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Das Tor zu Europa in Chinas Hand


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arte Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2021 vom 25.11.2021

KOMPASS EUROPA – DIESMAL AUS: GRIECHENLAND

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Bildquelle: arte Magazin, Ausgabe 12/2021

Als ich die chinesischen Sc hriftzeichen am Ein- in Piräus – immerhin gang vom Containerhafenn der viertgrößte in Europa – zum ersten Mal sah, war ich verblüfft. Befanden sich hinter der Mauer auch Hunderte chinesischee Arbeiter? Dem ist zwar nicht so, aber Chinas Schifffahrtskonzern Cosco hat seit Ok tober seine Kontrolle gefestigt und hä lt nun 67 Prozent der Anteile. Der Sc hritt hat vor Ort, aber auch in Brüssel und Washington für Unruhe gesorgt. Obwohl die chine- bereits 2006 sische Übernahme begann, war die Finanzkrise der Hauptgrund für Coscos Zweidritan einem strategischen telmehrheit EU-Vermögenswert. Griechenlands Gläubiger, darunter die EU, drängten das Land 2012, die Mehrheit seiner Anteile zu verkaufen, um das internationale Rettungspaket in Höhe von 300 Milliarden Euro zurückzuzahlen. Und im Fall von Piräus gab es schlicht keine anderen Bieter als die Chinesen. Erst jetzt – und damit viel zu spät – ist der Hafen- Deal in den Fokus der EU gerückt, da Brüssel einem immer selbstbewussteren Peking gegenübersteht. Europäische Infrastruktur an China zu verkaufen, um Haushaltslöcher zu stopfen, gilt nicht mehr als opportun. Die EU versucht nun, strategische Sektoren besser vor Chinas Einfluss zu schützen. Auch die US-Regierung verfolgt die Entwicklung aufmerk- sam. Sie setzt sich dafür ein, dass etwa die Häfen in Nordgriechenland und 5G-Projekte in Händen westlicher Verbündeter bleiben. Für China ist Piräus entscheidend beim Megaprojekt Neue Seidenstraße, einem zentralen Bestandteil seiner außenpolitischen Strategie und geopolitischen Vision. Mehr als ein Dutzend EU-Mitglieder haben sich der Initiative angeschlossen, die Asien, Afrika und Europa neu vernetzt. Obwohl Cosco seit 2008 1,2 Milliarden Euro in Piräus investiert und die Kapazität des Hafens verfünffacht hat, sind die Griechen kritisch. „Sie haben hier keinen Cent ausgegeben. Wenn sie eine Lampe auswechseln, bringen sie sie aus China mit“, klagt ein Gewerkschaftsvorsitzender. Dabei ist Griechen und Chinesen eines klar: Der Hafen kann nicht gegen die Interessen der Bürger wachsen.ger wachsen.

ZUR PERSON

Eleni Varvitsioti, Journalistin

Die Griechenland-Korrespondentin der Financial Times ist Co-Autorin von „The Last Bluff: How Greece came face-toface with financial catastrophe & the secret plan for its euro exit“.

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