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Das süße Leben


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Kanu Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 41/2022 vom 06.07.2022

DAS LEBEN IM FLUSS

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GEWÄSSERTYPEN

FLIESSGEWÄSSER

QUELLEN

Aus der Mitte entspringt ein Fluss. So will es ein amerikanischer Spielfilm unter der Regie von Robert Redford wissen. Aber das ist natürlich Quatsch. Die Wahrheit ist prosaischer: »Dort, wo Grundwasser stauende Bodenschichten sich mit der Erdoberfläche schneiden, wo Spalten und Höhlungen des Gesteins sich nach außen öffnen, tritt das Grundwasser als Quelle ans Tageslicht«, so steht es im Standardwerk »Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher« von Wolfgang Engelhardt (Kosmos-Verlag). So weit, so einfach, aber es gibt natürlich unterschiedliche Arten von Quellen: Im Bergland sind besonders Sturzquellen häufig – hier nimmt das Wasser sofort und flott seinen Weg abwärts.

Bei Teichquellen entspringt das Quellwasser unter der Oberfläche und fließt als Quellbach über den Rand des stehenden Gewässers ab. Sicker- oder Sumpfquellen durchtränken den Erdboden, ...

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... bilden zunächst zahlreiche kleine Äderchen und finden sich dann zu einem Rinnsal mit Wachstumspotenzial zusammen. Mischformen gibt es natürlich auch.

So vielfältig Quellen sich präsentieren, ein paar Gemeinsamkeiten gibt es schon: Das Wasser ist kühl, und die Temperatur ändert sich im Jahreslauf nur wenig.

Der Sauerstoffgehalt ist gering, der Gehalt an pflanzlicher Nahrung ebenfalls. An all diesen Merkmalen zeigt sich der Ursprung der Quelle: das Grundwasser. An manchen Stellen können Quellen beeindruckende Quelltöpfe bilden – ein bekanntes Beispiel dafür ist der Blautopf bei Blaubeuren.

Zwei Quellarten mit besonderen Eigenschaften: Thermalquellen kommen aus großen Tiefen des warmen Erdinneren. Bei Salz- oder Solequellen durchläuft das Grundwasser auf seinem Weg ans Tageslicht salzhaltige Gesteine.

BÄCHE

Bäche entstehen aus dem Zusammenfließen mehrerer Quellrinnsale. Oder entfließen einem See. Schon auf den ersten Blick hat ein Bach im Hochgebirge, der sich kristallklar in die Tiefe stürzt, wenig gemein mit einem, der sich eher gemächlich durch die norddeutsche Tiefebene mäandert. Folgende Arten von Bächen lassen sich unterscheiden:

Gletscherbäche entspringen am Zungenende eines Gletschers – und nehmen den Löwenanteil ihres Wassers vom Schmelzwasser. Das bedeutet, dass sie in der kalten Jahreszeit deutlich schrumpfen können. Im Sommer kann es aber tosend und reißend zugehen. Da von Sediment bis Geröll viel mitgeschwemmt wird, ist das Wasser undurchsichtig und schmutzig braun-grau.

Die Wassertemperatur erreicht kaum mehr als fünf Grad.

Der Hochgebirgsbach fließt etwas weiter unten, bei geringerem Gefälle, Geschiebebewegung und Schwebstoffgehalt. Zwar schwankt auch hier noch die Wasserführung jahreszeitlich, und das Bachbett kann sich verändern, doch oftmals ist das Wasser nun klarer, die Lebensbedingungen für viele Arten freundlicher. Der Sauerstoffgehalt ist hoch, die Temperatur immer noch niedrig: Mehr als neun Grad sind kaum drin.

Eine Stufe weiter unten fließt der Mittelgebirgsbach und durchquert dabei nach der Einteilung der Fischereibiologen die Salmonidenregion. Merkmale: Im immer noch kühlen Oberlauf (selten über zehn Grad) wechseln sich stark strömende Strecken mit gemächlicheren Etappen ab. Im Mittellauf wachsen die jahreszeitlichen Temperaturunterschiede, die Maximaltemperatur steigt auf etwa 15 Grad. Bachabwärts folgt der Unterlauf: Die Wassertemperatur steigt weiter, ebenso die Temperaturunterschiede. Die Wasserführung wächst, die Strömung ist gleichmäßiger, das Bachbett stabiler.

