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Das sind ja gute Nachrichten!


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plus Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2023 vom 07.12.2022
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Bildquelle: plus Magazin, Ausgabe 1/2023

Darauf stoßen wir an! Auch das neue Jahr bietet hoffentlich wieder viele Anlässe, um mit Familie und Freunden zu feiern en!

PLUS 10 x GRUND ZUR FREUDE

Sie wollen gute Nachrichten lesen? Es gibt sie! Das beweisen unsere Beispiele auf den nächsten Seiten

SCHLUSS MIT KABELSALAT

Ab 2024 gibt’s nur noch ein einziges Ladekabel für Handy, Kamera und PC-Maus! So können wir 11 000 Tonnen Elektroschrott pro Jahr vermeiden.

Schule in der Ukraine beschossen. Neue Corona-Mutante entdeckt. Hunger in Ostafrika. Irgendwann am Tag, oft schon vor dem Frühstück, trifft uns die erste Meldung. In den Nachrichten, im Radio, auf dem Handy oder in der Zeitung. An manchen Tagen hören wir einfach darüber hinweg, überlesen die Nachricht im Internet oder ignorieren den Info-Bildschirm in der U-Bahn. Aber an anderen Tagen trifft uns die ein oder andere Schlagzeile tatsächlich wie ein Schlag. Sie geht uns durch Mark und Bein und setzt sich im Kopf fest. An diesen etwas empfindsameren Tagen mag die Sonne durchs Küchenfenster scheinen und uns der Duft ...

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... von Kaffee in die Nase steigen, trotzdem fühlen wir uns morgens um neun schon ziemlich niedergeschlagen und erschöpft.

„Negative M eldungen setzen etwas in Gang, das ich Höllenspirale nenne“, erklärt Stefan Kölsch, Professor für Psychologie an der Universität Bergen in Norwegen. Sein neues Buch „Die dunkle Seite des Gehirns“ (Ullstein, 20,99 Euro) beschäftigt sich mit genau diesem Mechanismus. „Schlechte Nachrichten lösen in unserem Unterbewusstsein negative Emotionen aus und die wiederum ziehen negative Gedanken an.“ Das Ganze passiert in einer Art Autopilot-Modus: Eine Meldung bringt den Stein ins Rollen, ab diesem Zeitpunkt schaukeln sich unsere Gedanken und Gefühle gegenseitig hoch. Wo soll das nur alles hinführen? Wird denn alles immer schlechter? In was für einer Welt leben wir mittlerweile eigentlich? Irgendwann kreist unser Denken wieder und wieder um dieselben Dinge und findet keinen Weg nach draußen. „Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel von unserer kostbaren Lebenszeit wir mit diesen negativen Gedankenschleifen aus dem Fenster werfen“, so Prof. Stefan Kölsch. „Jeder, der unsere Zeit derart verschwenden würde, wäre sofort unser ärgster Feind.“

Die Macht des Unglücks

Was läuft hier bloß schief? Warum beschäftigt sich unser Unterbewusstsein nicht einfach mit den schönen Dingen des Lebens? Setzt schlimmen Schlagzeilen Bilder vom letzten Urlaub entgegen oder lässt den Besuch der Enkelkinder Revue passieren? „Ich nenne es die unterbewusste Macht des Unglücks“, sagt der Psychologe. „Das bedeutet: Unser Gehirn überschätzt die Wichtigkeit von negativen Informationen. Unser Unterbewusstes reagiert doppelt so stark auf Negatives wie auf Positives.“ Die Erklärung dafür liegt bei unseren Vorfahren in der Steinzeit: Wer sich in dieser Welt voller Mammuts, Bären und Säbelzahntiger allzu sorglos bewegt hat, hatte keine guten Karten. Gute Überlebenschancen dagegen hatten Misstrauische und Bedenkenträger, die hinter jedem Gestrüpp ein Raubtier vermutet haben — und das sind diejenigen, von denen wir abstammen.

