Lesezeit ca. 10 Min.

„DAS MEER GIBT MIR VIEL ENERGIE“


Logo von Auto Bild
Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 13/2022 vom 31.03.2022

ERTRÄUMEN / UMWELT

Artikelbild für den Artikel "„DAS MEER GIBT MIR VIEL ENERGIE“" aus der Ausgabe 13/2022 von Auto Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Eigentlich wollten wir dieses Interview von Angesicht zu Angesicht führen. Idealerweise in maritimer Umgebung, auf keinen Fall virtuell, ohne Wasser und Weite. Aber Corona ließ nur einen Videotalk zu. Immerhin haben wir geredet, konnte ich seine ruhige, leicht melodische Stimme hören. Fast wie an Bord der „Sea Explorer“ während der täglichen Lageberichte von der Vendée Globe, der Non-Stop-Regatta für Einhandsegler rund um die Welt, die wir tage-und nächtelang verfolgt haben.

Guten Morgen, Boris Herrmann, haben Sie sich heute schon um den Zustand der Meere gesorgt?

Damit wache ich nicht jeden Morgen auf. Aber klar, das ist ein ständiges Thema für mich. Deshalb haben wir ja auch seit vier Jahren ein kompaktes Labor auf unserer ‚Sea Explorer‘. Damit segeln wir im aktuellen Zyklus in vier Jahren zweimal um die Welt und sammeln Daten zum Zustand der Ozeane. Die Weltmeere sind ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 1,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Auto Bild. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 13/2022 von WIR BRAUCHEN KLARHEIT, WIE ES 2023 WEITERGEHT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
WIR BRAUCHEN KLARHEIT, WIE ES 2023 WEITERGEHT
Titelbild der Ausgabe 13/2022 von ERSTE RUNDE IM NEUEN NOBEL-NISSAN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ERSTE RUNDE IM NEUEN NOBEL-NISSAN
Titelbild der Ausgabe 13/2022 von T-TIME FÜR DEN MACAN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
T-TIME FÜR DEN MACAN
Titelbild der Ausgabe 13/2022 von BELL A MACCHINA AUS MODENA. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
BELL A MACCHINA AUS MODENA
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
HEIZEN FOR FUTURE
Vorheriger Artikel
HEIZEN FOR FUTURE
Von der Fragilität scheinbarer Gewissheiten
Nächster Artikel
Von der Fragilität scheinbarer Gewissheiten
Mehr Lesetipps

... schließlich für ein Drittel der CO₂-Aufnahme auf unserem Planeten zuständig und haben großen Einfluss auf den Klimawandel. Unsere Daten werden oft präsentiert, fließen auch in den IPCC-Report des Weltklimarats ein. Wir werden dort sogar mit unserem Schiffsnamen zitiert. Darauf sind wir stolz.

Welche emotionale Verbindung haben Sie zum Meer? Ist es Ihr Gegner, Partner oder Freund?

Durchaus so ein allerbester Freund und Partner, den man gern neben sich hat. Ich mag es, am Meer zu sein, und habe das Gefühl, dass mir das viel Energie gibt. Wenn ich es längere Zeit nicht sehe, dann fehlt es mir. Ich gehe auch gern am Meer spazieren, mache viel Wassersport. Na ja, bin ja auch am Meer aufgewachsen.

Sie waren schon als Kind verrückt nach Segeln und haben früh von einer Alleinumsegelung der Welt geträumt. Stimmt das?

Ja. Ich habe mit meinem Vater die ganze Nordseeküste erkundet. Auf den Sandbänken gespielt und im Wattenmeer. Als Jugendlicher hab ich dann 1997 das Buch von Tania Aebi verschlungen, die allein um die Welt gesegelt ist. Ihre Geschichte fand ich extrem inspirierend. Da habe ich mir gesagt: Wenn ich die Schule beendet habe, will ich das auch. Dann liegt da mein kleines, gebraucht gekauftes Segelboot. Dann will ich los.

Es lief dann aber anders.

Ja, bei mir wurde das Regattasegeln zur Leidenschaft. Ich wollte große Rennen segeln, all diese berühmten Wettbewerbe. Das wurde zum Leitmotiv.

Was war denn bei der Vendée Globe Ihre schlimmste Situation, wenn wir den Chrash mit dem Fischdampfer mal außen vor lassen?

Am berüchtigten Kap Hoorn hatte ich verdammt schwere Stunden. Unangenehmer Sturm, hoher Seegang, und ich lag an zwölfter Stelle nicht gut im Rennen. Und dann ging mir mit dem Groß mein wichtigstes Segel kaputt. Das Hauptsegel. Kein kleiner Riss in der Mitte, sondern am mittleren Rand, am Achterliek, dort wo massiv Druck drauf liegt. Wo du nicht einfach ein bisschen Klebstoff draufschmieren kannst. Da musste ich dann mitten im Sturm und bei tierischer Gischt an Deck versuchen, das zu reparieren. Ich war völlig erschöpft, habe mich kurz hingelegt, um Kraft zu sammeln. Dann wieder raus. Das war ’ne harte Nummer.

