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Das wahre Paradies von Rügen


Nationalpark - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 04.09.2019

Gletscher, Nehrungen und Bodden


Im Biosphärenreservat Südost-Rügen wurden nahezu alle Landschafts-und Küstenformen des mecklenburgisch-vorpommerschen Küstengebiets unter Schutz gestellt. VON OLIVER THASSLER

Seine heutige Grundform erhielt das Biosphärenreservat Südost-Rügen durch die Gletschervorstöße der Weichselkaltzeit und die darauffolgenden postglazialen Küstenausgleichsprozesse. So werden die eiszeitlichen Inselkerne heute durch Nehrungen verbunden, die Besuchern ostseitig als weitläufi ge Strände begegnen. Die Entstehungsgeschichte begründet eine sichtbar vielfältige Landschaft, die sich durch ...

Artikelbild für den Artikel "Das wahre Paradies von Rügen" aus der Ausgabe 3/2019 von Nationalpark. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Nationalpark, Ausgabe 3/2019

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... kleinräumige Verzahnungen von Land und Wasser, Ebenen und Hügeln, Wäldern und Grasländern auszeichnet. Mit dem Biosphärenreservat Südost-Rügen wurde 1990 eine bemerkenswerte Landschaft unter Schutz gestellt, die auf engstem Raum alle Landschafts-und Küstenformen des mecklenburgisch-vorpommerschen Küstengebiets, mit Ausnahme der Kreideküste, enthält.

Groß Zicker im Biosphärenreservat Südost-Rügen. (Foto: Lothar Wölfel)


NATIONALPARK 3/2019

Auf der Insel Vilm. (Foto: Oliver Thaßler)


Folgen wir dem Küstenverlauf zwischen den Ortschaften Binz und Sellin, wandern wir durch die Granitz. Dieses Waldgebiet wartet nicht nur mit alten Buchenwäldern auf, sondern besitzt vielerorts aktive Kliffküsten mit ihren vorgelagerten Blockstränden. Ursprünglicher kann sich eine Küste im vorpommerschen Küstengebiet nicht zeigen. Die vor der Küste liegenden, durch Brandung und Erosion aus den Steilküsten freigelegten Steine zählen zu den größten Findlingen Deutschlands. Hier verbrachte der Chemiker und Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald im Ausklang des 19. Jahrhunderts oft seine Sommerfrische und resümierte, dass er sich auf Rügen in Ansicht der Motive einen eigenen Formbegriff entwickeln musste.

Neben Wäldern und Küsten sind jedoch auch insbesondere die Weide-und Trockenrasen des Naturschutzgebiets Zicker im Südosten des Biosphärenreservats von besonderem Reiz. Zu Recht spricht man von einer der großartigsten Weidelandschaften des südlichen Ostseeraums.Bedingt durch sandige, nährstoffarme Böden, durch sehr geringe Niederschläge und eine fortdauernde Beweidung mit Schafen, wurde dieses Gebiet zu einem der geobotanisch vielfältigsten Räume der Ostsee. Schlüsselblumen, Blutroter Storchenschnabel, Weiße Schwalbenwurz oder der Große Ehrenpreis sind nur einige Beispiele botanischer Kostbarkeiten. Von dieser Vielfalt geradezu berauscht, schrieb der von Johann Wolfgang von Goethe geförderte Friedrich Preller der Ältere nach dem Besuch Rügens an seine Frau: „[…] ich werde in Zukunft meine Studien wohl nur hier machen, denn reicher habe ich nie ein Land gesehen, selbst Italien nicht, obgleich in ganz anderer Weise.“

Blutroter Storchenschnabel. (Foto: Siegfried Klaus)


Das nordische Arkadien

Auf der Suche nach einem irdischen Paradies hätte das Biosphärenreservat Südost-Rügen gute Chancen, als nordisches Arkadien wiederentdeckt zu werden. Jenem Ort eines goldenen Zeitalters, wo Menschen in einer idyllischen Natur zufrieden und glücklich einer erfüllenden Arbeit nachgehen. Für die Zukunft steht die Herausforderung, sich der Vielfalt, Eigenart und Schönheit dieses Gebiets zu besinnen und zu erkennen, dass darin auch der ökonomische Garant für den Fortbestand des Tourismus liegt. Das Biosphärenreservat Südost-Rügen hat dieses enorme Potenzial für die Zukunft und der Ausspruch des gelehrten Johann Jakob Grümbke zu Beginn des 19. Jahrhunderts sollte uns fordern, die noch gül-tige Aktualität dessen nicht zu verlieren: „[…] zog ich in Gedanken eine gerade Linie von Putbus über Cirkow nach Prora. Was jenseits derselben ostwärts liegt, ist das wahre Paradies von Rügen.“ ■

