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DATEIEN ABGLEICHEN: Alles synchronisiert


Chip - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 31.10.2019

Gleichen Sie Ihre Daten und Geräte ab undbehalten Sie dabei die volle Kontrolle – lokal, über Ihren eigenen Server oder über die Cloud


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Bildquelle: Chip, Ausgabe 12/2019

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Die meisten Menschen besitzen heute eine Vielzahl technischer Geräte, die sie zu Hause, unterwegs und in der Arbeit nutzen. Da ist einmal der klassische Desktop-PC. Dazu kommen oft noch ein Notebook, ein Tablet sowie das Smartphone. Problematisch wird es allerdings, wenn Sie daheim am PC ein Dokument begonnen haben ...

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... und es am nächsten Morgen auf dem Weg zur Arbeit auf dem Notebook weiter bearbeiten wollen. Das funktioniert nur dann gut, wenn Sie sowohl auf dem heimischen Rechner als auch auf dem Notebook die jeweils aktuelle Version dieses Dokuments haben. Die Technik, die für einen automatischen Abgleich Ihrer Daten sorgt, nennt sich Synchronisierung.

Bei einer Synchronisierung werden Daten auf zwei oder mehr Geräten miteinander abgeglichen und auf einen einheitlichen Stand gebracht. Wenn Sie nur alleine an Ihren Dokumenten arbeiten, ist das kein technisches Hexenwerk. Schwieriger wird es, wenn mehrere Personen beteiligt sind. Eine Sychronisierung kann direkt erfolgen, wenn die beteiligten Geräte eingeschaltet sind. Eine lokale Software kümmert sich dann zum Beispiel darum, Ihre Daten miteinander abzugleichen. Das funktioniert auch über das Internet, sofern auch hier beide Geräte gerade eingeschaltet sind. Ist das nicht der Fall, benötigen Sie einen zwischengeschalteten Server, der die Speicherung und den Abgleich der Daten übernimmt.

Häufig werden für diese Aufgabe auch öffentliche Clouddienste verwendet. Diese Angebote sind meist standardisiert und für ein breites Publikum ausgelegt. Dafür sind sie günstig oder gar kostenlos verfügbar. Mehr Aufwand erfordert es, wenn Sie stattdessen einen eigenen Server betreiben wollen, sei es auf einem angemieteten Webspace oder auf einer Maschine wie Ihrer NAS. Viele Hersteller dieser Geräte bieten leicht einzurichtende Apps an, mit denen Sie Daten synchronisieren können.

Je nach Anforderung gibt es also verschiedene Möglichkeiten, um Ihre Daten miteinander abzugleichen. Nicht zu verwechseln ist die Technik jedoch mit einem klassischen Backup. Bei diesem werden Ihre Daten nicht wie bei einer Synchronisierung miteinander abgeglichen, sondern stattdessen auf einem anderen Gerät gesichert. Damit schützen Sie sich vor Datenverlust. Bei einer Synchronisierung wird eine veränderte Datei in der Regel sofort auch auf dem zweiten Gerät aktualisiert. Ein einmal entfernter Abschnitt in einem Dokument wird also auch auf dem verknüpften Computer gelöscht. Falls das versehentlich geschehen ist, können Sie bei manchen Synchronisierungsdiensten auf die Versionierung zurückgreifen. Diese speichert automatisch frühere Versionen Ihrer Dateien, sodass Sie gelöschte Inhalte wiederherstellen können.

Eigene Dateien auf allen PCs

Im ersten Teil dieses Artikels geht es um die direkte Synchronisation von Dateien, egal ob es sich dabei um Dokumente, Fotos oder andere Daten handelt.

Dateiabgleich mit PureSync

Microsoft hat vor einigen Jahren mit SyncToy ein eigenes Tool entwickelt, um Ordner auf eine einfache Weise miteinander abzugleichen. Leider hat der Konzern die Weiterentwicklung eingestellt, sodass SyncToy unter Windows 10 nur noch umständlich eingesetzt werden kann. Das Synchronisationswerkzeug PureSync hat diese Einschränkung nicht. Auf der virtuellen CHIP-DVD finden Sie die CHIP Edition von PureSync. Sie enthält alle Funktionen der Standardversion plus Zusatzfeatures wie Komprimierung und Verschlüsselung. PureSync gleicht den Inhalt zweier Ordner miteinander ab. Die beiden Verzeichnisse können auf ein- und derselben Partition, aber auch auf unterschiedlichen Laufwerken wie einer externen Festplatte oder Ihrem NAS-Server liegen. Klicken Sie nach der Installation des Tools auf die Schaltfläche »Neue Synchronisation«. Die Ansicht ist nun zweigeteilt. Links legen Sie den Quellordner und rechts den Zielordner fest.

