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DAS IST DEINE: Feir: HAUPT-STADT!


The Red Bulletin-Deutschland Ausgabe - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 12.02.2019

Techno-Nächte, Mainstream-Partys oder Live-Konzerte: In Deutschland hat jedes Musikerlebnis sein Epizentrum. Wir erklären die Sound-Metropolen und nennen dir die besten Adressen für einen Wochenend-Trip.


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Bildquelle: The Red Bulletin-Deutschland Ausgabe, Ausgabe 3/2019

Wo die Beats nie verstummen

Drei Dinge, für die Deutschland in der Welt bekannt ist: Autos, Bier und Berlins Nachtleben. Genauer gesagt: die Techno-Szene. Neben Detroit gilt Berlin als Geburtsstätte des Genres – und setzt seit drei Jahrzehnten Maßstäbe in Sachen elektronischer Musik. Nach dem Fall der Mauer wurde in Clubs wie dem Tresor Musikgeschichte geschrieben, in den Nullerjahren galt Berlin schlicht ...

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... als beste Partystadt der Welt, was Feiertouristen und steigende Club-Mieten mit sich brachte. Ganz so unbeschwert wie früher ist das Feiern in der Hauptstadt vermutlich nicht mehr, aber allerbester Partynährboden ist Berlin heute immer noch.

BERLIN?

Legendäre Tanzflächen, Terrassen mit Spreeblick und Clubs zum Verlaufen

Tresor

Geschichtsunterricht im Klassenzimmer kann langweilen, auf der Tresor-Tanzfläche sicher nicht: Der Club ist eine Techno-Legende, tanzte hier doch die Jugend aus DDR und BRD ab 1991 in einem alten Tresorraum, der stilbildend für Technoclubs wurde. Das eigene Plattenlabel „Tresor Records“ hat Europas Techno-Szene geprägt. Der Club ist umgezogen und dem Prinzip Tresor doch treu geblieben. KÖPENICKER STRASSE 70, TRESORBERLIN.COM

KitKatClub

Sex-friendly Partys sind in Berlin sehr angesagt, der Mix aus Fetisch- und Techno-Party funktioniert im KitKatClub schon seit 1994. Die Regeln sind unverändert: vor dem Anfassen immer fragen; Dresscode einhalten; und wer möchte, kann auch einfach nur zur Musik der guten DJs tanzen. Alles Weitere zum Verhaltenskodex beantwortet die gut gemachte und umfangreiche Website. KÖPENICKER STRASSE 76, KITKATCLUB.ORG

Ritter Butzke

In alten Sagen sucht man den „Ritter Butzke“ vergeblich, der Name geht auf Hallen der Butzke-Werke zurück, wo der Club einst öffnete. Seit 2009 liegt der Butzke, wie man auch sagt, in der Ritterstraße. Vier Dancefloors mit Open-Air-Bereich, alle mit variierender, verspielter Einrichtung. Neben bekannteren Künstlern wird hier auch ein starker Fokus auf lokale Resident-DJs gelegt. RITTERSTRASSE 26, RITTERBUTZKE.COM

Watergate

Einer der Clubs, die Berlins Nachtleben der Nullerjahre groß gemacht haben. Die Betreiber legen den Fokus auf internationale DJ-Größen. Das Ambiente ist cool und clubbig, etwas edler als in anderen Clubs der Stadt. Man feiert hier, passend zum Namen, vor einer Fensterfront mit Blick auf die Spree. Im Sommer geht es über eine kleine Treppe auf eine im Fluss gelegene, auf Stelzen gebaute Terrasse. FALCKENSTEINSTRASSE 49, WATER-GATE.DE

Polygon

Im Berliner Nachtleben kann man sich bekanntlich mühelos verirren, manch einer verschwindet dort für Jahre. Im Polygon wird das Verlaufen nicht nur architektonisch gefördert, sondern ist auch als Philosophie zu verstehen: Hier wird niemandem ein Weg vorgegeben, das Feiern ohne Grenzen wird zum Feiern ohne Ausgrenzung. WIESENWEG 1 –4, POLYGON-CLUB.COM