„Wo fahre ich hin, wo sind beste Wind-und Seebedingungen?“

Was war Ihr schönster Moment unterwegs?

Start und Ziel bringen naturgemäß ganz tolle Situationen. Diese Energie der Leute drumherum, die beim Start mit Schlauchbooten so dicht dran sind, dass ich Tränen in ihren Augen sehen konnte. Oder die riesige Freude und die allerersten Berührungen beim Ankommen.

Und unterwegs?

Da gab es andere schöne Momente, die waren aber eher still und diskret. Wenn man im Flow ist, mit sich selbst ganz im Reinen. Alles passt: das Schiff, der Wind, der Seegang. Das Boot fährt perfekt, man liegt an einer guten Stelle im Rennen. Du hast gut geschlafen, hast viel Energie, dein Körper fühlt sich okay an. Man kann durchatmen, aufs Meer gucken. Und ist mittendrin im größten Abenteuer seines Lebens.

Was macht man da draußen, um vor Einsamkeit nicht verrückt zu werden?

Selbstgespräche hatte ich mir vorgenommen. Ich bin ja eher so ein stiller Typ, und normalerweise spreche ich nicht mit mir selbst. Dabei tut das total gut. Das lockert die Seele. Jeder reagiert anders auf diese bedrückende Einsamkeit, mir hat das schon zu schaffen gemacht. Und natürlich habe ich viel mit meiner Familie telefoniert.

Sie haben sich auf die Weltumseglung intensiv vorbereitet. Sie können sich sogar selbst eine Zahnfüllung verpassen. Wo lernt man das?

Das war meine vierte Weltumseglung, und es ist bei allen großen Rennen Vorschrift, sich mit Sicherheits-und Medizinkursen vorzubereiten. Schon 2010 war ich bei einem französischen Arzt für zwei Wochen als Assistent in der Notaufnahme. Und vor der Vendée Globe hat mich dann noch ein englischer Notfallmediziner ausgebildet, der auf Telemedizin spezialisiert ist. Einer, der täglich schwere Unfälle erlebt. Der kennt die Situationen auf Rennyachten, weil er selbst schon um die Welt gesegelt ist.

Ich gehe mal davon aus, dass Sie auch am Boot fast alles reparieren können.

Nein, eben nicht! Ich habe natürlich Ersatzteile mit, und man kann bestimmte Dinge improvisieren. So habe ich unterwegs eine Halterung für einen Propeller zur Stromerzeugung gebastelt. Aus Aluminium gebogen, abgesägt mit der Flex, durchgebohrt. Aber wenn große Teile kaputt gehen, dann hast du ein Problem. Manchmal sind es auch ganz triviale Dinge. Das ist die Tragik: Du kannst noch so gut vorbereitet sein, und dann zerbricht eine Schraube am Mast. Der fällt um. Ende, Aus.

Die meiste Zeit auf der Vendée Globe haben Sie in der dunklen, lärmenden Kabine vor den Instrumenten verbracht, um die Wetterdaten zu analysieren. Das können Sie sehr gut, nicht wahr?

Ich habe vorher sechs Jahre für andere Teams professionell als Navigator gearbeitet. Ich habe da hauptsächlich die Aufgabe gehabt, mir das Wetter, die Route und solche Sachen genau anzugucken. Das hat mir jetzt total geholfen. Das ist ja ohnehin der Kern des Spiels: Wo fahr ich hin, wo sind die besten Bedingungen?

Sie haben mit Ihren Life-Blogs fast jeden Tag Tausende von Followern mit an Bord genommen.

Das hat mir viel Energie gegeben. Denn es war ein gutes Mittel gegen dieses Alleinsein. In diesem grauen Südmeer oder unter Deck in dieser Karbonhöhle. Da unten hast du ja nie richtiges Tageslicht. Und vor dir noch eineinhalb Monate Einsamkeit.

Zudem gibt es keine Dusche, keine Toilette, kaum Schlaf. Wie halten Sie das aus?

Darauf bin ich trainiert. Es gibt ja auch Phasen ohne viel Wind. Dann sitzt du da, es passiert absolut nichts. Aber das Wetter kann auch in Nullkommanichts umschlagen.

Sie planen schon die nächste Vendée, die 2024 startet. Um zu zeigen, dass ein Sieg drin ist?

