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DEM GESCHMACK AUF DER SPUR


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National Geographic Traveler - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 25.02.2022

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Schweden bietet die Big Five der Meeresfrüchte: Langusten, Kaiserhummer, Austern, Garnelen und Muscheln.

AN DER SCHWEDISCHEN KÜSTE AUF SEAFOOD-SAFARI GEHEN

Die Suche nach leckeren Meeresspezialitäten beginnt in Göteborg: Die entspannte skandinavische Hafenstadt serviert ihre Köstlichkeiten mit einer reichlichen Portion Industrie-Chic. Mit Graffitis verzierte Cafés in alten Speichern am Wasser bilden einen spannenden Gegensatz zu den vornehmen Restaurants des Stadtzentrums. Zuallererst geht es in die Kirche: Die Feskekôrka („Fischkirche“) am Rosenlundskanal beherbergt unter ihren gotischen Bögen einen Fischmarkt sowie Fischrestaurants. Auf jeden Fall probieren sollte man hier den Räucherlachs.

Die Speisekarten in den Restaurants der Stadt werden dominiert von Smörgås – belegten Broten – mit Garnelen und fischigen Kreationen der diversen Küchenchefs. Ein Highlight ist das Hoze (hozerestaurant.com). Im derzeit angesagtesten Fischlokal Göteborgs finden nur sechs Gäste Platz. Hier gibt es Sashimi aus fast ...

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... ausschließlich lokalem Tagesfang. Und der kann sich sehen lassen, denn Westschweden ist für die Großen Fünf der Meeresfrüchte bekannt: Kaiserhummer, Langusten, Austern, Garnelen und Muscheln. Gefangen und gekocht werden können diese auf verschiedenen Foodie-Safaris, die an der zerklüfteten Fjordküste und den felsigen Inseln nördlich und südlich von Göteborg entlangführen. Aufgrund der großen Auswahl an Delikatessen lohnt es sich, die Reisezeit an die eigenen Vorlieben anzupassen. Im Frühjahr werden in Lysekil und Grebbestad Austern um die Wette geschlürft. Der August ist ein einziges Langusten-Fest, bei dem die Einheimischen Massen der feingliedrigen Krustentiere mit Dillsauce vertilgen. Und im September ist auf den windumtosten Schären von Bohuslän, einem wunderschönen Küstenstrich, der sich über gut 150 Kilometer in Richtung Norwegen zieht, Hummersaison.

LOS GEHT’S: Von Göteborg macht man sich auf nach Lyckorna, wo Fischer Janne Bark seine Gäste mit dem Motorboot in einen geschützten Nordseekanal fährt. Dort wird nach Muscheln gesucht, die anschließend auf der Terrasse seiner Muschelbar (musselbaren.se) gekocht werden. Weiter nordwestlich im wilden Bohuslän geht man mit dem Retro-Kutter des Hotels Strandflickorna (strandflickorna.com) in Lysekil auf Austern-Tour. Eine Stunde weiter nördlich liegt Fjällbacka, wo die Besucher an einer Langusten-Safari teilnehmen und anschließend ein fischiges Fünf-Gänge-Menü im Stora Hotel (shfjallbacka.se) genießen können.

NICHT VERPASSEN: Das Hotel Salt & Sill (saltosill.se) inklusive Restaurant auf der Insel Ködesholmen an der Westküste südlich von Göteborg hat die Region mit seiner Eröffnung 1999 zum Feinschmeckermekka erhoben. Auch heute wird hier in spektakulärer Lage neben Holzhütten und einer schwimmenden Sauna Sill (Hering) von Weltklasse serviert.