PLUS DREI: PERFEKTES DINNER, PINGPONG MIT HOUSE UND ENTSPANNTER WOLF

SAGE RESTAURANT

Verbände man KitKatClub, Watergate und Tresor mit Strichen, wäre das Sage der Schnittpunkt. Hier isst man Klassiker wie Steak, Schnitzel, Pizza. Super gelegen, weil auch direkt an der Spree – mit eigenem Beach Club. KÖPENICKER STRASSE 18–20, SAGE-RESTAURANT.DE

MINIMAL BAR

Eine der ältesten Elektro-Bars auf dem Kiez, Fokus auf Minimal und Deep House. Einige bekannte Berliner DJs feierten hier ihren Durchbruch. Zwei Tanzflächen, fünf Räume und eine Tischtennisplatte sorgen für genug Abwechslung. RIGAER STRASSE 31, MINIMAL-BERLIN.DE

KRASS BÖSER WOLF

Der Name täuscht: sehr entspannte Atmosphäre. In Laufnähe zu Techno-Clubs, wie dem „Salon zur wilden Renate“. Drinks-Kreationen, mit denen man den Abend beenden könnte, zugleich ein guter Ort für den Start in die Nacht. MARKGRAFENDAMM 36, KRASSBOESERWOLF.DE

Wo schöne Menschen tanzen

Eine Nacht in München? Klingt für Norddeutsche nach einem Geschenk für die Schwiegereltern zum Hochzeitstag. Irrtum! Die „New York Times“ befand kürzlich, dass München cool wird. Die Stadt habe „neue Nachtleben-Spots, die Berlin das Wasser reichen können“. Zugegeben: Drei Tage durchtanzen können sie in Berlin besser, weil Münchner zwischendurch mal in den Starnberger See oder auf Garmischs Skipisten wollen. Dafür kann München gut: große Clubs, in denen schöne Menschen zu Popmusik tanzen, die ontag morgen weiter an ihrer Karriere basteln.

MÜNCHEN?

Betrunkene Affen, tanzende Schickeria und ein Tausendsassa

Neuraum

Masse geht auch mit Klasse: Der Neuraum ist ein riesiger Club in einer imposanten Location mit internationalem DJ-Booking und erfrischend fairen Türstehern. Einmal drin, hat man die Wahl zwischen fünf Floors mit Musik aus den Charts über Hip-Hop bis Future House, plus eine Schlager-Bar. Junges Publikum. Ungewöhnliche Idee: eine Doppel-Toilette zum Ratschen für Frauen. ARNULFSTRASSE 17, NEURAUM.DE

Enter the Dragon

Tiere im Nachtleben? Klar! Im neu eröffneten Enter the Dragon gibt es Hip-Hop oder Techno im Club „The Drunken Monkey“, dazu das namensgebende Restaurant „The Flying Dragon“ und die Karaokebar „The Crouching Tiger“ (reservieren!). Und wer nicht reinkommt, kriegt beim „Fat Panda“-Straßenverkauf zumindest etwas Leckeres zum Mitnehmen. LENBACHPLATZ 1, ENTERTHEDRAGON.DE

Heart

In den 1980er-Jahren gab es ein beliebtes Wettspiel im Münchner Nachtleben: Wer schafft es am P1-Türsteher vorbei? Wer heutzutage Lust auf eine strenge Door Policy hat, geht Samstagabend ins Heart. Drinnen gibt es zur Belohnung neben guten DJs echte Münchner Schickeria: hübsche Menschen mit genug Geld. Und das alles in einem der schönsten Gebäude Münchens. LENBACHPLATZ 2A, H-E-A-R-T.ME