Gute Frage. Ich bin nicht sicher, wie ich das beschreiben soll. Es geht mir nicht um den Sieg per se. So denkt man, wenn man schon mal Dritter oder Zweiter war. Bei uns im Team Malizia ist das eher ein Prozess über Jahre, für die nächste und übernächste Vendée Globe. Mit dem Ziel, eine exzellente Truppe mit Ingenieuren und Technikern aufzubauen, die zu den Besten gehört. Das bleibt sie dann auch, wenn mal was schiefgeht oder wir die Regatta nicht beenden können. Das ist wie im Fußball: Auch wenn Bayern München mal verliert, wissen alle, dass das ein super Team ist. Aber natürlich will man irgendwann auch ein tolles Resultat sehen.

Die neue Yacht hat schon im Sommer Stapellauf. Wie nachhaltig sind die eingesetzten Materialien?

Beim ökologischen Footprint gibt es zwei Aspekte. Erstens können wir nicht von heute auf morgen ein Schiff aus Baumwolle bauen, wollen aber trotzdem innovativ sein. Wir werden deshalb 100 Kilogramm Material verwenden, das auf biologischer Basis entsteht. Bio-Composit heißt das bei uns. Eine Flachsfaser mit einer Klebfaser, die auf Rapsbasis und aus anderen Elementen entsteht. Damit bauen wir zum Beispiel nicht-strukturelle Teile wie Kajüten-Dachteile, Türen und Schotten.

Und zweitens ...

... wollen wir nicht nur ein schnelles Schiff, sondern eins, das sehr solide ist und eine lange Lebensdauer hat. Eines, das drei Vendée Globes durchhält. Vielleicht sogar fünf. Mit so einer Lebenserwartung rechtfertigt sich auch der Aufwand zur Herstellung so eines Offshore-Rennboots. Und wenn es einmal schwimmt, braucht es emissionsfrei nur noch Wind zur Fortbewegung.

Speed ist auch wichtig ...

Wir haben deshalb viel an der Bugsektion gearbeitet, das Schiff soll beim Eintauchen in die Wellen nicht mehr abbremsen. Nun erinnert die Form des Bugs ein wenig an eine Banane.

Bis zur nächsten Vendée Globe haben Sie 18 Regatten in 15 Ländern geplant. Muss das sein?

Ja, da gibt es eine gewisse Logik. Wir würden sogar noch mehr machen, wenn es ginge. Je besser man sein Schiff kennt, desto mehr Chancen hat man, die Vendée zu beenden: Jede Meile ist wertvoll.

Auf der Vendée haben Sie, wie erwähnt, auch jede Menge Daten gesammelt, speziell über den Südpazifik und das Südpolarmeer. Temperaturen, pH-Werte und den CO ² -Gehalt des Wassers ...

Wenn man mit so einem überschaubaren Aufwand großen Nutzen für die Wissenschaft stiften kann, ist das eine gute Sache. Die Labortechnik läuft ja während der Vendée Globe vollautomatisch, ich muss da nichts machen. Gut, das sind 20 Kilo mehr Gewicht. Bei einem Boot, das acht, neun Tonnen wiegt. Und das schluckt zehn Prozent von unserer Energie. Aber wir erzeugen über Solarpanele Energie an Bord, deshalb bekommen wir das hin. Das Labor gehört dazu – auch bei der nächsten Vendée Globe.

In erster Linie sind Sie aber Regattasegler.

Klar, aber wenn wir nebenbei noch was Sinnvolles tun können, freue ich mich. Selbst wenn ich bei der Vendée ausscheiden würde, hätte dieser Aufwand seinen Sinn, weil die Daten so wertvoll sind. Und wenn man sieht, was sonst so in der Wissenschaft und auf Forschungsschiffen ausgegeben wird – da sind wir effizienter.

Sind Sie unterwegs auch Plastikmüll begegnet?

Bisher selten, aber meine Kollegen auf anderen Rennbooten haben zum Teil Messgeräte, um Mikroplastik zu registrieren. Und das haben die leider überall entlang ihrer Routen gefunden, auch rund um die Antarktis.

Greta Thunberg wäre entsetzt. Sie haben die Umweltaktivistin 2019 zur New Yorker UN-Klimakonferenz über den Atlantik geschippert. Wie kam es überhaupt dazu?

Totaler Zufall. Im März 2019 gab es in Hamburg eine große Demo von Fridays for Future. Da bin ich mit meiner Frau reingeraten. Ich hatte bis dahin zwar von Greta gehört, aber nicht viel. Dann hat sie gesprochen, und zehntausend Schülerinnen und Schüler haben andächtig zugehört. Man spürte irgendwie Gretas Energie, auch die Wichtigkeit des Themas.

Und wie ging es weiter?

