Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 8 Min.

DEBORAH DE LUCA : DEBORAH DE LUCA


FAZE - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 06.08.2019

@@Zwischen Ruhe und Sturm


@@www.fb.com/deborahdelucadj

@@In Scampia geboren, einem der härtesten Viertel Neapels, zog es Deborah De Luca im Teenager-Alter recht zügig nach Modena, in den Norden Italiens, wo sie Modedesign studierte und nebenbei als Kellnerin und Tänzerin in verschiedenen Nachtclubs ihren Lebensunterhalt bestritt. Irgendwann merkte sie, dass das Hören von Musik nicht ihre einzige Leidenschaft ist und das Schaffen von Musik noch viel mehr Emotionen in ihr auslöst. Sie schlug ihre Zelte erneut in Neapel auf und traf auf den DJ und Produzenten Guiseppe Cennamo, der sie supportete. Im März ...

Artikelbild für den Artikel "DEBORAH DE LUCA : DEBORAH DE LUCA" aus der Ausgabe 8/2019 von FAZE. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: FAZE, Ausgabe 8/2019

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von FAZE. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 8/2019 von FAZEMAG: In Your FAZE : 090 / August 2019. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
FAZEMAG: In Your FAZE : 090 / August 2019
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von NEUES IM AUGUST : Helden der Nacht August Mochtar Korompis (ALDA) : #MUSIKDURSTIG. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEUES IM AUGUST : Helden der Nacht August Mochtar Korompis (ALDA) : #MUSIKDURSTIG
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von FAZE TRIP #Köln. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
FAZE TRIP #Köln
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von I AM BAM : Queen, Bach, Bassline. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
I AM BAM : Queen, Bach, Bassline
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von TIMO MAAS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TIMO MAAS
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von TECHNO, KLIMA UND KONSUM. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TECHNO, KLIMA UND KONSUM
Vorheriger Artikel
NEUES IM AUGUST : Helden der Nacht August Mochtar Korompis (ALDA)…
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel FAZE TRIP #Köln
aus dieser Ausgabe

... ”

Eine Sängerin, eine Schauspielerin, eine Performerin. Sie kann alles sein und hat keine Angst vor Veränderungen – das gefällt mir am besten an ihr.

@@Du stehst nun auf den gleichen großen Bühnen wie sie. Erinnerst du dich an deinen ersten Auftritt?
Na klar. Es war ein Gig, den ich gratis gespielt habe und ich möchte mich lieber nicht daran erinnern, um ehrlich zu sein … Ich war so unglaublich nervös, es war unangenehm –ich habe fast alle Übergänge verhauen. Ich wollte in dieser Nacht einfach nur verschwinden!

@@Du bist in Neapel geboren. Was vermisst du an deiner Heimat, wenn du von Club zu Club reist?
Normalerweise versuche ich mich immer so zu organisieren, dass jede Tour maximal fünf bis sechs Tage dauert, auch wenn Locations mit 15 bis 18 Flugstunden Anreise dabei sind. Ich habe immer das Bedürfnis, in meine vier Wände zurückzukehren und mich um meine Dinge zu kümmern und um meine Hunde. Zudem wohne ich direkt am Meer und wenn ich morgens aufwache und das Meer nicht sehe, dann fehlt mir das schon sehr.


@@„[0133] Ich liebe mein ‚normales’ Privatleben. Es hält mich auf dem Boden und hat von Montag bis Donnerstag Hausarrest.


@@Wie sieht ein normaler Tag in deinem Leben am Meer aus?
Mein typischer Tag ist der eines ganz normalen Mädchens. Ich bereite das Mittagessen vor, gehe mit den Hunden spazieren, kaufe ein und verbringe viel Zeit mit den paar Freunden, die ich habe. Damit meine ich die echten, denen es egal ist, wenn ich mich mal daneben benehme. Ich liebe mein „normalesPrivatleben. Es hält mich auf dem Boden und hat von Montag bis Donnerstag Hausarrest.

@@Wie betrachtest du die Szene in Neapel und in Italien im Allgemeinen in diesen Tagen?
Die elektronische Musik in Italien hat in den letzten zehn Jahren eine ziemlich schwierige Zeit durchgemacht, muss ich sagen. Viele der großen Nachtclubs und Venues schließen, zuletzt Cocoricó, das in den letzten Monaten in den Nachrichten zu sehen war. Die italienischen Gesetze schützen das Nachtleben in unserem Land nicht und leider geht die Kultur des Clubbers langsam, aber sicher verloren. Es gab eine Zeit, da sind die Leute stundenlang durch das Land gereist, um ihre Lieblings- DJs zu sehen. Jetzt ist es schwer, sie von ihren Aperitifs wegzuziehen und sie an besondere Orte zu locken. Wenn es allerdings um Ibiza geht, steigen alle ins Flugzeug, ohne Fragen zu stellen, und sind wieder ganz wie früher, warum auch immer. (lacht)

@@Auch wenn die Frage bei deinem derzeitigen Erfolg eher pathetisch klingen mag, stelle ich sie dennoch: Gibt es Dinge, die du heute anders machen würdest?
Vielleicht eine Sache, ja. Ich würde besonders in den Jahren, als alles anfing, nicht mehr so sehr an mir und meinen Entscheidungen zweifeln und bereits früher das Selbstvertrauen entwickeln, meinem Bauchgefühl zu folgen. Es gab Momente, in denen ich mich von der Kritik, die ich bekam, leicht überwältigt fühlte. Wie beispielsweise die dumme Schlussfolgerung „Wenn du süß bist, kannst du nicht wirklich gut seinoder Ähnliches. Und so versuchte ich, mich zu verstellen, um den anderen ähnlicher zu sein als mir selbst. Im Laufe der Zeit habe ich diese Fehler identifiziert und die beste Veränderung, die ich vorgenommen habe, war es, nur das zu tun, was mir ein gutes Gefühl gibt.

