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DEM HIMMEL GANZ NAH


REISE & PREISE - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 04.01.2022

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Bildquelle: REISE & PREISE, Ausgabe 1/2022

Beim berühmten Karneval in Oruro vertreiben maskierte Tänzer den Teufel

Sonia Pusari hat sich schick gemacht. Die Aymara-Frau trägt einen weißen Strickpullover und einen himmelblauen Falda, den bolivianischen Rock, darüber eine fliederfarbene Mandil, die traditionelle Schürze mit Rüschensaum, in der sie Geld und das Handy verstaut. Auf dem Kopf hat Sonia einen Sombrero. Die 41-Jährige sitzt vor ihrem Haus und blickt die steile Inka-Treppe hinunter, die zum 200 Meter entfernten Fähranleger führt. Dort sollen ihre Gäste ankommen. »Ich lebe schon immer auf der Isla del Sol. Meine Eltern besaßen hier ein Grundstück. Schon damals gab es nur Terrassenfelder, darauf wurden Kartoffeln und Quinoa angebaut.

Als der Tourismus anfing, habe ich Pullover gestrickt, Bilder gewebt und Holz bemalt und an die Besucher verkauft«, sagt Sonia.

Ihre goldenen Schneidezähne blitzen in der Sonne. »Dann haben mein Mann und ich ein Grundstück dazugekauft, das erste Häuschen gebaut und vermietet«, ...

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... Sonia blickt stolz auf ihre vier weiß getünchten Ein-Zimmer-Steinhäuschen, die sich die Bergterrassen hinaufstapeln. Auf dem kleinen Gartenstück davor flattern Schmetterlinge über gelben Chrysanthemen, am blauen Himmel kreist ein Bussard, irgendwo schreit ein Esel. Ein Mädchen in Schuluniform spaziert vorbei und winkt, und in der Ferne rauschen die Wellen des Titicacasees ans Ufer.

Die Isla del Sol liegt auf rund 3.800 Metern Höhe im größten Hochgebirgssee der Erde.

Unebene Steinwege und staubige Pisten führen durch endlose trockene Terrassenlandschaft. Manchmal zeigt sich etwas Grün. Keine Straße weit und breit. Kein Auto. Man kommt mit dem Boot und landet meist in Yumani, dem mit 600 Seelen größten der drei Inseldörfer: ein paar Unterkünfte, ein, zwei Souvenirshops, ebenso viele Cafés an der Westflanke, wo noch zwei Dutzend Forellenfischer ihre Boote ankern. Manchmal sind die Bootsbauer zu beobachten, wie sie aus dem goldenen Tortora-Schilf die traditionellen Reetboote binden. »Nach unserem Glauben erschuf der Sonnengott Inti auf der Isla del Sol seine Kinder, die ersten Inka überhaupt.

Deshalb ist unsere Insel für uns Aymara sehr wichtig«, sagt Sonia. Noch heute zeugen einige Ruinen und die Treppe der Inka auf dem 25-Quadratkilometer-Eiland von der Vergangenheit und bestärken die Mythologie der Aymara, einer der ältesten noch lebenden Volksgruppen der Hochanden.

Copacabana: Travellertreff am berühmten Titicacasee

Ausgangspunkt für die Isla del Sol ist die Copacabana-Halbinsel, die jeweils zur Hälfte zu Peru und Bolivien gehört. Vom bolivianischen Festland ist es nur eine Viertelstunde über die Wasserstraße von Tiquina bis dorthin. Doch die hat es in sich! Ordentliche Wellen bringen die mit Bussen und Pkws beladenen, aus einfachen Holzbohlen gezimmerten Fährboote zum Schwanken und manchen Bus in eine Schief-lage. Die alten Männer, die die Reisenden auf separaten Holzfähren hinüberstaken, stört das wenig. Sie kennen es nicht anders.

Schließlich ist der Ort Copacabana der Travellertreff am Titicacasee. Und diese Klientel mag es günstig. Darauf hat man sich eingestellt. An der Costanera und der Avenida 6 Agosto stehen Restaurants, Cafés und Kneipen Seite an Seite. Am Seeufer dümpeln Schwan-Tretboote und Dutzende Motorausflugsboote. In den Hintergassen aber herrscht noch das typisch bolivianische Leben. Frauen in Trachten verkaufen morgens auf dem Markt Obst und Gemüse.

