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Dashboards für alle – wie Henkel eine Datenkultur schafft


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Computerwoche - epaper ⋅ Ausgabe 47/2021 vom 15.11.2021

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Der Konsumgüter-Hersteller Henkel nutzt intensiv Data Analytics, um das Geschäft voranzutreiben. Wichtige Kennzahlen sind online verfügbar, sodass Manager problemlos überall Zugriff haben. Beispielsweise steht im Zuge der Coronakrise ein Tableau-Dashboard zum Überwachen des globalen Bestands von Schutzausrüstungen zur Verfügung, damit alle Produktionsstätten weltweit gut ausgestattet sind.

Das Supply-Chain-Team von Henkel Laundry & Home Care hat bereits 2013 mit seiner digitalen Transformation begonnen, um die Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette voranzutreiben. Dirk Holbach, Corporate Senior Vice President und CSCO Laundry & Home Care, erklärt: „Wir verwenden sowohl transaktionale Daten aus unserem ERP- und den Transport- Management-Systemen als auch Echtzeitdaten aus unseren Produktionen. Die Echtzeitdaten decken die gesamte Wertschöpfungskette einer typischen Wasch- und ...

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... Reinigungsmittelproduktion ab.“ Das reiche von Nachhaltigkeitsdaten wie Energie- und Wasserverbräuchen über Qualitätsdaten zu Rohmaterialien, Halbfertigware und Produkten bis hin zu Effizienzdaten. „Die Daten kommen aus all unseren Produktions- Standorten weltweit“, sagt Holbach.

Daten konsolidieren im Data Lake

Henkel nutzt zur Konsolidierung der Datenmengen einen Data Lake, der sowohl transaktionale Daten als auch Echtzeitdaten aus den Produktionsstätten vorhält. Die Echtzeitdaten aus den Werken, etwa zu Energieverbräuchen, Qualität und Effizienz, werden in Realtime visualisiert, sodass der Anlagenverantwortliche in der Produktion jederzeit Einsicht hat und Handlungsempfehlungen ableiten kann.

Inzwischen wurden mehrere Billionen Datenpunkte gesammelt, aus denen die Beschäftig-ten monatlich über 500.000 Visualisierungen und Dashboards abrufen. Neben den Daten aus der Supply Chain verarbeitet Henkel viele weitere Daten, zum Beispiel aus Marketing, Forschung und Entwicklung sowie Finanzen. Um die Digitalisierung ganzheitlich voranzutreiben, hat das Unternehmen 2020 die Einheit „Henkel dx“ gegründet – eine integrierte Unit, in der verschiedene Unternehmensbereiche und Funktionen die digitale Transformation vorantreiben.

Mitarbeiter sollen Daten teilen

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen Daten schnell analysieren und unkompliziert mit Kollegen an anderen Produktionsstandorten teilen können. Der Zugang ist eine entscheidende Voraussetzung. Zu einem Gutteil gelingt er durch eine cloudbasierte Plattform namens Digital Backbone, die der Unternehmensbereich Laundry & Home Care schon seit 2013 in seinen Produktionsstätten weltweit einsetzt. Dieses digitale Rückgrat verarbeitet Daten von Sensoren, Maschinen und Überwachungssystemen aus über 30 Distributionszentren und Fabriken und gewährt Beschäftigten aus verschiedenen Bereichen transparent Datenzugang.

Für Henkel war es wichtig, im Personal eine entsprechende Kompetenz im Umgang mit Daten aufzubauen. Damit stehen die Düsseldorfer nicht allein: Gartner schätzt, dass derzeit 80 Prozent der Unternehmen in den Aufbau von mehr Datenkompetenz investieren. Henkel hat dazu 2019 ein „Digital Upskilling“ initiiert, um die Beschäftigten weltweit in den Mittelpunkt des digitalen Wandels zu rücken. Mitarbeiter verschiedener Bereiche werden mit Hilfe von Webinaren und Trainings in die digitale Transformation eingebunden – auch in den Produktionsbereichen.

Alle Tarifbeschäftigten in Deutschland haben ein persönliches iPad, damit sie sich kontinuierlich weiterbilden und den digitalen Wandel des Unternehmens aktiv mitgestalten können. Zudem wurden in den weltweiten Produktionsstandorten des Unternehmensbereichs Wasch- und Reinigungsmittel moderne Schulungsräume geschaffen, sogenannte Digital Gyms, in denen neue digitale Hilfsmittel vorgestellt und nähergebracht werden. Die Teams können so in ihrem Produktionsbereich vor Ort neue Apps, Augmented-Reality-Tools oder auch Microsofts Holo-Lense-Brille kennenlernen.

