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Das war das Gartenbahn-Jahr 2019


Gartenbahnen - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 22.11.2019
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Bildquelle: Gartenbahnen, Ausgabe 4/2019

Die „Locomotion“ von 1825 zog einen der ganz frühen Züge auf der Strecke von Stockton nach Darlington. Aus der „Sammelbilder- Sammlung“ von Christian Schwarzer.


SIEGFRIED BAUM

Nach Redaktionsschluss 2018

Weder die Modellbaumesse in Friedrichshafen am ersten November-Wochenende noch die IMA-Köln zwei Wochen später bescherten der Gartenbahn-Szene „echt“ Berichtenswertes. Dem Ersteller eines Youtube-Films scheint es ähnlich ergangen zu sein, wenn ihm die „Faszination“ zum allergrößten Teil nur in z. T. sehr gut gemachten Modellbahnanlagen vor die Linse kamen, auf denen die Züge nur „im Kreis herumfuhren“. Lt. ...

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Weder die Modellbaumesse in Friedrichshafen am ersten November-Wochenende noch die IMA-Köln zwei Wochen später bescherten der Gartenbahn-Szene „echt“ Berichtenswertes. Dem Ersteller eines Youtube-Films scheint es ähnlich ergangen zu sein, wenn ihm die „Faszination“ zum allergrößten Teil nur in z. T. sehr gut gemachten Modellbahnanlagen vor die Linse kamen, auf denen die Züge nur „im Kreis herumfuhren“. Lt. dem Januar-Heft desEK scheint es zumindest im Vorfeld zur IMA Köln Ärger gegeben zu haben, als die Gewerbeaufsicht der Stadt Köln nur nach langem Verhandeln bereit war, der „Ausstellung“ den Status einerMesse zuzugestehen, als an diesem Sonntag, demVolkstrauertag strenge Regeln bezüglich „verkaufsoffen“ bestehen. Hätte man vielleicht früher in den Kalender sehen sollen! Lt. Web-Seiten sei die Zahl der Besucher von 58.000 auf ca. 50.000zurückgegangen ! Eine bedenkliche „Faszination“ ganz anderer Art: Dass die Kaufmöglichkeiten via Internet unübersehbar ihre Spuren hinterlassen, zumal auch die Abnahme des Selbstbaus, zumindest auf dem Sektor „Eisenbahn“, mindestens „einen Gang zurückgeschaltet“ hat. Der EK-Bericht zur IMA klagt, dass die gewerblichen Anbieter aus dem nahen Ausland sich offenbar fast völlig zurückgezogen haben.
Dass da ein Umbruch vonstattengeht, wird einerseits im Rückzug altbekannter Anbieter erkennbar, wie andererseits die Verkaufsangebote für Angefangenes in dieser Zeitschrift und in anderen Publikationen in gleichem Maße zunehmen! Eisenbahn böte weit, weit mehr – sowohl „drinnen wie draußen! Doch da müssten die Akteure buchstäblich „nach neuen Gleisen“ suchen!

Todesfall

Am 11. Oktober 2018 verstarbHans-Jürgen Kabbe im Alter von 76 Jahren. Als wir davon Kenntnis bekamen, war längst Redaktionsschluss. So hatte der Nachruf im Februar-Heft 2019 (wieder) erheblicheVerspätung ! Die „gute Nachricht“: Wie in der Natur allem Vergehen einer tristen Herbstzeit einFrühling folgt, gilt Gleiches auch hier: Das Eisenbahn-Erbe von HJ Kabbe bleibt in der Familie. Seine mit großem Elan begonnenepreuß. S 6 soll fertig gebaut werden!

