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DATENRETTUNG: Daten weg? Nein!


Chip - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 01.03.2019

Gelöscht, formatiert, Datenträger futsch: Verschwundene Dateien lassen sich oft wieder aus dem Daten-Nirvana retten. Unsere Vollversion Stellar Data Recovery hilft dabei


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Bildquelle: Chip, Ausgabe 4/2019

Die Software aus diesem Beitrag finden Sie auf der
CHIP-DVD


Alles, was auf Festplatten, SSDs und ähnlichen Medien gespeichert ist, bleibt viele Jahre erhalten und lässt sich problemlos wiederfinden, bearbeiten, verschieben oder kopieren. Doch ein falscher Klick, und wertvolle Daten sind genauso einfach gelöscht, überschrieben oder formatiert. Zudem können Laufwerke jederzeit kaputtgehen oder durch einen Unfall zerstört werden. Wie ...

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... wichtig regelmäßige Dateisicherungen sind, weiß inzwischen jeder – doch erfahrungsgemäß gehen oft genau die Dateien verloren, die es nur einmal in einem temporären Ordner, auf einem USB-Stick oder einer SD-Karte gibt.

Der Trost: Nicht immer sind die Dateien ein für allemal weg, sondern sie lassen sich wiederherstellen – sofern Sie nach dem Datenverlust alles richtig machen. Falls „nur“ beim Löschen, Kopieren oder Verschieben von Dateien auf einem Windows-Rechner ein Malheur passiert ist, prüfen Sie zunächst, ob Sie die fatale Aktion mittels [Strg] + [Z] rückgängig machen können und ob die Dateien noch im Papierkorb liegen. Falls nicht und in allen anderen Fällen (Datenträger formatiert, Partition gelöscht, Hardware defekt) gilt: Ab sofort darf auf das Laufwerk mit den verlorenen Daten nichts mehr geschrieben werden. Handelt es sich um einen Wechseldatenträger, trennen Sie ihn unverzüglich vom Rechner. Liegen die gelöschten Daten auf dem Systemlaufwerk, kappen Sie die Stromzufuhr des Rechners. Denn auch beim sicheren Auswerfen des Datenträgers oder beim Herunterfahren von Windows könnten die zunächst weiter bestehenden Dateiinhalte endgültig überschrieben werden. Achtung: In diesem Fall sollten Sie auch keine Software zur Datenrettung auf dem betroffenen Laufwerk installieren. Optimalerweise bauen Sie die Festplatte aus und analysieren diese in einem anderen Rechner. Wenn Sie das Datentrettungstool zwingend auf dem betroffenen Rechner installieren müssen, wählen Sie möglichst eine andere Partition als die betroffene oder installieren Sie es auf einem USB-Stick bzw.einer externen Festplatte.

Im Notfall: Zielstrebig statt panisch vorgehen

Das weitere Vorgehen hängt davon ab, wie die Dateien verloren gegangen sind: Nach einem Hardwareschaden ist das Einschicken ins Labor oft der einzige Weg. Dann wird das Laufwerk weder im Explorer noch in der Datenträgerverwaltung angezeigt – oder es wird schon vom BIOS nicht erkannt. Magnetfestplatten machen dann oft regelmäßige Klickgeräusche, weil der Lesekopf immer wieder erfolglos zur Startposition springen will. Bei jedem Hardwareschaden gilt: Laufwerk schnellstmöglich vom Strom trennen und nichts weiter damit probieren. Denn das ist ein Fall fürs Datenrettungslabor, das die Platte im möglichst unverbastelten Zustand braucht.

Bei gelöschten Dateien/Partitionen oder versehentlicher Formatierung analysieren Sie den Datenträger mit unserer Vollversion von der CHIP-DVD, der Datenrettungssoftware „Stellar Data Recovery Professional“. Wie Sie damit die besten Ergebnisse erzielen, zeigen wir auf den nächsten Seiten. Wenn Sie mit einem „Deep Scan“ nicht weiterkommen, probieren Sie nicht lange herum: Falls die Daten so wichtig sind, dass das Laufwerk doch ins Datenrettungslabor muss, sind dort die Aussichten auf Wiederherstellung umso besser, je weniger mit dem Laufwerk nach dem Datenverlust passiert ist. Neben kommerzieller Datenrettungssoftware wie Stellar gibt es auch Freeware- und Open-Source-Tools, die wir auf den Seiten 32 und 33 beleuchten.