089

Das 089 ist gewissermaßen der „Monaco Franze“ unter den Münchner Clubs (wer die legendäre 80er-TV-Serie nicht kennt, ist selber schuld). Das Lebensmotto des „ewigen Stenz“ war ja „A bisserl was geht immer“ – und so lautet auch das Motto freitagabends im 089. Andere Party-Events firmieren bezeichnenderweise unter „Zum Knutschen“ oder „Love Tuesday“. MAXIMILIANSPLATZ 5, 089-BAR.DE

Lucky Who

„Als wir das Lucky Who eröffnet haben, waren wir ganz schöne Greenhorns“, geben die jungen Betreiber gern offenherzig zu. Die Location war zuerst eine Burger-Bar, dann eine Party-Bar, danach folgten Clubnächte. Heute ist das Lucky Who ein guter Mix aus ambitioniertem Restaurant, Bar und Tanzfläche. Obendrauf gibt’s eine große, ganzjährig genutzte Terrasse in bester Lage. BRIENNER STRASSE 14, LUCKYWHO.DE

PLUS DREI: DAMPFERAUSFLUG, LATINO-SNACKS UND EIN BAIRISCH-KURS

ALTE UTTING

Ammersee-Ausflugsdampfer waren etwas für Senioren – bis die „MS Utting“ kam. Das ausgemusterte Schiff wurde auf eine stillgelegte Eisenbahnbrücke gestellt. Eine super Location, findet auch die „New York Times“. LAGERHAUSSTRASSE 15, WWW.ALTE-UTTING.DE

BLITZ

Vegetarisches Restaurant mit südamerikanischer Küche, das zugleich ein Elektro-Club ist – mit anspruchsvollem Booking, Top-Soundanlage und großer Terrasse mit Blick direkt auf die Isar. Bitte tunlichst beachten: das rigide Handyfoto-Verbot. MUSEUMSINSEL 1

ZUM FRANZISKANER

Zirbelstüberl, Weißbier-Obazda, resch Gebratene: Wer kein Wort verstanden hat, sollte in der Traditionsgaststätte einen Bairischkurs mit Messer und Gabel ablegen. Hingehen, Spezialitäten bestellen, ein, zwei Weißbier dazu. RESIDENZSTRASSE 9, ZUM-FRANZISKANER.DE

Wo Legenden geboren werden

Beatles, Tocotronic, 187 Straßenbande: drei Namen aus drei Zeitaltern, die zeigen, was in Hamburg in Sachen Live-Musik alles geht. Stilprägend waren sie alle: die noch unbekannten Beatles im August 1960 im Club Indra; die Indie-Rocker von Tocotronic, die 1994 in der Roten Flora einen ihrer ersten Auftritte hatten; und die 187 Straßenbande, die 2018 ihr Tourfinale in der ausverkauften Barclaycard Arena feierte. In Hamburg sieht man also nicht nur Superstars, sondern auch jede Menge Talente, die eines Tages in die Riege der ganz Großen aufsteigen könnten …

HAMBURG?

Solide Bunkerwände, Metal-Messen und funkelnde Kleinode

Übel & Gefährlich

Die Wände so richtig zum Wackeln bringen und anschließend den ganzen Laden zerlegen: Das wollen viele Live-Bands. Im Übel & Gefährlich wird das allerdings schwierig – weil der Club in einem ehemaligen Luftschutzbunker residiert. Neben dicken Wänden (an denen Gemälde im Barockstil samt Goldrahmen hängen) gibt es hier auch eine Dachterrasse mit Ausblick über die Stadt. FELDSTRASSE 66, UEBELUNDGEFAEHRLICH.COM

Große Freiheit 36

Die Location verdankt ihren Namen den umfassenden Religions- und Gewerbefreiheiten, die in dieser Straße ansässige Handwerker und Glaubensgemeinschaften im 17. Jahrhundert bekamen. Freizügig geht es hier an der Reeperbahn freilich auch heute zu. Die Große Freiheit ist eine der größten Konzerthallen der Stadt. Beispielhaft nur drei Namen der langen Konzert-Historie: Prince, Rammstein, Kendrick Lamar. GROSSE FREIHEIT 36 GROSSEFREIHEIT36.DE

