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Das PC-WELT-Rettungssystem


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PC Welt - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 03.06.2022

Sicherheit

RESCUE – DVD

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Bildquelle: PC Welt, Ausgabe 7/2022

Das installierte Betriebssystem startet nicht mehr, beispielsweise wegen unpassenden Treibern, Konfigurationsfehlern oder wegen eines Hardwareproblems. In diesen Fällen ist ein gut ausgestattetes Live-System eine formidable Hilfe. Sofern die Datenträger intakt sind sowie unverschlüsselt, kann das Live-System Dateien vom lahmgelegten Rechner auf einen anderen Datenträger oder auf eine Freigabe im Netzwerk kopieren. Und schließlich gibt es immer wieder Aufgaben, die nur von einem Live-System aus heraus funktionieren, wie die Wiederherstellung gelöschter Dateien, die Repartitionierung der Datenträger und das Klonen oder Speichern sowie Wiederherstellen von Datenträgern aus Abbilddateien (Images) für Komplett-Backups.

Das macht das neue PC-WELT-Rettungssystem zum idealen Werkzeug für den Windows-Notfall. Denn es bietet im Vergleich zu den meisten anderen Live-Systemen auf ...

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... Linux-Basis zahlreiche Vorteile: Denn bei diesen Systemen passt meist etwas nicht genau zum Einsatzzweck, oder ist nicht sorgfältig umgesetzt. Beispielsweise fehlen oft bestimmte Tools, deutschsprachige Übersetzungen für Programme, ein deutsches Tastaturlayout, aktuelle Browser oder ein frischer Linux-Kernel mit guter Hardwareunterstützung. Deshalb präsentieren wir in diesem Heft auf DVD das selbst entwickelte – beziehungsweise weiterentwickelte – Live-System der PC-WELT-Redaktion. Es fasst als Notfallsystem die wichtigsten Werkzeuge und zahlreiche Hilfestellungen auf einem intuitiv zu bedienenden Desktop zusammen. Die Systembasis ist ein stark angepasstes Arch-Linux als 64-Bit-System, das ganz unabhängig vom installierten Windows auf nahezu beliebiger PCund Laptop-Hardware startet.

So starten Sie das neue Rettungssystem der PC-WELT

Das PC-WELT-Rettungssystem tritt mit dem Anspruch an, ein möglichst unkompliziertes und dabei kompaktes Live-System bereitzustellen. Mit dabei sind Wiederherstellungsprogramme für gelöschte Dateien und Partitionen, mit komfortablem Parti-tionierer, fortgeschrittenen Tools für SSDund NVME-Laufwerke sowie allen wichtigen Browsern von DVD auf einfache Weise bereitzustellen. Der schlanke und dabei ansehnliche Mate-Desktop, Browser und die meisten mitgelieferten Programme liegen dabei in deutscher Sprache vor.

Die Heft-DVD startet dabei im Bios-Modus wie auch im Uefi-Modus. Lassen Sie dazu die DVD im Laufwerk eingelegt und starten Sie den Rechner neu, um von diesem Laufwerk zu booten, was bei den meisten Hauptplatinen und Laptops einen Druck auf die Taste F8 oder F12 erfordert. Vor dem Start zeigt die DVD ein Bootmenü: Dort klappen Sie im obersten Eintrag „PC-WELT-Rettungssystem (64 Bit)“ ein Untermenü mit weiteren Optionen aus.

Neben dem normalen Start bietet dieses Untermenü den Punkt „Start bei wenig RAM“ an. Er eignet sich für Systeme mit Arbeitsspeicher von vier GB oder weniger. Für Hardware mit exotischen, sehr alten oder auch besonders neuen Grafikchips ist der Eintrag „Sicherer Grafikmodus (VESA)“ gemacht, welcher einen kompatiblen Grafiktreiber mit geringerer Auflösung nutzt, falls der normale Start nicht gelingt oder der Desktop bei neuen Intel-Chips flackern sollte. Neben dem Bootmenü zeigt das Logo „Bios“ oder „Uefi“ stets an, in welchem Modus der Rechner gerade gestartet wurde. Bitte beachten: Die Funktion Secure Boot wird vom Live-System nicht unterstützt. Secure Boot muss zuvor in den Bios-/Uefi-Einstellungen der Hauptplatine beziehungsweise des Laptops abgeschaltet sein.