IN SÜDITALIEN SASHIMI MAL ANDERS GENIESSEN

Für rohen Fischgenuss muss man nicht bis nach Japan reisen: Im süditalienischen Apulien werden Meeresfrüchte und Schalentiere schon seit Jahrhunderten frisch aus dem Meer genossen. Einzige Zutat: ein Spritzer Zitrone. Die Idee des „Crudo“ („roh“) hat seinen Ursprung in der cucina povera, der Bauernküche Süditaliens, die Wert auf einfache Zutaten legt. Ricci di mare (Seeigel) sind das stachelige Aushängeschild dieser kulinarischen Tradition. Ihr Fleisch schmeckt wunderbar umami und wird am besten sofort verzehrt. Auf Märkten, an Imbissständen und in einfachen Gaststätten in ganz Apulien findet man außerdem Pulpo, Tintenfisch, Mies-, Jakobs-und Scheidenmuscheln, Austern, Kalmar, Sardellen, Rotbarbe, Krabben und Langusten.

LOS GEHT’S: Bari ist die Hauptstadt des Crudo. Im historischen Hafen und an der Küstenpromenade wird der Fang des Tages frisch vom Kutter direkt an die Fischlokale auf der anderen Straßenseite geliefert.

NICHT VERPASSEN: Das Antiche Mura (ristoranteantichemura.it) in Polignano a Mare. In dem höhlenähnlichen Restaurant kommen saisonale rohe Speisen auf den Tisch.

IN YORKSHIRE VERY BRITISH FISH & CHIPS VERTILGEN

Tatsächlich: In der englischen Grafschaft Yorkshire gibt es einen offiziellen Fish & Chip Trail. Auf der Route liegen sowohl Restaurants und Cafés, in denen Fish & Chips – wahlweise mit dem typischen Erbsenmus – auf richtigen Tellern serviert wird, als auch Imbissstände an der Uferpromenade. An Letzteren bekommt man ein warmes Papierpaket in die Hand gedrückt, dessen fettigen Inhalt man am besten in der Meeresbrise verspeist. Im Sommer ist es besonders schön, bei einem Roadtrip der typisch englischen Passion zu frönen. Die Tour führt durch die hübschesten Küstenstädte Yorkshires, vom klassischen Badeort Scarborough bis ins stimmungsvolle Whitby, wo man seine Pommes bei Geschichten über Bram Stokers Dracula verputzen kann.

LOS GEHT’S: Von Redcar aus folgt man der Küste gut 120 Kilometer in südliche Richtung bis nach Bridlington und erkundet dabei die Strände und Dörfer auf dem Weg.

NICHT VERPASSEN: Das Quayside Whitby ist berühmt für seine goldenen Pommes, die in Rinderfett frittiert werden, den Fisch in spezieller Panade und den Blick aufs Meer.

IN DEN OLIVENHAINEN DER PELOPONNES GRÜNES GOLD ENTDECKEN

Griechenland-Fans lieben die Peloponnes aus gutem Grund: Auf der Halbinsel mit den drei Fingern an der Spitze des Fest - landes scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Hier gibt es kilometerlange, menschenleere Sandstrände, Bergdörfer am Ende von staubigen Schotterstraßen und ausgezeichnete kleine Hotels und Restaurants. Und dann sind da noch die Oliven. Auf der Peloponnes ist die dunkelviolette, mandelförmige und wunderbar fleischige Kalamata zu Hause, eine der berühmtesten Olivensorten. Die gleichnamige Stadt ist ein toller Ausgangspunkt für Foodie-Touren, nicht zuletzt wegen des Markts unter frei - em Himmel (mittwochs und samstags). Dort gibt es Oliven in allen Formen, von Öl bis Seife, in Salzlake oder mariniert. Ebenfalls im Angebot sind sfela – regionaler Feta käse –, frischer Fisch, roher Honig, frische Feigen, süße pasteli aus Sesam sowie Kräuter und Tees. Wie ein Teppich bedecken Ölbäume die Hänge des Taygetos-Gebirges bis in die Region Mani, und auch die messenische Ebene im Nordwesten ist mit Olivenhainen gespickt. Viele gehören Familienbetrieben, die Führungen und Verkostungen anbieten. Die Ben Olive Mill (benolivemill.com) ist besonders wegen ihrer Koroneiki zu empfehlen, einer fruchtigen lokalen Sorte, aus der der Großteil des griechischen Olivenöls gepresst wird. Ein paar Stunden weiter südlich liegt das Agrotourismus-Unternehmen Eumelia (eumelia.com), Herzstück einer regenerativ bewirtschafteten Bio-Olivenfarm. Hier kann man an Verkostungen teilnehmen, bei der Ernte mithelfen (November und Dezember) und lernen, wie Olivenölseife hergestellt wird. Zu guter Letzt lohnt sich ein Abstecher auf die südlichste Spitze der Peloponnes. Dort, in einem Dörfchen aus dem 18. Jahrhundert mit osmanischen Türmen, liegt das Citta Dei Nicliani (cittadeinicliani.com), ein richtiges Foodie-Hotel, das in der Erntezeit Ausflüge mit Führungen und Abendessen zu Olivenhainen in der Umgebung organisiert.