Docks

Das sternförmige Glasfenster in der hohen Decke erinnert an eine Kirche. Die Götter, denen hier gehuldigt wird, sind aber nicht unbedingt christlich zu nennen – wie etwa Metallica, die das Docks 1997 „the best fucking club of the world“ nannten. Angesichts des Fassungsvermögens von bis zu 1500 Besuchern ist die Stimmung jedenfalls meist ausgelassener als bei der Sonntagsmesse. SPIELBUDENPLATZ 19, DOCKS-PRINZENBAR.DE

Grünspan

Eine der ältesten Konzert-Institutionen der Stadt – und eine der kleinsten. Dass sich das Grünspan auch mit relativ überschaubaren Besucherzahlen in einer Seitenstraße vom Kiez so lange halten konnte, spricht für sich – oder besser gesagt für die Location. Blumig formuliert: Das Grünspan ist der Keith Richards unter Hamburgs Musikclubs – sichtlich gealtert, aber offenbar unsterblich. GROSSE FREIHEIT 58, GRUENSPAN.DE

Knust

Vom Magazin „Spex“ zweimal zum besten Live-Club Deutschlands gekürt. Bereits 1976 gegründet, im Jahr 2003 in St. Pauli neu eröffnet. Neben Konzerten, Lesungen und Comedy-Shows werden hier alle Heimspiele des Fußballclubs St. Pauli übertragen, dessen Elf bekanntlich zu AC/DCs „Hells Bells“ ins Stadion einläuft. Für AC/DC wäre das Knust mit Raum für rund 500 Besucher allerdings zu klein. NEUER KAMP 30, KNUSTHAMBURG.DE

PLUS DREI: CHEF-TATTOO, BRÖTCHENGEBER UND FEINE HOCH-KÜCHE

EAST HOTEL

Was im Designhotel als Einziges unstimmig ist: Chef Christoph Strengers Kapstadt-Tattoo. Dessen Körper müsste Hamburg zieren, bei allem, was er hier gastromäßig umgesetzt hat. Zum Beweis eine Nacht buchen! SIMON-VON-UTRECHT-STRASSE 31, EAST-HAMBURG.DE

ERIKAS ECK

Solche Öffnungszeiten muss man erst mal zuwege bringen: von 17 bis 14 Uhr – also 21 Stunden. Bekannt für Riesenschnitzel und die größte Variation belegter Brötchen im Land. (Achtung: Hat am Wochenende „nur“ bis 9 Uhr offen.) STERNSTRASSE 98, ERIKAS-ECK.DE

CLOUDS

Hamburg ist ja das München des Nordens. Es darf also auch mal etwas teurer und schicker sein. Zum Beispiel die auf 105 Metern gelegene Küche des Clouds im Hochhaus „Tanzende Türme“ – das höchste Restaurant der Stadt. REEPERBAHN 1, CLOUDS-HAMBURG.DE

Wo DJs Geschichte schreiben

Das Museum öffnet zwar erst im Sommer, aber die Besucher sind schon da: Italiener, Franzosen, Brasilianer klingeln an seiner Haustür, berichtete MOMEM-Direktor Alex Azary. Seit Jahren wird das weltweit erste „Museum of Modern Electronic Music“ angekündigt, jetzt gibt es endlich einen Mietvertrag. Azary könnte sich als Produzent und DJ übrigens gleich selber in eine Vitrine stellen, aber auch so gibt es genug Ausstellungsstücke für das „Sound of Frankfurt“. Denn die Clubs der Stadt, wie das MTW oder Robert Johnson, sind museumswürdig – aber lange nicht museumsreif. Frankfurts House-Szene ist auf historischen Tanzflächen erfreulich jung geblieben.

FRANKFURT?