In der schneeweißen Basilika wird die Messe zelebriert. Copacabana ist zugleich der wichtigste Wallfahrtsort Boliviens, zahlreiche Pilger huldigen der Jungfrau von Copacabana. Die gut einen Meter große Holzfigur wurde im 16. Jh. von einem Inka-Handwerker geschnitzt und gilt seitdem als Boliviens Schutzpatronin. In einer Kapelle im ersten Stock schaut sie aus einer Vitrine. Einmal wöchentlich findet vor dem Eingangsportal ein ganz besonderes Spektakel statt: die Autosegnung. Die Bolivianos warten dann geduldig an ihren blumengeschmückten Fahrzeugen auf den Priester mit dem Weihwasser-Eimer – für eine allzeit gute Fahrt.

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Vulkane, Halbwüsten und Salzseen im einsamen Anden-Nationalpark

Für die sorgt auch Pastora Berna. Die 55-Jährige aus Villa Mar, einem Weiler in der Sierra Khenwal im Süden des Landes, lagert Benzinkanister in ihrem Haus. »Regelmäßig landen Bolivianos und Touristen bei mir, die die Strecke durch das REA unterschätzt haben«, sagt die Mutter von acht Kindern. »Fünf Bolivianos nehme ich pro Liter. Das ist ein ordentliches Geschäft.« Das sind umgerechnet 62 Euro-Cent und 10 Cent mehr als eine Tankstelle verlangt.

Das REA, das Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Avaroa, ist der meistbesuchte Nationalpark des Landes. Auf über 7.000 Quadratkilometer erstrecken sich hier goldfarbene Halbwüsten und gigantische Paja-Brava-Flächen vor schneebedeckten Fünftausendern. Hunderte Flamingos schreiten durch den himmelblauen Salar de Chalviri und die Laguna Hedionda und fischen Salinenkrebse aus dem seichten Wasser. In den Feuchtregionen grasen Vicuñas und Nandus an Salzschwaden. Längst haben sie sich angepasst an die unwirtlichen Bedingungen in diesem Schutzgebiet: eine Tagestemperatur von maximal zehn Grad Celsius, kaum Regen, kaum Nährstoffe. Auch die Handvoll Bewohner der Siedlung Quetena Chica arrangiert sich, sammelt die trockenen Zweige der Polylepis-Bäume als Brennholz und hält Lamas als Lasttier, Fleisch-und Wolllieferant – eine einsame Idylle und ein krasser Gegensatz zum Stadtleben in La Paz.

La Paz: moderne Großstadt mit uraltem Hexenmarkt

Das auf 3.600 Metern gelegene La Paz ist zwar nicht Boliviens Hauptstadt – die offizielle Kapitale ist das kleinere Sucre mit seinem weißen historischen Zentrum – aber der höchstgelegene Regierungssitz der Welt. Die Großstadt, die mit dem noch größeren El Alto an den Berghängen des Río Chokeyapu klebt, ist wie ein Kunstwerk: Rotbraune Backsteinhäuser, bewacht vom gigantischen, schneebedeckten Illimani, im Zentrum moderne Bürogebäude, die Haupteinkaufsstraße Avenida German Busch leuchtendgrün mit Palmen, Platanen und Rasenstreifen gesäumt, darüber schwebt eine von elf Linien der Seilbahn Teleférico. »Unser Ex-Präsident Evo Morales hat uns den Fortschritt gebracht«, sagt Busfahrer José. »Er hat die Teleférico gebaut, ein kostenloses Gesundheitssystem geschaffen und jedem Haushalt einen Zuschuss für eine Satellitenschüssel gewährt.« José bremst vor einem »Zebra«. In der ganzen Stadt bringen Lotsen im Zebrakostüm Passanten sicher über die Straßen. Vor dem Präsidentenpalast wachen junge Männer in Uniform. Auf dem Mercado de las Brujas, dem Hexenmarkt, sticken Paceñas, Frauen aus La Paz, lesen Zeitung oder schwatzen vor ihren kleinen Geschäften, die nur so vor Kräutern, Andenfiguren und Evo-Morales-T-Shirts strotzen.

»Den Fortschritt hat uns Ex-Präsident Evo Morales gebracht.«

Der Ex-Präsident ist noch immer beliebt in der Bevölkerung. Schließlich war er der erste Aymara auf dem Posten und der erste Präsident, der mehrere Amtszeiten überstand und gleichzeitig die Rolle der Indigenen stärkte. In seiner fast 14-jährigen Regierungszeit kam durch Verstaatlichung von Bergbau und Erdgasindustrie die Wirtschaft in Schwung. Mit den Einnahmen wurde die Armut gesenkt. Seit Oktober 2020 stellt sich Präsident Luis Arce, ehemaliger Wirtschaftsund Finanzminister unter Morales, den Aufgaben während und nach der Corona-Pandemie. Und die sind riesig. Die Wirtschaft in Bolivien ist gelähmt, zahlreiche Menschen in Armut zurückgefallen, das Land tief gespalten, Korruption an der Tagesordnung und die Erdgasquellen fast erschöpft. Jetzt soll es Lithium richten.