Erster Blick in den umfassenden Linux-Werkzeugkasten

Nach dem Start des Desktops wartet der Network Manager rechts oben darauf, eine WLAN-Verbindung aufzubauen. Über Ethernet verbindet sich das Live-Systemen dagegen automatisch. Um die WLAN-Verbindung einzurichten, klicken Sie auf das Netzwerksymbol neben der Datumsanzeige: Wählen Sie Ihr Funknetz aus und geben Sie das Passwort ein.

Ganz links gibt es ein ausklappendes Anwendungsmenü mit Programmverknüpfungen in verschiedenen Kategorien. Daneben zeigt das Untermenü „Orte“ die verfügbaren Partitionen des Rechners an, und der Eintrag „System“ beherbergt verschiedene Einstellungen zum Live-System, wie beispielsweise die Tastaturbelegung sowie die

Konfiguration des Mate-Desktops. Wie bei Live-Systemen üblich, werden diese Einstellungen nicht gespeichert – das System startet von DVD stets in der vorgegebenen Grundkonfiguration.

Für einige der wichtigsten Programme sind in der oberen Leiste einfach zugängliche Verknüpfungen angelegt: Die Browser Firefox, Google Chrome und (teils englischsprachig) Opera, der Partitionierer Gparted, das Backup-Tool Clonezilla, Veracrypt zur Verschlüsselung, ein Dateimanager und ein Fenster zur Eingabeaufforderung stehen für den schnellen Zugriff bereit.

Während Firefox und Google Chrome grundlegende Browser sind, die in keinem Live-System fehlen sollten, bietet Opera ein paar zusätzliche Funktionen: Zum Beispiel können Sie mit diesem Browser per VPN andere Länder als Deutschland für den Zugriff auf Webseiten nutzen. Das VPN von Opera ist kostenlos und wird von der kanadischen Firma Surfeasy Inc bereitgestellt. Meist nutzt dieser sichere Zugriff aber keine Server in Kanada, sondern in den Niederlanden, um die wahre IP-Adressen von Opera-Nutzern zu verschleiern. Beachten Sie, dass ein VPN dieser Art kein Anonymisierungsdienst wie TOR ist, weil der VPN-Provider Ihre echte IP kennt. Für die Umgehung von Ländersperren ist der Dienst aber perfekt geeignet und schnell eingerichtet: Im Rettungssystem finden Sie im Opera-Browser die VPN-Option im Menü „Bearbeiten“ (drei horizontale Striche ganz rechts) im Abschnitt „Privacy & Security –› VPN –› Enable in Settings –› Enable VPN“. Nachdem Sie sie aktiviert haben, taucht neben der URL ein blaues VPN-Symbol auf, mit dem Sie den Dienst aus- und einschalten und einen Kontinent auswählen.

Auf Windows-Partionen zugreifen

Der wichtigste Grund, ein Live-System zu starten, ist der Zugriff auf Datenträger und Dateien, wenn Windows nicht mehr starten will. Das Rettungssystem verfügt dafür über einen NTFS-Treiber (NTFS-3G) für das verwendete Windows-Dateisystem und kann Windows-Partitionen direkt zum Lesen und Schreiben per Klick öffnen. Dazu dient der Dateimanager aus der Schnellstartleiste (vorletztes Symbol). Die erkannten Partitionen sind in der linken Leiste unter „Geräte“ eingeblendet und tragen als Bezeichnung den Partitionsnamen – falls vorhanden – oder die unter Linux übliche Laufwerksbezeichnung: Die Partition „sda1“ entspricht der ersten Partition (1) auf dem ersten SATA-Laufwerk (Namensteil „sda“).

Um sicher zu sein, um welche Partition es sich handelt, hilft ein Klick darauf, um deren Inhalt im Hauptfenster anzuzeigen. Zum Kopieren von Dateien und Ordnern ziehen Sie diese einfach mit der Maus von einem Fenster des Dateimanagers in ein anderes mit dem geöffneten Zielort – etwa einem USB-Laufwerk.

Mit Gparted Partitionen vergrößern und verkleinern

Ein Highlight des Rettungssystem ist das Programm Gparted 1.3.1, das zum Neuund Repartitionieren von Datenträgern dient. Sie können damit nicht nur neue Partitionen anlegen, sondern vorhandene auch ohne Datenverlust verkleinern oder erweitern. Im Live-System funktioniert dies selbst für die Systempartition eines installierten Windows mit NTFS-Dateisystemen, denn Gparted 1.3.1 versteht sich auf eine große Anzahl von Dateisystemen aus dem Windows- und Linux-Umfeld. Zur Auswahl eines Laufwerks dient in Gparted rechts oben das Drop-down-Menü. Das Hauptfenster zeigt die dort enthaltenen Partitionen an. Ein Rechtsklick darauf bietet über den Punkt „Größe ändern/Verschieben“ ein Untermenü zum Anpassen der Partition. Dazu einige Hinweise: Nur ausgehängte Partitionen dürfen geändert werden. Falls Sie eine eingehängte Partition bearbeiten wollen, müssen Sie diese zunächst im Dateimanager über das angezeigte Symbol in der linken Seitenleiste auswerfen.