„Unser Gehirn überschätzt die Wichtigkeit von negativen Informationen ”

Stefan Kölsch, Professor für Psychologie an der Universität Bergen

Es gibt wieder BIBER!

Sie galten als fast ausgerottet, aber nun sind zahlreiche Tierarten wie Biber, Wolf, Seeadler und Braunbär wieder zurück in Europa. Dabei geholfen haben Schutzprogramme der EU und eine geänderte Nutzung von Flächen.

80 % WENIGER WASSER

… und 60 % weniger Energie verbraucht ein neues Verfahren zur Herstellung von Jeans. Statt Unmengen an Wasser in der Maschine zu vergeuden, wird die Hose nur besprüht, um die gewünschte Farbe und den Wascheffekt zu erhalten. Zwei Tüftler aus Salzgitter erhielten dafür den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt.

OZON-SCHICHT ERHOLT SICH

Die ozonschädigenden Stoffe sind bis 2022 um die Hälfte zurückgegangen. Wir können viel tun, damit diese positive Tendenz auch weiter anhält. Zum Beispiel: weniger Auto fahren, weniger Fleisch essen. Zur Erinnerung: Die Ozonschicht schützt uns vor dem schädlichen UV-Licht.

NEUER BLUT-TEST erkennt 50 Krebs-Arten

Der Test kann Tumor-DNA nachweisen und lokalisieren, wo genau im Körper der Krebs auftritt. Insbesondere Bauchspeicheldrüsen-, Dünndarmund Magenkrebs (bisher schwer zu diagnostizieren) können so schneller gefunden und behandelt werden.

So lernen Sie, das Positive zu sehen

JEDEN TAG EINE GUTE TAT

Schreiben Sie sich gleich morgens eine Notiz: Womit tue ich mir oder anderen heute gut? Damit bringen Sie Ihrem Gehirn bei, mehr positive Gefühle zu entwickeln und es wird nach und nach immer mehr Situationen wahrnehmen, die glücklich machen.

GUTE NACHRICHTEN

Lassen Sie Angstmacher links liegen! Immer mehr Medien bieten in Rubriken wie „Gute Nachrichten“ (Süddeutsche Zeitung), „Nur Gutes“ (Die ZEIT), „Daily Good News“ (WDR) oder „plan b“ (ZDF) sogenannten „konstruktiven Journalismus“ an. Das Online-Magazin „Perspective Daily“ und die App „Squirrel News“ sammeln und bündeln ausschließlich lösungsorientierte Nachrichten.

DANKBARKEIT

Führen Sie ein abendliches Dankbarkeits-Journal: Je nach Art der Frage hilft das, sich kleine Glücksmomente zu vergegenwärtigen („Wann ging es mir heute richtig gut? Was hat mich positiv überrascht?“). Außerdem stärkt es unser Bewusstsein für das, was wir schon haben („Was würde ich auch für zehn Millionen Euro nicht hergeben?“).

BEWUSST KONSUMIEREN

Erkennen, entscheiden, sich konzentrieren — das ist der Dreischritt, zu dem der Psychologe Stefan Kölsch beim Konsumieren von Nachrichten rät: „Erkennen Sie: Will mich diese Meldung nur negativ aufheizen oder werde ich durch sie sachlich informiert? Entscheiden Sie: Möchte ich weiter über das Thema nachdenken? Wenn nicht: Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie gerade tun.“

KEINE CHANCE FÜR GRÜBELEI!

Sie spüren, dass Sie ins Grübeln kommen? Dann denken Sie an zehn Dinge, die Sie so richtig freuen. Formulieren Sie daraus ganze Sätze und sprechen Sie sie laut aus. Diese positive Einstimmung zieht weitere gute Gedanken an.

GLÜCKS-SAMMLUNG

„Nehmen Sie sich Zeit und suchen Sie Gegenstände, Musik, Videoclips, Fotos oder anderes heraus, was Sie mit dem Gefühl von Liebe verbinden“, rät die Psychologin Judith Mangelsdorf. Wer sich dann regelmäßig mit seinem Glücks-Sortiment beschäftigt, verschafft sich mehr positive Emotionen.

