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Das Hoch im Norden


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Reisemobil International - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 02.11.2022

STELLPLATZ-CHECK

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Bildquelle: Reisemobil International, Ausgabe 12/2022

Rekord: Das Josephskreuz ist das größte eiserne Doppelkreuz der Welt ? und mit einem Spaziergang zu erreichen.

Ganz schön mächtig. Wie ein Klotz erhebt sich der Harz aus der norddeutschen Tiefebene und gipfelt im 1.141 Meter hohen Brocken. Die deutschdeutsche Grenze verlief einst mitten durch Deutschlands nördlichstes Mittelgebirge und brachte die Bezeichnungen West- und Ostharz hervor. Der eiserne Vorhang ist nach dem Fall der Mauer 1989 dem Grünen Band gewichen, das 2.226 Quadratkilometer große Gebirge ist wieder vereint.

Seither bildet der Harz die Schnittfläche der drei Bundesländer Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Letzteres beheimatet dessen größten Anteil, er birgt Hochebenen und Wald, Berge und Täler, Dörfer und Städte. Natur und Kultur sind zwischen dem Dreieck Ilsenburg – Quedlinburg – Stolberg derart vielfältig, dass eine Reise hierher allemal lohnt. Wanderschuhe und Fahrrad sollten in keinem Wohnmobil fehlen, das die kurvigen Straßen des östlichen Harz unter die Räder ...

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... nimmt.

Doch wie steht’s um die Übernachtungsplätze für Urlauber mit dem rollenden Zuhause? Diese Frage birgt eine eigene Geschichte: Am 17. Juni 1996 hatte Reisemobil International zusammen mit dem Harzer Verkehrsverbund Vertreter aller touristisch interessanten Städte und Gemeinden nach Bad Sachsa eingeladen. Thema des Symposiums: „Der reisemobilfreundliche Harz“. Tatsächlich gab es zu jener Zeit in dieser Region kaum Übernachtungsplätze für Reisemobilisten, von viel zu wenigen Campingplätzen mal abgesehen. Ansporn genug für die Redak- tion, die Verantwortlichen für den Bau von Stellplätzen zu animieren.

GEPRÜFTE PLÄTZEOstharz

Doch was ist heute, gut 26 Jahre später, aus diesem Bestreben geworden? Hat die Initiative gefruchtet? Außer dem touristischen Reiz, der vom Harz ausgeht, ist diese Frage ein gewichtiger Grund für den Stellplatz-Check im östlichen Harz in Sachsen-Anhalt.

Ilsenburg – das Tor zum Nationalpark

Hier ist der Name Programm: Den Stellplatz Wanderlust im Ilsetal betreibt der Inhaber eines Outdoor-Geschäfts auf der anderen Straßenseite. Sein Credo: „Wir leben Wandern.“ Der Stellplatz liegt herrlich im Grünen. Eine Schranke öffnet sich zur Einfahrt, wer wieder raus will, muss sich erst registrieren lassen und bezahlen. Strom, V/E und Toilette sind auf dem Platz vorhanden, geduscht werden kann nur, während der Laden geöffnet ist.

Das Areal der 90 Übernachtungsplätze für Reisemobile erstreckt sich neben dem Nationalparkhaus Ilsetal (aktuell wegen Umbaus geschlossen) am südlichen Ortsrand von Ilsenburg im nördlichen Harz. Ranger bieten geführte Touren an. Rundwanderungen führen durchs Ilsetal, und hier verläuft der Heinrich-Heine-Weg. Zusätzlich ist sportliches Radeln angesagt: Der 9,8 Kilometer lange Trailpark Harz bietet Fortgeschrittenen und Mountainbike-Profis Fahrspaß auf 1.205 Tiefenmetern.

Viel zu erleben also, auch in Ilsenburg: Die Nationalpark-Gemeinde mit ihren knapp 10.000 Einwohnern ist stolz auf ihr Kloster, die vielen Gassen, den Forellenteich direkt am Marktplatz und die harztypischen Fachwerkhäuser. All das lässt sich bei Führungen entdecken. Zu Fuß ins Zentrum sind es vom Stellplatz 1,6 Kilometer.