LOS GEHT’S: In der Saison gibt es Flüge nach Kalamata, ansonsten ist auch eine Anfahrt von Athen aus möglich. Für eine Verschnaufpause auf dem Weg bietet sich der herrliche Küstenort Nafplio mit seinen neoklassizistischen Villen, Tavernen und Pflasterstraßen mit Orangenbäumen an.

NICHT VERPASSEN: Das Kinsterna (kinsternahotel.gr) ist ein Boutique-Hotel in einer restaurierten byzantinischen Villa. Im erstklassigen Terrassenrestaurant lässt man sich Oliven und Wein aus eigener Produktion schmecken. Highlight: der Malvasier.

IM DORDOGNE-TAL HARTE NÜSSE KNACKEN

Seit mehr als 1000 Jahren werden am Ufer der Dordogne Walnüsse angebaut, die mit der Zeit ihren Weg in viele regionale Speisen und Getränke gefunden haben. Die Route de la Noix („Nuss-Route“) beginnt man am besten in der familiengeführten Walnussmühle Moulin Castagne (moulincastagne.com) nahe Martel. Gäste können hier die Walnusshaine besuchen und zuschauen, wie die alten Mühlsteine das Öl aus den Nüssen pressen. Die Boulangerie Bottero (Rue Droite) im Ort zaubert aus Walnüssen verschiedene Tartes und Brotsorten. Die meisten Restaurants stellen außerdem ihren eigenen Walnusswein her, der sich gut als Aperitif vor dem Abendessen schlürfen lässt.

LOS GEHT’S: Martel liegt gleich südlich des Flughafens Brive-Souillac.

NICHT VERPASSEN: Ein Umweg über die Distillerie Denoix in Brive-la-Gaillard lohnt sich wegen ihrer 180-jährigen Geschichte und des Walnusslikörs Supreme Denoix (denoix.com). Mehr Ausflugsziele: noixduperigord.com

ZUR SAFRANERNTE NACH LA MANCHA PILGERN

Safran – aus der Blüte des Safran-Krokus – wird unter anderem im Iran, in Italien und Indien angebaut. Als bester Safran der Welt gilt allerdings der aus Kastilien-La Mancha, einer Region in Zentralspanien. Das karminrote Gewürz kam im 9. Jahrhundert mit den Mauren und ist aus der spanischen Küche nicht mehr wegzudenken. Es verfeinert Eintöpfe, Suppen und natürlich die berühmte Paella. Die beste Zeit für einen Besuch der Safranfelder La Man - chas ist der Oktober, wenn ihn die Bauern in einer jahrtausendealten Tradition ernten, zupfen, rösten und verpacken – alles per Hand. Als Gast kann man dabei selbst mitmachen. Auch das Safranmuseum in einem ehemaligen Kloster in Madridejos ist einen Besuch wert.

LOS GEHT’S: Die Safran-Farmen von La Mancha liegen verteilt rund um Toledo, Cuenca, Ciudad Real und Albacete. Am einfachsten ist es, zur Erntezeit eine geführte Tour zu buchen, z. B. über A Taste of Spain (atasteofspain.com).

