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Das Schwarze Gold


JÄGER - epaper ⋅ Ausgabe 100/2021 vom 10.09.2021

Lockstoff

Artikelbild für den Artikel "Das Schwarze Gold" aus der Ausgabe 100/2021 von JÄGER. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: JÄGER, Ausgabe 100/2021

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Um Sauen zu locken, nehmen viele Jäger einige Mühen auf sich. Tatsächlich ist es am sinnvollsten, die natürlichen Verhaltensweisen, wie die Nutzung eines Malbaums, zu fördern und für die eigenen Zwecke zu nutzen. Deswegen haben wir vier Buchenholzteer-Präparate miteinander verglichen.

Ein guter Malbaum ist für das Schwarzwild einer der wichtigsten Anlaufstellen im Revier. Er dient nicht nur der Körperpflege, um lästige Plagegeister wie etwa Zecken loszuwerden, er dient auch dem Informationsaustausch zwischen den Schweinen. Rotten, die sich sonst nie im Revier begegnen, nutzen teilweise denselben Malbaum. Dort werden olfaktorische Informationen ausgetauscht. Ein Grund, weshalb Keiler in der Rauschzeit systematisch Malbäume über Reviergrenzen hinweg kontrollieren. Die Bachen, welche in der Rotte ziehen und ...

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... rauschig werden, hinterlassen an den Malbäumen Duftstoffe, die die Keiler dann finden. Anschließend wissen sie, dass sich eine Verfolgung der Rotte für sie lohnt.

Malbäume nutzen

Am sinnvollsten ist es, einen vom Schwarzwild selbst erwählten Malbaum zu nutzen. Meistens stehen diese in der Nähe einer Suhle. Nach dem Schlammbad wird sich dann ausgiebig geschubbert. Oft sind es Nadelbäume, da sich ihr Harz scheinbar positiv auf die Körperpflege auswirkt. Ob der Jäger aktiv an der Suhle mit Malbaum jagt, bleibt jedem selbst überlassen. Mit einer Sendekamera ausgestattet, dient er jedenfalls als guter Anhaltspunkt, ob Sauen im Revier sind, und wenn ja, welche und wie viele. Weitere Bejagungsmöglichkeiten im Revier können anschließend abgewogen werden.

„Baumstuppen mit Teer bestrichen werden am liebsten von Sauen angenommen.“

Der Testaufbau

Für den Test der Buchenholz-Präparate wurden vier Bäume in der direkten Nähe zu einer Suhle ausgewählt. Die Bäume wurden vorher nicht vom Schwarzwild als Malbaum genutzt. Alle vier Bäume standen gleichmäßig verteilt. Alle Präparate wurden einmalig an dem jeweiligen Baum angebracht. Die Menge der Buchenholzteere war ungefähr gleich. Da die Viskosität aber sehr unterschiedlich war, war sie nicht auf den Milliliter identisch.

Die Überwachung

Um die Bäume und die Annahme durch das Schwarzwild im Blick zu behalten, wurde eine Wildkamera installiert, die die Aktivität im Video festgehalten hat. Getestet wurden die Präparate: Black Fire, Suhlengold, Black Diamond und Buchenholzteer von Farm-Land. Ausgewertet wurde die Verweildauer, also wie lange die Sauen an dem Baum mit dem Test-Teer waren. Weiteres Kriterium war die Anzahl der Video- Clips der Wildkamera, in denen eine Sau am entsprechenden Malbaum war. Die Wildkamera war hier bei allen vom gleichen Hersteller.

Die Tester

Black Fire muss man in einer Sechserpackung kaufen, mit sechs 500ml Flaschen. Die Flaschen haben eine breite Öffnung, wodurch das Ausbringen schwierig ist.

Denn ist der Baum gerade oder leicht nach vorn geneigt, fließt der Teer einfach auf den Boden. Es gibt aber auch trinkflaschenähnliche Portionierer des Herstellers. Die Flüssigkeit ist pechschwarz und zähflüssig. Sie riecht intensiv rauchig. Suhlengold von Attratec kommt in einer 1L Flasche. Die Flasche ist mit einem dichten Aluminiumbeutel verschlossen. Dreht man den Deckel ab, ist die Öffnung mit einer Dosierkappe versehen. Diese muss erst aufgeschnitten werden, bevor die Flüssigkeit genutzt werden kann. Danach lässt sie sich durch einen leichten Druck auf die Flasche präzise und sparsam auf den Baum auftragen. Auch hier ist die Flüssigkeit pechschwarz und riecht intensiv rauchig.

Black Diamond gibt es in unterschiedlichen Flaschengrößen. Für den Test stand eine 250ml Flasche zur Verfügung. Es war das dünnflüssigste Präparat im Test. Durch eine feine Dosieröffnung ließ es sich gut auftragen. Es hatte eine bräunliche Färbung, ähnlich wie Kaffee und roch leicht süßlich.