Stellar Data Recovery: So klappt’s

Die Installation von Stellar läuft wie bei jeder anderen Software auch – beachten Sie jedoch, dass Sie als Installationsort einen Ordner auswählen, der nicht auf der betroffenen Partition liegt. Wie Sie die Seriennummer zur Registrierung erhalten, ist im Text auf unserer DVD beschrieben.

Verbinden Sie zuerst den betroffenen Datenträger mit dem Rechner und starten Sie dann Stellar. In der Software klicken Sie auf »Stellen Sie Daten wieder her«. Auf dem nächsten Bildschirm lassen Sie die Vorauswahl für alle Dateien aktiv (was Sie tatsächlich wiederherstellen wollen, geben Sie später an). Der nächste Schritt, die Auswahl des „Speicherorts“ ist etwas missverständlich betitelt – hier geht es tatsächlich um die Quelle, von der die Dateien wiederherzustellen sind. Wenn das Laufwerk noch gut funktioniert, klicken Sie auf den entsprechenden Laufwerksbuchstaben und auf »Scan«. Wenn das Laufwerk aber schon angeschlagen wirkt oder Sie viele/besonders wichtige Dateien wiederherstellen wollen, legen Sie ein Image an (s.u.).

Falls Sie den Laufwerksbuchstaben nicht finden, beenden und starten Sie Stellar erneut – hilft das nicht oder zeigt schon Windows das Laufwerk nicht an, dann wird wahrscheinlich die Partitionstabelle kaputt sein. Wählen Sie die Option »Kann Laufw.nicht finden | Scan«. In der danach angezeigten Liste wählen Sie das Laufwerk nach der angezeigten Größe aus und zeigen mit »Suchen« die bisher auf dem Laufwerk erstellten Partitionen an. Klicken Sie unten auf die gewünschte Partition und starten Sie den Scan.

Image erstellen als Profimethode

Die Profimethode für vorsichtige Menschen (besonders, wenn das Quelllaufwerk schon unzuverlässig wirkt, z. B.seltsame Geräusche macht) ist es, als erste und einzige Aktion direkt von dem physischen Quelllaufwerk eine Image-Datei zu erstellen. Diese speichern Sie auf einem funktionierenden Laufwerk. Das braucht dazu allerdings mehr freie Kapazität, als das Quelllaufwerk insgesamt hat – etwa eine große externe Festplatte. Das Image können Sie danach bedenkenlos mehrfach analysieren, auslesen und für die Zukunft aufbewahren, falls es dann bessere Wiederherstellungsmöglichkeiten gibt. Diese Methode strapaziert das schon angeschlagene Laufwerk nicht mehr als nötig. Denn die langwierigen Analyse- und Auslesevorgänge können einer älteren Festplatte weiter schaden und zum endgültigen Datenverlust führen. Im Zweifelsfall bleibt Ihnen so auch die Option, das Laufwerk zusammen mit der Image-Datei an ein Datenrettungslabor zu schicken.

Diese Imaging-Methode versteckt sich hinter der Option »Von Disk Image wiederherst.« Aktivieren Sie diese, klicken Sie auf »Scan | Image erstellen«. Danach wählen Sie das Quelllaufwerk bzw.die -Partition und den Speicherort für die Image- Datei. Je nach Laufwerksgröße kann das lange dauern – am Ende trennen Sie das Quelllaufwerk. Über dieselbe Option »Von Disk Image wiederherst.« selektieren und scannen Sie die Abbild- Datei – danach sind Sie in der Wiederherstellungsliste.