NICHT VERPASSEN: Die Fiesta de la Rosa del Azafrán („Fest der Safranrose“) findet jedes Jahr im Oktober in Consuegra statt – mit Volkstanz, Essensständen und Zupfwettbewerben.

DIE SCHOKOLADENSEITE DER SCHWEIZ ENTDECKEN

Für Naschkatzen beginnt die perfekte Schweiz-Reise wahrscheinlich mit einer Tafel Milchschokolade. Schließlich wurde die sahnige Leckerei 1875 hier erfunden. Doch sie ist bei Weitem nicht die einzige Kakaospezialität der Alpenrepublik. Von Pralinen und Gebäck aus Bitterschokolade bis zu Cocktails und chocolat chaud: In der Schweiz hat man die süße Qual der Wahl. Ein Drittel der hier produzierten Schokolade wird von den Schweizern selbst verzehr, sie essen jedes Jahr durchschnittlich 11,7 Kilogramm Schokolade pro Kopf – die beste Werbung für den beliebtesten Exportschlager des Landes. Neben vielen großen Herstellern findet man inzwischen auch immer mehr kleinere Schokoladenmanufakturen, die sich auf eine nachhaltige Produktionsweise und Direkthandel mit den Kakaobohnenanbauern spezialisiert haben.

Es gibt zwar keine offizielle Schweizer Schokoladen-Route, aber die hier vorgeschlagene Tour verbindet verschiedene Highlights miteinander, die Gästen die Geschichte und Kultur der Schweizer Schokolade näherbringen. Bei Besuchen von einigen der beliebtesten Chocolatiers des Landes lernt man die schiere Vielfalt des hiesigen Angebots kennen. Die Route schlängelt sich in südwestliche Richtung von Zürich über Luzern und die Hauptstadt Bern bis zum Genfer See und lässt sich ganz einfach per Auto oder Zug nachfahren.

Wem der Sinn eher nach etwas Herzhaftem steht, für den gibt es Schweizer Käse und Wein im Überfluss. Es lohnt sich, die Reise mit dem jährlichen Food Zurich Festival (foodzurich.com) zu kombinieren. Dann sorgt ein kulinarisches Programm aus Kochkursen, Food-Touren und einzigartigen Gourmet-Erlebnissen für elf Tage Gaumenkitzel.

LOS GEHT’S: In Zürich beginnt man am besten mit einer heißen Grand-Cru-Schokolade im legendären Café der Confiserie Sprüngli (spruengli.ch). Von hier ist es nur ein Katzensprung nach Kilchberg zum Lindt Home of Chocolate (lindt-home-of-chocolate.com), wo 2020 der größte Schokoladenbrunnen der Welt von Tennislegende Roger Federer enthüllt wurde. Weiter geht es Richtung Südwesten zu einer Fabrikführung bei Aeschbach Chocolatier in Root, bevor man in Luzern an einer exklusiven Verkostung handgemachter Pralinen in der Boutique von Max Chocolatier (maxchocolatier.com) teilnimmt. Etwas weiter westlich liegt Bern, Geburtsstadt von Lindt und der perfekte Ort für eine Schokoladen-und Schnapstour (chocobern.ch). Zu Ende geht die Gourmet-Reise in Montreux, wo Chocolatier Olivier Fuchs (olivierfuchs.ch) Spaziergänge rund um den Genfer See organisiert.

NICHT VERPASSEN: Wer im Frühjahr kommt, sollte sich das jährliche Festichoc – das größte Schokoladenfestival der Schweiz – am anderen Ufer des Genfer Sees in Versoix nicht entgehen lassen.

IN SIZILIEN SÜSSE CANNOLI NASCHEN

In den pasticcerie (Konditoreien) in und um Palermo werden die goldgelb frittierten, knusprigen Teigröllchen vor allem mit regionalem Schafsmilch-Ricotta gefüllt und mit Schokochips oder kandierten Früchten dekoriert. Ein Besuch lohnt sich in der Pasticceria Extra Bar (extrabarpet ta. com), die für ihre 18 Zentimeter langen, mit regionalem Honig gesüßten Cannoli bekannt ist. Wem das noch nicht groß genug ist, der macht sich auf ins Dorf Dattilo und probiert die mit kandierter Orangenschale verzierten Cannoli der Euro Bar Dattilo (facebook.com/eurobardattilo). Diese bringen es auf stolze 22 Zentimeter.