Dann hat meine Frau so im Spaß gesagt, nimmt sie doch mal auf dem Boot mit, wenn sie irgendwohin klimaneutral reisen möchte. Wir haben das damals mehr als Schnapsidee gesehen. Aber dann hat mir im Sommer ein Freund einen Screenshot von Twitter geschickt: Greta wolle dringend umweltfreundlich nach New York und suche eine Reisemöglichkeit. Daraufhin haben wir den Kontakt aufgenommen und es gab mit Greta ein Videogespräch. Weil ich gerade an Bord war, konnte ich ihr schön das Boot zeigen. Und dann hat ihre Familie zwei Tage später gesagt: Ja, cool, wir machen das mit euch.

Worüber haben Sie unterwegs mit Greta geredet?

Zum einen redet man an Bord nicht viel, jeder ist mit sich selbst beschäftigt. Oder mit dem Boot. Es passiert aber öfter, dass ein paar Leute im Cockpit sitzen, um zu snacken. Und da hat sie uns Männer korrigiert, wenn wir ihrer Meinung nach Denkfehler machten. Sie hat ein unglaubliches Fachwissen zum Klimawandel.

Konkret?

Wir haben zum Beispiel unsere Biertischweisheiten zum Umweltschutz losgelassen. Es müsse ganz viele Elektroautos geben oder ganz viele Windräder. Oder es müsse alles per Wasserstoff-Energie funktionieren. Sie hatte dazu immer sofort Zahlen und Hintergründe parat, konnte die Dinge gut relativieren. Und hat uns ein paar gute Themen mit auf den Weg gegeben.

Nämlich?

Sie hat gesagt, hey, ihr redet hier immer über Patentlösungen. Alle diese Punkte sind wichtig, aber falsch sei, nur das jeweils eine für die richtige Lösung zu halten. Es müsse sich alles grundlegend verändern, wir müssten in allen Bereichen größte Anstrengungen unternehmen. Und dass die Welt toll aussehen würde an dem Tag, an dem wir klimaneutral wären. Das fand ich super.

Klimadebatten werden oft polemisch ...

Dem hat sie total den Wind aus den Segeln genommen. Auch dabei, wie man sich persönlich verhalten solle. Damit geht sie völlig lässig um. Verhaltet euch, wie ihr wollt, hat sie gesagt, keiner kann komplett richtig leben. Sie hat auch Humor und oft gelacht. Bei uns an Bord hat sie jedenfalls ein ganz anderes Gesicht gezeigt als das, was man so aus der Presse kennt.

Frachtschiffe mit Windkraft – „eine total spannende Idee“.

Haben Sie noch Kontakt zu ihr?

Ja, es gibt eine Verbindung, sie hat mir während der Vendée die eine oder andere Nachricht geschickt. Total nett und rührend. Vielleicht ergibt sich mal wieder was.

Sie kümmern sich gemeinsam mit Ihrer Frau um die Bildungsinitiative My Ocean Challenge. Worum geht es da? Ums Bewusstsein für die Meere?

Genau. Meine Frau war zehn Jahre Lehrerin, jetzt arbeitet sie bei uns im Team im Bildungsbereich. Sie hat schon bei der vorherigen Weltumseglung mit ihrer Schulklasse das Rennen verfolgt und gemerkt, was für eine Faszination für die Kinder davon ausgeht. Die standen morgens am Schulzaun, rüttelten an der Tür und wollten wissen, wer vorn liegt. Da hat Birte gesagt, das ist toll, da können sie richtig was lernen. Nicht nur über schnelle Boote, sondern auch über Geografie, die Ozeane, den Klimawandel. Nein, nicht mit trockenen wissenschaftlichen Erklärungen. Es geht erst mal um das Abenteuer, um Leidenschaft. Wenn sich Kinder für etwas begeistern, funktioniert das.

Wollen Sie bis ins Rentenalter segeln? Oder gibt es einen Plan B mit völlig anderen Dingen, die Sie noch unbedingt machen wollen?

Was ich total spannend finde, ist die Idee, große Frachtschiffe nahezu klimaneutral mit Windkraft voranzutreiben. Dazu möchte ich mit unserem Team einen Beitrag leisten. Indem wir Studien machen, uns engagieren und dafür werben. Als Segler sehe ich da unheimlich viel Potenzial. Zumal wir ohnehin mit Firmen aus der Schiffahrtsbranche zu tun haben. Sollte ich mal nicht mehr segeln, könnte ich mir das als Schwerpunkt vorstellen. Da arbeiten wir als Nebenprojekt übrigens jetzt schon dran. Um Lösungen, die es schon gibt, zu sondieren und Empfehlungen zu geben.

Zum Schluss noch eine typische EDISON-Frage: Fahren Sie eigentlich ein Elektroauto?

Gern, wenn ich mit Carsharing-Autos unterwegs bin. Wobei man in einer Stadt wie Hamburg eigentlich gar kein eigenes Auto braucht.

Das komplette Interview lesen Sie auf www.edison.media/herrmann