Niederungsbäche entstehen entweder aus dem Unterlauf eines Mittelgebirgsbachs oder einer Quelle, die bereits im Tiefland liegt. Fischereibiologen sprechen von der Barbenregion. Die Wasserführung ist nun gleichmäßiger, nur starke Hochwasser können das Bachbett noch signifikant verändern. Je nach Wassermenge, Gefälle und Gestalt des Bachbetts kann die Strömung stark sein oder fast zum Erliegen kommen. Der Untergrund wird bestimmt durch Kies- und Sandbänke, Schlamm und teils dichte Pflanzenbestände. Die Wassertemperatur wird von starken jahreszeitlichen Schwankungen bestimmt: von kaum über null Grad im Winter bis zu über 20 Grad im Sommer.

FLÜSSE

Wann wird ein Bach zum Fluss? Fachleute sprechen ab einer Breite von fünf Metern von einem Fluss – oder dann, wenn die Ufergehölze nicht mehr die gesamte Wasseroberfläche beschatten können. Durch die Veränderung des Wasserlaufs, meist durch Hochwasser, entstehen Inseln, Seitenarme und Altwasser.

Meist entstehen Flüsse durch den Zusammenfluss mehrerer Bäche. Dem schließt sich der Oberlauf an, mit meist klarem und sauerstoffreichem Wasser und relativ geringer Wassermenge. Mit abnehmendem Gefälle folgt der Mittellauf, darauf der Unterlauf, der bis zur Mündung reicht und geprägt wird durch große Wassermengen, große Tiefe und durch Schwebstoffe getrübtes Wasser. Schlamm und teils dichte Pflanzenbestände bedecken den Grund, die Wassertemperatur kann im Sommer auf über 20 Grad Celsius steigen.

DIE EINTEILUNG DER FISCHEREIBIOLOGEN, VOM OBERLAUF AUS GESEHEN:

• Forellenregion mit den Charakterfischen Bach- und Regenbogenforelle, Elritze und Groppe.

• Die Äschenregion, unter anderem mit Äschen, Nasen und Döbeln, Aalrutten und Lachsen (bildet gemeinsam mit der Forellenregion die Salmonidenregion).

• Die Barbenregion mit den typischen Vertretern Barbe, Rotauge, Zander, Flussbarsch und Aal.

• Die Brachsenregion mit Brachsen, Karpfen und Schleien, Zander, Wels und Barscharten.

Links oben: Hier mündet Fluss in Fluss.

Genauer gesagt, die Unstrut in die Saale.

Links unten: die Altmühl bei Pappenheim.

STEHENDE GEWÄSSER

SEEN

Seen sind stehende Gewässer mit einer Tiefenzone ohne Licht, in der keine Pflanzen gedeihen können – dem Profundal. Im freien (und strömungsfreien) Wasser, dem Pelagial, können auch schwebende Kleinstorganismen leben, das Plankton. Zu dieser Gruppe kommen die aktiven Schwimmer wie die Fische und viele Insekten (das Nekton), die Lebensformen der Oberfläche (das Pleuston) sowie die Flora und Fauna des Gewässerbodens (das Benthos). Jahreszeitlich ändert sich die Temperaturschichtung des Wasserkörpers: Im Winter lagern kühlere Wasserschichten über dem Tiefenwasser von vier Grad Celsius. Im Sommer liegt wärmeres Oberflächenwasser über dem immer noch rund vier Grad kalten Wasser der Tiefe.

TEICHE

Ähnlich wie der Weiher, aber nicht natürlich entstanden, sondern meist durch den Bau von Dämmen im Lauf eines Baches. Teiche haben Zu- und Abfluss und können durch Öffnen einer Schleuse abgelassen werden.

TÜMPEL

Als Tümpel bezeichnet man periodische Gewässer – also solche, die nicht ständig Wasser führen. Oft sind sie nur wenige Dezimeter tief. In der »Trockenzeit« erinnern sie an eingetrocknete, rissige Schammflächen. Entstehen können sie durch Schmelzwasser, starken, andauernden Regen, den Austritt von Grundwasser – oder im Überschwemmungsbereich von Flüssen, den Auen. Besonders im letzteren Fall bilden sie wichtige Lebensräume von seltenen Amphibien und Krebsen.