Tiefen-Scan fördert alles zutage

In allen Modi bietet Stellar zusätzlich einen »Tiefen-Scan« an. Er durchforstet alle Sektoren ungeachtet der Dateisystemtabelle nach Dateisignaturen. Die Dateien, die Stellar retten kann, listet es ähnlich wie in einem Explorerfenster auf. Alles, was mit einem Häkchen versehen ist, wird wiederhergestellt. Dieser Prozess dauert länger als das normale Kopieren. Vor allem, wenn Sie direkt mit dem physikalischen Quelldatenträger statt mit einem Image arbeiten, sollten Sie zunächst nur gezielt die wichtigsten Dateien zur Wiederherstellung auswählen. Das verhindert, dass das Laufwerk beim Zurückkopieren unwichtiger Dateien kaputtgeht, während tatsächlich unwiederbringliche Daten noch nicht gerettet sind. Nach dem Klick auf »Wiederherstellen « wählen Sie einen Zielordner. Dieser muss auf einem anderen Laufwerk als die Quelldateien liegen, damit keine als gelöscht markierten Bereiche überschrieben werden.

Beim Arbeiten mit einem Image beschleunigt es das Abspeichern der geretteten Daten, wenn Sie diese auf ein anderes Laufwerk speichern als das, auf dem das Image liegt. Bei vielen Gigabyte an Daten macht das einen großen Unterschied.

Laufwerke präventiv untersuchen

Auf der Startseite von Stellar Data Recovery Professional zeigt die Option »Kontrollieren Sie das Laufwerk« einen „Gesundheitsstatus“ der Laufwerke – sofern diese S.M.A.R.T.-Werte ausgeben. Die Funktion »Festplatte scannen« sucht nach defekten Sektoren, und mit »Festplatte klonen« spiegeln Sie ein Laufwerk direkt auf ein anderes. Das sind letztlich nur Nebenfunktionen, die dennoch hin und wieder nützlich sein können. Andere gängige Datenrettungstools, die wir uns angesehen haben, können damit nicht aufwarten – doch auch bei der Datenwiederherstellung gibt es große Unterschiede.

Recovery-Alternativen im Test

Eine Websuche nach „Datenwiederherstellung“ findet viele Freeware- und Open-Source-Tools, die aber erfahrungsgemäß selten gut arbeiten. Wir haben uns stellvertretend drei angeschaut: Piriform Recuva, die »Data Recovery“-Funktion des Mini Tool Partition Wizard Free und die Open-Source-Lösung TestDisk & PhotoRec. Nur die MiniTool-Lösung schaffte ein mit Stellar vergleichbares Ergebnis – mit einer Einschränkung.

Recuva: Außen hui, aber innen?

Die weit verbreitete Freeware Recuva macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Recuva startet mit einem Assistenten, der Sie zielstrebig zum Scan führt – die Option »Enable Deep Scan« sollten Sie gleich aktivieren. Ernüchterung macht sich beim Ansehen des Ergebnisfensters breit.

Bei einem einfachen Test mit einem „schnell“ formatierten USB-Stick hatte Stellar Data Recovery Professional alle 485 Dateien und Ordner (ca. 1,5 GByte) mit Dateinamen perfekt wiederhergestellt – egal, ob der Stick zuvor als NTFS oder als FAT32 formatiert war. Recuva dagegen verlor bei NTFS-Formatierung alle Dateinamen und die komplette Verzeichnisstruktur, bei FAT32 landeten die meisten Dateien in einem Ordner und es gingen die meisten Dateinamen verloren. Das Chaos, speziell nach der NTFS-Wiederherstellung, war so groß, dass es keine Rolle mehr spielte, ob die Dateiinhalte korrekt wiederhergestellt wurden: Hunderte Word-Dokumente mit nichtssagenden Zahlen als Dateinamen und ohne Metadaten sind schlichtweg nutzlos.

Während Recuva bei einer Handvoll Dateien von einem FAT32-formatierten USB-Stick noch praktikabel sein mag, ist es für alle größeren Laufwerke reine Zeitverschwendung, wenn nicht gar gefährlich: Beim Herumprobieren damit könnte eine angeschlagene Festplatte endgültig kaputtgehen, und Ihnen bleibt am Ende nur ein unbenutzbares Datei-Kuddelmuddel.

MiniTool: Gratisrettung, aber nur ein GByte

Der MiniTool Partition Manager ist ein echter Alleskönner beim

Arbeiten mit Laufwerken – leider nur englischsprachig. Er stellt

auch Dateien wieder her, und das sogar ziemlich gut.

