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Das wünschen wir uns von dır


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Ein Herz für Tiere - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 11.11.2022

Titelthema

Artikelbild für den Artikel "Das wünschen wir uns von dır" aus der Ausgabe 12/2022 von Ein Herz für Tiere. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Ein Herz für Tiere, Ausgabe 12/2022

Ein Blick in ihre Augen – und man kann erraten, wie es einem Hund, einem Waschbären oder einem Kälbchen gerade geht. Denn Fellnasen, Nager, Federvieh & Co. fühlen ebenso wie wir Freude und Schmerz, Kälte und Hitze, Vertrauen und Angst. Ob es sich dabei um ein Meerschweinchen, eine Eidechse oder einen Wellensittich handelt – sie alle haben unterschiedliche Bedürfnisse und brauchen andere Voraussetzungen, um sich wohl und sicher zu fühlen. Wenn wir also ein Tier bei uns zu Hause aufnehmen, sind wir für dieses Wesen in seinem weiteren Leben verantwortlich. Das können bei einem Hamster wenige Jahre, bei einer Katze ein bis zwei Jahrzehnte und bei einem Papagei ein ganzes Menschenleben sein.

Kleine und große Tiere geben uns unendlich viel. Auch deshalb haben sie alle bei uns ein liebevolles und sicheres, aber vor allem artgerechtes Leben verdient. Und an ihren Blicken oder ihrem Verhalten ...

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... können wir auch ein Stück weit ihre Wünsche ablesen.

Wir wollen uns pudelwohl fühlen

Der Hund ist bekanntlich der beste Freund des Menschen. Und auch eine schnurrige Katze in der Wohnung ist sehr beliebt. Vor der Corona-Pandemie lebten bereits fast 15 Millionen Katzen und neun Millionen Hunde in deutschen Haushalten. Doch seit dem Lockdown sind die Zahlen rasant angestiegen. Schließlich hatten die Menschen durch Homeoffice und Kurzarbeit mehr Zeit für einen Vierbeiner. Reisen war kaum möglich. Die Fellnasen halfen, der Einsamkeit zu entfliehen, waren Kuschel- oder Joggingpartner und gute Zuhörer.

Doch nun quillen die Tierheime fast über, denn das Homeoffice wurde wieder durch Präsenzpflicht am Arbeitsplatz abgelöst, und einige haben sich wohl nicht richtig überlegt, was es bedeutet, Hundeoder Katzenbesitzer zu sein.

Doch die vierbeinigen Mitbewohner sind eben kein Menschen-Ersatz, sondern nach wie vor Tiere, die auch unterschiedliche tierische Bedürfnisse haben. Diese Bedürfnisse muss man erfüllen – und zwar lebenslang. Das können bei Hunden und Katzen schon mal gut und gern zehn oder 15 Jahre sein. Wer sich nicht sicher ist, ob er über einen solch langen Zeitraum für Rex, Mietze oder Minki sorgen kann, sollte sich aus Tierwohlgründen eher gegen einen eigenen Vierbeiner entscheiden. Es gibt aber auch Alternativen zum eigenen Haustier – eine davon ist zum Beispiel die Tierpatenschaft oder ein regelmäßiges Gassi-Gehen mit einem Tierheimhund.

Wenn eine Katze reden könnte, würde sie sich sicher Folgendes wünschen:„Weil wir zu den am wenigsten domestizierten Haustieren gehören und unseren eigenen Kopf haben, sind wir nicht unbedingt die Knuddeltiger, die ihr euch wünscht. Wir wollen auf Streifzug gehen und selbst entscheiden, wann und wie viel Nähe wir zu euch haben. Wir sind geboreneJäger und brauchen Beschäftigung und Freigang.“