WEIHER

Ein Weiher ist so etwas wie ein flacher See, dessen gesamter Grund von Wasserpflanzen besiedelt werden kann. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zum See ist also die Tiefe – nicht die Größe der Wasserfläche.

FISCHE

BACHFORELLE

(Salmo trutta fario)

Die bis zu 40 Zentimeter großen Fische bevölkern die Forellenund Äschenregion von Fließgewässern, außerdem kalte Seen mit sauerstoffreichem Wasser. Bachforellen weisen ein ausgeprägtes Revierverhalten auf und ernähren sich von Kleintieren aller Art. Beim Laichen legt das Weibchen bis zu 2500 Eier je Kilogramm Körpergewicht in eine zuvor mit der Schwanzflosse freigefächelte Laichgrube. Danach werden die Eier vom Männchen besamt und die Grube mit Substrat bedeckt. Bachforellen sind aufgrund von Lebensraumverlust eine bedrohte Art.

FLUSSBARSCH

(Perca fluviatilis)

Dieser hochrückige, weit verbreitete Raubfisch ist in der Wahl seines Reviers nicht wählerisch – er bevölkert fließende und stehende Gewässer bis in 1000 Meter Höhe, kommt aber auch in Brackwasser vor. Flussbarsche ernähren sich von Laich und Wassertieren vieler Art, je nach Größe von Insekten bis zu kleineren Fischen (zu denen durchaus auch kleinere Vertreter der eigenen Art zählen können).

Ihre Eier legen die Flussbarsch-Weibchen in bis zu einen Meter langen Gallertbändern an Wasserpflanzen oder Steinen.

REGENBOGENFORELLE

(Oncorhynchus mykiss)

Diese aus Nordamerika eingeführte Art gilt für viele längst als typische Forelle, da sie hinsichtlich Wassertemperaturen und Sauerstoffwerten anspruchsloser ist als die Bachforelle. Zudem sind Regenbogenforellen gezüchtet so ziemlich überall und preisgünstig erhältlich. Von Bachforellen unterscheiden sie sich vor allem durch den breiten, rötlich schimmernden Streifen an der Körperseite.

Zudem können sie etwa zehn Zentimeter länger werden. Ernährung und Laichverhalten ähneln der Bachforelle.

HECHT (Esox lucius)

Hechte sind nicht allzu reisefreudig: Gerne halten sie sich in Ufernähe auf, in der Deckung von Schilfzonen oder anderem Bewuchs. Hier lauern sie auf Beute, die sie mit Hilfe blitzartiger Attacken und Wendemanöver konsequent bejagen: Auf ihrem Speisezettel stehen Fische, Amphibien wie Molche und Frösche, Vögel, kleinere Säugetiere – und notfalls auch mal schwächere Exemplare der eigenen Art. Hechte können bis zu einen Meter lang werden. Größere Exemplare sind eher selten.

AALRUTTE (Lota lota)

Auch als Quappe oder Trüsche bekannt – und der einzige Dorschartige im Süßwasser. Als Lebensraum bevorzugt diese Art tiefe Seen und kühle Flüsse. Die bodenlebenden, nachtaktiven Raubfische werden selten länger als 40 Zentimeter, Ausnahme-Exemplare von 150 Zentimetern kommen aber vor. Kleinere Exemplare ernähren sich hauptsächlich von bodenlebenden Wirbellosen und Fischlaich, größere Arten erbeuten auch Fische. Am Tag verstecken sich Aalrutten häufig unter Wurzeln, Steinen oder zwischen Wasserpflanzen.

Liebhabern von Fischgerichten gilt diese Art als Delikatesse.

SCHLEIE (Tinca tinca)

Dieser gedrungene Fisch wird bis zu 50 Zentimeter groß. In den Mundwinkeln des endständigen Mauls sitzt je eine Bartel. Schleien bevorzugen eutrophe, stehende Gewässer und kommen häufig auch in Karpfenzuchtteichen vor. Dieser gründelnde Bodenfisch ernährt sich von kleineren Bodentieren und Schnecken und hält, im Schlamm eingegraben, Winterruhe. Ihre Eier legen die Schleienweibchen an Wasserpflanzen ab – etwa 400.000 pro Fischmama.