Kohle

Das Thema des Jahres 2018 konnte noch im November mit einer kleinen „Entdeckung“ auf sich aufmerksam machen! Schon im Sommer 2017 habe ein Gartenbah- ner aus Hamburg beim Strandlaufen an der Nordseeküstekleinere Kohlebrocken gefunden. Und – diese würden in der nicht sehr großen Feuerbüchse einer 5-Zoll-24er „klasse“ brennen! Zumwoher gab es verschiedene Spekulationen, die von (aufgelassenen) Bergwerken auf Spitzbergen bis zu „durchgerosteten Bunkern aus untergegangenen Dampfern“ reichten!
Ein TV-Film am 1. November 2018 des NDR könnte des Rätsels Lösung gebracht haben:Seacoal oder sog. „Schwemmkohle“ aus aufgelassenen Minen an der Nordengl. Küste in der GrafschaftYorkshire ! Bei Hochwasser erreichen die Fluten die nichtverschlossenen Mundlöcher der alten Minen und dabei werde die dort noch liegende Kohle ausgeschwemmt. In dem TV-Film war davon die Rede, dass die Eigner der Minen das Sammeln der Kohle zeitweise sogar gerichtlich verbieten konnten, es später aber wieder geduldet würde. Das Sammeln ist nur bei Ebbe möglich, wo die Kohle „rein händisch“ zusammengekratzt und mit Kleinlastwagen abgefahren wird. Absolut denkbar, dass die stürmische Nordsee bei starker Westdrift diese Kohle auch bis an die Deutsch-Dänische Nordseeküste geschwemmt haben könnte. Das spez. Gewicht von Kohle liegt im Bereich von 0,9 bis 1,0, so dass es absolut denkbar ist, dass die Kohle „schwimmend“ die Hunderte von Kilometern zurückgelegt haben könnte. Das „gute Brennen“ wäre ein zusätzlicher Beweis für die gute Qualität der „Welsh Coal“!

Es ist nicht bekannt, ob und welchen Namen Märklin diesem frühen 5-Zoll-Modell gab.Winnetou hätte auf jeden Fall gut gepasst . (Foto: Papiermodell aus einem Ausschneidebogen)


2019

Trotz frühlingshaftem Wetter war es dem MEC Pirna gelungen, Mitte Februar über 15.000 Besucher in die Dresdner Messehallen zu locken! Für das Unterbringen aller Modellbahnanlagen musste man sogar einen weiteren Hallenteil dazu nehmen. Die 5-Zoll-Szene war, wie auch die Jahre zuvor, mit interessanten Exponaten gut vertreten, welche in diesem Jahr mit einem riesigen Modellbagger (mit 2 m Auslegerlänge) und einem Kohlenbrecher eine echte Attraktion dazu gewonnen hatte.
„Kehrseite der Medaille“: Schon Ende 2018 war auf den Web-Seiten derMesse Wels zu lesen, dass die Modellbauausstellung im April nichtsteigen wird . Die „offizielle“ Erklärung: Man müsse über eine Neuausrichtung der Präsentation „nachdenken“! Wenn die „große Eisenbahn“ in zweijährigem Turnus in Berlin ihr Schaufenster derInnoTrans öffnet: Wie wär’s, wenn sich die „Kleinen“ über etwas Ähnliches auch einmal den Kopf zerbrechen würden? Im Englischen gibt es hierfür das „Zauberwort“Brain-Storming !
Als wäre ein Wels nicht genug, meldete derEK im September- Heft, dass der Modellbahnverband MOBA e. V. die für Mitte November in München geplante VeranstaltungDie Modellbahn wegen zu geringer Beteiligung der Modellbahnherstellerabsagen musste !