Mit Gparted verkleinern Sie eine Partition ganz einfach: Bei gedrückter Maustaste können Sie dafür die rechte Begrenzung im Balkendiagramm verschieben oder im Feld „Neue Größe“ den gewünschten Wert eingeben. Danach ist neben einem Klick auf „Größe ändern“ noch die Bestätigung der Aktion mit „Anwenden“ nötig, denn bis hierhin hat Gparted noch nichts an den Partitionen geändert. Allerdings eignet sich nicht jede Partition zum Verkleinern oder Vergrößern. Tabu sind die die Boot-Partitionen von Windows 11 und 10, die in Gparted mit der Bezeichnung „System-reserviert“ beziehungsweise „Microsoft reserved partition“ auftauchen. Hier gilt: Finger weg. Es ist immer empfehlenswert, vor dem Verkleinern ein Backup der Daten anzulegen. Denn wenn wegen eines unglücklichen Zufalls während der Änderung der Rechner abstürzt, ist die Partition unbrauchbar.

Gelöschte Dateien ganz einfach wiederherstellen

Wenn Sie eine Datei, die Sie noch benötigen, versehentlich gelöscht haben, sollten Sie schnell handeln: Sie müssen unbedingt weiteren Schreibaktionen auf dem betroffenen Datenträger zuvorkommen. Deshalb dürfen Sie nicht mehr mit dem installierten System weiterarbeiten, sondern sollten umgehend das PC-WELT-Rettungssystem mit Wiederherstellungstools booten. Es hat zwei Programme zur Wiederbelebung gelöschter Dateien mit an Bord.

Das Programm Photorec durchsucht die freien Bereiche von Dateisystemen und stellt von dort Dateien anhand ihres Typs und einer heuristischen Suche in ein Zielverzeichnis auf einem anderen Datenträger wieder her. Welche Bezeichnungen die Quell- und Zielpartitionen haben, ermitteln Sie zuerst im Dateimanager. In unserem Beispiel soll die Quellpartition mit den gelöschten Dateien die Kennung „/dev/sda2“ haben. Öffnen Sie ein Terminalfenster über das Symbol oben ganz rechts, wo Sie zunächst mit dem Befehl

sudo umount /dev/sda2

die Partition aushängen – falls noch nicht geschehen. Anschließend führen Sie mit der Eingabe

sudo photorec /dev/sda2

das Wiederherstellungstool Photorec darauf aus. Um gelöschte Dateien zu retten, verlangt Photorec noch in der Liste die Bestätigung der Partition und des enthaltenen Dateisystems mit Return. Auch die Auswahl des Dateisystemtyps muss passen, damit Photorec etwas findet – das Tool bietet eine Option für Ext2/3/4 sowie eine für sämtliche anderen Dateisysteme wie FAT32, NTFS und weitere. Nach der Auswahl des Dateisystems können Sie den freien Platz („Free“) oder das gesamte Laufwerk („Whole“) nach gelöschten Dateien untersuchen. Für die gefundenen Dateien und Datenreste gehen Sie dann noch im Dateibrowser auf das gewünschte Zielverzeichnis und drücken dann die C-Taste, um die automatische Wiederherstellung zu starten. Je nach Größe des Datenträgers kann der Suchlauf einige Stunden dauern. Er findet meist sehr viele wiederherstellbare Dateien, die Sie danach noch sichten sollten.

SATA-SSDs und NVMe-Laufwerke sicher und komplett löschen

SSDs lassen sich nicht so einfach löschen wie andere Laufwerke: Denn hier steuert der SSD-Controller alle Schreibvorgänge auf den Flashspeicher, um die Speicherzellen möglichst gleichmäßig zu nutzen. Deshalb können herkömmliche Programme zur Datenvernichtung diese Datenträger nicht sicher und komplett löschen. Nur direkte Befehle an den internen Controller des Laufwerks erlauben ein zuverlässiges Zurücksetzen jeder einzelnen Speicherzelle, falls Sie dieses Laufwerk verkaufen oder weitergeben wollen.

