Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 3 Min.

Davos: Davoser Pulver


Bergsteiger - Das Tourenmagazin - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 08.02.2020

Die Davoser erzählen gern, dass der Schöpfer von Sherlock Holmes den Skisport in der Region populär gemacht habe - zumindest unter seinen britischen Landsleuten. Dabei schreckt Sir Arthur Conan Doyles Touren- Report von 1894 eher ab. Trotzdem: Es lohnt sich, Richtung Monstein, Sertig oder Flüela aufzubrechen.


Artikelbild für den Artikel "Davos: Davoser Pulver" aus der Ausgabe 3/2020 von Bergsteiger - Das Tourenmagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Bergsteiger - Das Tourenmagazin, Ausgabe 3/2020

Davos ist perfekt für die Kombi Freeride und Skitouren, das Freetouring.


I rgendwie klingt es demütigend. »Du schlurfst über eine Ebene. Und dann musst Du im Zickzack oder im Stil einer Krabbe den Berg hinauf. Später runterrutschen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Und zu allem Überfluss auch ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Bergsteiger - Das Tourenmagazin. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 3/2020 von Bergszene: SKIGEBIETE JA, NEUERSCHLIESSUNGEN NEIN: Alpenvereine bekennen sich zum alpinen Wintersport. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Bergszene: SKIGEBIETE JA, NEUERSCHLIESSUNGEN NEIN: Alpenvereine bekennen sich zum alpinen Wintersport
Titelbild der Ausgabe 3/2020 von Allgäu: Allgäu3. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Allgäu: Allgäu3
Titelbild der Ausgabe 3/2020 von Im Tal Lernen vom Chef der Kräuter. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Im Tal Lernen vom Chef der Kräuter
Titelbild der Ausgabe 3/2020 von Auf den Alpen Ein Schweizer Filmteam zu Besuch. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Auf den Alpen Ein Schweizer Filmteam zu Besuch
Titelbild der Ausgabe 3/2020 von Am Berg Das Leben der Hüttenwirte. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Am Berg Das Leben der Hüttenwirte
Titelbild der Ausgabe 3/2020 von 3 x 3 TOUREN FÜR ALG ÄU-ENTDECKER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
3 x 3 TOUREN FÜR ALG ÄU-ENTDECKER
Vorheriger Artikel
Grün statt Gold
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Medien Bücher, Filme, Web: Berge für daheim
aus dieser Ausgabe

... Ob Sir Arthur Conan Doyle bei seiner ersten großen Skitour im Bündner Land Spaß hatte, lässt der Schriftsteller in seiner Kurzgeschichte »An Alpine Pass on Ski« nicht wirklich durchblicken. Selbstironisch war der Mann jedenfalls. Und prophetische Gaben hatte er scheinbar auch. Denn er war Genauer: nach Davos.

Als Jan Caspar am Ortsrand von Monstein in die Bindungen seiner Tourenski steigt, macht sich nur eine Handvoll Tourengeher zwischen den uralten Holzhäusern der Walsersiedlung gemeinsam mit dem Bergführer startklar. Schnell ist die Skispur hinauf zu den dick eingeschneiten Almhütten von Oberalp erreicht. Dahinter geht es durch lichten Lärchenwald an den Hängen des Erezberges entlang, bis die Ebene am Fanezmeder erreicht ist. Kleine Heustadel stehen verstreut in der Landschaft zwischen den Schneehügeln. »Im Sommer wurde hier früher das Heu eingelagert und im Winter per Schlitten ins Tal gebracht«, erzählt Caspar beim gemütlichen Aufstieg gen Älplihorn.

»Ski«-Fahren in Anführungszeichen

Apropos frühere Zeiten: Doyle quälte sich vor 125 Jahren die Hänge oberhalb von Frauenkirch hinauf - quasi in Sichtweite vom Älplihorn. Von Davos nach Arosa folgte er seinen beiden Führern über die Maienfelder Furgga. Zuvor hatte er sich von den Davoser Schneesport-Pionieren Tobias und Johann Branger das Skifahren beibringen lassen. Acht Fuß - also weit über zwei Meter - maßen ihre Bretter, die Bindungen waren viel zu locker.