BACHSAIBLING

(Salvelinus fontinalis)

Diese Art verfügt über den typisch torpedoförmigen Körper der Salmoniden. In Freiheit erreichen sie selten über 35 Zentimeter Größe, deutlich längere Exemplare kommen aber vor. Bachsaiblinge bevölkern kalte und sauerstoffreiche, fließende und stehende Gewässer. Überwiegend ernähren sie sich von Planktonkrebsen und Bodenlebewesen, größere Vertreter erbeuten aber auch Fische – und zwar auch der eigenen Art. Bachsaiblinge sind keine heimische Art, sondern wurden aus Nordamerika eingeführt – ein Besatz heimischer Gewässer mit dieser Art gilt als problematisch.

STÖRE

(Acipenseridae)

Die Giganten des Süßwassers – einige Störarten, darunter der Europäische Stör (Acipenser Studio), erreichen bis zu fünf Meter Länge und ein Gewicht von rund einer Tonne. Viele der 20 dokumentierten Arten ziehen nur zum Laichen ins Süßwasser und leben ansonsten im Brackwasser oder im Meer. In Deutschland gilt der Stör seit Anfang der 1970er Jahre als ausgestorben. Es gibt aber erfolgreiche Projekte zur Wiederansiedelung. Ob diese auf Dauer erfolgreich sind, wird sich aber erst in vielen Jahren zeigen. Auf dem Speiseplan von Stören stehen vor allem kleine, bodenbewohnende Organismen wie Würmer und Krebstiere, Weichtiere und Insektenlarven. Einige Arten jagen aber auch größere Beute wie Fische.

FLUSSWELS

(Silurus glanis)

Diese auch als Europäischer Wels oder Waller bekannte Art wird gekennzeichnet durch ihr breites Maul mit den vielen Barteln – und durch die teils enorme Größe: Zwar unterscheiden sich die Angaben, doch werden häufig Maximalgrößen bis zu drei Meter genannt, was den Flusswels zum größten reinen Süßwasserfisch Europas macht (wobei Größen von einem bis eineinhalb Metern eher die Regel sind). Ein wahrer Methusalem ist er obendrein: Manche Experten gehen davon aus, dass er bis zu 100 Jahre alt werden kann. Was ihren Speisezettel betrifft, sind diese opportunistischen, nacht- und dämmerungsaktiven Raubfische nicht wählerisch: Lebende und tote Fische stehen drauf, gelegentlich aber auch Wirbellose, Wasservögel und kleine Säugetiere.

STERLET

(Acipenser ruthenus)

Der Sterlet ist eine Art aus der Familie der Störe – mit einer Länge von etwa 40 bis 100 Zentimeter zählt er aber zu den kleineren Vertretern. Der Sterlet ist vor allem in Osteuropa verbreitet. In Mitteleuropa findet man ihn in einigen Ostsee-Zuflüssen, in der Donau dringt er bis nach Bayern vor. In einigen Baggerseen wurde er durch Besatz heimisch. Im Gegensatz zu anderen Stören wandern Sterlets nicht ins Meer. Zu ihrem Beutespektrum gehören Wirbellose.

WEICHTIERE

GROSSE TEICHMUSCHEL

(Anodonta cygnea)

Diese bräunlichen oder grünlichen Muscheln werden bis zu 20 Zentimeter groß und kommen in zahlreichen Lokalformen vor. Als Lebensraum bevorzugen sie den Schlammboden von stehenden, sauberen Süßgewässern. Um an Nahrung zu gelangen, wühlt die Teichmuschel den Boden auf, saugt das aufgewühlte Wasser ein, filtert mit den Kiemen die Mahlzeit aus und leitet sie zur Mundöffnung weiter. Das überschüssige Wasser wird über einen Siphon wieder abgegeben. Das Menü setzt sich zusammen aus Detritus, Plankton, verschiedenen Algen und Kleinstlebewesen.

POSTHORNSCHNECKE

(Planorbarius corneus)

Namensgebend ist hier das olivfarbene bis dunkelbraune Gehäuse mit seinen fünf vollkommen gerundeten Umgängen und einem Durchmesser von bis zu 34 Millimetern. Posthornschnecken leben in stehenden und langsam fließenden Gewässern. Sie sind Allesfresser und ernähren sich im Wesentlichen von Algen, abgestorbenen Pflanzenteilen und Aas. Die Überwinterung erfolgt im Schlamm.