Ein Hund würde uns zuhecheln:„Wir sind mit dir als Herrchen und Frauchen gern unser ganzes Leben lang zusammen, brauchen jedoch auch Kontakt zu unseren vierbeinigen Artgenossen. Das ist eine ganz wichtige Voraussetzung für unser Wohlbefinden und unsere Sozialisation. Wir möchten im Matsch wühlen, überall herumschnüffeln und einfach Hund sein. Dann fühlen wir uns im wahrsten Sinne pudelwohl. Also: Lasst uns bitte Tier sein und bleiben – dann lieben wir euch, liebe Menschen, umso mehr.“

Lasst uns ausreichend Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten

Kaninchen, Hamster, Meerlis und Chinchillas zählen zu den eher scheuen Haustieren. Sie würden gleich vorweg sagen:„Wir möchten nicht immer hochgenommen und gestreichelt werden. Wir bleiben als scheue Beutetiere gern mal unter uns. Wir brauchen also unbedingt Rückzugsmöglichkeiten, sichere Verstecke und unsere Ruhe.“

Ganz wichtig für das Wohlbefinden der kleinen Nager ist: Der Kontakt sollte immer auf Augenhöhe mit dem kleinen kuschligen Mitbewohner geschehen. Denn wir Menschen sind aus Sicht der kleinen Nager wahre Riesen. Und weil ihre Feinde meist aus der Luft angreifen, empfinden sie beim Hochheben möglicherweise Todesangst. Deshalb sollten wir häufiges Herumtragen und lange Streicheleinheiten vermeiden. Doch durch viel Zeit und das Beobachten werden die kleinen und großen Tierbesitzer schnell die Körpersprache von Meerschwein und Hamster verstehen lernen. Geduld ist dabei das oberste Gebot. Wenn die Tiere Vertrauen gefasst haben, werden sie von selbst kommen, um Streicheleinheiten oder ein Stückchen Futter abzuholen.

Auch hier gilt es, die kleinen Wesen artgerecht zu halten: Während Hamster Einzelgänger und nachtaktiv sind – das heißt, man sollte sie tagsüber auch in Ruhe schlafen lassen – brauchen Kaninchen, Meerschweinchen, Degus oder Chinchillas unbedingt Artgenossen an ihrer Seite. Zudem ist ausreichend Platz in einem artgerechten Käfig oder Gehege unabdingbar, damit sich die kleinen Mitbewohner auch richtig wohlfühlen.

Nicht vergessen: Während Hamster nur etwa ein bis zwei Jahre alt werden, leben Chinchillas 15 bis 20 Jahre. Und auch Kaninchen oder Meerlis können gut zehn Jahre alt werden. Die Tiere würden es sich wünschen, nicht dauernd den Besitzer zu wechseln.

Wir wollen fliegen

Wie Meerschweinchen und Kaninchen brauchen auch unsere fliegenden Mitbewohner Artgenossen an ihrer Seite. Wellen- oder Nymphensittiche leben wie die meisten Vogelarten im Schwarm und sollten nicht einzeln gehalten werden. Ein Spiegel ersetzt bei einem Wellensittich noch lange keinen Artgenossen.

Außerdem würden die Vögel uns zuzwitschern:„Wir brauchen unseren täglichen Freiflug – am besten in einem für uns sicheren Umfeld ohne giftige Pflanzen und für uns gefährliche Gegenstände wie Vasen, die zu einer Falle werden könnten, oder sich drehende Ventilatoren.“

Ich bin keine Ware und brauche mehr Platz

Während unsere Haustiere in unserem Bett schlafen, Küsschen und Streicheleinheiten bekommen, führen unsere sogenannten Nutztiere in der anonymen Massentierhaltung ein anonymes Leben voll Schmerz und Leid.

