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„DAS TOR WÜRDEICH AM LIEBSTEN MITNEHMEN“


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 38/2021 vom 22.09.2021

BUNDESLIGA

Artikelbild für den Artikel "„DAS TOR WÜRDEICH AM LIEBSTEN MITNEHMEN“" aus der Ausgabe 38/2021 von Sport Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 38/2021

DIESES TOR will Nils Petersen am liebsten gar nicht mehr loslassen. Seine Treffer vor der Nordtribüne machten ihn zur Freiburger Sturm-Legende. 215 Spiele hat der Wernigeroder bisher für den SC bestritten

SPORT BILD: Herr Petersen, am Sonntag findet gegen Augsburg zum letzten Mal vor dem Umzug ins neue Stadion ein Bundesliga- Heimspiel des SC Freiburg im Dreisamstadion statt. Sie haben in Heimspielen mehr Tore erzielt als jeder andere Spieler der Freiburger Vereinsgeschichte – bisher 38. Mit welchem Gefühl nehmen Sie Abschied?

NILS PETERSEN (32): Ich habe gerade auch privat einen Umzug in unser neues Haus hinter mir.Wenn man sein bisheriges Zuhause verlässt, fühlt sich das immer erst mal komisch an – und im Dreisamstadion habe ich wahrscheinlich noch mehr Zeit verbracht als zu Hause. Ich werde es vermissen.

Das Dreisamstadion war allein schon wegen des Platzes einzigartig. Von der Südtribüne zur Nordtribüne gibt es ein Gefälle von 98 Zentimetern.

Ja, das war etwas Besonderes in der Bundesliga. Im Spiel nimmt man es zwar kaum wahr, aber unterbewusst hat es schon geholfen, vor allem wenn ...

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... man in der zweiten Hälfte auf die Nordtribüne gespielt hat. Bis man im neuen Stadion Geschichte geschrieben hat, bin ich wahrscheinlich gar nicht mehr da.

„Ich werde das Dreisamstadion vermissen. Wenn man sein Zuhause verlässt, fühlt sich das erst mal komisch an“

Können Sie sich noch an ihr erstes Tor im Drei-samstadion erinnern?

Ja, klar. Ich hatte zuvor eine schwierige Zeit in Bremen und kam im Winter als Leihspieler nach Freiburg. Ich war froh, dass ich überhaupt Bundesliga spielen durfte und habe direkt im ersten Spiel einen Hattrick beim 4:1 gegen Frankfurt erzielt (am 31.Januar 2015; d. Red.). Der Dreierpack hat diese grandiose Zeit hier eingeläutet. Das erste Tor habe ich noch genau vor Augen.

Schießen Sie los!

Die Vorlage von Felix Klaus kam super. Ich habe den Ball dann mit links an Kevin Trapp vorbei direkt neben den Pfosten gesetzt. Ich wage zu behaupten: Wenn er drei Zentimeter weiter an den Pfosten geht, dann hätte ich die Zeit hier wahrscheinlich nie bekommen und wäre auch nicht so lange hiergeblieben. Das sind manchmal kleine Momente, die über kurz oder

Was bedeutet Ihnen der inoffizielle Titel als bester „Rekord- Heimtorschütze“?

Stürmer werden an Toren gemessen, und wenn man es in sechseinhalb Jahren ganz vorne ins Ranking schafft, dann hat man nicht so viel falsch gemacht.Mir sind Jahr für Jahr gute Quoten gelungen, dabei hatte ich auch jedes Jahr Angst und Bedenken, es wieder zu schaffen. Mit Tim Kleindienst und Luca Waldschmidt kamen zwischendurch immer wieder neue Stürmer –da bin ich sehr stolz, dass ich bei der Konkurrenz trotzdem Jahr für Jahr überlebt habe. Und ich kann mich an jedes einzelne Tor erinnern.

„Die Tribünen im neuen Stadion sehen megagut aus. Am meisten freue ich mich auf mein erstes Tor“

ALTES STADION

Am vorletzten Spieltag der Saison 2014/2015 trafen Sie in der 89. Minute zum 2:1-Sieg gegen Bayern. Der geilste Moment?

Es ging ein krasses Raunen durch das Stadion, diese Schwingungen von den Rängen habe ich auf dem Platz total gespürt – das hörte gar nicht mehr auf. Es war wahnsinnig emotional. Vor allem, weil unser Trainer Christian Streich eine Woche zuvor nach einem 1:1 in Hamburg intern schon sagte, dass wir gegen Bayern gewinnen werden.

„Beim Warmmachen hatte ich im Dreisamstadion schon mal den Geruch von Gras in der Nase“

Über kiffende Fans am Spielfeldrand

Wie bitte?