SATA-SSD löschen. Bei SSDs am SATA-Bus bietet die ATA-Spezifikation mit ATA Secure Erase ein spezielles Löschkommando, um die Datensicherheit auf gelöschten Laufwerken zu gewährleisten. Dieser Befehl ist im internen Befehlssatz von ATA/SATA-Laufwerken ab 2001 enthalten, um den strengen Vorgaben des National Institute of Standards and Technology (NIST) zum sicheren Löschen gerecht zu werden. ATA Secure Erase überschreibt wie bei einem Formatbefehl den gesamten Datenträger inklusive reservierter Bereiche der „Sector Reallocation“, die im normalen Betrieb nicht zugänglich sind. Auf SSDs hat der Befehl den zusätzlichen Nutzen, dass ATA Secure Erase den Datenträger in den Werkszustand zurücksetzt und die SSD damit wieder so schnell macht wie am ersten Tag. Ein schon lange genutztes SSD-Laufwerk ist danach messbar leistungsfähiger: Bei unseren Tests mit einer Intel-SSD von 2013 zeigten Messungen mit dem Datenträger-Benchmark Bonnie++ nach einem Reset in den Disziplinen wie sequenzielles Lesen, Schreiben und zufälliges Schreiben erhebliche Verbesserungen der Geschwindigkeit.

ÜBERBLICK: DIE REPARATURTOOLS IM PC-WELT-RETTUNGSSYSTEM

START VON USB-STICK: LIVE-SYSTEM ÜBERTRAGEN

Auch ohne DVD-Laufwerk können Sie das neue PC-WELT-Rettungssystem schnell und einfach einsetzen. Denn es lässt sich nicht nur von der Heft-DVD starten, sondern außerdem ganz einfach auf einen USB-Stick übertragen. Anschließend starten Sie Ihren Rechner direkt vom Stick, um auf die Tools des Rettungssystems zuzugreifen. Ein willkommener Nebeneffekt: Das System startet so auch deutlich flotter als von der vergleichsweise langsamen DVD.

Das PC-WELT-Rettungssystem bringt gleich mehrere Möglichkeiten mit, über die Sie es auf einen USB-Stick übertragen und diesen bootfähig machen können. Direkt aus dem Live-System heraus: Das Live-System liefert unter „Anwendungen –› Systemwerkzeuge –› Bootfähigen USB-Stick erstellen“ ein Programm mit, um das Live-System auf einem USB-Stick oder einer Speicherkarte bootfähig einzurichten. Nach dessen Start erwartet das erste Eingabefeld die Auswahl der ISO-Datei des Rettungssystems. Sie finden sie beim Start von der Heft-DVD im Dateibrowser über den Pfad „sr0 –› Image-Dateien –› rettungssystem_843.iso“. Darunter listet das Tool die angeschlossenen Wechselmedien auf, wo Sie den USB-Stick auswählen. Dieser muss über mindestens 1 GB Kapazität verfügen und wird nach Auswahl dann automatisch neu partitioniert. Achten Sie vor der Auswahl unbedingt darauf, dass Sie das richtige Speichermedium auswählen, denn alle darauf vorhandenen Daten werden gelöscht. Um wirklich sicher zu gehen, dass es sich um den gewünschten USB-Stick handelt, können Sie den im Tool angezeigten Geräte- bzw. Pfadname nochmal im Dateimanager überprüfen.

Schließlich gilt es noch auszuwählen, ob der erstellte Stick mit dem Rettungssystem im Bios- oder Uefi-Modus starten soll. Ganz unten stehen dafür Partitionierungsschemata zur Auswahl, wobei die erste Partition in der Standardeinstellung „Mini (ISO size)“ für das Live-System reserviert ist und der Rest des USB-Sticks mit ext4/3 oder FAT32 formatiert werden kann.

System per Windows übertragen: Die Heft-DVD macht sich die fortgeschrittenen Fähigkeiten des Linux-Bootloader Grub 2.06 zunutze, der Systeme auch anhand einer ISO-Datei starten kann. Auf Heft-DVD findet sich deshalb zu diesem Zweck im Verzeichnis „Image-Dateien“ das PC-WELT-Rettungssystem auch in Form der Imagedatei „rettungssystem_843“. Auch damit können Sie einen bootfähigen USB-Stick schnell erstellen, um das Rettungssystem zu starten..

