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DAS KLEINE 4x4


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 30/2022 vom 28.07.2022

SIE SIND SO ÄHNLICH und doch so unterschiedlich. Mini Countryman und Suzuki S-Cross besetzen die Klasse der kleinen SUV, fühlen sich mit 4,30 Meter Länge in der Stadt zu Hause. Und bieten gegen Aufpreis Allrad, was in dieser Größenliga nicht selbstverständlich ist.

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Der Countryman basiert auf dem bereits abgelösten BMW X1. Der alte SX4 S-Cross kam 2013, jetzt hat Suzuki Hand angelegt

Das war’s dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten.

Der Countryman lässt ganz den britischen Landlord raushängen – mit einer gesunden Portion Eitelkeit in Form von Union-Jack-Rückleuchten, Zierstreifen und schwarzen Akzenten überall. Wer für jedes rundlich geformte Designelement am Mini einen Scotch trinkt, muss danach gewiss zu Fuß nach Hause. Den weniger extravaganten S-Cross haben die Japaner gerade so umfangreich renoviert, dass sie gleich von einer ganz neuen Generation sprechen. Den Namenszusatz SX4 haben sie offiziell gestrichen, seltsamerweise steht er am Heck aber noch dran. Wir betrachten das Ganze eher als umfangreiches ...

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... Facelift. Reicht das, um dem Countryman in die Parade zu fahren?

DAS BIETEN SIE Im Innenraum hat Suzuki dem S-Cross im Grunde nur eine wesentliche Neuerung mitgegeben: ein neues Infotainment mit größerem und deutlich höher aufgelöstem Neun-Zoll-Touchscreen. Was, um ehrlich zu sein, auch bitter nötig war. Das System sitzt ein ganzes Stück höher in der Mittelkonsole als bisher, lenkt so weniger ab. Und lässt sich auch sonst recht flüssig bedienen.

„Der Mini gibt sich modebewusst, der Suzuki pragmatisch – beide haben ihre Fans.“

Jonas Uhlig, Redakteur

Die Sprachsteuerung zeigt sich jedoch ungefähr so flexibel wie deutsche Flughäfen gerade bei der Gepäckabfertigung. Hier wie da braucht es massig Geduld, wenn’s denn überhaupt noch was wird.

Ansonsten bleibt alles typisch Suzuki hier drinnen. Genug Knöpfe und die klar ablesbaren Instrumente mögen wir, die vielen günstigen Details (zum Beispiel nur Fahrerfenster mit Auto-Funktion, Filz am Boden, viel Hartplastik) eher nicht. Das wird einem Testwagenpreis von immerhin 36 000 Euro kaum gerecht.

Der Mini kann Anmutung und Infotainment deutlich besser. Man scheint Wert darauf gelegt zu haben, dass alles satt klingt, sich wertig anfühlt – was durchaus geklappt hat. Die Bedienung ist nach wie vor originell, teilweise etwas zu verspielt. Das runde Zentralinstrument besitzt eine Art Discokugel-Modus, in dem seine Beleuchtung ständig die Farbe wechselt, was unheimlich ablenkt.

Der Controller fürs Navi muss linksherum gedreht werden, um runterzuscrollen, was bei Technikspender BMW genau andersherum ist. Na gut, Kleinigkeiten. Die Sprachsteuerung funktioniert dafür vorbildlich, erkennt selbst Sonderziele meist auf Anhieb. Und namensuntypisch bietet der Mini viel Platz: Großzügig geht es vorne zu, hinten gibt es mehr Platz für Kopf und Beine als im Suzuki. Und auch beim Kofferraum führt der Countryman mit 450 zu kommt im getesteten Comfort+-Trimm serienmäßig mit Panoramadach, das zwar viel Licht bringt, aber die hinteren Passagiere einengt, die schon ab 1,80 Meter oben anstoßen. Wer das Dach abbestellen möchte, muss auf Comfort-Level downgraden und auch auf die Automatik verzichten.

430 Litern beziehungsweise 1390 zu 1230 Li- BoosterJet Allgrip Suzuki S-Cross 1.4 tern bei umgeklappter 129 PS Lehne. Der S-Cross 6,3 l/100 km Testverbrauch ab 34 540 Euro

SO FAHREN SIE Ohne Automatik im Suzuki? Wäre schade, weil der neue 1,4-Liter-Turbo und der Sechsstufenwandler ein richtig gutes Duo ergeben. Der Motor wirkt mit seinen 129 PS spritzig, seine Mildhybrid-Unterstützung boostet immer wieder merklich mit.

So sprintet der Suzuki in 9,9 Sekunden auf Tempo 100. Das Getriebe agiert besonnen, was gut zum weichen, etwas schaukeligen Fahrwerk des S-Cross passt. Seine Eco-Bereifung sorgt mit für den moderaten Verbrauch von 6,3 Litern auf 100 Kilometer, verantwortet in Teilen aber auch den mit rund 39 Metern viel zu langen Bremsweg.

MINI COUNTRYMAN

Ecken und Kanten vermeiden.

