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Das Hacksystem entscheidet


TASPO BAUMZEITUNG - epaper ⋅ Ausgabe 3/2018 vom 08.06.2018

Wer in Wuppertal einen Häcksler zur Miete sucht, wird bei Reinshagen Motor- und Gartengeräte fündig. Vor vielen Jahren hat sich Betriebsinhaber Thomas Räder entschieden, seinen Mietpark im Segment Häcksler fast ausschließlich mit Eliet-Geräten auszurüsten. TASPO BAUMZEITUNG hat den Händler und Vermieter nach den Gründen gefragt.


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Die Eliet-Häcksler sind bei den Kunden des Garten technik-Spezialisten Reinshagen in Wuppertal sehr beliebt.


Fotos: Thomas Räder, Eliet

Die Entsorgung von Grüngut ist für Baumpflegebetriebe in vielen Regionen kostenpflichtig. Ein Häcksler kann helfen, Geld zu sparen – vor allem, da ...

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... die Häcksel oftmals direkt am Arbeitsort verbleiben können. Neben einem schon etwas betagteren Scheibenradhäcksler vermietet Thomas Räder ausschließlich Geräte von Eliet. Zum Mietpark gehören zwei Super Prof Max, zwei Super Prof 2000 ABM und zwei Ultra Prof.

Robuste Hackmesser

„Die Entscheidung fiel hier weniger für einen Hersteller, sondern für ein Häckselsystem“, sagt Räder. Viele Häcksler, die sich für etwa fünfzehn Zentimeter starke Äste eignen, zerkleinern das Grüngut mittels Messerscheiben. Eliet-Häcksler hingegen arbeiten nach dem Axt-Prinzip. Bei dem vom Unternehmen patentierten Häckselsystem hacken die Messer in Faserrichtung auf das Holz ein und verarbeiten den Grünabfall durch abwechselndes Spalten und Schneiden zu kleinen Schnitzeln.

Räder sieht in diesem System einige Vorteile gegenüber den Scheibenradhäckslern. „Messerscheiben müssen immer extrem scharf sein, damit sie gut arbeiten. Wenn ich da mal eine oder zwei Wurzeln mit ausgrabe und durch den Trichter schicke, ist das Messer stumpf.“ Den Hackmessern von Eliet können die Wurzelteile nicht so schnell etwas anhaben – und wenn, sind sie in kurzer Zeit ohne fremde Hilfe wieder scharf. „Die Messer sind relativ unempfindlich. Muss ich sie schärfen, benötige ich dazu keine Schlosserlehre, sondern lediglich einen guten Winkelschleifer und ein bisschen Geschick“, sagt Räder. Anders sieht das bei Scheibenradhäckslern aus. Da wird jedes Schärfen zu einer größeren Aktion, zudem benötigt man einen Schleiftisch und Spezialgerät. Messer ausbauen, schleifen oder zum Schleifen geben, wieder einbauen – das dauert eine Weile.

Etwa 200 Stunden kann man laut Hersteller mit den Eliet-Messern arbeiten – eine Angabe, die Räder auf jeden Fall bestäti-gen kann. „Zum ersten Mal sollte man nach etwa 50 Betriebsstunden schleifen, denn dann ist die gehärtete Schicht ab, die sich auf den neuen Messern befindet.“ Nach 100 Stunden, also der Hälfte der Betriebszeit, sollte das Messer gedreht werden. Im Gegensatz zu den Messerscheiben halten die Hackmesser einiges aus. „Sie sind nicht so empfindlich, wenn sich beispielsweise ein Nagel oder ein Stein im Häckselgut befindet“, sagt Räder. „Bei Messerscheiben haben Sie in diesem Fall normalerweise sofort eine dicke Macke drin.“

Komfortable Einzugsbreite

Bei den Eliet-Häckslern gibt es zudem ein sogenanntes No-Stress-System, also eine Funktion, mit der ein Verklemmen des Materials verhindert wird. „Verklemmtes Material gibt es bei den Eliet-Häckslern aber sowieso selten“, sagt Räder. Ein weiteres Plus ist für ihn die komfortable Einzugsbreite des Trichters. „Sie ist etwa doppelt so groß wie bei anderen Häckslern dieser Preisklasse.“ Wenn das Material nicht auf 20 oder 30 Zentimeter zusammengequetscht werden muss, sondern ein fast doppelt so breiter Trichter bestückt werden kann, besteht weniger Gefahr, dass etwas stecken bleibt. Passiert das doch mal, kann die Walze schnell hochgestellt werden. Eine weitere Voraussetzung für ein störungsfreies Arbeiten ist, dass man die Höchstdicke des zu verarbeitenden Materials beachtet. Bei den Eliet-Häckslern, die bei Reinshagen vermietet werden, liegt sie je nach Modell bei 12 bis 14 Zentimetern Durchmesser. „Normalerweise reicht das aus“, sagt Räder. „Dickeres Holz wird in der Regel gleich zu Brennholz verarbeitet.“ Die meisten Häcksler im Garten- und Landschaftsbau werden mit dem Grüngut gefüttert, das beim Gehölzschnitt anfällt, also viel Geäst und Gestrüpp. An Blättern stört sich der Eliet-Häcksler nicht – er hackt sie genauso stoisch klein wie Holz.