Das USB-Transfer-Tool des Live-Systems: Bevor ein USB-Stick beschrieben wird, zeigt das Tool noch eine Zusammenfassung zur Bestätigung an und anschließend den Fortschritt im Terminal.

Während sich der Datendurchsatz bei diesen Zugriffen fast verdoppelte, ging besonders die Latenz stark zurück.

Ein grafisches Tool für das sichere Löschen per ATA Secure Erase auf einer bestimmten SSD ist im Rettungssystem unter „Anwendungen –› Systemwerkzeuge –› ATA Secure Erase“ enthalten. Es startet mit der Auflistung von SSDs und deren Auswahl. In der Liste tauchen allerdings nur Laufwerke auf, die an SATA-Ports angeschlossen sind und den internen Löschbefehl in ihrer Firmware auch unterstützen. Per PCI-Express angebundene NVMe-SSDs, USB-Laufwerke, E-SATA, SAS und Raid-Laufwerke werden nicht unterstützt. Im nächsten Schritt wählen Sie das gewünschte Laufwerk aus, das zurückgesetzt werden soll. Achten Sie bei der Auswahl unbedingt auf die angezeigte Geräte-ID sowie die Modellbezeichnung! Denn die Dateien auf dem ausgewählten Laufwerk werden in den nächsten Schritten unwiederbringlich verloren gehen.

Wenn in der Liste die Spalte „Eingefroren“ bei einer SSD den Zustand „ja“ anzeigt, so können Sie dieses Laufwerk nicht sofort löschen. Denn das bedeutet, dass ein angeschlossenes SATA-Laufwerk derzeit für den exklusiven Zugriff durch das Bios gesperrt ist. Diese Sperre heben Sie mit einem Trick auf: Versetzen Sie den Rechner kurz in den Ruhezustand und wecken ihn anschließend wieder auf. Das Tool bietet nach der Auswahl eines eingefrorenen Laufwerks deshalb automatisch an, das System in den Ruhezustand zu versetzen. Nach dem Aufwecken des Rechners hat sich der Status der Laufwerke geändert, und Sie können nach dem erneuten Aufruf von „ATA Secure Erase“ mit der Laufwerksauswahl fortfahren. Jetzt ist noch eine Bestätigung im Dialog „Sind Sie wirklich sicher“ notwendig, um das nochmals angezeigte Laufwerk „ATA Secure Erase“ tatsächlich in Gang zu setzen oder gegebenenfalls abzubrechen. Der Löschvorgang dauert auf SSDs nur wenige Minuten und wird im Hintergrund vom Linux-Tool „hdparm“ ausgeführt.

NVMe-SSD löschen. Die neueren Flash-Laufwerke setzen nicht mehr auf das Bussystem SATA, sondern sind per PCI Express angebunden. Doch auch viele NVMe-Laufwerke kennen einen sicheren, internen Löschbefehl, der hier „User Data Format“ heißt. Es hängt von der Firmware des Laufwerks ab, ob es der SSD-Controller versteht – bei Marken-Laufwerken ist das aber meist der Fall. Das Tool im Rettungssystem zum Löschen von NVMe-SSDs findet sich unter „Anwendungen –› Systemwerkzeuge –› NVME Secure Erase“. Es funktioniert auf die gleiche Weise wie ATA Secure Erase, nur dass im Hintergrund das Linux-Tool „nvmecli“ zum Löschen dient.

Clonezilla: Festplatten-Images anlegen

Dieses Backup-Tool für komplette Festplatten oder einzelne Partitionen schreibt Abbilder in komprimierte Image-Dateien, die es entweder lokal auf einer anderen Festplatte oder auf einem USB-Medium speichert. Es kennt alle verbreiteten Dateisysteme aus dem Umfeld von Windows und Linux, wie Ext2, Ext3, Ext4, BTRFS, Reiser FS, XFS, JFS, FAT32 und NTFS. Die Backup-Images kann Clonezilla gepackt als Dateien speichern und zu einem Umzug eine Festplatte 1:1 klonen.

Der Aufruf von Clonezilla über die obere Schnellstartleiste erfolgt sofort mit root-Rechten. Im textbasierten, deutschsprachigen Menü sichern Sie mit „deviceimage“ und dann „local_dev“ ein Abbild auf einem lokalen Datenträger. Soll ein USB-Datenträger das Partitions-Image aufnehmen, stecken Sie das USB-Laufwerk an und drücken die Return-Taste. Die Zielpartition und das Verzeichnis wählen Sie in den nächsten Schritten. Für das gepackte Image belassen Sie die Einstellungen auf „Beginner / Einsteiger“, gehen im nächsten Menü auf „saveparts“, geben den gewünschten Image-Namen an und wählen schließlich aus der Liste die Quellpartition aus, die Sie sichern möchten.