Ausgezeichnte Sounds, Grenzgänger und Hybrid-Locations

Robert Johnson

Belegte im Ranking des „DJ Mag“ 2018 Platz 64 unter den 100 besten Clubs der Welt. Während andere Events auf bombastische Shows setzen, ist das Robert Johnson „really all about the music“, lobt die Jury. Wenngleich vergleichsweise klein, kriegt der Club regelmäßig internationale DJ-Größen, die schon mal 12-Stunden-Sets spielen. NORDRING 131, ROBERT-JOHNSON.DE

MTW

Teilt sich mit dem Robert Johnson ein Gebäude, genau genommen liegen beide in Offenbach, also wenige Meter jenseits der Frankfurter Stadtgrenze. Das MTW ist größer, eine Spur härter – und noch einige Jahre älter. Unter der Woche gibt’s auch Indie, Rock, Hip-Hop und Best-of-Musik, am Samstag dann den seit Jahrzehnten bewährten House-Club. NORDRING 131, MTWCLUB.DE

Tanzhaus West

Mittlerweile der älteste noch existierende Techno-Club in ganz Frankfurt, hat mitunter drei Tage am Stück offen. Für tanzfreudige Leutchen, denen es im Robert Johnson zu szenig ist. Apropos Alternative: Direkt daneben liegt das ebenfalls empfehlenswerte Dora Brilliant. GUTLEUTSTRASSE 294, TANZHAUS-WEST.DE

Off Yard

Die Bar des im Sommer eröffneten Yard. Der aus Containern gebaute Innenhof mit Essensständen orientiert sich an Kopenhagens populärer Markthalle. Neben Streetfood und Hofleben gibt es im Yard nun das Off Yard als Pop-up-Club. Angenehme Tanz-Ergänzung der etablierten House-Clubs der Stadt. AM STÄDELSHOF 8, FACEBOOK.COM/OFFYARD

Amp Yourself

Amp wie Amplifier, also Verstärker. Die Betreiber kennen sich mit diesen Elektronikteilen gut aus, sie beschallen auch das Robert Johnson. Tagsüber Café, später Bar, abends öfter gute DJs, meistens proppenvoll. Hotspot des letzten Jahres. Guter Ort für den Start in die Nacht. GALLUSANLAGE 2, AMPYOURSELF.DE

PLUS DREI: SZENE-WOLLMILCHSAU, HOTEL-LABEL UND PLATTEN SATT

PRACHT

Das Schweizer Taschenmesser des Frankfurter Nachtlebens. In der Pracht Bar von DJ Nuri gibt es Mittagstisch, abends Drinks, nachts Partys von Soul über Hip-Hop bis Elektro. Außerdem: Kinderdisco, Kochabende, Weihnachtsflohmarkt. NIDDASTRASSE 54, BARPRACHT.DE

LIBERTINE LINDENBERG

Gar nicht mal sooo teures Design-Hotel mit kostenlosem Radverleih. Und weil es hier ja um die Liebe zur Musik geht: Das Lindenberg hat ein kleines Label und ein Tonstudio, in dem Konzerte oder Kinoabende stattfinden. FRANKENSTEINER STRASSE 20, DAS-LINDENBERG.DE

GOSU STORE

Wäre House-Musiker ein Ausbildungsberuf, sähe die Lehre aus wie jene von Manuel Schatz: Auflegen als DJ, selber ein gut sortiertes Label gründen und schließlich den Gosu Store als Plattenladen für elektronische Musik aufmachen. WECKMARKT 9, GOSU-STORE.COM

Wo Pappnasen Polonaise tanzen

Gäb’s den imposanten Kölner Dom nicht, müsste man den Karneval für die wichtigste Religion der Stadt halten. Nirgendwo sonst setzt man sich mit solchem Stolz und so tief empfundener Liebe eine rote Pappnase auf. Das Bärenkostüm und die Biene-Maja-Robe hängt man am Aschermittwoch zwar kurzzeitig zum Lüften raus, aber die Karnevalslieder singt man hier ganzjährig. Die Texte haben den Status von Nationalhymnen. Erfreulich: Man darf sich auch als Nicht-Kölner gerne einhaken und mitschunkeln.

KÖLN?