TECHNISCHE DATEN

● Super Prof (Max)
● Benzinmotor 18 PS (23 PS)
● Zylinder 570 cc (627 cc)
● Vermögen kW/PS DIN (U/min) 13,4 / 18 (3200) (17,2 (3200))
● Tankfüllung 18 l
● Aststärke max. Ø 130 mm

● Häckselgut 6 m3/Stunde
● Messerwelle mit 24 Messern, 48.000 Hackbewegungen/min., Häckselbreite 480 mm
● Maße (L x B x H) 2000 x 835 x 1450 mm
● Gewicht 437 kg (441 kg)

Thomas Räder bietet inzwischen fast ausschließlich Eliet-Häcksler zur Miete an.


Mit Ketten meistern die Häcksler auch feuchtweichen Wald- und Gartenboden.


DIE AUTORIN

Susanne Wannags ist freie Journalistin und betreut unter anderem die TASPO Garten Design.

Mit Raupen geländetauglich

Häcksler unterscheiden sich in selbstfahrende Geräte und Maschinen auf Fahr - gestell. Alle Eliet-Häcksler bei Reinshagen sind Selbstfahrer – und das aus gutem Grund: „Wir haben hier im Bergischen Land ziemlich hügeliges Gelände, das bedeutet auch viele Hanggärten. Es ist viel effizienter, das Material direkt dort zu häckseln, wo es anfällt, statt es erst zu sammeln und dann zur Straße zu transportieren.“ Mit etwa 90 Zentimetern Breite passen die Geräte, die Räder vermietet, problemlos durch die Gartentür. Auch können sie mit maximal 500 Kilogramm Gewicht mit Fahrzeugen transportiert werden, die jeder mit einem C-Klasse Führerschein fahren darf. Mittlerweile ist von den fünf Eliet-Häckslern, die der Motorist im Programm hat, nur noch ein einziger radgetrieben – alle anderen haben Raupen. Auch das ist dem Gelände geschuldet. „In der Ebene reichen Reifen völlig aus, aber hier wollen alle Raupen, die sich nicht so schnell in den oft feuchtweichen Boden graben.“

Die Größe der Hackschnitzel lässt sich bei Häckslern normalerweise über die Einzugsgeschwindigkeit regeln. Schnelles Einziehen führt zu größeren Stücken, langsames Einziehen ergibt kleinere. Bei den Eliet-Häckslern wird die Spangröße mit Hilfe eines Siebkorbes geregelt. Je nachdem, welcher Siebkorb verwendet wird, werden die Häcksel so lange wieder zu den Messern befördert und weiter zerkleinert, bis sie das Sieb passieren können. Als Mietkunde sollte man dem Vermieter die gewünschte Spangröße vorher mitteilen, damit das entsprechende Sieb eingesetzt werden kann.

Komfortable Einzugsbreite: Das Grüngut muss nicht auf 20 Zentimeter zusammengequetscht werden.


Die Hackmesser lassen sich auch von Wurzelwerk nicht kleinkriegen.


Dank der kompakten Maße und des geringen Gewichts passen die Geräte in einen Transporter.


Schnelligkeit ist gefragt

Der Kraftstoffverbrauch ist bei Häckslern eher kein Thema. „Den Unternehmern im Garten- und Landschaftsbau und der Baumpflege ist es wichtig, dass es schnell geht.“ Strauchwerk, das eine 7,5 Tonnen Mulde füllt, ist in etwa zwei Stunden durchgehäckselt und kann dann sofort weiterverwendet werden.

Das einzige Manko, das Thomas Räder bei den Eliet-Häckslern feststellen kann, ist die vom Hersteller standardmäßig mit - gelieferte, wenig robuste Schutzausrüstung. „Für den Profi ist sie nicht wirklich brauchbar.“ Handschuhe, Schutzbrille, Gehörschutz und Helm haben die meisten Profis aber ohnehin selbst. Andernfalls bekommt man sie von Räder zum Mietgerät dazu.

FAZIT IN KÜRZE

Plus

● robuste Hackmesser, die nach dem Axtprinzip arbeiten
● Nachschleifen mit Winkelschleifer ohne Messerausbau möglich
● kompakte Baumaße
● großer Einzugschacht

Minus

● standardmäßig mitgelieferte Schutzausrüstung wenig robust