George und Robert Stephenson

Als „Gartenbahnen“ ist es nicht Aufgabe, auf alle Todesoder Gedenktage der „Großen“ der Dampflok ausführlich einzugehen. Aber, man durfte sich vielleicht doch wundern, dass die „großen“ Zeitschriften 2018 mit keinem Bericht auf den170. Todestag von George Stephenson (12. August 1848) hingewiesen haben. Und die „runden Gedenktage“ gehen 2019 weiter! Vor 160 Jahren, 1859 starbRobert Stephenson und vor 190 Jahren (1829) war das berühmte Lokomotivrennen von Rainhill, bei dem bekanntlich die von den Stephensons gebauteRocket das Rennen gewann. Nach den allgemein bekannten Berichten scheinen die Stephensons auch als erste „Lokomotivbauer“ erkannt zu haben, dass der in den Kamin geleitete Abdampf aus den zwei Arbeitszylindern eine spürbare Feueranfachung brachte. Auch wenn die beiden die Wirkung eines „richtigen“ Blasrohrs offenbar noch nicht erkannten.
Zehn Jahre später, 1839 fuhr die erste in Deutschland gebaute Dampflok dieSAXONIA des Andreas Schubert. Als sich Schubert mit Unterstützern 1838 an den Bau der LokSAXONIA machte, fuhren lt. dem Transpress-Büchlein von Heinz Schnabel für die ersten deutschen Bahnen bereits 23 Lokomotiven, die samt und sonders aus englischer Fertigung stammten. Aus deren Schwächen und Problemen konnten Schubert und Kollegen eine Menge „lernen“ und weitere Baufehler vermeiden. Vor 30 Jahren, im April 1989 fuhr der Reichsbahn-Nachbau mit eigener Kraft bei den Fahrzeugparaden der DDR-Reichsbahn („150 Jahre Leipzig-Dresdner-Eisenbahn“).
Interessant, dass man sich auch beim Nachbau für die Kesselspeisung nur auf zwei Plungerpumpen einließ, deren Kolben an die innenliegenden Kreuzköpfe angeflanscht sind! Weil die zwei Pumpen rechnerisch deutlich mehr Wasser fördern können, als was das kleine Kesselchen verbraucht, wurde eineKurzschlussleitung eingebaut. Das Büchlein erschien 1989 noch zu Zeiten der German Democratic Republic, und da war das aus dem Englischen stammende WörtchenBypass verpönt! Ungeachtet dieser Diktion(en) ist das Büchlein lesenswert, weil jeder Dampfmodellbauer sich hier in vielen Dingen wiederfindet, die ihm vielleicht auch schon manche „schlaflose Nacht“ beschert haben!
Am 29. Januar brachte „Eisenbahn-Romantik“ ein Interview des Moderators mit dem 2009 verstorbenen Märklinund Spielsachen-SammlerDr. Alois Bommer-Zürich . Völlig unerwartet wurde ganz kurz erwähnt, dass Märklin bereits 1903 drei5-Zoll-Modelle gefertigt habe. Leider beließ es der Moderator bei einer Sequenz von Sekunden, so dass überhaupt keine näheren Einzelheiten zu dem Modell zur Sprache kamen. Was sehr erstaunt, dass die Spurweite5 Zoll offenbar schon viel früher Eingang in die „Blech-Szene“ gefunden hat, obwohl nach englischer Literatur die 5-Zoll-Größe erst in den 1930er-Jahren eine erste spärliche Verbreitung gefunden habe. Die Sammlung von Dr. Bommer wurde in eine Stiftung eingebracht und diese wird heute vom Technorama in Winterthur betreut.
Zu gerne hätten wir hier auch ein Foto dieses frühen Modells gebracht. Leider – es war nicht möglich. Der Hersteller Märklin verfüge über keine Abbildung, und von Mu- seumsseite wäre es zwar möglich gemacht worden, aber für das Wegschieben der sichernden Glasscheiben wäre ein Betrag in (Schweizer) Franken zuberappen gewesen, der die finanziellen Möglichkeiten des GB-Ehrenamts „um Meilen“ überzogen hätte! Nur so viel: Es handelt sich um einen B-gekuppelten „Winnetou“ mit Kuhfänger und einer ganz einfachen Außensteuerung, die in bekannter Manier erst durch leichtes Anschieben in eine „Vorwärtsoder Rückwärts-Stellung“ gebracht werden musste. Das flüchtige Foto in dem TV-Beitrag lässt vermuten, dass das Modell trotz der Größe nicht zum Mitfahren gedacht war! Da lt. Dr. Walter Strauß in diesen Jahren die 4 ¾-Zoll-Spur ganz offensichtlich eine größere Verbreitung hatte, als5-Zoll , ist nicht auszuschließen, dass das Märklin-Modell gar nicht für 5 Zoll, sondern für die etwas kleinere Spurweite gebaut worden sein könnte. Der Spurweitenunterschied beträgt ganze – 6 Millimeter!

Repro aus Dr. Walther Strauss „Liliputlokomotiven“. Nach der Bildunterschrift hat die junge Dame tatsächlich ein 4 3/4-Zoll- Modell „dirigiert“!