SÄUGETIERE

BIBER (Castoridae)

Den nachtaktiven Biber sieht man nur selten, seine Spuren um so häufiger – jede Menge umgelegte und angenagte Bäume an den Ufern vieler Gewässer. Pro Nacht kann ein Tier durchaus einen Baum von 50 Zentimeter Durchmesser fällen. Biber fressen Zweige und Rinde und verwenden größere Äste zum Bau ihrer berühmten Burgen.

Dass sich Biber heute in Deutschland wieder etabliert haben, ist keine Selbstverständlichkeit.

Aufgrund ihres begehrten Pelzes und des schmackhaften Fleischs wurden die großen Nager Jahrhunderte lang gnadenlos bejagt, bis sie im 19. Jahrhundert fast komplett aus Europa verschwunden waren.

Schutz und Auswilderungs-Projekte brachten die Wende: Der Bestand in Deutschland wird nach Angaben des Bund Naturschutz heute wieder auf über 40.000 Tiere geschätzt, in ganz Europa dürften es etwa 500.000 bis 700.000 sein. Was nicht ausschließlich für Begeisterung, sondern bei Landwirten, Landschaftsgärtnern und Parkwächtern manchmal auch für Sorgenfalten sorgt.

BISAMRATTE (Ondatra zibethicus)

Dieses Nagetier, obwohl häufiger Anwohner unserer Gewässer, stammt eigentlich nicht aus Europa. Vielmehr wurde es Anfang des 20. Jahrhunderts aus den USA zunächst in die Gegend von Prag eingeschleppt, von wo es sich über ganz Europa verbreitete. Bisamratten haben einen gedrungenen Körper und werden maximal etwa so groß wie ein Kaninchen. Sie verfügen über einen kielförmig abgeplatteten Ruderschwanz. Das anpassungsfähige Tier besiedelt Bach- und Flussränder, Gräben und Kanäle, Flachseen, Sümpfe und Moore.

Bisamratten bewohnen Erdbaue in Uferböschungen, können bis zu zwölf Minuten tauchen und sind reine Pflanzenfresser. Ihr Menü besteht aus Wasser- und Uferpflanzen, aber auch aus Kulturpflanzen wie Mais, Getreide und Gemüse. In einigen Gegenden Europas verursacht die Bisamratte durch ihre Wühltätigkeit erhebliche Schäden.

NUTRIA (Myocastor coypus)

Und noch ein Zuwanderer: Nutrias, auch bekannt als Biberratten oder Sumpfbiber, stammen aus Südamerika. Die ersten europäischen Exemplare entwichen nach Kriegsende aus Farmen in Rheinland-Pfalz.

Zudem wurden sie zur Schilfbekämpfung an Fischteichen ausgesetzt. Die maximal 60 Zentimeter (ohne Rute) großen Tiere bevorzugen pflanzenreiche, stehende Gewässer und Sumpfgebiete. Sie ernähren sich von Schilf, Wurzeln, Feldfrüchten und manchmal auch von kleinen Fischen. Mit maximal fünf Minuten Tauchzeit sind Nutrias dem Biber und der Bisamratte unter Wasser unterlegen.

FISCHOTTER (Lutra lutra)

Fischotter halten sich oft stundenlang im Wasser auf – und das auch in kälteren Gefilden. Wie sie sich warmhalten, ohne eine wärmende Fettschicht wie Wale, Seelöwen oder Eisbären zu besitzen, fanden Forscher mit dem Mikroskop heraus: Es ist die Fellstruktur. Ähnlich wie bei einem Reißverschluss greifen winzig kleine Keile auf dem einen Haar in die offene Rille eines anderen Haars. So liegen sie extrem dicht zusammen und halten das Wasser draußen.

Außerdem sind in das Haargeflecht kleine Luftblasen eingelagert, die zusätzlich isolieren. In erster Linie ernähren sich Fischotter von Fischen, überwiegend kleinen Exemplaren. Zum Beutespektrum gehören aber auch Wasservögel, Bisamratten, Mäuse und Kaninchen, Schnecken, Frösche und Insekten.

Weniger bekannt ist, dass es sich beim Fischotter um eine an das Wasserleben angepasste Marderart handelt.