Starten können Sie den Wiederherstellungsassistenten über den Link im MiniTool-Startfenster oder durch einen Rechtsklick auf das Laufwerk/die Partition im Programmfenster (»Data Recovery«). Daraufhin erscheint das Vorschaufenster mit dem Scanfortschritt, das die wiederherstellbaren Dateien anzeigt. In unserem Test tauchten alle Dateien und Ordner unter unter »Lost Partition 1« auf, eventuell müssen Sie alle Listeneinträge einmal aufklappen, um zu sehen, ob Ihre vermissten Dateien dabei sind. Setzen Sie bei den zu rettenden Objekten einen Haken. Beachten Sie aber, dass die Gratisversion höchstens ein Gigabyte an Daten wiederherstellt – wählen Sie also zunächst nur die wirklich unwiederbringlichen Dateien aus.

Die Ergebnisse waren in unseren Tests deutlich besser als bei Recuva (wobei wir wegen der Einschränkung der Free- Ver sion nur ein GByte wiederherstellten) – nur ein Ordner verlor seinen Namen, sonst war alles vollständig an seinem richtigen Platz in der Verzeichnisstruktur.

Kurzum: MiniTool können Sie guten Gewissens ausprobieren. Wenn Sie jedoch eine größere Datenmenge wiederherstellen müssen und daher den Kauf der Software überlegen, vergleichen Sie es mit Stellar Professional. Diese kostet ähnlich viel, lieferte aber in unseren Tests noch bessere Ergebnisse.

TestDisk: Rettungsabenteuer mit Open Source

Die Open-Source-Tools TestDisk und PhotoRec werden in einem ZIP-Archiv angeboten, das Sie nur entpacken müssen. (Achtung, nicht auf die betroffene Partition/das Laufwerk!) Fazit unserer Tests: TestDisk ist eher langsam, kann nichts besser als Stellar oder MiniTool, und die Gefahr für Fehlbedienung ist hoch. Das Tool mit seiner kryptischen Oberfläche schreibt am Ende eine neue Partitionstabelle auf dem Laufwerk – gut, wenn das klappt, aber katastrophal, wenn es schiefgeht. Man sollte das Tool ausführlich an unkritischen Datenträgern (z. B.ein fehlerhaft beschriebener Linux-Bootstick) ausprobiert haben, bevor man es auf wichtige Laufwerke loslässt. Ohne Handbuch (cgsecurity.org/wiki /Schritt_für_Schritt_Wiederherstellungs beispiel ) fängt man am besten gar nicht an.

TestDisk stellt verlorene Partitionen wieder her. Die Software läuft als Kommandozeilentool. Klicken Sie mit rechts auf »testdisk_win.exe« und wählen Sie »Als Administrator ausführen «. Im Programm springen Sie mit den Pfeiltasten zwischen den Optionen und bestätigen mit [Enter]. Zuerst wählen Sie das physikalische Quelllaufwerk aus, dann müssen Sie angeben, ob die Partitionstabelle im (älteren) MBR- oder im GPT-Format vorliegt – normalerweise stimmt die Vorauswahl von TestDisk. Der Scan (nach Aktivierung von »Analyse | Quick Search | Deeper Search«) dauert lange – vor allem, wenn auf dem Datenträger große Bereiche unpartitioniert sind. TestDisk rödelt Zylinder um Zylinder ab, was leicht eine ganze Nacht dauern kann: Für eine angeschlagene Festplatte kann das schon zu viel sein.

Spätestens nach einem »Deeper Search« zeigt Testdisk alle vorhandenen und gelöschten Partitionen an – teils mehrfach, weil es auch die Backup-Einträge der Partitionstabelle berücksichtigt. Zudem zeigt es Position und Größe der Partitionen in »Sektoren« an – um die richtige Partition anhand ihrer Größe auszuwählen, multiplizieren Sie die Sektorenzahl (bei Laufwerken mit weniger als vier TB) mit 512 und dividieren sie durch 1.048.576, um die Größe in Megabyte zu erhalten. Wählen Sie die Partitionen, die bestehen bleiben sollen, aus und ändern Sie deren Status mit der [i]-Taste von »D« zu »P«. Am Ende muss unten bei »Structure: Ok.« stehen, woraufhin Sie mit [Enter] und [Y] die neue Partitionstabelle schreiben. Danach sollte die zuvor fehlende Partition wiederhergestellt sein. In der Windows-Datenträgerverwaltung müssen Sie ihr einen Laufwerksbuchstaben zuweisen, damit der Windows-Explorer sie anzeigt.