In meiner „Alt-Bibliothek“ tauchte ein Märklin-Jubiläums- Katalog von1959 auf! Die Spielzeug- und Modellbahnbauer aus dem Württembergischen Göppingen feierten vor 60 Jahren100 Jahre Märklin ! Auf einer hinteren Seite des mehr als 60-seitigen Katalogs wird die Zeichnung einerPLM-Lok für Uhrwerkbetrieb – vermutlich für Spur O – aus einem frühen Katalog gezeigt. Per Hand ist ein Preis von22 Mark eingesetzt!

Weiterer Todesfall

Anfang Februar verlor die Dampf- und Gartenbahn- Szene einen weiteren, „alt-gedienten“ Aktiven:Georg (Schorsch) Pütz aus Much (Rhein-Sieg-Kreis). Aus seiner DBC-Mitglieds-Nummer 54 wird ersichtlich, dass „Schorsch“ zu den ganz frühen Pionieren zu zählen war. Schon Mitte der 1970er-Jahre wagte er sich an eine BR 82 mitBeugniot-Gestellen ! Fast „vor seiner Haustüre“ liefen auch 4-achsige Dieselloks mit einer solchen Achsführung, so dass er auch diese nachbaute. Und – alles in 1:10! Anbei das „richtige“ Foto mit der 82er, nachdem im Nachruf ungewollt seine 56er gezeigt wurde.

Ein Foto aus der Sammlung „Karl“, zu dem weder Ort noch Zeitpunkt bekannt sind.


Voorjaarsstoomdag in Holland

Während für den Chronisten die Niederlande „weit, weit weg“ sind, haben die Dampffreunde aus NRW Holland „fast vor der Haustüre“. Kein Wunder, dass sich da einige am 24. März auf den Weg gen Veldhofen (westlich Eindhoven, Nordbrabant) gemacht hatten, um den 39. Voorjaarsstomdag (zu deutschFrühlingsdampftag ) zu besuchen. Wie zu hören, kam man voll auf seine Rechnung. Die Gartenbahnszene in Holland frönt bis zum heutigen Tag demaufgeständerten Gleis ! Fans, die schon vor der Jahrtausendwende die nicht geringen Entfernungen unter die (Auto)-Räder genommen haben, konnten Gleiches – zumindest für die Spur 5 – schon damals in Leek (Nähe Groningen) erleben. Der UntertitelModelstoomtenttoomstelling (Modelldampfausstellung) verrät, dass da nicht nur Eisen- bzw. Gartenbahnen gezeigt werden, sondern auch stationäre Maschinen in höchster Präzision und auch Straßendampf zu sehen waren.

10./11. Mai

„Langer Heinrich“ in Oberursel. Als von Emden ins Ruhrgebiet Erzzüge noch mit Dampfloks der BR 44 gefahren wurden, kam man zur Einsparung von Fahrplantrassen auf die Idee, Züge mit bis zu 50 Erz-3-d-Wagen Gattung Fad 167/168 zu fahren, was ein Zuggewicht von ca. 4000 Tonnen ergab. Als „Öl-Heinrichs Öl-44er nach langer Abstellzeit wieder fahrtüchtig hergerichtet war, kam man auf die Idee, zusammen mit Peter Vögtlins Kohle-44er den „Langen Heinrich“ auch auf 5-Zoll-Gleisen nachzustellen und zu fahren. Während die „Versuche“ am Freitag, 10. Mai, unter guten Wetterbedingungen abliefen, hatte sich am Samstag das Wetter leider nicht an die Prognosen gehalten! Trotz der regennassen Schienen gelangen einige Fahrten, und es war schon beeindruckend, die lange Wagenschlange durch die Kurven und Geraden der neuen Oberursler Anlage rollen zu sehen – und zu hören! Schade, dass die nun in schwarz-rot-lackierte 44 1167 von Wulf-Dieter Heinrich wegen Versagens der Wasserversorgung ausgesetzt werden musste. Der zunächst nur als „Schiebe“ genutzte „Büffel“ war zwar absolut nicht Vorbildrichtig, aber die weiteren Fahrten gelangen! Und – es wurde noch ein neuer „Rekord“ aufgestellt! Mit304 5-Zoll-Achsen wurde die bisherige Höchstmarke von 274 deutlich übertroffen!