@@Der Erfolg gibt dir Recht. Wie fühlt sich das an für dich?
Ich bin wirklich glücklich darüber, dort zu sein, wo ich gerade bin. Und das umso mehr, da ich nun in einer Position bin, von der ich nie wirklich erwartet hätte, dass ich sie jemals einnehmen würde. Es wurde alles noch viel besser als erwartet. (lacht)Als ich meine Karriere startete, war es mein Hauptziel, meine Absicht, mich selbst zu finanzieren, dabei etwas Spaß zu haben und meinen Eltern helfen zu können. Ich hatte sicherlich nicht erwartet, große Musikfestivals als Headliner zu betreten, auf den Covers von Zeitungen und Zeitschriften zu sehen zu sein oder im Verkehr Autos neben mir zu haben, aus denen meine Musik zu hören ist.

@@Letztes Jahr ist dein Debütalbum „Tenerschienen. Wie blickst du auf dieses Projekt zurück und wie sieht es mit einem Nachfolger aus?
„Tenist ein Werk, das die ersten zehn Jahre meiner Karriere in der Musikindustrie widerspiegelt. Es ist im Wesentlichen eine zehnteilige Reise durch Genres, die mir gefallen. Es gibt Acid, Techno, härtere Tracks und fast hauseigene Vocal-Tracks wie „The Moon And The Sun. Das Album endet sogar mit einem Remix eines alten neapolitanischen Songs! Ich bin sehr stolz auf dieses Album. Aber das nächste wird sicherlich anders sein, denn ich habe mich ohne Zweifel entwickelt. Mal sehen, wann es so weit sein wird.

@@In den nächsten Wochen erscheinen gleich zwei neue EPs, eine auf deinem eigenen Label und eine weitere auf Tronic.
Das Release auf Tronic ist eine 3-Track-EP mit Titeln, die ich vor einigen Monaten bereits produziert habe. Wie du sicher weißt, dauert es viel länger, wenn man auf anderen Labels veröffentlicht. Mit meinem eigenen Label Sola_mente Records kann ich völlig frei entscheiden und Musik veröffentlichen, wann immer es mir passt. Manchmal bin ich sogar zu schnell und muss mich von allen Seiten bremsen lassen. (lacht)Der erste Track der Tronic-EP heißt „A Vision Of Ecstasyund enthält ein Sample aus dem Rihanna-Track „Diamond In The Sky. Für „I Started Writing This Songhabe ich tatsächlich einen Dialog zwischen Lady Gaga und Bradley Cooper aus dem Film „A Star Is Borngenommen und bin sehr happy mit dem Resultat. Die Veröffentlichungen auf meinem Label unterscheiden sich in Bezug auf den Stil dadurch, dass sie weniger hart sind und etwas mehr Vocals enthalten. Im Prinzip ist alles Techno bzw. melodischer Techno.

@@Lass uns über deine Arbeit im Studio sprechen. Wie läuft bei dir dieser Prozess ab?
Ich habe zu Hause ein tolles Studio mit allem, was man braucht, um Musik zu produzieren. Aber um ehrlich zu sein, kann ich mich zu Hause oft nicht konzentrieren. Meine Hunde, mein Telefon, das Meer – das sind alles Ablenkungen, die extrem verführerisch sind, sodass ich zu Hause eher semiproduktiv bin. Die meisten meiner Produktionen entstehen im Flieger, wenn ich auf Tour bin. Und da ich mindestens ein- bis zweimal im Monat Langstrecke fliege und dann 13 Stunden oder mehr zur Verfügung habe, kann ich diese Zeit dann tatsächlich effektiv nutzen, um mich zu konzentrieren. Ich hatte vor ein paar Jahren beispielsweise einen Rückflug von Rom nach Miami, in dieser Zeit habe ich ganze vier Tracks produziert. Ich fühle mich im Flugzeug immer unglaublich inspiriert. Und die Tatsache, dass man durch so gut wie nichts abgelenkt wird, ist ein großes Plus.

@@Dann greifst du wohl nahezu ausschließlich auf digitale Tools zurück, oder?
Ja, so ist es. Obwohl ich alle möglichen Geräte und Synthesizer im Studio habe, bevorzuge ich es, Sounds mit Vocal-Samples zu kreieren, teilweise sogar mit meiner eigenen Stimme. Ich liebe es, Stimmen und Seufzer zu benutzen – richtig behandelt, werden sie zu Klängen, die ich wirklich liebe.

@@Was sind deine Pläne für den Rest des Jahres?
Ich habe bereits einen komplett vollen Kalender bis zum Februar 2020. Es stehen einige tolle europäische Festivals und Clubshows bevor, dazu weitere Termine auf Ibiza und eine kleine US-Tour Ende September, bei der ich unter anderem im Space Miami spiele. Darauf freue ich mich sehr. Daher lautet mein Plan für diesen Sommer, jeden Moment unbeschwert und glücklich zu genießen.

@@Wie sieht es mit deinem Label Sola_mente aus?
Diese Plattform, auf der ich mich sehr gerne austobe und die mir für alle Spielarten des Technos dient, gibt mir immer wieder die Freiheit, Dinge auszuprobieren und mich so auch weiterzuentwickeln. Von vollen, tiefen Klängen bis hin zu Remixen alter, neapolitanischer Songs – es ist alles möglich. Diesen Weg möchte ich fortsetzen, ohne von den Gedanken Dritter beeinflusst zu werden. Musik ist keine Mode. Es ist etwas, was man fühlt. Oder eben nicht. (lacht)