Wir konnten das auch erst nicht glauben. Er sagte: „Männer, das, was wir hier heute geleistet haben, hat der Fußballgott gesehen. Wir schlagen nächste Woche die Bayern!“ Dass es dann in der letzten Minute geklappt hat, war natürlich Wahnsinn. Schade nur, dass wir eine Woche später trotzdem abgestiegen sind – zum Glück haben wir dann gleich den Wiederaufstieg gepackt.

Was hat das alte Stadion noch besonders gemacht: Konnten Sie da noch die Bratwurst auf dem Platz riechen – oder wenn Fans in den vorderen Reihen mal gekifft haben?

Manchmal habe ich beim Warmmachen schon den Geruch von Gras in der Nase gehabt, ja (lacht). Ich kenne kein Stadion, wo man als Fan so nah dran ist.

Würden Sie das Tor vor der Nordtribüne am liebsten beim Umzug ins neue Stadion mitnehmen?

Ja, natürlich! Wenn es möglich ist, würde ich das Tor am liebsten

FREIBURG AUGSBURG

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Was hat das alte Stadion noch besonders gemacht: Konnten Sie da noch die Bratwurst auf dem Platz riechen – oder wenn Fans in den vorderen Reihen mal gekifft haben?

Manchmal habe ich beim Warmmachen schon den Geruch von Gras in der Nase gehabt, ja (lacht). Ich kenne kein Stadion, wo man als Fan so nah dran ist.

Würden Sie das Tor vor der Nordtribüne am liebsten beim Umzug ins neue Stadion mitnehmen?

Ja, natürlich! Wenn es möglich ist, würde ich das Tor am liebsten selbst rausschieben und in das neue Stadion reinstellen. Man hat als Stürmer immer Tore, auf die man besonders gern spielt, und zu dem vor der Nordtribüne habe ich eine enge Bindung. Die Tribüne ist krass nah dran, die Sonne strahlt meistens voll rein. Sogar meine Frau liebt es, nach Spielen noch mal vor dem Tor und der Tribüne zu stehen. Sie fragt mich dann immer, ob mich diese Nähe nicht erdrückt.

NEUES STADION

„Sogar meine Frau liebt es, nach Spielen noch mal auf dem Rasen vor dem Tor zu stehen“

Und – hatten Sie das Gefühl mal?

Nur als Gastspieler. Das größte Kompliment an das Stadion ist, dass ich es als Gegner immer gehasst habe, hier zu spielen, weil es so eng und der Platz so besonders ist.

Im neuen Stadion wird das Tornetz rot-weiß und nicht mehr nur weiß sein. Beschäftigt Sie so etwas?

Als Profi möchte man immer so wenig Veränderung wie möglich. Das hat auch etwas mit Aberglaube zu tun. Zum Beispiel frühstücke ich vorm Spiel immer das Gleiche: Avocado-Tomaten-Brot und Müsli mit Obst. Und Vince (Vincenzo Grifo; d. Red.) und ich legen uns vorm Spiel immer eine kleine Kaugummi-Figur als Glücksbringer in den Spind. Wenn sich Dinge verändern, denke ich immer: Wenn ich heute kein Tor schieße, dann lag es daran.

Wie kann es gelingen, das Flair ins neue Europa-Park Stadion mitzunehmen?

Das geht nur über Erfolge und viele Spiele. Ich glaube schon, dass der Funke überspringen kann, aber das wird etwas dauern.

Haben Sie Sorge, dass der Verein sein „Anti- Kommerz-Image“ im neuen Stadion verliert?

Man hat ja oft automatisch Angst vor Veränderung. Dementsprechend habe ich auch die Sorge gehabt, dass wir unsere Werte verlieren könnten – werden wir zu groß? Aber ich finde, dass wir an einem Punkt sind, wo wir es uns auch verdient haben zu wachsen. Wir sind inzwischen ein beständiger Bundesligist. Wir haben Nationalspieler entwickelt, das Stadion ist immer ausverkauft. Wir haben es uns verdient zu wachsen, und bei aller Wehmut ist die Vorfreude definitiv groß. Die neuen Tribünen sehen schon megagut aus!

Statt 24 000 Zuschauer passen 34 700 Fans ins neue Stadion. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Aufs erste Tor (lacht).

Ihr Vertrag läuft bis 2022, nach Ihrem Hausbau deutet jetzt wirklich alles darauf hin, dass Sie Ihre Karriere beim Sportclub beenden. Stimmt das?

Das ist schon richtig gedacht, ja. Auch wenn man im Fußball keine Versprechen geben darf: Ich bin seit fast sieben Jahren hier, meine Frau kommt von hier, wir fühlen uns extrem wohl. Trotzdem habe ich auch jetzt noch große Ziele, und man kann nie etwas ausschließen.

Und nach dem Karriereende werden Sie dann Platzwart im neuen Stadion? (lacht) Warten wir mal ab: Wenn der Job und die Aufgabe passen, kann ich mir auf jeden Fall gut vorstellen, nach der sportlichen Karriere weiter für den SC zu arbeiten. Das wäre eine schöne Sache!