Über den Reiter »Explorer« können Sie nun gezielt bestimmte Ordner auswählen. Bei »Vorausgewählte Ordner« finden Sie eine Reihe häufig verwendeter Verzeichnisse wie »Eigene Dateien« oder »Desktop«. Wenn Sie lieber Drag & Drop verwenden, dann nehmen Sie den Reiter »Liste«. Nachdem Sie links und rechts die gewünschten Ordner ausgewählt haben, klicken Sie auf »Weiter«. Jetzt können Sie einen Namen für die Synchronisation festlegen und etwa die Verschlüsselung aktivieren. Bestätigen Sie mit »Vergleich ausführen«. Danach sehen Sie eine Übersicht darüber, welche Dateien synchronisiert werden. Pfeile zeigen, in welche Richtung die Dateien übertragen werden. Bestätigen Sie zuletzt mit »Synchronisieren | OK«.

Direkter Abgleich versus Cloud

Ihre Daten lassen sich über zwei Wege miteinander synchronisieren. Zum einen direkt zwischen den beteiligten Geräten. Das hat den Vorteil, dass Sie dabei die volle Kontrolle behalten. Sie bestimmen, welche Daten gesynct und wo sie gespeichert werden. Dazu müssen alle beteiligten Geräte aber auch eingeschaltet sein. Eine Alternative ist die Zwischenspeicherung der Daten auf einem anderen Gerät, zum Beispiel einem eigenen Server. Nicht jeder kann oder will aber einen eigenen Server betreiben. Gerade wenn er direkt mit dem Internet verbunden ist, damit Sie auch von unterwegs aus Ihre Daten synchronisieren können, müssen Sie ihn stets aktuell halten, um Sicherheitslücken zu vermeiden. Einfacher geht es mit einer Cloudlösung. Hier kümmert sich der Provider um den Server, auf dem Ihre Daten zwischengelagert werden. Diese Bequemlichkeit bezahlen Sie aber mit einem Verlust an Privatsphäre.

Übersicht: Anbieter & Software

Diese Programme eignen sich zum Abgleich Ihrer Daten, nicht jedes ist aber für alle OS-Plattformen verfügbar

PureSync CHIP Edition

Mit der Vollversion des Programms synchronisieren Sie Ihre Daten direkt zwischen zwei Verzeichnissen, Laufwerken oder Rechnern

Syncthing verteilt Ihre Daten geschützt auch über das Internet. Zur Steuerung dient eine browserbasierte Oberfläche

Eigene Cloud mit Nextcloud

Viele Anwender haben große Sicherheitsbedenken, wenn es um das Synchronisieren ihrer Daten über einen kommerziellen Clouddienst geht. Alternativ gibt es das Open-Source-Projekt Nextcloud, das aus OwnCloud hervorgegangen ist. Nextcloud können Sie als eigenen Server zu Hause oder auf Ihrem Webspace installieren und dann von überall aus nutzen. Über Ihren Nextcloud-Server können Sie nicht nur Dateien synchronisieren, sondern auch ein zentrales Adressbuch, einen Kalender, eine Lesezeichenverwaltung, eine Fotogalerie und vieles mehr einrichten. Darüber hinaus gibt es Sync-Clients für Windows, Android, iOS und Linux, mit denen Sie direkt auf die auf Ihrem Nextcloud-Server gespeicherten Daten zugreifen können. Manche Webhoster bieten vorgefertigte Nextcloud-Pakete, die Sie auf Ihrem Webspace per Klick installieren können. Alternativ finden Sie unternextcloud.com/de/install/ #instructions-server einen »Web Installer« sowie eine vorgefertigte virtuelle Maschine, die bereits vollständig eingerichtet wurde.

P2P-Dateiabgleich mit Syncthing

Eine lokale Synchronisierung ist relativ leicht durchzuführen. Etwas aufwendiger wird es, wenn Sie weiter entfernte Systeme miteinander abgleichen wollen, da in diesem Fall auch die Absicherung der Übertragung eine große Rolle spielt. Hier kommt Syncthing ins Spiel. Das Open-Source-Tool schützt die Übertragung mit TLS und Perfect Forward Secrecy. Anders als etwa bei Dropbox wird dabei kein zentraler Server eingesetzt. Nur für die Verbindungsaufnahme werden Discovery-Server benötigt, die aber nur den Kontakt zwischen den beteiligten Geräten herstellen. Die Synchronisierung der Daten erfolgt ohne weiteren Umweg mithilfe des Block Exchange Protocols, einem auf dem Peer-to-Peer-Prinzip (P2P) basierenden Protokoll.