PhotoRec verhunzt Dateinamen

Das Open-Source-Dateiwiederherstellungstool PhotoRec starten Sie durch einen Doppelklick auf »qphotorec_win.exe«. Nach der Auswahl des Laufwerks oben und der Partition unten wählen Sie mit »Browse« ein Zielverzeichnis, dann die Option »Whole: …« und klicken auf »Search«, woraufhin PhotoRec in unseren Tests nur etwa 20 % der gelöschten Dateien mit verhunzten Dateinamen und ohne Ordnerstruktur kopierte – im Gegensatz zu den anderen Tools ignoriert es Reste der Dateisystemtabelle komplett. Falls die anderen Tools scheitern, können Sie als letzte Maßnahme also noch einen PhotoRec-Durchlauf probieren.

Im Windows-Papierkorb suchen Sie zuerst nach verschwundenen Dateien. Wenn man ihn in den Desktop-Symboleinstellungen ausblendet, kommt man gar nicht auf die Idee, ihn zu oft zu leeren


Umgang mit USB-Sticks
Gewöhnen Sie sich an, USB-Sticks und SD-Karten „schnell“ zu formatieren – nach Fehlern lassen sich Dateien dann wieder retten


Nach einem Dateiverlust schalten Sie das Laufwerk bzw.den Rechner sofort aus – ohne „sicheres Auswerfen“ und ohne Herunterfahren. Beides kann gelöschte Dateien endgültig überschreiben


Nur die Professional-Version von Stellar kann Dateien tatsächlich wiederherstellen


Fotos: AzFree, Bannosuke, Djahan/Getty Images (Aufm.); Hersteller Composing: Susanne Röhrig

Vollversion auf DVD: Stellar Data Recovery

Die Vollversion können Sie nach Registrierung nutzen. Rufen Sie die Stellar-Webseite über unseren Kurzlinkbit.ly/2SeR4uC auf und klicken Sie den Button »Holen Sie sich Ihren Lizenzschlüssel«. Geben Sie dann Ihre Mailadresse ein und prüfen Sie das Postfach – auch den Spamordner. Klicken Sie den Bestätigungslink, um eine zweite Mail zu erhalten. Diese enthält Ihren persönlichen Key für Stellar Data Recovery. Die Aktivierung ist bis
31. Mai 2019 möglich. Weitere Infos finden Sie unter:bit.ly/2I5cINl

Android: Viele Fallstricke

Wenn Sie auf dem Handy versehentlich Dateien gelöscht haben, gilt: Nichts weiter auf den Speicher schreiben, also keine weiteren Fotos machen oder Downloads/Updates anstoßen. Aktuelle Android-Handys machen die Rettung schwer: Das Dateisystem ist seit Android 5 verschlüsselt – und selbst bei USBVerbindung zum PC ist kein Zugriff auf das Dateisystem erlaubt, den eine Software wie Stellar bräuchte. Rettungs- Apps benötigen Root-Zugriff, um ungenutzte Speicherbereiche zu lesen. > Die SD-Karte können Sie versuchen, am PC mit den oben beschriebenen Methoden zu analysieren. Wenn Sie keine Partition finden, „reparieren“ Sie das aber keinesfalls – die Karte ist wohl verschlüsselt. Ihnen bleibt nur eine Rettungs- App mit Root oder Sie lassen sich von einem Datenrettungslabor beraten. > Rettungs-Apps gibt es im Play Store viele – die Erfolgsaussichten schwanken aber stark. Viele dieser Apps starten gar nicht erst. Auf einem gerooteten Android 7.1.2 hatten wir mit der App DiskDigger Teilerfolge und konnten zumindest einige gelöschte Bilder wiederherstellen. Wirklich sicher sind Handy-Dateien aber nur, wenn man sie regelmäßig auf den PC oder in den Cloud-Speicher etwa von Google Fotos kopiert.