Alleine in Deutschland müssen jährlich 45 Millionen Legehennen ihr Dasein in der tristen und nicht artgerechten Enge der Massentierhaltungssysteme fristen – nur ihrer Eier wegen. Die Tiere werden in ein industrielles Leben hineingeboren, und ihr Leben ist kurz und qualvoll. In der freien Natur würde ein Huhn rund fünf befruchtete Eier im Jahr legen, um sich zu vermehren. Die Henne baut dabei sehr behutsam und gut versteckt ein Nest aus Blättern und Ästen und würde innerhalb von 21 Tagen ihr Gelege ausbrüten. Doch all das bleibt einer Henne verwehrt. Sie muss Eier produzieren – mittlerweile liegt die „Legeleistung“ eines Huhnes bei 300 Eiern pro Jahr. Doch extreme Leistung heißt körperliche Qual. Und nach nur einem Jahr ist das Leben dieser Hochleistungshennen zu Ende, obwohl Hühner normalerweise acht bis 15 Jahre alt werden können.

Nicht anders sieht es in der Industrie der Schweinemast aus. Allein 2021 wurden rund 52 Millionen Schweine in Deutschland wegen ihres Fleisches getötet, über 99 Prozent von ihnen leben in der konventionellen Tierhaltung. Eine Quälerei für die intelligenten Tiere in extremer Enge in Kastenständen und auf Spaltböden mit den eigenen Extrementen darunter. Sauen werden in den sogenannten Abferkelbuchten eingepfercht, um ihre Jungen zu säugen – und können sich nicht einmal drehen.

Die Ferkelkastration ohne Betäubung, um den ungeliebten Ebergeruch und Geschmack zu vermeiden, ist nun seit einem Jahr verboten, es gibt aber eine siebenjährige Übergangsfrist – das Leiden der kleinen Schweinchen geht also nach wie vor weiter. Auch die Zähne werden den Kleinen abgeschliffen, damit sie unter anderem die Zitzen der Muttersauen nicht verletzten.

Hundertausende Milchkühe haben noch nie eine Wiese gesehen, ihre Kälbchen werden ihnen schon nach einer Stunde weggenommen. Die Milch ist schließlich für uns Menschen bestimmt. Die Nutztiere werden dann in Tiertransporten teils bei sengender Hitze stundenlang durch die Länder zur Schlachtung gekarrt.

Doch Nutztiere haben es schwer, ihre Wünsche werden oft überhört. Und was sie für ein artgerechtes Leben brauchen, gibt man ihnen in der Regel nicht. Deshalb: Alle diese Millionen Tiere würden sich wünschen:„Menschen, wir sind keine Ware, sondern fühlende Lebewesen, und wir verdienen auch als sogenannte Nutztiere bei euch in Europa ein artgerechtes Leben. Vor allem brauchen wir viel mehr Platz, um uns wohlzufühlen.“ Wer den Tieren also etwas Gutes tun will, reduziert den eigenen Fleisch- und Eierkonsum. Das tut nicht sonderlich weh und ist sogar gesund.

»Wir sind keine Ware, sondern fühlende Lebewesen.«

Bitte pflanzt mehr Blumen

In Deutschland ist der Bestand fliegender Insekten um 75 Prozent zurückgegangen. Dabei spielen unter anderem auch die veränderte Landnutzung und der Verlust an artenreichen Ackerrändern eine große Rolle. Pestizide und Monokulturen sind Gift für unsere Natur. Wiederholtes Düngen und Schneiden von Grünland sorgt auch dafür, dass die Artenvielfalt von Blütenpflanzen massiv abnimmt, während sich Gräser ausbreiten.

So verschwinden die wichtigen Nahrungspflanzen für Insekten und deren Larven. Dabei brauchen wir die kleinen summenden und schwirrenden Tierchen dringend. Vor allem Bienen haben es schwer. Es gibt rund 20.000 Arten auf der Welt, aber allein in Europa ist mittlerweile jede zehnte Bienenart vom Aussterben betroffen. Dabei sind Bienen für unsere ökologische Vielfalt, die Bestäubung und Vermehrung von Pflanzen unverzichtbar.