Darlingerode – zwischen Kloster und Stadt

Gerade mal knapp sieben Kilometer sind es von Ilsenburg zum Wohnmobilpark Harzblick im Stadtteil Darlingerode. Der versteckt sich in einem Wohngebiet, ihn zu suchen lohnt: In einem gepflegten und liebevoll gestalteten Rund stehen bis zu 25 Reisemobile auf Schotter. In der Mitte und am Rand des umzäunten Geländes hat Helga König, die den Platz betreibt, Bänke aufgestellt: Ihre Gäste sollen es sich hier gemütlich machen können. Dazu gehören Ver- und Entsorgung, Strom ist ebenso vorhanden wie WLAN.

Bestechend ist die Lage des Stellplatzes: Kloster Drübeck sollte jeder mobile Gast unbedingt besuchen, zumal es von hier aus zu Fuß zu erreichen ist. Diese ehemalige Benediktinerinnen-Abtei, heute Tagungsstätte der Evangelischen Kirche, wurde in einer Urkunde Königs Otto I. vom 10. September 960 zum ersten Mal erwähnt. Die Klosterkirche geht auf das Jahr 1004 zurück und steht Gästen offen.

Weltlicher geht es in Wernigerode zu. Die nur fünf Kilometer entfernte Fachwerkstadt ist vom Stellplatz aus locker mit dem Rad zu erreichen. Zwar gibt es auch hier zwei Stellplätze, aber der Wohnmobilpark in Darlingerode ist charmanter und vor allem ruhiger.

Wernigerode – Fachwerk und Einkaufsbummel

Als die „bunte Stadt am Harz“ ist Wernigerode mit seiner historischen Altstadt und dem alles überragenden Schloss, einer Höhenburg mit Ursprüngen im 12. Jahrhundert, ein beliebtes Ziel von Reisemobilisten. Sie finden in Laufnähe zum Zentrum mit seinen vielen Gassen, Geschäften und dem markanten Rathaus gleich zwei Stellplätze. Doch die unterscheiden sich erheblich.

Der Stellplatz Am Anger auf dem zentralen P an der Halberstädter Straße ist schnell von der nahen Autobahn 36 aus erreicht. Er ist als Stadtplatz okay, wenn auch durch den Straßenverkehr laut und deshalb eher für Tagesbesucher ein Tipp. Die Anlage bietet V/E und ein öffentliches WC, aber keinen Strom. All das kostet tagsüber Stundengebühr oder stolze 20 Euro pro Nacht, zu bezahlen an einem Automaten.

Dieselbe hohe Summe wird am ruhigeren Stellplatz Am Katzenteich fällig. Die Anlage mit ihren Parzellen für 22 Reisemobile befindet sich in einem separierten Teil eines großen Parkplatzes. V/E ist vorhanden, ebenso Strom – dessen Automaten übermäßig dicke Vorhängeschlösser sichern. Müll zu entsorgen ist auf beiden Stellplätzen nicht möglich.

Wer lieber auf einem Campingplatz übernachtet, steuert von hier aus das elf Kilometer entfernte Elbingerode an. Camping am Brocken liegt an einem Hang am Stadtrand und bietet für Reisemobile einen extra Platz dort, wo es ebenerdig ist. Von hier aus lassen sich viele Attraktionen der Umgebung erkunden, auch der sagenumwobene Brocken.

Blankenburg – Stadt der Schlösser

Auch das von Wernigerode 16 Kilometer entfernte Blankenburg bietet zwei Stellplätze. Beide befinden sich zentral gelegen am Schnappelberg etwa 400 Meter vom Zentrum entfernt. Allerdings ist der untere Platz äußerst schräg angelegt, bietet aber V/E, Strom und WC. Der Stellplatz oberhalb an der Busschleife hingegen, er liegt nur 50 Meter entfernt, ist ebenerdig und deshalb empfehlenswerter. Hier wie dort kostet es sechs Euro zu übernachten.

