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Deals zwischen Bayer-Konzern und US-Presseverband


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raum&zeit - epaper ⋅ Ausgabe 224/2020 vom 26.02.2020

E-Mail-Korrespondenz entlarvt:

„Das Ziel, einen Mehrwert zu verschaffen“ hört sich erst mal ganz gut an. Wenn dieses Ziel allerdings zwischen dem Agroriesen Bayer und einem US-amerikanischen Presseverband im Sinne eines Mehrwertes für Bayer und den Presseverband vereinbart wurde, ist Hellhörigkeit angesagt.

Wie die kritische Journalistin Carey Gilliam Ende des letzen Jahres beschrieben hat, flog eine E-Mail-Kommunikation auf, die zwischen zwei Führungspersonen von Bayer und dem Geschäftsführer der Foreign Press Association (FPA) während der Jahre 2018 und 2019 stattgefunden hat. - Die FPA ist eine Mitgliederorganisation für Auslandskorrespondenten, sonstige Journalisten und PR-Fachleute. - Diese zu unterstützen sicherten der Bayer-Senior Vice President Ray Kerins und der Bayer- Vice President Chris Loder per EMail zu. Im Gegenzug stellte der damalige Leiter der FPA Thanos Dimadis Bayer weitreichende Angebote in Aussicht:

• ein Sitz im Beirat der FPA,

• regelmäßige Initiativen um unter den Journalisten das Bewusstsein für von Bayer präferierte Themen zu schärfen,

• Abstimmung der Preisträger des Foreign Press Awards mit „strategischen Kommunikationsplänen und -initiativen von Bayer“,

• Organisation von Tagesforen für Journalisten und „Media-Influencern“ zu Themen, die für Bayer relevant sind,

• Veranstalten einer großen „Konferenz gegen falsche Nachrichten“ im Sinne von Bayer,

• Organisation von drei Hintergrundbriefings für Bayer mit nationalen und internationalen Journalisten und

• eine Liste mit über 300 Auslandskorrespondenten, die der Konzern an sich binden könne

Dieser Deal kam ans Licht, weil Dimadis zu einer anderen Presseorganisation wechselte und die E-Mail-Korrespondenz vorher nicht vollständig löschte.

„Einflussnahmen dieser Art von Seiten Bayers sollten eigentlich niemanden mehr überraschen“, kommentiert Axel Köhler Schnura vom Vorstand der Coordination gegen Bayer-Gefahren. Gekaufte Berichterstattung und Druck bei unbotsamen Publikationen würden seit Langem zum Arsenal des Multis gehören. - Richtig bedenklich wird es auch erst, wenn sich vorgeblich unabhängige Medienorganisationen ködern lassen! (AF)

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Quelle: https://careygillam. com/articles/article/ revealed-bayer-ag-discussed- plans-to-give-notfor- profit-funding-for-influence


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