LOS GEHT’S: Heilige Orte für Cannoli-Fans sind das Caffè Sicilia (caffesicilia.it) in Palermo und die Konditorei im Monastero di Santa Caterina (isegretidelchiostro.com).

NICHT VERPASSEN: Die Köstlichkeiten von Maria Grammatico (mariagrammatico.it). Im barocken Ort Erice betreibt sie eine Bäckerei, eine Kochschule und ein Café.

IM LOIRE-TAL KUCHEN UND DESSERTS FRÖNEN

Ein guter Auftakt, um die lokalen Köstlichkeiten kennenzulernen, ist der Nougat de Tour, ein Mandelkuchen mit Trockenobst, den es in der Patisserie Maison Bigot (maisonbigot.fr) in Amboise stückweise zu kaufen gibt. Das nahe Angers ist für das sahnige Dessert Crémet d’Anjou bekannt, das man im Restaurant La Ferme (restaurant-laferme.com) genießen kann. Weiter entlang der Loire liegt Nantes. Die hiesige Dessertspezialität Gâteau Nantais probiert man in La Petite Boulangerie (lapetiteboulangerie.fr).

LOS GEHT’S: Im Château de Valençay kreierte der Koch Marie-Antonin Carême vor 200 Jahren Gebäckteilchen, die zu den Vorläufern von Éclair, Millefeuille & Co. wurden. Eine Licht-und Klangshow in der Schlossküche erzählt seine Geschichte.

NICHT VERPASSEN: Quernons d’ardoise sind mit blauer Schokolade überzogene Quadrate aus karamellisiertem Mandelund Haselnusskrokant. Probieren!

IN DER LOMBARDEI DEN BESTEN SEKT ITALIENS VERKOSTEN

Am südöstlichen Ufer des Iseosees liegt eingebettet in die lombardische Hügellandschaft eines der exklusivsten Terroirs der Welt. Vor allem Einheimische zieht es wegen des Franciacorta, des besten Perlweins Italiens, an den See. Das 200 Quadratkilometer große Weinbaugebiet umfasst 110 Weingüter, deren Reben im mineralreichen Boden der Voralpen besonders gut gedeihen. Sorten wie Chardonnay, Weißburgunder, Spätburgunder und der heimische Erbamat reifen hier im einzigartigen Mikroklima heran, bis sie in einem traditionellen Verfahren zu Wein verarbeitet werden, bei dem die Zweitgärung in der Flasche stattfindet. Das exklusive Ergebnis wird auch als Kaschmir der Schaumweine bezeichnet und besticht mit Geschmacksprofilen, die mit jeder Ernte leicht variieren.

LOS GEHT’S: Die Weingüter verteilen sich rund um die 19 Ortschaften der Provinz Brescia. Bellavista, Ca’ del Bosco, Berlucchi und Ferghettina zählen zu den großen Namen, aber südlich des Sees kann man auch die Produkte kleinerer Betriebe verkosten. franciacorta.net

NICHT VERPASSEN: Ein Dinner inklusive Weinpaarung mit Seeblick im L’Albereta (albereta.it), der schönsten Wellness-Oase der Region, ist ein echtes Erlebnis.

