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Das Kronkorken-Experiment


ANGELSEE aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 20/2020 vom 07.02.2020

Als Iron Trout Teamangler testet und probiert Thorsten Ritter ständig neue Köder und Methoden. Irgendwann hat er sich mal gefragt, ob sich Forellen auch mit einem ganz normalen Kronkorken fangen ließen? Gesagt – getan: Kurz darauf war er mit einem selbst gebauten Kronkorken-Löffel am Start. Hier zeigt er, was mit so einem „Bierlaunen-Köder“ alles möglich ist.


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Diese Köder krönten den Angeltag … Die Schnaps-Idee (mit Bier-Kronkorken) hat tatsächlich funktioniert.


Fotos: F. Schlichting

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Ob sich der Kronkorken einer Bierflasche als Köder für Forellen eignet?


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Eine Idee ist entstanden! Thorsten Ritter hat Lust auf das Köder-Experiment.


Mal ehrlich: Hast Du nicht auch schon mal darüber nachgedacht, auf was für Gegenstände Du theoretisch Fische fangen könntest? Wie Du als Schiffbrüchiger auf einer einsamen Insel versuchen würdest, Fische zu fangen? Gut, dass wir uns keine Gedanken darüber machen müssen, Fische fürs Überleben zu fangen. Da wir als Angler sehr gut wissen, dass Raubfische auf alles reagieren, was glänzt und sich bewegt, liegt es dann doch nahe, auch einen Kronkorken als möglichen Köder in Betracht zu ziehen. Und so entstand die Idee mit dem Kronkorken-Spoon. Und der lässt sich sogar direkt am Wasser herstellen.

SCHLAG AUF SCHLAG

Zur Herstellung braucht man nur einen Hammer, ein Tuch und einen Nagel. Und natürlich einen Sprengring und einen scharfen Einzelhaken. Das war’s schon. Je nach Getränke- bzw. Biersorte stehen dann die verschiedensten Korken-Farben zur Verfügung. Was verarbeitet wird, hängt lediglich davon ab, womit die Getränkebox gefüllt ist.

Als erstes wird der Rand des Kronkorkens mit einem Hammer platt geklopft. Wichtig ist, dass der hochstehende Rand dabei nach innen und nicht nach außen geknickt wird. Wenn man ihn vorher mit den Fingern ganz leicht nach innen andrückt, lässt er sich auf einem glatten Stein ohne Probleme mit dem Hammer flach klopfen. Damit die glänzende Oberseite des Kronkorkens dabei nicht verkratzt wird, wickelt man ihn am besten in ein Papiertaschentuch. Ist der Rand platt, werden als nächstes mit Hammer und einem starken Nagel die beiden Löcher in den Löffel geschlagen. Dafür wird der Nagel mit der Spitze auf den Korken gehalten und einmal fest mit dem Hammer zugeschlagen. Das geht auf einem Stein ebenfalls ganz einfach. Besser durchschlagen lässt sich der Nagel allerdings auf einem Holzbrett.

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Einfaches Werkzeug: Zum Plattklopfen des Korkens wird nur ein Hammer benötigt.


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Damit der Kronkorken nicht zerkratzt wird, wickelt Thorsten ihn in ein Papiertaschentuch.


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Auf einer steinigen Unterlage klopft Thorsten den Bierdeckel vorsichtig platt. Die Kanten des Deckels werden dabei nach innen umgeknickt.


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Da bist du platt! Der erste Schritt ist getan. Thorsten zeigt den plaatgeklopften Kronkorken.


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Als nächstes werden mit einem Nagel Löcher in den Korken geschlagen. Das geht ebenfalls auf der Steinmauer.


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Die kleinen Löcher sollten so dicht wie möglich am Rand des Bleches liegen. Scharfe Kanten an den Löchern werden vorsichtig ‚geplättet’.


Je dichter sich das Loch am Rand des Löffels befindet, desto leichter lässt sich dann der kleine Sprengring aufziehen. Damit man sich dabei nicht an den messerscharfen Graten auf der Unterseite der Löcher verletzt, werden die noch einmal kurz mit dem Hammer geglättet. Ist der Sprengring dann montiert, folgt der Einzelhaken mit extra großem Öhr – und schon ist der Eigenbau-Löffel für Notfälle fertig. Wenn es erlaubt ist, kann natürlich auch ein kleiner Drilling montiert werden. Aber an einem scharfen Einzelhaken bleiben die Forellen auch zuverlässig hängen. Und damit sich der Köder möglichst frei bewegen kann, wäre es eventuell sinnvoll, auch das obere Loch mit einem Sprengring zu versehen, damit dort der Snap eingehängt werden kann.