1 Sanfte Steigung: im Bärentälli auf dem Weg zum Älplihorn


2 Unberührtes Gelände: bei der Querung zur Ducanfurgga


Kein Wunder, dass der Brite nach seinem dilettantischen Debüt 1894 im britischen Strand-Magazine urteilte: »›Ski‹ sind die launischsten Dinge der Welt: An einem Tag läuft alles gut mit ihnen. Am nächsten Tag klappt nichts.« Das Wort Ski setzte Doyle übrigens immer in Anführungszeichen.

Vom Fanezmeder aus wäre das Älplihorn über seinen Vorgipfel bald erreicht. Doch die Schneemassen bieten diesmal zu viel des Guten. Zu heikel, zu eingeblasen ist die Steilflanke - wie so oft im Winter 2019. Davos gilt ohnehin als Schneeloch: Schnee aus Süden bleibt hier hängen. Schnee aus Osten auch. Und der Schnee aus Norden. Das Pulver staubt aus allen Himmelsrichtungen in die Täler rund um die höchste Schweizer Bergstadt. So ist es natürlich kein Zufall, dass das legendäre Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF seine Arbeit 1936 gerade am Weissfluhjoch aufnahm.

Die kommode Abfahrt durchs Bärentälli bis unter die Fanezfurgga entschädigt für entgangene Gipfelfreuden. Zumal hinter der Scharte ein wahres Schmuckstück auftaucht: die wuchtige Mauer von Hoch Ducan und Gletscher Ducan, die das Areal beherrscht. Abweisend und schroff erhebt sich die felsige Gipfelreihe gegenüber, während die Gruppe unter dem Chrachenhorn quert, um schließlich den Bogen talwärts zu schlagen. Die Hänge gen Monstein haben gerade das rechte Gefälle.

Fast zu viel des Guten

Für den Sherlock-Holmes-Erfinder Doyle wäre das wahrscheinlich schon wieder zu viel gewesen. »Du ziehst Deine ›Ski‹ an, drehst Dich lächelnd um, um zu sehen, ob Deine Freunde Dir auch zuschauen - und bohrst im nächsten Moment Deinen Kopf wie verrückt in einen Schneehaufen, strampelst hektisch mit beiden Füßen, um - gerade halb erhoben - bösartigerweise nochmal mit dem A… in den Schneehaufen zu fallen.« Wahres Vergnügen lässt sich da nicht herauslesen.

Anderentags in Sertig-Dörfli. Die Dächer des Dutzends Walserhäuser in dem Weiler haben dicke, weiße Hauben auf. Stefan Felix, Bergführer aus Sankt Gallen, steuert den Tälligrat an. Der ist ein beliebter, weil schnell zu erreichender Gipfel oberhalb von Davos. Normalerweise braucht man von Sertig kaum einen halben Tag für die Tour. Doch Felix muss sich diesmal ordentlich plagen, um eine Spur in den vielen Neuschnee zu legen. In dem Gürtel lichten Waldes ist zwischen den Ästen der Föhren und Lärchen schon bald die markante Kapelle von Sertig zu sehen - von ganz weit oben über der Ebene des Hochtales. Der dickbäuchige Kirchturm hat es als Miniatur-Ausgabe sogar in die Plastik-Welt der Modelleisenbahn- Landschaften geschafft.

Stefan Felix zeigt auf die Hasenspuren, die die Skitourengeher begleiten. Und auf die Bäume, die jetzt immer spärlicher werden. »Das sind uralte Ar- ven«, erklärt er. Weiter oben am Berg entfaltet sich das Relief der Davoser Landschaft vor den Skitouristen. Die Spitzen über der Stadt - wie das Jakobs- oder das Rinerhorn - sind »verkabelt« mit Liften und den Pistenfahrern vorbehalten. Aber die Seitentäler seien ideal für Skitourengeher, schwärmt der gebürtige Engadiner. »Ob Monstein, Dischma oder im Sertigtal: Überall gibt es Möglichkeiten.« Auch die Gipfel rund um den Flüelapass böten sich an, und dort störe auch kein Skigebiet. Im Februar und März können Tourengeher mit einem Shuttle die gesperrte Flüelastraße hinauffahren.