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»Datenbankadministratoren müssen effizient in die Cloud migrieren können«


IT Administrator - epaper ⋅ Ausgabe 8/2020 vom 30.07.2020

Auch Datenbanken wandern immer öfter in die Cloud. Was sich dann für den Datenbank - administrator ändert, wie ein möglicher Migrationsplan aussehen kann und was speziell beim Monitoring zu beachten ist, haben wir Jason Hall, Vice President of Client Services bei SentryOne, gefragt.


IT-Administrator: Welche Themen treiben Datenbankadministratoren (DBA) Ihrer Erfahrung nach derzeit besonders um?

Jason Hall: Es sind vor allem die geänderten Anforderungen an die Arbeitsweise, die die Einführung von Cloudtechnologien in Unternehmen mit sich gebracht hat. Lokale Datenbankanwendungen haben sich über Jahre ...

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... hinweg nur wenig und äußerst langsam verändert. Effizientes Management spielte in On-Premises- Umgebungen eine eher untergeordnete Rolle. Selbst wenn Unternehmen auf ein neues Datenbanksystem umgestellt hatten, konnten DBAs sich letztendlich so viel Zeit nehmen, wie sie wollten, um sich vollständig einzuarbeiten. Diesen Vorteil wischt die Cloud, in der das Pay-for-consume- Prinzip gilt, weg. Nun müssen DBAs sich intensiv damit auseinandersetzen, wie sie effizient in die Cloud migrieren und Leistungsziele erreichen sowie übertreffen können.

Gerade in kleineren Unternehmen gibt es zwar SQL-Datenbanken, aber nicht immer eigene Datenbankadministratoren. Wie behalten IT-Verantwortliche hier trotzdem den Überblick?

IT-Manager, die neben dem gesamten ITStack auch für Datenbanken verantwortlich sind, benötigen Transparenz über alle Ebenen hinweg - Server, virtuelle Maschinen, Datenbanken und Anwendungen. Es gilt sicherzustellen, dass alle Geschäftsprozesse ohne Unterbrechungen funktionieren. In erster Linie müssen sie schnell erkennen können, wie sich benachbarte Systeme auf die Datenbank auswirken. Sie benötigen außerdem eine einfache Möglichkeit, lang laufende Abfragen anzuzeigen, die eine häufige Ursache für Datenbankverlangsamungen sind. Wenn sie sich darauf konzentrieren, können sie ohne großen Zeitaufwand erhebliche Verbesserungen der Datenbankleistung erzielen. Für IT-Manager ohne Datenbankkenntnisse helfen intuitive Dashboards zur Überwachung der Datenbankleistung, um Probleme einfach zu finden und beheben zu können.

Was gilt es beim Monitoring von Datenbanken besonders zu beachten? Vor allem im Hinblick darauf, dass immer mehr Data Bases auf virtuellen Maschinen laufen?

Die heutigen Datenbankplattformen bestehen aus mehreren Schichten. Microsoft SQL Server in Unternehmen umfasste einst nur eine Maschine im Netzwerk, die im hauseigenen Serverraum stand. Heute sind die Server weltweit verteilt. Bei der Serveranmeldung durchläuft der Nutzer mehrere Sicherheitsmaßnahmen, und die physische Hardware, die die Server trägt, wird mit vielen anderen Servern geteilt, die Datenbankplattformen bedienen könnten oder auch nicht. Wirksames Monitoring muss daher neben den wichtigsten Leistungskennzahlen auch ein Fenster zu all diesen Schichten umfassen sowie die Fähigkeit zur übergreifenden Durchführung von Analysen im Kontext von Anwendungen.


»Ein SQL-Server umfasste früher eine lokale Maschine im Netzwerk - heute sind zahlreiche Server weltweit verteilt.«


Neben der Virtualisierung spielt natürlich auch bei der Datenhaltung die Cloud eine große Rolle. Macht die Nutzung von Diensten wie Microsoft Azure SQL wie von den Herstellern versprochen wirklich alles einfacher?

Cloudbasierte Datenplattformen machen nicht alles einfacher, sie beseitigen lediglich bestimmte Verantwortlichkeiten von Serveradministratoren und DBAs. Dabei handelt es sich allerdings um Routineaufgaben, die meistens ohnehin bereits automatisiert wurden. Auf der einen Seite befreien Clouddienste DBAs also von wiederkehrenden Routinen. Andererseits verschieben sie deren Tätigkeitsschwerpunkt hin zu Workload- Performance-Management und effizientem Design, um sowohl Leistungs- als auch Kostenvorteile zu erzielen. Auch der Bereich Security gewinnt an Bedeutung, da mit dem Wechsel in die Cloud auch ein gewisser Verlust an Kontrolle einhergeht.

Wie sollte die Migration einer Datenbank in die Cloud im Idealfall ablaufen. Was sind die wichtigsten Planungsschritte vor der Migration?

Ein Migrationsplan besteht aus vier Phasen: Ermittlung, Testen, Migration und operative Unterstützung nach der Migration. Die Ermittlungsphase umfasst das Sammeln von Informationen, wie Systeme, von denen das Migrationsziel Daten verbraucht, die Ressourcenauslastung, Leistungsgrundlagen und Beispiel-Work - loads. Das Testen umfasst die Validierung der Daten, die bei der Migration übernommen werden sollen. Die Migration selbst ist in der Regel der leichteste Teil des Prozesses. Und schließlich ist nach der Migration auf Anomalien im System auf der Cloudplattform zu achten und die Dokumentation zu aktualisieren.

Inkonsistente Namensstandards und übergroße Spalten sorgen bei der Migration von Datenbanken oft für Probleme. Wie kann ein DBA solchen Schwierigkeiten von vornherein aus dem Weg gehen?

Viele bestehende Anwendungen müssen bis zu einem gewissen Grad neu strukturiert werden, damit sie sich migrieren lassen. Beim Aufbau neuer Systeme liegt die Problemlösung nicht ausschließlich bei DBAs. Da viele Datenbankstrukturen von Anwendungsentwicklern entworfen und definiert werden, lautet die Antwort: Zusammenarbeit. Der DBA muss Teil des Designteams sein, um Anleitung zu bewährten Verfahren für das Design nativer Datenplattformen in der Cloud geben zu können.

Herr Hall, wir danken für das Gespräch!