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Nachdem Thorsten mehrere Kronkorken in verschiedenen Farben bearbeitet hat, werden die Sprengringe aufgezogen, danach die Haken. Je größer das Öhr des Einzelhakens, desto besser kann er sich bewegen.


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Thorsten hat ein paar Kronkorken vorbereitet. Hier ist gut zu erkennen, dass die Kanten immer nach innen geklopft wurden.


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Nach ein paar Testläufen hat sich Thorsten für die blaue Variante entschieden. Die Rute ist „entworfen in Deutschland“ (aber mit ziemlicher Sicherheit in Asien gebaut). Der Köder ist echte Handarbeit ‚ made in Germany’.


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Die Rute ist montiert, der Nebel am Wasser hat sich gelichtet. Jetzt kann man schon mal nach Fischen Ausschau halten.


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Der Korken-Löffel wird ganz langsam wie ein Spoon durchs Wasser geführt. Ab und zu wird er auch mal kurz gestoppt.


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Zuerst wird der Köder nur von den Forellen verfolgt. Kurz darauf fasst aber eine zu. Sitzt!


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Eine tolle Lachsforelle – und der Beweis, dass der Köder fängt. In Teichen mit Portionsforellen wäre er sicher ebenso erfolgreich.


LAUF, KORKEN, LAUF!

Bevor Thorsten mit dem Löffel richtig loslegen konnte, musste er natürlich erst das Laufverhalten testen. Indem er ihn ein paar Mal vor den Füßen hin- und hergezogen hat, konnte er schon sehr gut erkennen, wie sich der Köder im Wasser bewegt. Bei welchem Führungstempo er am besten lief und wie er sich bei einem Stopp und in der Absinkphase verhielt. Da er anfangs noch nicht so arbeitete, wie es sich Thorsten vorgestellt hatte, wurde das Blech hier und da noch etwas verbogen – so lange, bis das Laufverhalten stimmte. Und dann konnte es ernst werden.

Thorsten hat seinen Köder im Angelpark Westerwald in einem Teich ausprobiert, der mit großen Lachsforellen besetzt war. Und womit er gar nicht gerechnet hatte: Schon beim ersten Wurf wurde der Löffel von einem interessierten Fisch verfolgt, der aber kurz vorm Ufer wieder abdrehte… Das war der klare Beweis dafür, dass der Köder funktioniert! Und tatsächlich dauerte es dann nur wenige Minuten, bis eine der großen Forellen am Haken hing. Weil der Köder aus Metall gefertigt und mit einem stabilen Sprengring und einem hochwertigen Haken bestückt war, brauchte sich Thorsten keine Sorgen zu machen, dass er den Fisch wegen Materialschwäche verlieren könnte. Und kurz danach lag die Forelle dann auch im Kescher.

Angesichts dessen, dass es mit unzähligen Spoons und Rippengummis inzwischen tolle Köder fürs aktive Angeln in Angelseen gibt, braucht man den Kronkorken-Löffel natürlich nicht (außer vielleicht auf einer einsamen Insel…). Und selbst, wenn man seine Köder zuhause vergessen hat, haben die meisten Angelseen immer ein paar passende Köder vorrätig, damit der Angeltag noch gerettet werden kann. Dieses Bastel-Experiment hat einfach nur Spaß gemacht und gezeigt, was theoretisch alles möglich ist. Probieren Sie es doch selbst mal aus!

Getestet haben wir den Kronkorken-Spoon im

Angelpark Westerwald Stadionstraße 35759 Driedorf www.angelpark-westerwald.de

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Der Einzelhaken hatte sicher im Maulwinkel gefasst. Es muss also kein Drilling sein! Der kleine Snap ist hier direkt in den Eigenbau-Löffel eingehängt. Für ein besseres Spiel könnte noch ein extra Sprengring montiert werden.


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Thorsten freut sich zu Recht. Nicht nur über den tollen Fisch, sondern auch, weil das Köder-Experiment erfolgreich war.

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