Außerdem wurde in den 30 Wasch- und Reinigungsmittelproduktionen jeweils ein sogenannter Digital Engineer berufen, der den Beschäftigten die Augen für Themen der Digitalisierung öffnen soll. Der Experte steht im ständigen Dialog mit den Anlagenverantwortlichen, um gemeinsam mit ihnen die Anwendungen in der Produktion zu verbessern und neue Ideen zu entwickeln.

Datenkultur, die Spaß macht

Henkel sieht Datenkompetenz nur als den Anfang. Künftig geht es darum, eine Datenkultur auszuprägen, die den Mitarbeitenden Erfolgserlebnisse verschafft und sogar Spaß macht.

Dies ist eine Change-Aufgabe für das Management. Entscheidend ist, die Akzeptanz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen.

Allen soll klar werden, dass sie Teil der digitalen Transformation sind und sich mit ihren Ideen jederzeit einbringen können.

Schon kleinere, inkrementelle Projekte für Datenkompetenz zeigen sichtbare Erfolge. Das können etwa Teamwettbewerbe sein, Lernstunden oder die Ermutigung durch einen Vorgesetzten, an einer entsprechenden Schulung teilzunehmen. Eine datenkundige und datengesteuerte Kultur hat viele Vorteile:

→Unternehmensbereiche und ihre Mitarbeiter können sich schneller an veränderte Rahmenbedingungen anpassen;

→ sie gewinnen tiefere Erkenntnisse in kürzerer Zeit;

→umfassende Datenkompetenz erzeugt Motivation, Effizienz und ein intensiveres Gemeinschaftsgefühl;

→ Fehlentwicklungen werden früher erkannt, Misserfolge schneller ausgebügelt;

→ es entsteht ein Klima der teamübergreifenden Innovation – für Henkel, aber auch für seine Kunden.

→ Die Zahl der Beschäftigten bei Henkel, die für die Arbeit Datenanalysen nutzen, ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Heute nutzen etwa 4.000 Menschen die Analyseplattform Tableau regelmäßig. Die Gruppe ist divers: Produktionsmitarbeitende, Werksleiter, Führungskräfte und viele weitere Teammitglieder arbeiten meist mit den Dashboards, um Entscheidungen zu treffen.

Das Daten-Tool ist ein wichtiger Teil des Digital Backbone. Über die Plattform können physische Assets, die eine digitale Schnittstelle erhalten haben, gepflegt und gesteuert werden, sodass hier die Verbindung zwischen der IT- und der OT-Welt gelingt. Mit Hilfe entsprechender Software lässt sich zentral und in Echtzeit auf Steuerungen, Sensoren oder Zähler zugreifen.

Basierend auf den im Data Lake aufgestauten Rohdaten entwickeln Unternehmensbereiche Softwaremodule, die den Beschäftigten helfen, Zusammenhänge – zum Beispiel zwischen Qualitätsproblemen und Abweichungen von optimalen Lager tem pe raturen – fest zu stellen und zu visualisieren. Da weltweit die gleichen Softwaremodule genutzt werden, kann Henkel Standorte und Technologien ständig vergleichen.

Die Plattform verarbeitet aber nicht nur Maschinendaten. Die App „Connected Worker“ erlaubt es Henkelmitarbeitern auch, papierbasierte Prozesse zu digitalisieren, Daten direkt in den Systemen sichtbar zu machen und mit den Maschinendaten zu verbinden. Durch Technologie und die enge Einbindung der Mitarbeitenden schafft der Konzern eine Datentransparenz, die es ihm ermöglicht, seine Supply Chain optimal zu steuern.

CO 2 -Fußabdruck schrumpft

Die Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette bei Henkel Laundry & Home Care ist also weit fortgeschritten. Wozu ein kontinuierliches Data-Monitoring in einer digitalisierten und vernetzten Produktion gut ist, hat sich während der Coronapandemie besonders deutlich gezeigt. Das Unternehmen konnte die Verfügbarkeit von Produkten sicherstellen und Engpässe vermeiden. Durch die Vorarbeit fiel es den Rheinländern leichter, Produktionen aus der Ferne zu steuern und dabei die Abstandsregeln einzuhalten.

Daten helfen Henkel heute, interne Prozesse schnell und effektiv zu gestalten. Neue Servicestrukturen werden immer wichtiger, um Kunden Dienstleistungen anzubieten, die datengetrieben sind und damit einen Mehrwert als Ergänzung zu den Produkten bieten. Heute setzt das Unternehmen Daten und Analytics in allen Unternehmensbereichen ein – im Klebstoffgeschäft, bei Beauty Care, bei Laundry & Home Care und in den Corporate Functions.