Der klassische Buchenholzteer von Farm-Land kommt in einer 500ml Flasche. Diese hatte auch eine feine Dosieröffnung, die erst aufgeschnitten werden muss. Danach kann der Teer aufgebracht werden. Dieser ist recht zähflüssig, wodurch er nicht aus der Entfernung an den Baum gespritzt werden kann. Er muss direkt aufgetragen, oder von oben runtergetropft werden. Wie vom Buchenholzteer bekannt, ist der Lockstoff tiefschwarz gefärbt und riecht scharf rauchig.

Die Testphase

Die Malbäume wurden in der Testphase gut angenommen. Bereits in der zweiten Nacht wechselte eine Rotte zur Suhle und nutzte die frisch angelegten Malbäume.

Die Auswertung ergab Folgendes: Das Suhlengold von Attratec wurde in 14 Video-Clips von den Sauen angenommen. Die Verweildauer lag bei 2:01,98 Minuten in der Auswertung. Damit ist das Suhlengold von Attratec Testsieger im Buchenholzteer-Test.

Auf Platz zwei landet das Black Fire, mit 9 Video-Clips und einer Verweildauer von 1:08,85 Minuten in der Auswertung. Es war das einzige Präparat, für das sich auch Waschbären interessiert haben.

Black Diamond erzeugte das Interesse der Sauen auf 7 Video-Clips und führte zu einer Verweildauer von 1:01,75 Minuten.

Das Schlusslicht bildete das normale Buchenholzteer von Farm-Land. In 6 Video-Clips hatten die Sauen daran Interesse und verweilten an dem Teer für 0:46,45 Minuten.

Eigenarten des Malbaums

Bei der Wahl eines geeigneten Malbaums gibt es verschiedene Herangehensweisen. Wie schon erwähnt, kann man Bäume nutzen, die die Sauen bereits ausgewählt haben. Behandelt man diesen mit Buchenholzteer, wird er sicher weiter genutzt. Doch es gibt auch den Fall, dass es an einer Suhle noch keinen Malbaum gibt, oder dieser ungünstig liegt. Dann ist es sinnvoll, einen Neuen anzulegen. Dieser kann unterschiedlich aussehen. Was super von den Sauen angenommen wird, sind Stuppen mit Teer. Wurde also ein Baum gefällt und befindet sich an einem passenden Ort, so sollte dieser Baumstumpf mit Buchenholzteer bestrichen werden. Das Schwarzwild schubbert sich zu gerne den Bauch. Das schaffen sie in der Form an einem geraden Baum nicht. Deswegen bieten sich auch schräge Bäume an. Hier können sie sich mit ihrem ganzen Gewicht gegenlehnen und auch ihren Bauch gegen den Stamm reiben. Außerdem bietet es sich an, den Teer etwas oberhalb der Reichweite der Sauen aufzutragen, denn so ist noch ausreichend Geruch vorhanden, selbst wenn die Schwarzkittel sich ausgiebig die Schwarte gejuckt haben. Der Teer muss dadurch seltener erneuert werden und man spart sich etwas Lockstoff und vor allem auch Zeit. Je weniger man zum Nachsteuern an die Suhle muss, desto weniger Störung erzeugt man und hinterlässt natürlich auch weniger Witterung.

Vergrämung durch Jagd

Es sollte beachtet werden, dass wenn oft eine Sau am Malbaum gestreckt wird, die verbliebenen Stücke den Geruch mit der Jagd verknüpfen können. Das bedeutet, wenn eine Bache einige ihrer Frischlinge am Malbaum verloren hat, sie diesen meiden kann. Stellt man dies fest, sollte man die Bejagung verlegen oder ein anderes Präparat probieren. Insgesamt haben aber alle Lockstoffe dazu geführt, dass die Sauen zum neu angelegten und mit den Stoffen präparierten Malbaum gekommen sind und dort auch verweilten. In jedem Fall wäre bei einer passenden Sau eine Erlegung möglich gewesen, sofern eine passende Ansitzeinrichtung in der Nähe steht.

Eike Mross ist Jahrgang 1989. Er besitzt seinen Jagdschein seit dem Jahr 2008. Er hat Forstwirtschaft in Göttingen studiert.

Der ausgebildete Redakteur stammt aus dem Grenzgebiet von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt an der Elbe. Er ist leidenschaftlicher Sauen- und Rehwildjäger. Seine weiteren Interessen sind die Wildbiologie sowie Bau- und Fallenjagd. Er schreibt für uns über Themen der Jagdpraxis, testet Neuheiten und neue Jagdmethoden.