„Fototermin“ mit den zwei 44er auf der neu gebauten Brücke in Oberursel (Foto: WD Heinrich)


Nachschuss auf die fast endlose Wagenschlange des „Langen Heinrich“.


Modellbau am Wasserturm

Der Spur 1-Hersteller KM1 lud Ende Mai zur Modellbau am Wasserturm. Zu sehen gab es auch in diesem Jahr wieder zahlreiche 5 Zoll Echtdampfmodelle, Lokomobile, RC Flug- und Schiffsmodelle inklusive Vorführungen, Spur 1 Anlagen und vieles mehr. Einige Händler und Hersteller präsentierten ihre Produkte.

Eine Meldung aus France!

Auch am 11. Mai trafen sich in St. Jean-du-Muzols (Nähe Tournon (Rhone) drei Modellbauer mit absolut dengleichen 5-Zoll-Lokomotiven der Gattung T 4 030- 030. Der auch in dieser Zeitschrift nicht unbekannte und exzellente Modellbauer aus dem ElsassPatrick Ernst hatte Freunde mit den Zeichnungen seiner „Mallet du Vivarais“ versorgt, und die trafen sich an diesem Samstag auf einem provisorisch verlegten Rundkurs. Das Besondere: Das Gleis war auf dem Bahnsteig aufgebaut, an dem das Original (1932 bei SACM-Grafenstaden gebaut) mit einem Museumszug der Chemin de Fer du Vivarais (CFV) Station machte!
Als die Fotosendungen aus Colmar eintrafen, war nicht bekannt, dass in dem oben erwähnten EK-Heft 9/2019 ein fünfseitiger, gut bebilderter Bericht zur Museumsbahn derCFV erscheinen werde. Eisenbahn hat’s nicht leicht! In dem Beitrag findet sich ein Hinweis, dass 2008 das Bähnchen in eine „finanzielle Schieflage geriet“, was die jahrelange Betriebseinstellung zur Folge hatte! Ein Brand im aufgegebenen früheren Betriebswerk in Tournon, bei dem auch das Vorbild für Patrick Ernst‘s Mallet schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, und eine nicht-bezahlbare Beteiligung am Brückenneubau mit der SNCF über den Doux erzwangen einen neuen Endbahnhof in St. Jean-du-Muzols.

Dreimal „Mallet“ T 4 030-030 auf dem Bahnsteig von St. Jean-du-Mozuls


Modell und Original im neuen Endbahnhof.


Stilisierte Karte der Museumsbahn. Deutlich zu erkennen, dass die „verkürzte“ Strecke nicht mehr in Tournon, sondern nun hinter der Doux-Brücke in St. Jean-du-Mozuls beginnt. (Danke an Herrn Kampmann, EK Freiburg, für die Übermittlung der Karte)


Zwei alte Dieselloks auf den „vergessenen Schienen“ des „Glaskastens“ in Sontheim (Brenz).


… aus Austria

Beim Gartenbahntreffen in Brno (Brünn) zeigte Andreas Merkus vom DBC Graz ein fast fertiges 5-Zoll-Modell einer österreichischen Schlepptenderlok der Reihe 329. Eine „klasse“- Modellarbeit. Das Original wurde zwischen 1907 und 1909 in insgesamt 93 Exemplaren für diekkStB gebaut. Die 329 war als Zwei-Zylinder-Verbundlok konzipiert. Eine spätere Variante als429 wurde dann als Zwilling gebaut. Und so hat sie auch der Grazer Modellbauer auf die Schienen gestellt. Das Modell hat einen Kupferkessel.
Der Vereinskamerad Robert Beimrohr hat sich der Spur 7 verschrieben, wo er noch gegen Ende des Jahres eine Reihe 178 präsentieren konnte. Das Modell hat einen Stahlkessel und in ihren Zylindern „werkeln“ Kolben mit einem Durchmesser von 50 mm. Das Besondere: Das Modell hat vorbildrichtig eineGölsdorf-Winkelhebel-Steuerung ! Wie auch bei der US-amerikanischenBakersteuerung wurde damit die übliche Schwinge ersetzt. Den „Gölsdorf- Winkelhebel“ finden wir in Österreich nur bei Nebenbahnlokomotiven (z. B. Reihen 178 und 99, u. a. bei der einzigen Schmalspurlok mit nachlaufendemDrehgestell , der Yv.2 der Ybbstalbahn). Es gibt ein YouTube-Filmchen von 2017, in welchem der Modellbauer das Triebwerk mit der eigenartigen Steuerung mit Druckluft vorführt.