Aber nicht nur für uns sind Insekten so wichtig, sondern auch für Vögel, Fledermäuse und andere Tiere, die sich hauptsächlich von Insekten und von Raupen, also den Larven von Schmetterlingen, ernähren. Auch die Zahlen von Vögeln nehmen rapide ab, und die Bestände haben es immer schwerer, Nahrung zu finden.

Wenn die Insekten, Vögel und Fledermäuse uns etwas ins Ohr summen und flüstern könnten, wäre das wohl:„Bitte pflanzt mehr bienen- und insektenfreundliche Blumen und Sträucher im Garten und auf dem Balkon. Lasst den Garten unordentlich und lasst Blätter- und Asthaufen liegen. Darin können einige von uns überwintern. Auch in Insektenhotels fühlen wir uns wohl.“

Bitte sagt „Nein“

Ein Besuch im Delfinarium oder im Zirkus, ein Ritt auf einem Elefanten oder ein cooles Selfie mit einem Affen im Urlaub? All das ist mit viel Tierleid verbunden. Wer Tieren helfen und Tierquälerei beenden möchte, sagt einfach „Nein“ zu diesen Attraktionen. Nur so werden sich Dinge ändern – und hier spart man sogar noch Geld – für den Eintritt oder das Foto – und erspart sich zudem, Zeuge und Mitverursacher von Tierleid zu sein.

»Wer nicht wegschaut und hilft, rettet den Tieren möglicherweise das Leben.«

Lasst uns am Leben

Es gibt viele Tierarten, die keinen Kuschelfaktor für sich verbuchen können und auf Menschen eher abschreckend wirken. Spinnen, Käfer oder heimische Schlangen zum Beispiel. Allein 1.000 verschiedene Spinnenarten gibt es in Deutschland. Sie alle – Kreuzspinnen, Weberknechte, Wespenspinnen & Co. – sind sehr nützlich, fan-gen sie doch große Mengen der uns lästigen Insekten. Aus diesem Grund ist es auch wichtig, sie nicht zu töten, sollten sie ins Haus kommen. Einfach ein Glas drüberstülpen, eine Pappe drunterschieben und das Tierchen im Garten freilassen. Auch die Nosferatu-Spinne, über die nun viel in den Zeitungen steht, kann nichts dafür, nun in Deutschland „angekommen“ zu sein. Der menschengemachte Klimawandel ist der Grund. Auch sie will einfach nur leben – und ist ebenso nützlich wie ihre anderen achtbeinigen Artgenossen.

Helft uns bitte

Eine verletzte Taube, ein verwaistes Eichhörnchen oder ein viel zu kleiner Igel – wer nicht wegsieht und hilft, rettet den Tieren möglicherweise das Leben. Vor allem Wildtiere sind vielen Gefahren ausgesetzt und kommen unter die Räder, fallen in Schächte oder Pools oder fliegen mit voller Wucht an unsere Wohnzimmerfenster. Manchmal braucht das Tier einfach nur ein paar Stunden Ruhe und ist dann wieder fit. Für andere gibt es Auffangstationen wie das Wildtier- und Artenschutzzentrum in Hamburg, Igelschutz e.V. oder Eichhörnchen-Notruf e.V. Wichtig ist in allen Fällen: Helfen sie den Tieren. Sie haben immer weniger Lebensraum zur Verfügung und leben in der Menschenwelt gefährlich. Ein Ast in der Mülltonne oder im Pool reicht schon aus, dass die Tiere sich selbstständig aus ihrer Falle befreien können und nicht ertrinken oder verhungern.