Syncthing benötigt keine Installation. Beim ersten Start meldet sich jedoch die Windows-Firewall. Bestätigen Sie den Hinweis mit »Zugriff zulassen«. Anschließend öffnet sich die Syncthing-Oberfläche im Browser. Diese Adresse sollten Sie am besten gleich als Lesezeichen speichern. Wählen Sie »Aktionen | Eigene Kennung« aus, um die eindeutige Identifizierungsnummer für Ihr Gerät anzuzeigen. Richten Sie Syncthing nun zum Beispiel auch auf Ihrem Notebook ein und klicken Sie dort bei »Externe Geräte« auf »Gerät hinzufügen«. Geben Sie die »Gerätekennung « und darunter einen »Gerätenamen« ein. Bestätigen Sie mit »Speichern«. Nach einer Weile erscheint auf dem ersten Computer eine Meldung, dass ein neues Gerät hinzugefügt werden will. Bestätigen Sie dies mit »Gerät hinzufügen | Speichern«.

Nun können Sie Ordner synchronisieren. Standardmäßig hat Syncthing auf jedem beteiligten Gerät bereits einen Ordner vorgesehen. Sie sehen seinen Pfad, indem Sie links auf »Default Ordner« klicken. Kopieren Sie zum Test eine Datei in dieses Verzeichnis. Klicken Sie dann bei »Externe Geräte« auf das verknüpfte Gerät sowie auf »Bearbeiten«. Wechseln Sie zu »Teilen« und setzen Sie ein Häkchen vor »Default Ordner«. Bestätigen Sie mit »Speichern«. Kurz darauf erscheint auf dem verknüpften Gerät automatisch die Frage, ob Sie den Ordner teilen wollen. Ab sofort werden alle Dateien in den beiden Default-Ordnern miteinander abgeglichen. Das Ganze funktioniert auch mit der Android-App aus dem Play Store. Dort haben Sie noch den Vorteil, dass Sie den als Gerätekennung auch angezeigten QR-Code mit der integrierten Kamera einscannen können.

Synchronisieren über die Cloud

Die zweite Möglichkeit zum Synchronisieren Ihrer Dateien ist die Nutzung der Cloud. Diese Lösungen sind meist leicht einzurichten, bergen aber Risiken für den Schutz Ihrer Privatsphäre.

Öffentliche Cloud-Dienste

Der bekannteste Anbieter in diesem Bereich ist Dropbox. Die kostenlose Variante des Dienstes bringt einen zwei GByte großen Online-Speicher mit. Alle Dateien, die Sie darin speichern, werden automatisch mit den verknüpften Geräten abgeglichen. Da sie dabei zunächst auf einen Cloudserver übertragen werden, spielt es keine Rolle, ob die anderen Geräte gerade eingeschaltet sind oder nicht. Bei der Übertragung über das Internet werden die Dateien verschlüsselt. Trotzdem können etwa Behörden auf die bei Dropbox gespeicherten Daten zugreifen. Eine Besonderheit ist die enthaltene Versionierung. Ähnliche Clouddienste sind Microsoft OneDrive und Google Drive.

Verschlüsselung für die öffentliche Cloud nachrüsten

Viele Cloudanbieter verschlüsseln Daten nur beim Übertragen. Auf dem Server des Providers liegen sie unverschlüsselt. Das verhindern Sie, wenn Sie Ihre Dateien lokal mit Boxcryptor verschlüsseln, bevor sie hochgeladen werden. In der Basisversion für Privatanwender und bis zu zwei Geräte ist die Software kostenlos. Nach der Installation benötigen Sie einen Account.