Gangster-Gaststätte, Karneval ohne Ende und fröhliche Singrunden

Klein Köln

1926 eröffnet als erste Gaststätte mit Tages- und Nachtkonzession. In den 1970er-und 80er-Jahren Treffpunkt von Boxern, Halbweltgrößen und Promis. „Dä Schmahl“, der korpulente damalige Besitzer, gründete die Kneipen-Fußballmannschaft FC Johnny – bestehend aus Kölner Zuhältern, Einbrechern und Hehlern. Heute an den Wochenenden eine längst rotlichtfreie Partykneipe. Toll zum Tanzen: der Ableger Klein Köln 2. FRIESENSTRASSE 53

Die Klapsmühle

2019 ist ein gutes Karnevalsjahr, der Aschermittwoch ist am 6. März, also sehr spät. Damit bleiben vom 11. 11. an exakt 116 Tage Karnevalssession. Natürlich viel zu wenig. Wer den Rest des Jahres wild zu Karneval- und Schlagerhits feiern möchte, ist in der Klapsmühle bestens aufgehoben. Aber dann besser ohne Clownskostüm. HOHENZOLLERNRING 39–41, KLAPSMUEHLE.COM

Wiener Steffie

Wie die Klapsmühle eine Art Kölner Ballermann. Wer Hits der Schlager-, Karnevals-oder Après-Ski-Charts hören möchte, kann sich die Reise nach Mallorca oder Ischgl getrost sparen – hier kriegt man wahrlich genug zum Mitschunkeln und Mitgrölen. Sand und Schnee muss man sich eben dazudenken. Der Club hatte 2016 Finanzprobleme, man trinkt sozusagen für den guten Zweck. QUATERMARKT 5, WIENER-STEFFIE.COM

Gaffel am Dom

Eigentlich ein klassisches Brauhaus, aber: Jeden Freitag ab 22.30 Uhr gibt es die beliebten Mitsingkonzerte mit Björn Heuser. Dann liegen sich hunderte Besucher glückselig in den Armen. Echte kölsche Lieder mit Gitarre, ohne Mickie Krause und Konsorten, dafür mit Liedtextzetteln für Nichtkölner – wie in der Kirche. BAHNHOFSVORPLATZ 1, GAFFELAMDOM.DE

Chlodwig Eck

Charmante Kneipe in der Südstadt. Guter Ort, um der Kölner Seele bei Gesprächen mit den Stammgästen und zwei, drei, vier Kölsch näherzukommen. Im Karneval erwacht die liebenswerte Kneipe machtvoll zum Leben und wird für mehrere Tage zum lohnenswerten Partyort. ANNOSTRASSE 1 –3, CHLODWIG-ECK@ARCOR.DE

PLUS DREI: HIMMLISCHER GENUSS, RUHE IM STIFT UND BALI FÜR ALLE

NENI

„Himmel un Ääd“ ist ein Gericht aus Äpfeln, Kartoffeln und Blutwurst. Eine andere Art der rheinischen Spezialität gibt’s im Neni: einen tollen Ausblick über Köln (Himmel), dazu Israelisches wie Hummus oder Falafel (Erde). IM KLAPPERHOF 22–24, 25HOURS-HOTELS.COM

HOPPER HOTEL ST. JOSEF

Zwei Dinge, die man an Köln nicht so gut finden könnte: die hässlichen Gebäude und den allgegenwärtigen Lärm. Im Hopper Hotel St. Josef findet man Abhilfe: Ruhe im denkmalgeschützten ehemaligen Stiftsgebäude. DREIKÖNIGENSTRASSE 1 – 3, HOPPER.DE

WARUNG BAYU

Ja, selbst in Köln gibt es Karnelvalsmuffel, die an den jecken Tagen lieber das Weite suchen. Zum Glück müssen sie dafür die Stadtgrenzen keineswegs verlassen. Ein Abend im balinesischen Restaurant Warung Bayu tut es genauso. BRABANTER STRASSE 5, WARUNGBAYU.DE