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Das Landei mischt die Stadt auf


Stereo - epaper ⋅ Ausgabe 12/2021 vom 03.11.2021

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Bildquelle: Stereo, Ausgabe 12/2021

Schon die Namensgebung signalisiert den Beginn einer neuen Ära – das pfiffige Wortspiel zwischen dem beschaulichen Taunus und der wilden Town darf in mehrfacher Hinsicht als gelungen gelten: Statt der bisher immer eher nüchternen Bezeichnung der Baureihen ist hier eine ordentliche Prise Pfeffer eingeflossen, die international verständlich ist.

Und sie ist durch ihren Wortwitz auffällig, wirkt auf Anhieb für ein breites Publikum ansprechend. Die avisierte Klientel dürfte sich beim aufgerufenen Paarpreis von 2600 euronischen Talern kaum grämen, denn die Bestückung wie die Verarbeitung machen was her.

Doch auch beim Blick hinter die Kulissen fällt auf, dass das Team um Chefentwickler Frank Göbl wieder einmal ganze Arbeit geleistet hat. Denn obwohl sich die Townus-Serie preislich dicht an die durch sie ersetzten Serien Chrono und Chrono SL anlehnt, entstammt die Technik zu großen ...

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... Teilen der erheblich teureren Vento-Baureihe.

Sehr feine Zutaten

Die Zutaten für die Chassis findet man sonst eher bei Boxen im gehobenen vier- und fünfstelligen Preisbereich: Keramik, Titan, Alu- Mangan sind die Schlagworte. So verfügt der Kalotten-Hochtöner über eine extrem leichte und steife Aluminiumoxyd-Keramik-Legierung, dessen Frontplatte so geformt ist, dass die Abstrahlung möglichst präzise mit dem Mitteltonsystem harmoniert.

Der Mitteltöner wiederum verfügt über eine Titanium-Alu-Membran, von ihm verspricht man sich bei Canton eine ausgezeichnete Balance zwischen Steifigkeit und hoher innerer Dämpfung ohne Resonanzen in seinem Einsatzbereich. Auch hier setzen die Entwickler auf Dynamik und Kompressionsfreiheit, wobei die gefaltete „Wave“-Sicke hilfreich zur Seite steht.

Die Organisation der Arbeitsbereiche für die einzelnen Chassis übernimmt eine mit sehr ordentlichen Bauteilen bestückte Frequenzweiche, die sowohl das Abstrahlverhalten als auch die zeitlichen Abläufe der Schallabstrahlung und eine saubere Impulsantwort zu verantworten hat. Dass der Frequenzgang einer Canton nach unten weitreichend und ziemlich linear ist, ohne einen schlechten Wirkungsgrad mit sich zu bringen, macht sie für einen weiten Nutzerkreis interessant. Und wer es sich mit Frank Göbl je in einem Hörraum gemütlich gemacht hat, weiß, dass der Mann ein Verfechter ungebremster Dynamik ist.

Gelungener Technik-Transfer aus der Vento

DAMIT HABEN WIR GEHÖRT

Jede Canton klingt auch schon bei geringer Lautstärke kraftvoll, aber ihr volles Potenzial entfaltet sie erst so richtig, wenn man „dem Affen Zucker gibt“ – also den Lautstärkeregler in Richtung zwölf Uhr bewegt. Dass die Verzerrungen dabei unter allen realistischen Betriebszuständen minimiert wurden, überrascht da kaum.

Top-Verarbeitung

Auch die Verarbeitungs- und Gehäusequalität innen und außen ist für die Preisklasse herausragend: ein mehrfach versteiftes und verstrebtes Innenleben an neuralgischen Punkten, Dämpfung da, wo es nottut – zum Beispiel bei der Weiche, die auf einem Korkpolster ruht–, ein großzügig abgerundetes Gehäuse zur Vermeidung von Schallbrechungen, die den Klang verfälschen und die Ortbarkeit einzelner Schallereignisse verschlechtern könnten. Dazu Befestigungsschrauben der Chassis und Blenden, die man nicht sieht, und die nicht einfach ins Gehäuse geschraubt wurden, sondern in Einschlagmuttern dauerhaft sicher angebracht sind.

Da passt das neue, sehr stabile, griffige, mit Feingewinden versehene Bi-Wiring-Anschlussfeld prima ins Bild, obwohl wir nicht glauben, dass allzu viele Eigentümer davon jemals Gebrauch machen werden.

Nicht unterschlagen wollen wir, dass die Bespannung nun gerundet und magnetisch haftend ist. Die Reflexöffnung ist an der Unterseite der Box zu finden und strahlt in definiertem Abstand zur serienmäßigen Bodenplatte, die mit Dämpfungsfüßen vom Gehäuse entkoppelt ist. Vom Klang hingegen, da sind wir uns absolut sicher, werden viele Menschen Gebrauch machen, die den Lautsprecher einmal gehört haben.

Was die Hessen hier zum „Happy Hour“- Preis angerührt haben, ist ein Cocktail höchster Güte und Bekömmlichkeit, der auch nach intensivem Hörgenuss am nächsten Morgen keine Spur eines Katers zurücklassen wird.