Boxcryptor legt automatisch ein neues Laufwerk im Explorer mit einer Verknüpfung zu den eingerichteten Cloudspeicherdiensten an. Wechseln Sie zum Beispiel in den Unterordner »Dropbox«. Alle Dateien in ihm sind wie bisher nicht verschlüsselt. Wenn Sie eine Datei oder einen Ordner schützen wollen, klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen »Boxcryptor | Verschlüsseln«. Die Dateien werden nun mit verschlüsselten Versionen ersetzt. Auf Dauer ist das Verschlüsseln per Rechtsklick jedoch umständlich. Sie können auch einen speziellen Ordner anlegen, in dem alle Dateien automatisch verschlüsselt werden. Öffnen Sie mit dem Explorer zum Beispiel Ihre Dropbox in Boxcryptor und legen Sie einen neuen Ordner an. Die Software bietet Ihnen nun an, den Ordner zu verschlüsseln.

Dokumente im Team bearbeiten

Die bisher beschriebenen Sychronisierungsmethoden haben einen Nachteil: Sie sind nur bedingt teamtauglich. Wenn zwei Personen gleichzeitig an einer Datei arbeiten, kommt es deswegen schnell vor, dass Änderungen versehentlich überschrieben werden. Für Teams benötigen Sie deswegen besondere Lösungen wie Collabora Online oder die G Suite von Google.

System/Software-Einstellungen

Neben Dateien gibt es noch weitere Bereiche, die synchronisiert werden können. Im Folgenden stellen wir sie kurz vor.

Windows-Einstellungen auf mehreren PCs

Verwenden Sie Windows 10 auf mehreren Geräten, können Sie einige grundlegende Einstellungen wie Sprache, Designs sowie Optionen, etwa für Ihren Drucker oder die Maus, automatisch über die Microsoft-Cloud synchronisieren. Dazu benötigen Sie jedoch ein Microsoft-Konto. Sie finden die Optionen unter »Start | Einstellungen | Konten | Einstellungen synchronisieren «. Aktivieren Sie die »Synchronisierungseinstellungen« und legen Sie darunter fest, welche Einstellungen abgeglichen werden sollen. Eine detaillierte Übersicht finden Sie unterdocs.mi crosoft.com/de-de/azure/active-directory/devices/enterprise -state-roaming-windows-settings-reference .

Dropbox gehört zu den am häufigsten genutzten Cloudlösungen, um Dateien über das Internet zu synchronisieren

Verschlüsselung nachrüsten

Die meisten Clouddienste verschlüsseln Ihre Dateien nur bei der Übertragung. Boxcryptor schließt diese Lücke

Pro & Contra Microsoft-Konto

Schon bei der Installation von Windows 10 versucht Redmond, Ihnen ein Microsoft-Konto schmackhaft zu machen. Das hat durchaus den einen oder anderen Vorteil. So können Sie damit Einstellungen des Systems, den Aktivitätenverlauf oder auch Ihre Zwischenablage automatisch zwischen mehreren Windows- 10-PCs synchronisieren. Zudem lassen sich Microsoft-Apps wie OneDrive oder Skype ohne weitere Anmeldung sofort nutzen. Andererseits funktioniert Win10 auch problemlos ohne Microsoft-Konto. Selbst Apps aus dem Windows Store können Sie mit einem lokalen Konto herunterladen. Und Sie schützen durch den Verzicht auf ein Microsoft-Konto Ihre Privatsphäre. Seit das Unternehmen Windows 10 auf den Markt gebracht hat, ist es auffällig scharf auf Ihre Daten. Unser Artikel zeigt, dass es jedoch viele alternative Möglichkeiten gibt, um Ihre Daten sicher zu synchronisieren. Wenn es wie bei den beschriebenen Windows-Einstellungen keine echte Alternative gibt, dann hilft allerdings manchmal nur ein Verzicht auf diese konkrete Funktion.

Windows-Einstellungen synchronisieren

Windows 10 kann wichtige Einstellungen zwischen mehreren Geräten abgleichen – Voraussetzung ist dafür ein Microsoft-Konto

Die Browsererweiterung Syncmarx synchronisiert Lesezeichen zwischen mehreren Browsern – sogar plattformübergreifend


Bookmarks browserübegreifend nutzen

Die im Browser gespeicherten Lesezeichen können Sie ebenfalls direkt synchronisieren. Zum einen bieten die verschiedenen Browserhersteller für diese Aufgabe eigene Dienste wie Firefox Sync oder Chrome mit Log-in an. Die Erweiterung Syncmarx erledigt diese Aufgabe aber auch browser- und plattformübergreifend. Als Zwischenspeicher für Ihre Lesezeichen dient dabei Ihre eigene Dropbox.