Interessant für Gäste ist die Lage der Plätze allemal. Direkt gegenüber steht das Kleine Schloss, in dem die Tourist-Info sitzt. Hinter dem Prachtbau der Welfen erstreckt sich ein barocker Garten, den eine Kopie des Braunschweiger Löwen ziert. Weiter oben auf dem Berg prangt das Große Schloss auf 305 Meter über NN, ebenfalls eine barocke Anlage. Ein prächtiges Gebäude ist das Schlosshotel gleich neben dem ruhig gelegenen Stellplatz. Weitere Attraktionen in der Nähe: Teufelsmauer, Kletterwald und Herbergsmuseum.

Quedlinburg – auf mehreren Ebenen Weltkulturerbe

Einen kulturellen Höhepunkt im Harz bildet die Welterbestadt Quedlinburg, die mobile Gäste mit gleich drei Stellplätzen empfängt. Sie liegen allesamt zentrumsnah und eignen sich gut für einen Besuch der Stadt, die mit 1.200 Fachwerkhäusern aus sieben Jahrhunderten gern als Filmkulisse dient. Eine Stadtführung ist unbedingt zu empfehlen, auch eine Fahrt mit der Bimmelbahn ist ein guter Tipp: Beides liefert Erkenntnisse über dieses Kleinod, das bedeutend für die deutsche Historie war.

Der Stellplatz An den Fischteichen nimmt auf gepflastertem Untergrund sechs Mobile auf, die Nacht ist hier für zwölf Euro zu haben. Auch am von einer hohen Mauer umgebenen Parkplatz Marschlinger Hof, der im vorderen Teil als Bus- und Pkw-Parkplatz fungiert, finden sechs Reisemobile ein Plätzchen. Es gibt V/E, Strom und Frischwasser – und eine Gebühr von unverhältnismäßigen 26 Euro pro Nacht.

Da erscheinen die 16 Euro Stellplatzgebühr auf dem Schlossparkplatz nahezu günstig. Die Urlauber in den sechs Reisemobilen, die hier stehen, genießen jedenfalls die Bowlingbahn nebenan und die von allen Stellplätzen schönste Aussicht.

Sie schauen auf die Stiftskirche St. Servatii, die über der Stadt thront. Von hier ist es außerdem nicht weit zum Finkenherd, wo Sachsenherzog Heinrich anno 919 erfahren haben soll, dass er zum ersten deutschen König gewählt würde.

Moderner indes geht es in der Feininger-Galerie zu, die auf mehreren Stockwerken Bilder des Malers Lyonel Feininger ausstellt. Auf dem Marktplatz locken Cafés und vor dem Rathaus eine der ältesten Rolandfiguren Deutschlands von 1460.

Gernrode/Bad Suderode – Kleinod mit Überraschung

Die beiden Städte Gernrode und Bad Suderode gehören zu Quedlinburg, liegen aber

Noch mehr tolle Stellplätze finden Sie im Bordatlas oder unter

13 Kilometer davon entfernt. Touristisch tut sich Gernrode gleich zweierlei hervor: Die weltweit größte Kuckucksuhr außerhalb des Schwarzwaldes tickt oberhalb der Fachwerkstadt neben einem knapp zehn Meter hohen Wetterhäuschen. Wichtiger jedoch ist die Stiftskirche St. Cyriakus.

Dieses Gotteshaus wurde bereits im Jahr 961 erstmals erwähnt und befindet sich weitgehend im Zustand des 10. Jahrhunderts. Die Äbtissin Elisabeth von Weida schloss sich schon 1521 der protestantischen Lehre Martin Luthers an, und die zweitürmige Basilika wurde zu einer der ersten evangelischen Kirchen weltweit. Besonders sehenswert ist das älteste Heilige Grab Deutschlands, verziert mit aufwendigem Reliefschmuck.

Urlauber finden 6,5 Kilometer außerhalb der Stadt einen vier Hektar großen, familiären Campingplatz am Bremer Dammteich, einem Badesee mitten im Wald. Die Freizeitfahrzeuge stehen unter hohen Bäumen, es gibt einen kleinen Laden und einen Biergarten (Pächter gesucht). Ein guter Tipp für ruhige Tage.