Vorsicht vor den Raubtieren

Dass wir heute statt in der Steinzeit in einer modernen Mediengesellschaft leben, hat seine Tücken: Denn die Medien informieren uns nicht mehr nur über den lauernden Säbelzahntiger hinter uns, sondern gewissermaßen über alle Raubtiere der Welt. Und das tut uns nicht gut: So berichteten in einer Studie der Harvard School of Public Health rund ein Viertel der Befragten von großem Stress im vergangenen Monat. Als stärksten Stressfaktor nannten sie den Konsum von Nachrichten. Erschreckende Schlagzeilen versetzen unser Hirn in einen Zustand ständiger Alarmbereitschaft. Das kann unserer Gesundheit nachhaltig schaden: „Negative Emotionen — zum Beispiel ausgelöst durch beunruhigende Meldungen — führen in unserem Körper zur Ausschüttung des Stresshormons Cortisol“, erklärt die Psychologin Judith Mangelsdorf. „Der Herzschlag verändert sich, Magen, Darm und andere Organe reagieren. Die Anspannung verändert den Muskeltonus, was in der Folge zu Rücken- und Nackenschmerzen führen kann.“ Judith Mangelsdorf lehrt an der Deutschen Hochschule für Gesundheit und Sport in Berlin. Sie ist Deutschlands erste Professo- rin für Positive Psychologie. „Die gute Nachricht ist: Abgesehen von psychischen Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen sind Emotionen nur Moment-Aufnahmen. Sie sind die Reaktion unseres Gehirns auf die Bewertung einer Nachricht, für die es auch ganz andere Bewertungen finden könnte“, erklärt sie. „Deshalb können wir selbst Emotionen verhältnismäßig leicht beeinflussen.“

„Ein optimistischer Blick auf die Dinge kann viel bewirken

Judith Mangelsdorf, Professorin für Positive Psychologie

Wie das geht? „Das Wichtigste ist, erst einmal wahrzunehmen, woher die negativen Emotionen gerade rühren.“ Wer sich morgens nach den 8-Uhr- Nachrichten direkt schlecht fühlt, sollte das Radio vielleicht erst zu einem späteren Zeitpunkt anstellen: „Ein zweiter Schritt wäre die Überlegung: Gibt es einen besseren Moment, diese Informationen zu verdauen? Und was könnte ich direkt im Anschluss tun, damit es mir wieder besser geht?“ Auch hier rät die Psychologin zunächst zum Wahrnehmen: In welcher Situation und unter welchen Menschen geht es mir gut? Ist es der Cappuccino in der Sonne, ein kurzer Spaziergang oder ein Plausch mit der Nachbarin?

UMARMUNGEN MACHEN GLÜCKLICH

Was wir immer schon fühlten, wurde jetzt auch wissenschaftlich bestätigt: Wenn uns jemand regelmäßig in die Arme schließt, steigert das unser Wohlbefinden, wie ein Forscherteam aus Amsterdam herausfand. Durchschnittlich umarmten sich die Studienteilnehmer übrigens vier Mal am Tag, die meisten Drücker gab es am Wochenende.

Anlaufstelle bei Long Covid

Viele Menschen mit Corona-Spätfolgen fühlen sich hilflos und alleingelassen. Das soll sich jetzt ändern. In Rostock wurde Deutschlands erstes Long-Covid-Institut eröffnet, das über die Erkrankung und wirksame Therapien informiert.

Wir fahren ans Meer!

Menschen, die in der Nähe des Wassers leben, sind im Vergleich zu Bewohnern anderer Wohnorte besonders glücklich und gesund, so eine englische Studie. Na, das ist doch ein guter Tipp für die nächste Urlaubsplanung!

„Was längerfristig hilft, negativen Emotionen entgegenzuwirken, ist beispielsweise die Metta-Meditation“, so die Psychologin. „Dabei wird das Gefühl von Liebe — sich selbst und anderen gegenüber — in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt, was nachweislich die eigene positive Haltung unterstützt.“ Auch Achtsamkeitsübungen sind ein gutes Mittel gegen den Schlechte-Nachrichten-Blues: Eine Studie der Virginia-Commonwealth-Universität konnte zeigen, dass Achtsamkeit unseren unbewussten Hang zum Negativen deutlich reduziert.