Installieren Sie das Add-on, klicken Sie oben rechts auf das Syncmarx-Symbol und wählen Sie bei »Choose a Service Provider « den Eintrag »Dropbox« aus. Wählen Sie »Get Token | Zulassen | Copy« aus, um das Token zu kopieren. Kehren Sie dann wieder zum Syncmarx-Symbol zurück und fügen Sie das Token in das Feld »Paste Token Here« ein. Bestätigen Sie mit »Authorize «. Legen Sie dann unter »Profiles« ein neues Profil an. Richten Sie danach die Erweiterung auf dem anderen Computer ebenso ein und wählen Sie hier dasselbe Profil aus. Syncmarx synchronisiert Ihre Bookmarks alle 15 Minuten automatisch.

E-Mails zentral nutzen

Falls Sie noch per POP3 auf Ihre Mails zugreifen, dann ist es an der Zeit, auf IMAP umzusteigen. Während POP3 neue Mails in der Regel komplett herunterlädt und dann auf dem Server löscht, bleiben sie bei IMAP auf dem Server gespeichert. So haben Sie von überall aus immer den vollen Zugriff auf Ihre Mails.

Ein Tresor für alle Passwörter

Heutzutage ist es äußerst wichtig geworden, individuelle, sichere Passwörter zu verwenden. Da sich das niemand mehr merken kann, empfiehlt sich die Nutzung eines Passwortmanagers wie KeePass. Wenn Sie Ihre KeePass-Datenbank zum Beispiel in Ihrer Dropbox speichern, haben Sie auch auf allen verknüpften Geräten Zugang zu Ihren Passwörtern. KeePass verschlüsselt die mit einem Masterpasswort geschützte Datenbank automatisch. Wenn Sie aber auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie die Datenbank zusätzlich noch in Boxcryptor speichern.

Spezielle Apps & Tools zum Datenabgleich

Evernote: Notizen

Zu den bekanntesten Anwendungen zum Synchronisieren von Notizen gehört Evernote. Der Online-Dienst nimmt auch in der kostenlosen Version nicht nur Ihre Aufzeichnungen, sondern zum Beispiel auch PDF-Dateien auf, die Sie dann auf allen verknüpften Geräten aufrufen können.

fruux: Adressen, Kalender, To-dos

Der Dienst aus Münster synchronisiert nicht nur Adressen, sondern auch Termine und Aufgaben. Die kostenlose Basic-Version kann auf bis zu zwei Geräten genutzt werden. Die Pro-Version kostet 40 Euro im Jahr. Clients stehen für die wichtigsten Plattformen zur Verfügung.

LastPass: Passwörter

LastPass lässt sich als Add-on im Browser installieren. Der Dienst bietet zudem Apps für die wichtigsten Plattformen an, die auch offline genutzt werden können. LastPass speichert die in ihm abgelegten Passwörter verschlüsselt auf Cloudservern. Zur Nutzung ist eine Anmeldung erforderlich.

Dateiabgleich unter iOS

Fast jeder besitzt heutzutage ein Smartphone. Da ist es hilfreich, wenn Sie auch unterwegs aktuelle Daten zur Hand haben.

Komfort auch ohne iCloud und iTunes

Viele iPhone-Besitzer schätzen ihr Gerät, können aber nur wenig mit iTunes anfangen oder wollen ihre Daten nicht der iCloud anvertrauen. Mittlerweile gibt es einige Alternativen. Zu den bekanntesten zählt iMazing. Damit haben Sie einen direkten Zugriff auf die Daten auf Ihrem iPhone, können sie mit dem PC abgleichen und zum Beispiel Musik, Videos, Fotos, E-Books, PDF-Dateien oder Apps per Drag & Drop hin- und herkopieren. Nach einer kostenlosen Testphase ist iMazing kostenpflichtig. Weitere Alternativen sind CopyTransManager und iFunBox.

Apples iCloud nutzen

Innerhalb des Apple-Ökosystems kümmert sich die iCloud um die Synchronisierung der Daten. Öffnen Sie auf Ihrem iPhone die »Einstellungen«, tippen Sie dort auf Ihren Namen und danach auf »iCloud«. Nun können Sie einstellen, welche Daten Sie synchronisieren wollen. Wie Apple Ihre Daten dabei schützt, erfahren Sie untersupport.apple.com/de-de/HT202303 .

Android synchronisieren

In Android gibt es viele Möglichkeiten, Ihre Dateien und Einstellungen geräteübergreifend zu nutzen – mit oder ohne Google.