BIOSPHÄRENRESERVAT SÜDOST-RÜGEN AUF EINEN BLICK

ANREISEN

Bahn: Mit dem ICE oder IC

■ über Hamburg: Rostock-Stralsund-Bergen/Rügen-Lauterbach Mole

■ über Berlin: Stralsund-Bergen/Rügen-Lauterbach Mole Zugverbindungen sind überwww.fahrplanauskunft.de einsehbar. Auto: Über die Autobahnen A19 und A20. Östliche Anfahrt erfolgt über Berlin. Westliche Anfahrt über Hamburg und Lübeck. Tor zur Insel ist die Hansestadt Stralsund, von dort nutzen Sie den Rügendamm oder die Rügenbrücke.Der Zielort ist „18581 Putbus OT Lauterbach/ Hafen“.

ÜBERNACHTEN

Sehr empfehlenswert ist das HotelBadehaus Goor . Das klassizistische, historische Badehaus liegt direkt am Greifswalder Bodden (www.hotel-badehaus-goor.de). Ein besonderes Ambiente bieten auch die Bootshäuser und Pfahlbauten in der Marina Jaich in Lauterbach (www.im-jaich.de). Wer das Biosphärenreservat Südost-Rügen weiter südlich erkunden möchte, ist imSolthus im Ostseebad Baabe sehr gut aufgehoben (www.solthus.de). Weitere vielseitige Unterkünfte finden sich zudem in den Ostseebädern Binz, Sellin und Göhren.

ESSEN UND TRINKEN

Neben den oben genannten Adressen gibt es eine Vielzahl an Restaurants, die mit dem SiegelRegionale Esskultur ausgezeichnet sind. Eine interessante Erlebnisgastronomie bietet das RestaurantNautilus in Wreechen (www.ruegen-nautilus.de). Eine gute Küche mit beeindruckender Kulisse findet sich auf derSelliner Seebrücke (www.seebrueckesellin.de). Das mit einem Michelin Stern ausgezeichnete RestaurantFreustil in Binz wartet mit einer raffinierten Küche auf (www.freustil.de).

ANSCHAUEN

Für einen guten Überblick lohnt ein Besuch im Jagdschloss Granitz (www.jagdschlossgranitz.de). Vom Mittelturm kann man gut die Grenzen des Biosphärenreservats ausloten. Pflicht ist der Besuch des überregional bedeutsamen Landschaftsparks Putbus mit angrenzender Orangerie und dem einzigen Theater Rügens. Eine Fahrt mit der Schmalspurbahn Rasender Roland von Putbus nach Göhren ist ein wunderbarer Streifzug durch die vielseitigen Landschaften des Gebietes.Beeindruckende Wildnis entdeckt man bei einer Exkursion in das Naturschutzgebiet Insel Vilm. Die Bootsabfahrt ab Lauterbach erfolgt zweimal am Tag über die Reederei Lenz (www.vilmexkursion.de).
Die schönsten Großsteingräber Rügens finden sich bei der Ortschaft Lancken-Granitz. Wissenswertes zur Mönchguter Landschaft erkundet man in den Mönchguter Museen (www.moenchguter-museen.de) oder entdeckt die Landschaft um das Naturschutzgebiet Zicker Berge bei den Ortschaften Gager und Groß Zicker gleich selbst.

INFORMIEREN

Neben den genannten Orten finden sich Infos in der Verwaltung des Biosphärenreservats in Putbus und in den Kurverwaltungen der Ostseebäder Binz, Sellin, Baabe und Göhren. Das vielfältige Kultur-und Naturangebot wird zudem über die Tourismuszentrale Rügen beworben (www.ruegen.de). Zur Orientierung sind insbesondere die Rad-und Wanderkarten des Nordland-Verlags zu empfehlen. Zur Vertiefung einzelner Themen eignen sich die Rügen-Jahrbücher des VerbandsInsula Rugia e.V. (http://insularugia.de).

OLIVER THASSLER leitet die Umweltkommunikation und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) am Naturerbe Zentrum Rügen.

„Die anmutige Schönheit der Insel Rügen ist gefährdet. Ihre nachhaltige Entwicklung und der Schutz des Natur-und Kulturerbes sind eine dringliche Aufgabe.“


Das Ostseebad Thiessow liegt auf der Halbinsel Mönchgut.


Das Jagdschloss Granitz auf dem sogenannten Tempelberg. (Foto: Karsten Bartel)


Schafbeweidung im Biosphärenreservat. (Foto: Karsten Bartel)


(Foto: Lothar Wölfel)