PFL ANZEN

RAUE ARM-LEUCHTERALGE

(Chara aspera)

Bis zu 20 Zentimeter große, weit verbreitete Unterwasserpflanze. Die in Quirlen angeordneten Ästchen wachsen in regelmäßigen Abständen.

ÄHRIGES TAUSENDBLATT

(Myriophyllum spicatum)

Nur die Blüten schwimmen oben. Der Rest wächst unter Wasser. Ist ein Kosmopolit, fehlt aber in Südamerika und Australien.

FROSCHLÖFFEL

(Alisma plantago-aquatica)

Verbreitet in seichtem Wasser und Buchten, aber auch in Gräben und Sümpfen. Kann sogar komplett an Land oder unter Wasser wachsen.

KANADISCHE WASSERPEST

(Elodea canadensis)

Neueinwanderer aus Nordamerika. Häufig und gesellig vor allem in langsam fließenden Gewässern.

KLEINE WASSERLINSE

(Lemna minor)

Die Blättchen enthalten mit Luft gefüllte Hohlräume, die sie an der Oberfläche halten. Häufig in stehenden Gewässern.

KRAUSES LAICHKRAUT

(Potamogeton perfoliatus)

Unterwasser-Pflanze, die stehende Gewässer mit schlammigem Grund bevorzugt. Mit unterirdischen Ausläufern krallt sie sich in den Grund.

RAUES HORNBLATT

(Ceratophyllum demersum)

Bis zu einem Meter lange Unterwasserpflanze. In nährstoffreichen Gewässern häufig, in kristallklaren Gebirgsseen eher weniger.

SCHILFROHR

(Phragmites australis)

Weltweit vorkommende Art der Süßgräser, die bis zu vier Meter hoch werden kann – und den wichtigsten »Rohstoff« für die in Norddeutschland verbreiteten Reetdächer liefert.

SCHMAL-BLÄTTIGER ROHRKOLBEN

(Typha angustifolia)

Männliche Blüten in einem schmalen, oberen Kolben, die weiblichen tiefer und kompakter. Die Blätter dieses Verlandungspioniers werden bis zu zwei Meter lang.

STEIFE SEGGE

(Carex elata)

Widerstandsfähige, krautige Pflanze mit bis zu einem Meter hohen Stängeln. Sehr häufig in der Uferzone von Seen und Weihern, fast in ganz Europa.

WASSER-SCHWERTLILIE

(Iris pseudacorus)

Wird zueilen als Zierpflanze genutzt.

Verbreitet vor allem in sumpfigen Gebieten, an Ufern und Verlandungszonen. In Deutschland als besonders geschützt eingestuft.

WEISSE SEEROSE

(Nymphaea alba)

Häufige Vertreterin der Schwimmblattpflanzen. Blatt- und Blütenstiele werden bis zu drei Meter lang. Auch als »Wasserlilie« bekannt.

INSEKTEN

KÖCHERFLIEGENLARVE

Wie der Name schon sagt: die Larven der Köcherfliegen. Dabei gibt es köcherlose und köchertragende Varianten. Bei letzteren schützt der Köcher den weichen, meist walzenförmigen Hinterleib, wird ständig mit umher geschleppt und niemals freiwillig verlassen. Bei Gefahr können sich die Tiere vollständig in ihn zurückziehen. Der Köcher besteht aus einem körpereigenen Seidengespinst und Fremdmaterial, seien das nun Schilfstückchen, welke Blättchenteile und Grashalme, Fichtennadeln und Zweigstückchen, Sandkörner, Steinchen – oder irgendetwas anderes. Auch die Nahrung der Köcherfliegenlarven ist äußerst vielseitig: Abgestorbene Pflanzenteile zählen dazu, in der Strömung schwebende Organismen, Algen, Bakterien, Säfte aus lebenden Pflanzen und vieles mehr.

WASSERASSEL

(Asellus aquaticus)

Diese schmutzig-graubraunen Tiere kommen in langsam fließenden und stehenden Gewässern vor, oft zwischen Laub und absterbenden Pflanzen.

Wasserasseln verzehren die Reste abgestorbener Pflanzen und Tiere und zersetzen Falllaub – und können sogar ein Einfrieren in Grundeis überleben.

WASSERLÄUFER (Gerridae)

Diese langbeinigen Wesen bewegen sich schnell, leichtfüßig und teils springend über die Oberfläche stehender und langsam fließender Gewässer.