Speziell dann, wenn uns ein Thema besonders mitnimmt, hilft es, den eigenen Nachrichtenkonsum deutlich einzuschränken: „Meine Frau belastete eine spezielle Sache, die durch die Medien ging, eine Zeit lang sehr“, erzählt Stefan Kölsch. „Damals haben wir die Vereinbarung getroffen, dass sie nichts mehr über dieses Thema liest und es mir überlässt, sie über entscheidende Neuigkeiten zu informieren.“ Der Psychologe rät im Übrigen dazu, reißerische Medien, die das Negative betonen, generell zu meiden und dem Lesen, Hören oder Anschauen von Nachrichten nur eine bestimmte Zeit am Tag einzuräumen. Tauchen anschließend Grübelgedanken auf, sollten sie freundlich, aber doch bestimmt in ihre Schranken gewiesen werden: „Sagen Sie sich: Aha, hier ist ein negativer Gedanke. Ich habe jetzt aber gerade keine Zeit für dich, sondern möchte mich auf das konzentrieren, mit dem ich gerade beschäftigt bin.“

GERETTETE LEBENSMITTEL

Immer mehr Apps und Online-Shops verkaufen Lebensmittel mit kleinen Schönheitsfehlern oder kurzer Haltbarkeit. So sammelt die App „Too Good to Go“ bei Restaurants, Bäckereien und Supermärkten die überschüssige Ware ein und gibt sie günstig weiter. Auf diese Weise kann der Anbieter in ganz Deutschland täglich rund 30 000 Essens-Portionen vor der Tonne bewahren.

Das klingt nachvollziehbar, aber blenden wir damit nicht die Wirklichkeit aus, wie sie eben ist? Macht uns eine solche Haltung nicht weltfremd, egoistisch und hartherzig? Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: „Negative Gedankenschleifen machen uns blind und führen eben gerade dazu, dass wir das große Ganze aus den Augen verlieren“, betont Stefan Kölsch. Sein Tipp: Auch mit einem belastenden Thema sollte man sich eine bestimmte Zeit lang konstruktiv beschäftigen. „Während dieser Zeit können Sie etwa eine Spende überweisen oder Ihrem Wahlkreisabgeordneten schreiben — aber im Anschluss daran sollten sich Ihre Gedanken dann wieder anderen Themen zuwenden.“

Der Blick fürs Positive

Sich auf Positives zu konzentrieren macht nicht nur das eigene Leben besser, sondern ebenso das unserer Mitmenschen, davon ist auch Psychologie-Professorin Judith Mangelsdorf überzeugt: „Negative Emotionen setzen uns Scheuklappen auf, durch die wir nur noch eingeschränkt in der Lage sind, mit der Komplexität unserer Welt umzugehen“, erklärt sie. Ein positiver, optimistischer Blick dagegen suche nach Lösungen und sehe über die Realität hinaus. „Man kommt so ins Handeln und bringt sich ein, wodurch ein positiver Ausgang der Dinge um einiges wahrscheinlicher wird.“

19 Mrd. Euro

… investiert die Deutsche Bahn für neue Züge. Damit mehr Menschen vom Auto auf die Bahn umsteigen können, sollen 2023 jeden Monat drei neue ICE aufs Gleis kommen. Ziel ist es, dass 2030 rund 450 ICE durch Deutschland fahren.

Unser Blick fürs Positive, unsere kleinen Glücksmomente im Alltag sind also die Basis dafür, dass wir etwas gegen die großen Probleme der Welt tun können. Wenn das kein guter Grund ist, die Nachrichten für heute mal auszuschalten und stattdessen ganz gemütlich auf der Wohnzimmercouch eine Tasse Cappuccino zu genießen!

Claudia-Marie Dambacher