Synchronisieren ohne Google

Am liebsten wäre es Google, wenn Sie dem Unternehmen möglichst viele Daten anvertrauen würden. Es geht aber auch ohne den Internetgiganten. Verbinden Sie Ihr Smartphone per Kabel mit Ihrem PC und installieren Sie dort dann die Freeware MyPhoneExplorer. Klicken Sie auf »Datei | Verbinden«, wählen Sie die Verbindungsart aus und bestätigen Sie mit »OK«. Installieren Sie nun über den Play Store die App »MyPhoneExplorer Client« und starten Sie diese. Falls USB-Debugging auf dem Smartphone noch nicht aktiviert ist, befolgen Sie die Anleitung unterpraxistipps.chip.de/was-ist-usb-debugging-und-wie-kannich- es-aktivieren_12622 . Klicken Sie auf dem PC auf »Weiter« und bestätigen Sie die Verbindung auf dem Handy mit »OK«. Legen Sie auf dem PC einen Namen für Ihr Mobiltelefon fest und bestätigen mit »OK«. Die Synchronisierung beginnt sofort.

Synchronisieren über die Google-Cloud

Die Optionen für die Synchronisierung über die Google-Cloud finden Sie unter »Einstellungen | Nutzer und Konten«, tippen Sie dort auf Ihr Google-Konto und danach auf »Kontosynchronisierung «. Hier können Sie nun festlegen, welche Daten Ihr Handy mit der Cloud synchronisieren darf – oder nicht.

iCloud
Unter iOS können Sie detailliert festlegen, welche Daten Ihr Smartphone über die Apple-Cloud synchronisieren soll


iMazing
Eine Alternative zu iTunes und der iCloud ist iMazing. Damit gleichen Sie Ihre Daten zwischen iPhone und PC ab


odrive: Clouds syncen

odrive verspricht, mehrere eigentlich separate Clouddienste miteinander zu synchronisieren und sie von einem zentralen Ort aus verfügbar zu machen. Die Software unterstützt zudem einen Zugriff auf FTP- oder SFTP-Server. Der Basisdienst ist kostenlos, Verschlüsselung ist aber nicht enthalten.

OneNote: Notizen

Eine weitere Möglichkeit zum Synchronisieren von Notizen zwischen mehreren Geräten ist OneNote. Die Windows-App benötigt ein Microsoft-Konto. Neben der abgespeckten Version aus dem Microsoft Store bietet das Unternehmen jetzt auch die Vollversion OneNote 2016 kostenlos zum Download an.

Duplicati: Datensicherung

Duplicati ist eigentlich kein Synchronisations-, sondern ein Datensicherungstool. Damit schoeben Sie Kopien Ihrer wichtigen Dateien auf eine externe Festplatte, einen NAS-Server oder auch per WebDAV, SSH oder FTP auf einen Online-Speicher. Die Bedienung erfolgt browserbasiert.

MyPhoneExplorer
Mithilfe der Freeware MyPhone-Explorer und dem zugehörigen Android-Client synchronisieren Sie Ihr Smartphone mit dem PC


Google-Cloud
Standardmäßig synchronisiert sich ein Android-Smartphone mit der Google-Cloud. Die Schalter können Sie zum Schutz Ihrer Daten aber auch individuell deaktivieren


iOS und Android syncen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Ihre Daten zwischen einem iPhone und einem Android-Handy abzugleichen. So bietet zum Beispiel die chinesische Firma Anvsoft die Software Syncios an. Die Synchronisierung erfolgt mithilfe eines Windows-Clients. Die beiden Handys werden per USB-Kabel mit dem PC verbunden und können dann synchronisiert werden. Die Zahl der damit übertragbaren Einträge ist in der kostenlosen Version aber auf nur fünf begrenzt. Die Vollversion des Programms, ohne diese Beschränkung, kostet ca. 25 Euro. Mit Syncios lassen sich auch Daten auf Ihrem Handy verwalten. Wenn Sie die Daten von Android nach iOS syncen wollen, können Sie auch die Android-App Move to iOS von Apple verwenden. Bei unseren Tests stürzte sie jedoch laufend ab. Für den umgekehrten Weg, also von iOS zu Android, können Sie zum Beispiel Ihre Kontakte auf der Seitewww.icloud.com als vCards exportieren und dann in Ihr Google-Konto importieren. Fotos lassen sich mit der iOS-App »Google Fotos« in die Google-Welt transferieren.