Die braun-schwarzen Tiere werden bis zu einen Zentimeter groß und ernähren sich von verschiedenen Insekten, die aufs Wasser fallen.

GELBRANDKÄFER (Dytiscus marginalis)

Diese maximal 35 Millimeter großen Lauerjägerkommenin Weihern und Teichen vor. Besonderheit:

Aus zwei Drüsen in der Vorderbrust können Gelbrandkäfer ein Wehrsekret abgeben, das in hoher Konzentration das Steroidhormon Cortexon enthält. Gelbrandkäfer sind sowohl gute Schwimmer als auch gute Flieger. Ihre Nahrung besteht aus im Wasser lebenden Tieren wie Insektenlarven und Kaulquappen sowie schwachen oder kranken kleinen Fischen.

LIBELLEN (Odonata)

Die Libellen bilden eine eigene Ordnung innerhalb der Insekten. In Mitteleuropa existieren rund 100 Libellenarten – weltweit sind es über 6300. Unterteilt werden sie in die Klein- und die Großlibellen, erstere sind auch als Schlankjungfern bekannt. Libellen bewohnen fließende und stehende Gewässer, außerdem Moore. Sie sind Raubtiere und ergreifen ihre Beute mithilfe ihrer Beine im Flug – und das nicht nur über dem Wasser, sondern auch über Wiesen, Lichtungen und anderen Landflächen. Anspruchsvoll sind sie nicht – Libellen fangen und fressen, was sie bewältigen können (kleines Bild: Libellenlarve).

AMPHIBIEN

ERDKRÖTE (Bufo bufo)

Erdkröten sind wahrlich keine Schönheiten: Der Körper ist plump, das Gesicht überbreit und die Haut übersät von warzigen Drüsen. Dennoch haben die Weibchen keine Probleme, einen Partner zu finden. Im Gegenteil: Wenn im März die Wanderung von den Winterquartieren zu den Laichgebieten startet, sind sie heiß umkämpft. Bei den Erdkröten herrscht ein starker Männchen-Überschuss, und so krallen sich die Herren an alles, was nach einer paarungsbereiten Krötenfrau aussieht. Das kann auch mal ein Stück Treibholz, ein toter Fisch oder ein anderes Männchen sein. Haben sie eine Partnerin gefunden, lassen sie die Angebetete nicht mehr los. Und so müssen die Krötenweibchen die Männchen oftmals bis zum nächsten Tümpel auf dem Rücken tragen.

MOORFROSCH (Rana arvalis)

Moorfrösche werden bis zu 6,5 Zentimeter, selten bis zu acht Zentimeter groß. Ihre Oberseite ist hell- bis dunkelbraun, oft mit dunkleren Flecken und einem hellen Rückenstreifen. Der Bauch ist weißlich und zumindest um die Mitte ungefleckt. Typisch für die Art ist ein großer, dunkler Fleck an der Schläfe. Moorfrösche bewohnen Fechtgebiete, Wiesen, Moore, Sumpfgebiete, feuchte Wälder und Gärten. In Deutschland leben Moorfrösche vor allem im Norden und Osten. Im Süden und Westen kommen sie nur lückenhaft vor und sind in manchen Regionen stark gefährdet.

LAUBFROSCH (Hyla arborea)

Diese bis zu fünf Zentimeter langen, vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiven Tiere leben in der Nähe pflanzenreicher Tümpel und Weiher, Seeufer und Gräben. Abseits von Gewässern findet man sie aber auch in Feucht- und Nasswiesen, Auwäldern und Gehölzen. Laubfrösche ernähren sich von Insekten und Spinnen und überwintern in Bodenverstecken. Färbung: Rücken grün, bräunlich oder gelblich, Bach weißlich und dunkel gemustert, beides getrennt durch einen schwarz-weißen Streifen.

SPRINGFROSCH (Rana dalmatina)

Dieser maximal neun Zentimeter lange Frosch ist meist rötlich braun gefärbt und weist in der Regel nur wenige Flecken auf. Der Bauch ist gelblich weiß und ungefleckt. Die nachtaktiven Tiere bevölkern vorzugsweise laubreiche Wälder im Flach- und Hügelland.

Sie sind Landbewohner – nur zur Laichzeit zieht es sie an kleine, stehende Gewässer.