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Das neue Vleisch: Die pflanzliche Wende im: Supermarkt


Vegan für mich - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 12.02.2020

Der Siegeszug der Fleischalternativen hat gerade erst begonnen, und er wird über den Preis und den Geschmack alle Dämme brechen


Die Fleisch-RevolutionTeil 1

Der Blick in Kühlregal und -truhe offenbart: Die vegane Vielfalt in Supermärkten und Discountern an Burger, Hack und Wurst wächst seit dem Burger-Boom von Beyond Meat rasant. Um die Nachfrage in Europa zu decken, hat das kalifornische Start-up im Januar eine eigene Produktionsstätte in Holland eröffnet. Auch die Rügenwälder Mühle, Marktführer in Deutschland bei Fleischalternativen, treibt die Entwicklung weiter voran. Geschäftsführer Godo Röben ...

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Bildquelle: Vegan für mich, Ausgabe 1/2020

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... erklärt im Gespräch mit , dass alle neuen pflanzlichen Produkte von vornherein vegan entwickelt und dass mittel- bis langfristig alle vegetarischen Rügenwalder Mühle-Produkte auf vegan umgestellt würden. Vor der wachsenden Zahl an Mitbewerbern sei ihm nicht bang: „Die rasante Dynamik tut der ganzen Entwicklung gut und stärkt auch unsere Veggie-Produkte“, so Röben.

klimawandel forciert den handlungsbedarf

Auch der Klimawandel befördert die Nachfrage nach Fleischalternativen: Für die „Fridays for Future“- Bewegung etwa steht pflanzliche Ernährung weit oben auf der Agenda. Und sogar der Discounter Lidl informiert auf seiner Website: „Von einer pflanzenbasierten Ernährung profitiert auch das Klima. Wenn mehr vegane Produkte konsumiert werden, kann der Fleischkonsum sinken und begleitende Faktoren wie ein hoher Wasserverbrauch und Ressourcennutzung durch den Futtermittelanbau können reduziert werden.“


„Die rasante Dynamik tut der ganzen Entwicklung gut und stärkt die Veggie-Produkte"


godo röben, rügenwalder mühle

paradigmenwechsel in der ernährungswirtschaft

Doch es geht um viel mehr: Prof. Dr. Nick Lin-Hi, Inhaber der Professur für Wirtschaft und Ethik an der Universität Vechta, sieht die Ernährungswirtschaft vor einem Paradigmenwechsel. Das neue Paradigma basiere darauf, „Lebensmittelproduktion komplett anders zu machen“, so Prof. Lin-Hi. Der Markterfolg von Beyond Meat habe einerseits dazu geführt, dass Milliardensummen in FoodTech flössen, was weitere Innovationen ermögliche. Veganer Fleischersatz auf Pflanzenbasis sei aber nur der Anfang: Denn andererseits stehe kultiviertes, also außerhalb vom Tier erzeugtes Fleisch bereits in den Startlöchern - und der Erfolg sei vorgezeichnet, da es nachhaltigen Konsum ohne Verzicht ermöglichen werde. „Für die meisten Konsumenten ist der Preis entscheidend. Klar, das Produkt muss auch schmecken und sollte halbwegs ansehnlich sein“, so der Wirtschaftsethiker. Doch speziell die „Geiz-ist-geil-Mentalität“ sei im deutschen Lebensmittelmarkt besonders stark ausgeprägt. Daher sei „das Potenzial gerade vor dem Hintergrund, dass die Fleischsubstitute langfristig wohl günstiger sein werden als das tierische Pendant, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit riesig.“ Und da auch gesundheitliche und nachhaltige Gründe dafür sprächen, sei der Siegeszug der Substitute nach dem Motto „Fleisch ohne Reue“ umso stärker absehbar.


@@„Der Siegeszug von Fleischsubstituten ist vorgezeichnet - nicht nur in Deutschland, sondern weltweit"


prof. dr. nick lin-hi, wirtschaftsethiker

Wo gibt's was?

Einige Einblicke - ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Fast alle Supermärkte, teils auch Discounter:
Vegane Produkte der Rügenwalder Mühle, u. a. Pommersche, Schinken Spicker, Mühlen-Steak, -Hack, -Schnitzel, -Burger, -Nuggets
Edeka: Garden Gourmet Incredible Burger und -Hack
Rewe: LikeMeat The Juicy Burger, -Bio Filetstücke
Aldi Süd: Mein Veggie Tag The Wonder Burger
Aldi Nord: Mein Veggie Tag Veggie Fischstäbchen
Lidl: Next Level Burger, -Hack, -Cevapcici
Netto: BioBio Tofu Bolognese
Penny: Natur Gut Vegane Bolognese, Grünkern Burger
Kaufland: Sunflower Family Miracle Burger und -Hack
Metro: Beyond Meat Burger und -Sausage
Billa (A): Vegini Burger
Coop (CH): Délicorn vegane Bratwurst

Interview

Niko Rittenau
(Vegan-Klischee ade)

Fleischersatzprodukte sind eine Umstiegshilfe

Wieso kaufen Menschen, die bewusst auf Fleisch-Produkte verzichten, etwas, das Frikadellen oder Salami imitiert?

Niko Rittenau: Vegan lebende Personen haben zumeist nicht aufgehört, Fleisch zu essen, weil sie es geschmacklich nicht mochten, sondern weil sie aus ethischen Gründen das Töten von Lebewesen ablehnen. Ein fleischähnliches Produkt ohne Tierleid und mit geringerem Ressourcenverbrauch zu produzieren, darin sehe ich einen entscheidenden Vorteil. Außerdem sind Fleischersatzprodukte für viele Neuveganer eine gute Umstiegshilfe, weil sie so nicht alte Gewohnheiten aufgeben und bekannte Produkte in einer veganen Variante essen können. Auch für Personen, die bewusst mehrmals pro Woche aus gesundheitlichen, ökologischen oder anderen Gründen auf Fleisch verzichten, sind diese Produkte ein guter Weg, um fleischähnliche Geschmäcker ohne das Töten eines Tieres zu bekommen.

Ist veganer Fleischersatz gesund?

Wenn Fleischersatz gut und hochwertig gemacht ist, hat er zumeist ein besseres Fettsäurespektrum (mehr ungesättigte anstatt gesättigter Fettsäuren), ist im Gegensatz zu Fleisch cholesterinfrei und enthält Ballaststoffe, die tierischen Produkten zur Gänze fehlen. In Sachen Protein stehen diese Lebensmittel Fleisch oft in nichts nach und können damit Teil einer insgesamt vollwertigen, ausgewogenen, pflanzlichen Ernährung sein.


FOTO: ISTOCK (3), © KARSTEN WERNER