Die erlebt auch, wer sich im Harzer Feriengarten Kurcamping einquartiert. Das in einem Wohngebiet zwischen Gernrode und Bad Suderode versteckte, 25.000 Quadratmeter große Areal rund um das einstige Otto-Bad birgt außer einem weitläufigen Park Ferienhäuser und unter hohen Bäumen einen Stellplatz für insgesamt zehn Freizeitfahrzeuge. Hecken begrenzen die Parzellen. Es gibt einen Brötchenservice sowie Waschkabinen im Gemeinschaftshaus. Ein echter Geheimtipp für Reisemobilisten.

Thale – Wander- und Freizeitparadies

Diese Stadt gut zehn Kilometer östlich ist bekannt für ihre Lage am Bodetal. In dem lässt es sich ebenso gut wandern wie am Hexentanzplatz und auf der Rosstrappe. Außerdem lockt ein Klettergarten.

Reisemobilisten finden neben dem Kloster Wendhusen den Stellplatz Kleine Mühle. Er ist schön gegliedert, bis zu 25 Reisemobile stehen auf Schotter, bezahlt wird am Automaten. Zu der Anlage gehört das Kloster-Camp gleich nebenan.

Friedrichsbrunn – Wandern und Bonhoefferkirche

Den gut zehn Kilometer entfernten Ortsteil von Thale kennen Reisemobilisten durch seinen erst im vergangenen Jahr eröffneten Stellplatz Bocksberg. Bis zu 35 Reisemobile stehen hier mitten im Grünen auf Schotter. Die gepflegte Anlage mit V/E, WLAN und Strom bildet eine prima Basis für Wanderungen und Radausflüge in den Harz. Kostenlose Busfahrten nach Thale und Quedlinburg sind möglich. Ein Restaurant gleich nebenan macht den Aufenthalt hier noch komfortabler.

Im Ort lohnt es sich, die Bonhoefferkirche anzusehen. Sie wurde am 8. November 1996 nach dem Theologen Dietrich Bonhoeffer benannt, der gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft Widerstand leistete und am 9. April 1945 hingerichtet wurde. Seine Familie besaß in Friedrichsbrunn ein Ferienhaus, und Bonhoeffer selbst hielt sich gern hier auf. 2010 wurde das Pfarrhaus verkauft.

Stiege – Ort mit versetzter Stabkirche

Als wäre das zwölf Kilometer entfernte Stiege mit seinem Oberen und Unteren Teich noch nicht beschaulich genug: Seit diesem Sommer ist die knapp 1.110 Einwohner große Gemeinde um eine Attraktion reicher. Die Stabkirche von 1904, die bis vor anderthalb Jahren im Wald in der Nähe stand, ist komplett ab- und hier wieder aufgebaut worden. Grund: Das vollständig aus Holz errichtete Gotteshaus war immer wieder mutwillig zerstört worden. Nun erstrahlt das Gebäude, dessen Zukunft schon beendet schien, wieder in altem Glanz.

So wie der ungewöhnliche Campingplatz Domäne vor den Toren des Städtchens, er ist erst seit 1. Mai 2022 wieder eröffnet. Unter hohen Bäumen und neben weiten Weiden erstreckt sich das ruhig gelegene Gelände. Betreiber Oliver Schönfeld freut sich über Reisemobilisten, hält den Platz aber auch für Biker und Wanderreiter bereit. Letzteres verwundert deshalb weniger, weil nur knapp drei Kilometer entfernt die Westernstadt Pullman City den Wilden Westen aufleben lässt. Weiteres Plus außer der Gaststube mit Biergarten: Von der Domäne ist es nur ein Katzensprung in die nächstgrößere Stadt Hasselfelde mit vielen Einkaufsmöglichkeiten.

Stolberg – Fachwerkstadt mit großem Schloss

Bevor die 15 Kilometer nach Stolberg geschafft sind, gibt es noch einen Muss Abstecher: Das Josephskreuz, größtes eisernes Doppelkreuz der Welt, steht auf dem Großen Auersberg auf 580,4 Meter über NN und ist nach 20-minütigem Spaziergang von einem Wanderparkplatz aus erreicht. Die 38 Meter hohe Konstruktion halten 100.000 Nieten zusammen. Von oben eröffnet sich ein sagenhafter Rundumblick über den gesamten Harz.