So lautete wohl das Motto der Countryman-Gestalter. Die Sitze (1) überzeugen mit verstellbarer Lendenwirbelstütze und Oberschenkelauflage, auch die Sitzposition passt. Das Lenkrad (2) ist – typisch auch bei BMW – fast schon zu dick, zumindest für kleine Hände. Der Navi-Screen (3) sitzt mitten im pizzagroßen Kreis, ist sehr breit gezogen, ärgerlicherweise gibt’s nur Apple CarPlay, kein Android Auto.

Etwas höher sitzt der praktische Knopf, der direkten Zugriff auf die Assistenzsysteme ermöglicht.

Die Kippschalter (4) sind ein typisches Mini-Feature, finden sich sogar im Dach wieder. Im Fond (5) lässt sich’s aushalten.

Auch der Dreizylinder des Mini gibt sich mit 136 PS und 220 Newtonmetern durchaus kraftvoll, gerade im Teillastbereich wirkt der Antrieb souverän. Die wache, achtstufige Automatik schaltet meist früh hoch. Aber bei Vollgas würde man mehr erwarten – was kein Wunder ist, der Mini fährt mit 1,6 Tonnen fast 300 Kilo Mehrgewicht gegenüber dem Suzi herum.

SUZUKI S-CROSS

Konventionelle Gestaltung: Das Lenkrad (1) kennen wir bereits vom Vorgänger, es fasst sich gut an, ist jedoch mit seinen 16 Tasten etwas überladen. Der neue Navi-Screen (2) darf auf jeden Fall als Fortschritt gelten, was Bedienbarkeit und Auflösung angeht. Die Smartphone-Kopplung brach jedoch leider immer wieder ab, was wir auch von unseren Dauertest-Vitara kennen. Klimabedienung und Wählhebel (3) sehen ebenfalls genauso aus wie früher, hier hat sich nichts geändert. Die Sitzposition vorne (4) ist etwas zu hoch, Rückengeplagte wünschen sich außerdem mehr Stütze.

In Reihe zwei (5) raubt das Glasdach Kopffreiheit.

So vergehen gut elf Sekunden bis zum Landstraßentempo, und auch der Durst an der Zapfsäule spiegelt mit 7,4 Litern die Extrapfunde wieder. Die sportlich straffe Federung mag gemütlichen Naturen etwas zu viel des Guten sein, auf kurvigen Straßen macht der Brite aber Laune, neigt sich kaum. Ein gutes Gefühl vermittelt die direkte Lenkung, die im Alltag aber etwas weniger schwergängig sein dürfte. Beide treten ja mit Allrad an – automatisch zuschaltend wohlgemerkt. Während beim Suzuki ein Drehknopf die Kraftverteilung beeinflusst (inklusive Lock-Modus mit starrer 50:50-Verteilung), lassen sich im Mini lediglich allgemeine Fahrmodi anwählen. Traktionsprobleme konnten wir im Trockenen bei keinem Kandidaten feststellen.

In puncto Assistenten sind beide nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Im Suzuki stört der Spurhaltewarner, der teilweise noch meckert, wenn man schon längst wieder brav eingeschert ist. Der adaptive Tempomat des Mini funktioniert nicht radar-, sondern kamerabasiert, bei Tempo 140 steigt er aus.

DAS KOSTEN SIE Der Mini verkörpert einen gewissen Premiumanspruch, den Kunden an der Kasse dann auch bezahlen müssen: 41 500 Euro kostet unser Testwagen, knapp 5500 Euro mehr als der Suzuki. Für sich betrachtet geht dieser Preis aber noch in Ordnung, da dann bereits das umfangreiche Premium-Paket an Bord ist. Außerdem zeigt sich der Countryman wertstabiler, muss seltener zur Wartung. Der Suzuki bleibt dafür im Unterhalt günstiger: Steuer, Versicherung und Sprit kosten nicht so viel, die Ausstattung lässt kaum noch Wünsche offen. Insgesamt gewinnt er das Kostenkapitel klar.

Und wird so am Ende Preis-Leistungs-Sieger. Die Neuerungen haben gut getan, das neue Infotainment und der Antrieb wirken stimmig. Der ausgeglichene Countryman schnappt sich aber die Eigenschaftswertung und den Gesamtsieg. Da hören die Gemeinsamkeiten dann endgültig auf.

PLATZIERUNG

Punkte maximal 800

536 Punkte

Mini Countryman Feiner Brite mit guten Manieren und dynamischen Talenten. Durch das hohe Gewicht etwas durstiger als nötig.

501 Punkte

Suzuki S-Cross Etablierter Allradler mit spritzigem Antrieb. Wir vermissen bessere Bremsen und schönere Materialien im Innenraum.

FAZIT

JONAS UHLIG, BEREND SANDERS

Der S-Cross ist mit seinem Mildhybrid-Benziner voll auf der Höhe der Zeit. Insgesamt fehlt es aber an Platz und Agilität, um am Countryman vorbeizufahren. Der ist zwar teurer, wirkt aber auch durchweg moderner und hochwertiger.

Auf ihre Art authentisch sind beide.