Effiziente Lösung mit GNU-Tools

Mit einiger Handarbeit können Sie ein Sync-System aus Open-Source-Tools aufsetzen, das effizient auch große Dateimengen abgleicht. Der Trick dabei: Auf jedem beteiligten System läuft ein rsync-Prozess, die untereinander nur neue und unterschiedliche Datei(teile) übertragen. Diese Lösung benötigt Windows 10 mit aktiviertem Windows-Subsystem für Linux (WSL) sowie ein Android-Smartphone. Sie funktioniert aber zwischen allen Linux-Rechnern (etwa Raspberry Pi) oder Win10-PCs mit WSL.

Vorbereitung der Synchronisation unter Windows

Drücken Sie auf Ihrem Windows-PC [Windows] + [R] und geben Sie „optionalfeatures“ ein. In den sich öffnenden »Windows-Features « suchen Sie »Windows-Subsystem für Linux«, setzen ein Häkchen davor und bestätigen mit »OK«. Nach der Installation starten Sie Ihren PC neu und suchen im »Microsoft Store« nach „Ubuntu“. Wählen Sie den Eintrag »Ubuntu 18.04 LTS« aus und klicken Sie auf »Herunterladen«. Danach rufen Sie eine Ubuntu-Konsole über das Startmenü auf.

Beim ersten Start geben Sie einen Linux-Benutzernamen und ein -Passwort ein. Schreiben Sie sich dieses Passwort auf. Aktualisieren Sie Ihr Ubuntu mit dem Befehl „sudo apt update && sudo apt -y upgrade“; beantworten Sie die Frage zum Neustart der Services mit „Yes“. Die nötigen Pakete openssh-server und rsync sind vorinstalliert – allerdings müssen Sie nun noch mittels „sudo dpkg-reconfigure openssh-server“ die Schlüssel für den SSH-Server erstellen.

Anschließend bearbeiten Sie die SSH-Konfiguration mit „sudo nano /etc/ssh/sshd_config“. Bewegen Sie den Cursor bis zur Zeile »#Port 22«, entfernen Sie das Raute-Zeichen # und ändern Sie den Wert »22« in „2222“. Suchen Sie dann nach dem Eintrag »PasswordAuthentication no« und ändern Sie ihn in „PasswordAuthentication yes“. Speichern Sie die bearbeitete Konfigurationsdatei mit [F3] und [Eingabe], dann beenden Sie den Editor mit [F2]. Nun aktivieren Sie die Änderung mit dem Befehl „sudo service ssh --full-restart“. Bestätigen Sie die Rückfrage der Windows-Firewall mit »Zugriff zulassen«. Geben Sie dann „sudo visudo“ ein, um den Autostart des SSH-Servers vorzubereiten. Scrollen Sie bis ans Ende der Konfigurationsdatei und fügen Sie diese Zeile ein: „USER ALL = (root) NOPASSWD: /etc/init.d/ssh“ (ersetzen Sie „USER“ durch Ihren Linux-Benutzernamen). Speichern Sie die Änderungen wieder mit [F3], gefolgt von [Eingabe] und zuletzt [F2].

Um den SSH-Server bei jedem Log-in zu starten, öffnen Sie im Windows-Startmenü »Aufgabenplanung | Einfache Aufgabe erstellen« und geben im Assistenten als »Name:« „SSH-Server“ ein. Nun wählen Sie »Trigger: Beim Anmelden | Aktion: Programm starten«, tippen bei »Programm/Skript:« „%windir%\system32\ bash.exe“, bei »Argumente …:« „-c ‘sudo /etc/init.d/ssh start’“ und klicken auf »Fertig stellen«. Öffnen Sie eine Eingabeaufforderung mit [Windows] + [R] und „cmd“. Hier geben Sie „ipconfig“ ein und notieren den Wert hinter »IPv4-Adresse« bei »Ethernet-Adapter Ethernet« oder »Drahtlos-LAN-Adapter WLAN«.

Termux unter Android installieren und einrichten

Öffnen Sie auf Ihrem Android-Handy den »Play Store«, um die App Termux zu suchen und zu installieren. Vor dem ersten Start rufen Sie »Einstellungen | Apps & Benachrichtigungen | Termux | Berechtigungen« auf und aktivieren »Speicher«.