In Stolberg flankieren Fachwerkhäuser die Hauptstraßen dicht an dicht. Am zentralen Punkt bleibt nur eine schmale Durchfahrt, die Reisemobilen Schritttempo diktiert. Die Stadt schmiegt sich in das enge Tal der Thyge und ist überragt vom Schloss Stolberg. Das Gebäude aus dem 13. Jahrhundert wird aktuell komplett restauriert.

Stolberg, Ortsteil der Gemeinde Südharz, wartet mit drei Stellplätzen auf: Etwas außerhalb befindet sich der Parkplatz des Freizeitbades Thyragrotte. Das allerdings wird gegenwärtig saniert, ist deshalb geschlossen – und der Parkplatz unbelebt. Der Stellplatz am Bahnhof bietet Fläche für fünf Reisemobile, weist jedoch den Charme eines großen geteerten Parkplatzes auf – wenig erquicklich.

Empfehlenswert indes ist der Stellplatz am Rittertor, den auch Busse nutzen. Eine kleine Bühne mit Sitzreihen befindet sich in direkter Nachbarschaft. Von hier aus sind es um die 500 Meter zu Fuß ins Zentrum durch die wegen ihrer schmucken Fachwerkhäuser sehenswerten Rittergasse. Zusätzlicher Pluspunkt: Hier zu übernachten ist gratis.

Sangerhausen – Stadt des Rosariums

Die Tour von Nord nach Süd durch den Ostharz endet in Sangerhausen, das von Stolberg aus in 40 Kilometern erreicht ist. Die 25.400 Einwohner große Stadt ist bekannt für ihr Europa-Rosarium: Es besitzt die größte Rosensammlung der Welt. Hier wachsen auf 13 Hektar 80.000 Rosensträucher, darunter 500 Arten von Wildrosen.

Wer das erleben will, steuert am besten P Nord an, wo in einem separaten Teil 16 Übernachtungsplätze auf Schotter ganz neu angelegt sind. Die Einheiten sind durchnummeriert, Stromkästen stehen zur Verfügung, V/E gibt es nicht. Der Fußweg zum Stadteingang des Rosariums dauert höchstens fünf Minuten.

Einen weiteren Übernachtungsplatz bietet der Campingplatz am Waldbad Grillenberg, gerade mal neun Kilometer vom Rosarium entfernt. In der Anlage herrscht familiäres Flair, und ein Bad vor der Tür ist im Sommer ein erfrischender Pluspunkt.

Wer nach dem Bummel durch die Welt der Rosen Appetit bekommen hat, der stärkt sich neben dem Stellplatz im Herrenkrug, einem Restaurant mit Biergarten.

Zu erzählen gibt es nach der Reise durch den Ostharz in Sachsen-Anhalt wahrlich genug. Außerdem offenbart die Tour die Erkenntnis, dass sich nach einem Viertel Jahrhundert viel getan hat im Ostharz: Dank seiner vielen Übernachtungsmöglichkeiten für mobile Urlauber gilt er heute als reisemobilfreundlich.

Tipp des Autors

HIERGEBLIEBEN: Es gibt Kunstfreunde, die fliegen wegen zwei Bildern von Lyonel Feininger nach New York. Dort hängen die Werke „Viadukt“ und „Manhatten I“ im Museum of Modern Art. Dabei hat der US-amerikanische Maler, der dank seinen Arbeiten am Bauhaus seit 1919 zu den bedeutendsten Künstlern der Klassischen Moderne gehört, viel für Quedlinburg empfunden. Bis er vor den Nazis fliehen musste. Die Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg, ein hochmoderner Bau, eingepasst in das ihn umgebende altehrwürdige Fachwerk, zeigt auf mehreren Stockwerken seine Werke. Die unzähligen Bilder hat der Quedlinburger Hermann Klumpp vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten bewahrt. Info: Lyonel-Feininger-Galerie, Museum für grafische Künste, Schlossberg 11, 06484 Quedlinburg, Tel.: 03946/68959380,

INFO

Tourismusverband, Marktstraße 45, 38640 Goslar, Tel.: 05321/34040,www.harzinfo.de