Das noch unlackierte Modell der Reihe 178 für die Spur 7 mit „Gölsdorf-Winkelhebel-Steuerung“


… und Helvetia

Das diesjährige Dampffestival stand im Zeichen von30 Jahre Le Bouveret ! Der Klostergarten in Aigle stand ab Mitte der 1980er-Jahre nicht mehr zur Verfügung. Im Juni 1989 wagte man das erste Festival am Genfer See! Das im letzten Jahr vorgestellte Ausstellungs-Projekt (nach Vorbild Lausanne) mache momentan nur „Trippel- Schritte“. Die Aktiven um Yves Marclay hoffen 2023 den Neubau präsentieren zu können.

Die vergessenen Schienen

Der „Glaskasten“ hätte seine „helle Freude“, … „wüsste“ er, dass 63 Jahre nach Einstellung der kurzen Strecke von Gundelfingen nach Sontheim (Brenz) noch einige hundert Meter Gleis seiner alten Strecke liegen. Einer denkbaren Antwort auf die Frage „weshalb liegen die noch?“ wollen wir hier nicht näher nachgehen. Fakt war auf jeden Fall, dass dieses Gleisstück am Rand der Bebauung lag, und somit in all den Jahrzehnten nicht „störte“! Bis die Sontheimer IGS es für ihre Zwecke entdeckte! Und darauf nun zwei kleine alte Werkloks von O&K bzw. Deutz zusammen mit einem ex-B3yg einen neuen Standplatz gefunden haben.
Im „Zwickel“ zwischen diesem Gleisstück und der Hauptstrecke Ulm-Heidenheim hat die junge „Interessengemeinschaft Gartenbahn“ eine rund 400 m lange 5-Zoll-Gleisanlage um eine Gemeindehalle gebaut. Die Gleisanlage grenzt gegen die Hauptbahn an einen begrünten Lärmschutzwall, wo zwei als „verschlungene Acht“ angelegte Streckenteile eine massive Stahlbrücke notwendig machten. Um mit Publikum gefahrlosunter der Brücke durchfahren zu können, war eine lichte Höhe über SO von 1,5 Metern erforderlich, was für die nicht sehr lange Steigungsstrecke einige „Promille“ ergab und die Maschinen ganz schön fordert! Die „5-Zoller“ derIGS sind Teil einer größeren Interessengemeinschaft, bei der lt. Web nicht nur „Eisenbahn“ gepflegt wird, sondern auch die Präsentation alterländlicher Technik Vereinszweck ist.
Ein zweiter „Gag“: In einer örtlichen Fachwerkstatt wurde für die „alte Glaskasten-Strecke“ eine neue Handhebeldraisine gebaut, auf der Besucher auf den paar hundert Metern Strecke sich echtes Bahn-Feeling „erarbeiten“ können. Das gegen den Sontheimer Bahnhof aufgestellte Flügelsignal ist bei dem Insel-„Betrieb“ jedoch nur noch Zierrat. Siehe oben: Die Strecke wurde bereits 1956, nach gerademal 45 Jahren Betrieb, komplett eingestellt.

Die Bockerl-Bahner von Peißenberg

Als die für das Wochenende 14./15. September zu einem neuenExperten-Treffen einluden, hatte unsere „Gartenbahnen“ schon Abgabeschluss für Heft 4. Das Treffen stellt zusammen mit den Veranstaltungen in Sindelfingen und Plochingen den quasiAbschluss der Sommeraktivitäten im süddeutschen Raum dar. Was von hier oder anderswo, auch vom Hallendampftreffen in Friedrichshafen noch berichtenswert war, muss zwangsläufig dem ersten Heft des neuen Jahres vorbehalten bleiben.


(Foto: S. Baum)

(Foto: Patrick Ernst)

(Foto: Patrick Ernst)

(Foto: S. Baum)

(Foto: Sammlung W. Kargl)