Wenn eine ganze Festplatte mit Betriebssystem und Datenpartitionen gesichert werden soll, speichert Clonezilla alles in einem Abbild. Nach der Auswahl der Zielpartition und den Einstellungen „Beginner / Einsteiger“ brauchen Sie dazu den Punkt „savedisk“. Im nächsten Schritt geben Sie wieder den gewünschten Dateinamen des Abbilds an und wählen dann die zu sichernde Festplatte aus. Sie erhalten auf der Zielpartition im ausgewählten Verzeichnis ein gzip-komprimiertes Abbild der gesamten Platte. Soll Clonezilla nur eine einzelne Partition sichern, so ist „saveparts“ dagegen der passende Menüpunkt.

Um eine gesicherte Partition mit Clonezilla zurück auf die Platte zu schreiben, starten Sie das Tool wie zuvor mit „device_image“ und „local_dev“. Wählen Sie dann die Partition und das Verzeichnis aus, in dem das gespeicherte Image liegt, gehen auf „Beginner / Einsteiger“ und dann auf die Option „restoreparts“. Clonezilla findet auf dem Backup-Medium alle Abbilder automatisch und präsentiert sie als Liste. Danach wählen Sie die Zielpartition aus, in die das Image zurückgeschrieben werden soll.

Die Wiederherstellung einer Festplatte aus dem gesicherten Image funktioniert ganz ähnlich. Nur wählen Sie statt „restoreparts“ die Option „restoredisk“ aus. Clonezilla listet wieder die gefunden Image-Dateien auf dem Backup-Medium auf und fragt, welche Platte es überschreiben soll. Zum Multitalent wird Clonezilla durch seine Netzwerkfähigkeit: Images können Sie nicht nur auf angeschlossenen Datenträgern speichern, sondern auch über eine Netzwerkverbindung auf einem anderen Rechner. Dazu gehen Sie bei der vorherigen Auswahl der Zielpartition für das Image nicht auf „local_dev“, sondern beispielsweise auf „samba_server“ wenn das Backup auf einer Netzwerkfreigabe von Windows landen soll.

EXTRA: WEITERE BOOTFÄHIGE TOOLS AUF DER HEFT-DVD

Außer dem Rettungssystem umfasst die Heft-DVD in ihrem Multibootmenü noch zusätzliche startfähige Tools, die in bestimmten Szenarien gute Hilfestellungen bieten. Sie rufen diese Werkzeue auf, indem Sie im Bootmenü der DVD den Punkt „Extras und Tools“ auswählen.

Shred OS: Dies ist ein bootfähiges Löschwerkzeug für komplette Festplatten. Es löscht Daten auf magnetischen Laufwerken endgültig, sodass anschließend auch forensische Wiederherstellungstools keine Information mehr von der Platte kratzen können. Shred OS unterstützt dabei mehrere Löschmethoden mit Überschreibmodus, um eine Festplatte unwiderruflich zu löschen.

Memtest 86+ Unzuverlässige und überhitzte RAM-Bausteine sorgen für spontane Abstürze und instabile Systeme. Memtest 86+ testet den Arbeitsspeicher eines Rechners. Es ist ein eigenständiges Diagnoseprogramm mit Teilen des Linux-Kernel 1.2.1 und läuft auf jedem PC, inklusive der 64-Bit-Plattformen und Intelbasierten Apple-Computern. Es startet nur im Bios-Modus.

Hardware Detection Tool: Dieses Tool hilft, schnell einen Überblick zur Hardware eines Systems zu bekommen. Das Hardware Detection Tool ist ideal, wenn Sie die Hardware-Konfiguration eines PCs untersuchen möchten, auf dem noch kein Betriebssystem installiert ist. Auch dieses Tool startet nur im Bios-Modus.

Plop Bootmanager: Dieses kleine Programm ist für sehr alte PCs mit Bios eine Hilfe, um Betriebssysteme von USB-Laufwerken zu booten. Der Plop Bootmanager verfügt über einen eigenen Treiber für USB-Geräte und CD/DVD-ROM-Laufwerke. So kann Plop von diesen Laufwerken booten, auch wenn es das Bios des PCs nicht unterstützt. Ein grafisches Menü zeigt dazu alle erkannten, eingesteckten Datenträger an.