur Ausstattung: Selbst ein Basis-X3 riecht im Grunde genommen kaum nach Verzicht. Wer noch etwas Geld übrig hat, steckt das am besten in Optik, Komfort und Fahrassistenz. Viele Software-Funktionen lassen sich gegen Aufpreis noch Jahre nach Kauf freischalten.

TIPP !

Der Wenigfahrer …

… begnügt sich mit 20i oder 20d. Der Diesel bietet noch einmal 100 Newtonmeter mehr Drehmoment, wirkt damit noch souveräner. Auf der anderen Seite bleibt der 20i 2600 Euro günstiger, kostet weniger Steuer. Automatik und Allrad fahren bei allen X3 immer mit.

Empfehlung: 20i xDrive (184 PS)

ab 53 150 Euro

Der Vielfahrer …

… investiert in den geschmeidig laufenden Sechszylinder-Diesel mit 286 PS, der mit bis zu 245 Sachen über die Autobahn sprintet. Klar, da gäbe es auch noch den 340 PS starken M40d – aber der kostet 13 200 Euro mehr. Lieber das Geld in Komfort-Features stecken.

Empfehlung: 30d xDrive (286 PS)

ab 62 950 Euro

Der sportliche Fahrer …

… bevorzugt die Sechszylinder-Benziner. Der M40i geht gut, kommt aber nicht an die brutale Art des M Competition heran. Wer für 2450 Euro das M Driver’s Package kauft, kann 285 fahren. Und bekommt – durchaus sinnvoll – ein Fahrsicherheitstraining dazu.

Empfehlung: M Competition (510 PS)

ab 100 700 Euro