Aber auch bei Tierquälerei würden sich Tiere wünschen, dass Menschen nicht wegschauen: Wer beobachtet, dass Tiere schlecht gehalten oder gequält werden, kann aktiv werden und helfen: Wichtig ist es, Beweise zu sichern und, wenn möglich, Fotos zu machen. Die Hinweise gibt man dann an das das örtlich zuständige Veterinäramt weiter. In akuten Notsituationen oder einem eindeutigen Fall von Tierquälerei gibt es die Möglichkeit, Strafanzeige bei der Polizei oder bei der Staatsanwaltschaft zu stellen. Das ist nicht mit Kosten verbunden und hilft, Tierquäler dingfest zu machen.

Kauft uns nicht

„Wir Exoten gehören eigentlich gar nicht hierher, kommen oft als Wildfänge in die Wohnzimmer der Menschen. Viele unserer Artgenossen sterben schon auf ihrer langen, teils illegalen Reise in deutsche, österreichische oder Schweizer Terrarien.“

Dennoch: Für den Wildtierhandel gilt, dass alles, was nicht konkret verboten ist, erlaubt ist. Für 75 Prozent der in Deutschland angebotenen Arten gibt es keinerlei Schutzbestimmungen und deshalb auch keine Handelskontrollen. Sogar die Haltung von Tigern, Krokodilen, Flughunden oder Affen ist kaum reglementiert, und Wildtiere können sogar ganz legal im Internet gekauft werden.

Vielfach werden Exoten unüberlegt gekauft – und dann landen Schildkröten, Schlangen und Echsen schnell im Tierheim oder werden irgendwo in der Natur ausgesetzt. Viele dieser Tiere landen im gemein- nützigen Wildtier- und Artenschutzzentrum Hamburg. Dort befinden sich derzeit sieben Würgeschlangen, 15 Schmuckschildkröten, fünf Graupapageien, 15 Kleinpapageien und drei Sittiche. „Bei den Schlangen handelt es sich um ausgesetzte Tiere, die den Besitzern lästig wurden“, erklärt Christian Erdmann, der das Schutzzentrum gemeinsam mit seiner Frau Katharina gegründet hat und betreibt. „Viele Leute kaufen sich ein Tier, ohne zu wissen, auf was sie sich einlassen. Schlangen können beispielsweise 20 Jahre und älter werden, Grüne Leguane werden bis zu zwei Meter groß und haben außerordentlich starke Kiefer. Sie sind während der Paarungszeit aggressiv und können ihren Haltern erhebliche Verletzungen zufügen.“

Kauft man dennoch ein solches exotisches Tier, sollte man unbedingt auf eine artgerechte Haltung achten. Diese ist allerdings kaum realisierbar. Aber besser wäre es, sich erst gar keine Schlange, Eidechse oder Spinne anzuschaffen.„Bitte kauft uns nicht“,würden die schuppigen, krabbelnden, schwimmenden oder fliegenden Exoten sagen. Wer also ein Herz für Tiere hat, lässt die Finger von exotischen Lebewesen. Und durch das Nicht-Kaufen solcher Tiere kann der Teufelskreis aus Schmuggel, Qual und Artensterben durchbrochen werden.

AUSBLICK

Wir fühlen alle gleich

Egal, was wir tun, was wir einkaufen oder essen und wie wir allgemein leben – es hat Auswirkungen auf unsere Umwelt und alle Lebewesen, die darin leben. Ob Hund oder Meerschwein, Kuh oder Hühnchen, Spinne oder Fuchs – sie alle haben ein artgerechtes Leben ohne Leid verdient. Und sind wir für ein kleines Wesen verantwortlich, dann auch für seinen Schutz. Und es ist gar nicht so schwer und kostet kein Geld, die Wünsche der Tiere auch zu erfüllen. Primär würde es schon gut sein, wenn wir uns immer wieder bewusst machen, dass Tiere genau wie wir fühlen ... Schmerz, Angst, Trauer, Freude. Und von daher sollten wir immer mit ihnen ebenso umgehen, wie wir selbst behandelt werden möchten. Die kleinen und großen Fellnasen, Kuschel- und Flattertiere werden sich dann wirklich sau- oder pudelwohl fühlen.