Den Auftakt machte „Folk faer Andlit“ von Emily D’Angelo. Hier hört man in exemplarischer Deutlichkeit den Unterschied zwischen einer Stimme mit klassischer Ausbildung und den mehr oder weniger begabten Stimmen der in HiFi-Kreisen immer wieder gern gehypten, meist aber bei Weitem überbewerteten talentierten Damen, die sich zwischen Folklore, Jazz und Weltmusik ihre Lücke gesucht haben. Diese Dame hier kann in jedem Detail ihrer Darbietung des getragenen Stücks emotional gefangen nehmen und die Zuhörer in den Bann ziehen. Schlicht großartig, wie die Canton sich jeglichen Kommentars zu enthalten scheint, gleichwohl jedoch Spannung überträgt, sodass man sich bei dieser keinesfalls leichten Kost so wohlfühlt, dass man lange und intensiv zuhört.

Klanglich Happy Hour

Vielleicht sagt Ihnen der Name Hans Zimmer etwas? Er gilt als DER Filmkomponist des bisherigen 21. Jahrhunderts und hat just dem aktuellen Bond-Streifen „No Time To Die“ die musikalische Absolution erteilt. Opulent wie der Film, ist die Musik das perfekte Spiegelbild des Geschehens auf der Leinwand. Leises und Lautes im steten Wechsel, sanfte Streicher gegen großes Orchester in atemberaubender Dynamik eingefangen – die Townus nimmt die Herausforderung gelassen an, freut sich dabei über einen Verstärker, der eine ebensolche Gelassenheit an den Tag legt, wenn es ins Fortissimo geht. Wobei klar gilt: Klangqualität vor Wattstärke, denn die Präzision und tonale Ausgewogenheit – mit einem kleinen Schuss Hochtonmilde – geht mit einem schlechten Verstärker allzu leicht verloren. Wir waren sowohl mit dem altgedienten Musical Fidelity M3i als auch dem Exposure 2510 ziemlich wunschlos glücklich. Beide liegen preislich noch im Rahmen und verdienen hier eine dicke Empfehlung.

Dann ging an einem nebligen Mittwochmorgen der Nostalgiezug mit uns durch, und wir stürzten uns in einen Berg von Rockmusik der 80er-Jahre. Das ging von Aerosmith bis van Halen, mit Zwischenstopps bei INXS, Whitesnake und den Red Hot Chili Peppers und wurde mit partytauglichen Pegeln standesgemäß zelebriert. Um es kurz zu machen: Den „Cantonisten“ ist hier ein bemerkenswertes Kunststück gelungen, das selbst in gehobeneren Preisklassen meist zum Rohrkrepierer mutiert: eine beinahe mustergültige Neutralität auf der einen Seite, verbunden mit der Fähigkeit, bei Rockmusik mit ihrer oft mäßigen Klangqualität mitreißend zu rocken, die Zuhörer zu packen, anzumachen und zu jenen unbeholfenen Tanzschritten und Mitsingaktionen zu animieren, die schon in den damaligen wilden Zeiten immer zu mitleidigen Blicken der Umstehenden führten. Da kann man nur respektvoll den Hut ziehen und mit Gelassenheit hinnehmen, dass es schon großer Orchester oder Chöre wie bei Verdis „Gefangenenchor“ aus „Nabucco“ bedarf, um noch den unmittelbaren Wunsch nach „mehr“ wachwerden zu lassen. Abermals eine reife Leistung, die hier wieder einmal von den Mannen aus dem „Townus“ abgeliefert wird!

Canton Townus 90

Preis: um 2600 € (in Schwarz, Weiß und Nussbaum erhältlich)

Maße: 25 x107 x36 cm (BxHxT)

Garantie: 5 Jahre

Kontakt: Canton Tel.: +49 6083 2870 www.canton.de

Eine sehr verheißungsvolle Premiere der neuen „Townus“-Serie. Der Technologietransfer aus der Vento-Serie ist gelungen, die Verarbeitung überzeugend bis ins Detail, die Optik klassisch und zeitlos, der Preis sehr attraktiv. Ein Volltreffer!

Messergebnisse

Labor-Kommentar Dicht an der Quadratur des Kreises. Sehr tiefreichender, ausgewogener Frequenzgang, hoher Wirkungsgrad und niedrige Verzerrungen zeugen ebenso wie die gute Impulsantwort von sehr sorgfältiger Entwicklungsarbeit.

Ausstattung Drei-Wege-Bassreflexbox; Reflexöffnung strahlt in definiertem Abstand nach unten auf Sockel; stabiles Bi-Wiring-Terminal; abgerundete, magnetisch haftende Bespannung, Spikes

TEST-GERÄTE

Plattenspieler: Roksan Xerxes 10/Linn Ekos/Benz LPS, Luxman PD 121/Audio Technica AT 95E

CD-Spieler/Streamer: Bluesound Node 2i, Musical Fidelity M3SCD

Phonovorverstärker: Pro-Ject Phono Box RS2, Audionet PAM V2

Vollverstärker/Vor/ Endverstärker: T+A DAC 200/A 200, Musical Fidelity m3i, Exposure 2510

Lautsprecher: Paradigm Premier 800 F, Polk Reserve R600

Kabel: Supra, Audioquest, Stockfisch, Funk, HMS