SICH AUF DER CIDRE-ROUTE BERAUSCHEN LASSEN

Die für ihre Apfelplantagen berühmte Region Pays d’Auge in der Normandie ist nicht nur im Frühjahr während der weißen Apfelblüte eine Augenweide, sondern auch im Herbst, wenn die Landschaft in Rot- und Gelbtönen erstrahlt. Der erste Stopp auf der Apfel-Tour ist die Kelterei Le Ferme de Billy (ferme-de-billy.com) etwas außerhalb von Caen. Im hauseigenen Café kann man wunderbar brunchen, bevor man sich auf dem Gut umsieht und Apfelsaft, Cidre und Calvados verkostet. Von hier aus geht es weiter nach Beauvron-en-Auge, eines der idyllischen Dörfer der Normandie mit farbenfrohen Fachwerkhäusern. Nach einem Kaffee auf der Terrasse des Café Forges schaut man bei Calvados Dupont vorbei, einem Familienbetrieb im nahen Victot-Pontfol. Hier dürfen neben einer Reihe von Apfelbrandys auch Cidre und Pommeau probiert werden, ein Aperitif aus Apfelsaft und Calvados.

Eine halbe Stunde weiter östlich liegt Pont-l’Évêque, Heimat des gleichnamigen Käse. Zusammen mit den Sorten Camembert, Livarot und Neufchâtel bildet er das normannische Käse-Quartett mit geschützter Herkunftsbezeichnung (PDO). Zu kaufen gibt es die Käsespezialitäten montags auf dem Wochenmarkt in Pont-l’Évêque oder in einer der vielen Käsereien der Umgebung (für eine Liste siehe terredauge-tourisme.fr). Ganz in der Nähe befindet sich das Château du Breuil mit seiner beeindruckenden Calvados-Brennerei. Bei einer Führung kann man den Keller besichtigen und den Geruch nach Calvados erschnuppern, der aus den Fässern verdampft. Im Verkostungsraum erfahren die Besucher, wie sich verschiedene Calvados-Jahrgänge sowie Sorten voneinander unterscheiden, die in Portwein-, Sherry- oder Whiskeyfässern gereift sind.

Auch ein Besuch der Destillerie Père Magloire nahe Pont L’Évêque lohnt sich. Dort erzählt die Multimedia-Show L’Experience vom Ursprung des Branntweins und seinen Herstellungsverfahren. Wer ganz und gar in die hiesige Apfelkultur eintauchen möchte, plant einen Besuch des Apfel-, Cidre- und Käsefestivals in Conches-en-Ouche im Süden der Normandie ein. Das ausgelassene Fest findet jedes Jahr Ende Oktober auf einem riesigen Feld statt, das von Bäumen mit bunten Blättern umgeben ist. Neben Dutzenden Ständen von regionalen Produzenten gibt es hier auch typische Speisen und traditionelle Folklore mit Trachten und Tanz.

LOS GEHT’S: Start ist in der Hafenstadt Caen. Viele der hier genannten Highlights sind Teil der offiziellen Cidre-Tour des Tourismusverbandes: de.normandie-tourisme.fr

NICHT VERPASSEN: Das Calvados-Soufflé im Restaurant L’Étape Louis XIII (etapelouis13.fr) in Beaumesnil bei Conches-en-Ouche sollte man unbedingt probieren. Genauso wie den trou normand, eine normannische Sitte, bei der zwischen den Gängen großer Mahlzeiten Calvados gereicht wird. Das soll die Verdauung unterstützen.

AM RHEIN RIESLING SCHLÜRFEN

Die Weinregion Rheingau ist eine der bekanntesten Deutschlands. Hier verläuft der Rheingauer Rieslingpfad, eine Route aus 13 Etappen zwischen Kaub und Flörsheim-Wicker. Der Weg führt durch malerische Weindörfer mit hübschen Fachwerkhäusern und Weinberge mit Burgen und Klöstern. Ein Besuch lohnt sich besonders dann, wenn in den Weinkellern Tag der offenen Tür ist oder Feste und Weinwanderungen (eine festgelegte Route mit Wein- und Essensständen) stattfinden. Saisonale Straußwirtschaften nehmen gern Reservierungen entgegen.

LOS GEHT’S: Zwischen Rüdesheim und dem für seine Perlweine bekannten Eltville finden sich unzählige Weingüter. Zu den renommierteren gehört das Kloster Eberbach in einer ehemaligen Abtei.

NICHT VERPASSEN: Die Rheingauer Weinwoche in Wiesbaden ist ein neuntägiges Festival mit rund 100 regionalen Winzerständen.