Öffnen Sie nun Termux, aktualisieren Sie das System mit „pkg update“ und tippen Sie den Befehl „termux-setup-storage“ ein, um den Zugriff auf die Handydateien einzurichten. Installieren Sie OpenSSH und rsync mit „pkg install openssh rsync“. Bestätigen Sie die Rückfrage bei der Installation mit [Y]. Danach erstellen Sie einen SSH-Schlüssel mit „ssh-keygen -t rsa -b 2048“, um passwortlose Log-ins zu ermöglichen. Bestätigen Sie die Rückfragen zum Speicherort der Datei und zur (leer bleibenden) Passphrase jeweils mit [Eingabe].

Testen Sie nun die Verbindung zum Windows-PC mit „ssh -p2222 BENUTZER@IP-ADRESSE WINDOWS-PC“. Ersetzen Sie „BENUTZER“ mit Ihrem Linux-Benutzernamen und „IP-ADRES SE WINDOWS-PC“ mit der vorhin notierten IPv4-Adresse. Wenn die Verbindung steht, beenden Sie diese gleich wieder, indem Sie [Ctrl] antippen und danach [D]. Geben Sie nun den Befehl „ssh-copy-id -p2222 BENUTZER@IP-ADRESSE WINDOWS- PC“ ein. Ersetzen Sie auch hier „BENUTZER“ und „IP-ADRESSE WINDOWS-PC“ mit Ihren Daten. Das trägt den SSH-Key Ihres Handys als autorisierten Schlüssel auf dem PC ein, sodass Sie künftig kein Passwort mehr eintippen müssen.

Weitere Arbeiten unter Windows

Wieder auf Ihrem PC, geben Sie im Ubuntu-Fenster erneut den Befehl „sudo nano /etc/ssh/sshd_config“ ein. Entfernen Sie das »#« vor »#pubKeyAuthentication yes«. Speichern Sie die Änderung mit [F3], [Eingabe] und [F2] ab und starten Sie den SSH-Server mit „sudo service ssh --full-restart“ neu.

Da es sich auf dem PC leichter tippt als in Termux, schreiben Sie hier das Skript zur Synchronisierung, das Sie dann aufs Handy kopieren. Geben Sie im WSL-Ubuntu ein: „nano ~/handy camsync.sh“. In die erste Zeile schreiben Sie „#!/bin/bash“, in die zweite „rsync -O -av --no-perms --progress --rsh=‘ssh -p2222’ ~/ storage/dcim/Camera BENUTZER@IP-ADRESSE WINDOWSPC:/ mnt/c/handycamsync“. Ersetzen Sie wieder „BENUTZER“ und „IP-ADRESSE WINDOWS-PC“ mit Ihren Daten. Speichern Sie die Änderung mit [F3], [Eingabe] und [F2] ab.

Fotos von Android aus synchronisieren

Nun öffnen Sie auf Ihrem Android-Smartphone die Termux-App. Der Befehl „scp -P 2222 BENUTZER@IP-ADRESSE WIN DOWS-PC:~/handycamsync.sh ~/“ kopiert die Skriptdatei von Ihrem PC auf Ihr Smartphone. Überprüfen Sie danach mit „ls“, ob die Übertragung geklappt hat. Anschließend machen Sie das Skript mit „chmod +x ~/handycamsync.sh“ ausführbar. Führen Sie nun die eigentliche Synchronisation mit dem Befehl „./han dycamsync.sh“ erstmals durch. Je nach Anzahl der vorhandenen Bilder dauert das eine Weile. Sie werden auf dem PC in den Ordner »c:\handycamsync\Camera« übertragen. Wollen Sie später neue Fotos syncen, brauchen Sie nur Termux zu starten, mit dem nach oben zeigenden Pfeil den Befehl wieder anzuzeigen und ihn mit [Eingabe] ausführen.

Fotos synchronisieren
Führen Sie das Skript aus, um alle Fotos von Ihrem Android-Handy auf Ihren PC zu übertragen


OpenSSH-Server konfigurieren
Bearbeiten Sie die Konfigurationsdatei des OpenSSH-Servers und sorgen dafür, dass er über Port 2222 erreichbar ist


Skript erweitern

Sie können das Skript natürlich auch für andere Zwecke nutzen. Zum Beispiel lässt sich damit automatisch neue Musik vom PC zum Handy übertragen. Erweitern Sie das Skript dazu um eine Zeile nach dem Schema „rsync -O -av --no-perms --progress --rsh=‘ssh -p2222’ BENUTZER@IP-ADRESSE WINDOWS-PC:/ mnt/c/handymusik ~/storage/music“.
redaktion@chip.de


FOTOS: HERSTELLER COMPOSING AUFMACHER: SUSANNE RÖHRIG