AUF BORNHOLM VON RÄUCHEREI ZU RÄUCHEREI RADELN

Die Fischräuchereien auf der Ostseeinsel Bornholm sind bei den Dänen extrem beliebt. Kein Urlaub ist komplett ohne Sol over Gudhjem, einem heiß geräucherten Heringsfilet auf Roggenbrot mit Radieschen, Dill, Salz und einem rohen Eigelb. Wer selbst sehen will, was es mit der ganzen Aufregung auf sich hat, umradelt die Insel auf dieser gut 100 Kilometer langen, flachen Route. Zwischenstopps zum Verkosten von Räucherhering sind ein Muss. In Gudhjem öffnete in den 1840er-Jahren die erste kommerzielle Räucherei, nachdem die Insulaner die besondere Räuchermethode von schottischen Soldaten gelernt hatten. Richtig lecker und authentisch wird es in Svaneke, Allinge, Snogebaek, Nexø oder Hasle (wo noch in offenen Schornsteinen über Erlenholz geräuchert wird). Dank einiger gehobener Restaurants und Cafés hat Bornholm eine gute Feinschmeckerszene und sogar ein Michelin-Restaurant – das Kadeau (kadeau.dk) am Strand von Sømarken.

LOS GEHT’S: Man leiht sich ein Fahrrad in Rønne, fährt bis nach Hasle und weiter zu den Ruinen der Burg Hummershus. Für die erste Übernachtung eignen sich Allinge oder Gudhjem an der Nordküste, anschließend plant man ein oder zwei Nächte in Svaneke oder Nexø ein. Zurück geht es an der Südküste mit einem Stopp in Dueodde, dem schönsten Strand der Insel.

NICHT VERPASSEN: Besonders toll ist eine Führung durch die Räucherei in Hasle, wo die Profis stangenweise goldbraun glänzende Heringe aus der Räucherkammer holen und den Gästen noch warm servieren.

IN SLOWENIEN AUF DEN SPUREN DER BIENEN WANDELN

Slowenien ist eins der ersten Länder mit zertifiziertem Bienentourismus. Zum Netzwerk gehörende Imkereien bieten Radtouren auf der malerischen Imkerroute an, bei Imker-Camps lernen die Teilnehmer alles über die Königinnenzucht und den Bau von Bienenstöcken. Die Imkervereinigung hat ihr Zentrum im nordslowenischen Radovljica, wo Honig von kleinen Produzenten und andere Produkte erhältlich sind. Fast alle Ausflüge lassen sich von der Hauptstadt Ljubljana aus unternehmen.

LOS GEHT’S: In Ljubljana gibt es Stadtimker, die Führungen und Verkostungen anbieten und am „Bienenweg“ liegen.

NICHT VERPASSEN: Das Imkereimuseum in Radovljica mit seinen 600 handbemalten Bienenkästen aus dem 18. und 19. Jahrhundert ist einen Besuch wert (mro.si).

AUF KORSIKA CHARCUTERIE SCH LEM MEN

Im Mittelalter pflanzte man in der korsischen Bergre gion Castagniccia Kastanien - bäume, um bei einer Belagerung die Selbstversorgung der Insel zu garantieren. Typisch sind hier Wurstspe - zia litäten von den Schweinen, die frei herumlaufen und die Kasta nien fressen. Zu den Highlights der traditionellen Charcuterie gehören prisuttu (ein 18 Mo nate gereifter Schinken), lon zu (Räucherlende), coppa (luftgetrock -nete Schwei neschulter) und terrine de sanglier (Wildschwein pastete).

LOS GEHT’S: Die Schlemmerrunde beginnt in Vescovato, bevor man nach Penta-di-Casinca, Loreto-di-Casinca und Silvareccio fährt.

NICHT VERPASSEN: Die saftige Charcuterie der familien geführten Wursterei Albertini Francois in Loretodi-Casinca ist ein Hochgenuss.

Aus dem Englischen von Teresa Zuhl