Der Abbau von Lithium soll die Wirtschaft ankurbeln

»Meine ganze Familie hat vor drei Jahren am Bau einer Lithium-Förderung am Salar de Uyuni gearbeitet. An dem Projekt waren sogar deutsche Firmen beteiligt«, sagt Taxifahrer Epiphanio. »60 Leute waren dort beschäftigt.

Ich hatte da ja zum Glück schon mein Taxi in Uyuni.« Der 53-Jährige aus Julaca, einem Dorf am südlichen Rande des Salzsees, zieht jeden Tag ein frisch gebügeltes Hemd an, schwingt sich in seinen staubigen Overall, marschiert an die Sandpiste vor seinem Haus und wartet auf ein Auto, das ihn mitnimmt, oder auf den Bus nach Uyuni. »Ich brauche eine Stunde bis dorthin, dort fahre ich acht Stunden mit meinem Taxi und dann wieder eine Stunde nach Hause. Das ist zwar lang, aber ich habe Arbeit.« Seiner Familie geht es anders. Nach dem Abtritt von Präsident Morales im Jahr 2019 wurde der Weiterbau der Lithium-Förderanlage abgebrochen. Inzwischen verhandeln Deutschland und Bolivien erneut, denn nirgendwo schlummert so viel des wertvollen Leichtmetalls, das weltweit für Handy-, Laptopund Elektroauto-Akkus benötigt wird, wie unter dem dicken Salzmantel des Salar de Uyuni. Der Abbau führt allerdings zu Umweltproblemen und verbraucht enorm viel Süßwasser.

Rund 300 Autos, die meisten davon geführte Touren, fahren täglich über den gleißenden Salar de Uyuni und dennoch erscheint es einem, als sei man auf der endlosen Salzwüste zwischen der Cordillera de Llicaytahua und der Gran Pampa Salada allein. In der Ferne nur der Horizont und der Vulkan Tunupa, der trotz seiner 5.400 Meter wie ein Zwerg wirkt. Ab und zu spazieren winzige Menschen über die zehn Meter dicke Salzkruste, posieren für ein Spaßfoto, das die Größenrelationen auf den Kopf stellt. Auf der Isla Incahuasi mitten im Salar trifft man sich zu Quinoa-Suppe und bestaunt die Masse an Riesenkakteen – ein weiteres der großen touristischen Highlights Boliviens.

! DIE AUTORIN EMPFIEHLT

Eine Fahrt auf der Todesstraße Nelli ist die Hüterin des Schlagbaums. »Wer den Camino a los Yungas gefahren ist, muss am Schluss 25 Bolivianos zahlen«, sagt die 26-Jährige aus Coroico. »Mit dem Geld hält unser Dorf die Straße in Schuss, sorgt für die notwendige Sicherheit und garantiert eine Notfall-und Rettungshilfe.« Bis 2007 war die 65 km lange Schotterpiste die einzige Verbindung von den Gebirgsregionen um La Paz zu den Amazonas-Tiefebenen und deshalb auch von zahlreichen Lkws befahren. Gewaltige, steile Berghänge ragen rechts in den Himmel, linker Hand markiert das ein oder andere Kreuz einen Todesfahrer, dahinter stürzt sich der Abgrund Hunderte Meter in die Tiefe. Um weitere Unfälle zu vermeiden, wurden an den gefährlichsten Stellen inzwischen Leitplanken gesetzt. Der Camino a los Yungas wird für den Durchgangsverkehr nicht mehr genutzt. Mit dem Mietwagen lässt er sich gut befahren (Linksverkehr). Beliebt sind auch Mountainbike-Touren, z. B. mit Gravity Bolivia (ab US$ 125 pro Tag bei mind. 2 Pers, ab La Paz, gravitybolivia.com).

INFO BOLIVIEN

Fläche: 1.098.581 qkm, Einwohner: 11,7 Mio., Hauptstadt: Sucre (280.357 Einw.), Religion: 95 % Christen, Zeitverschiebung: -6 Std., im Winter -5 Std., Netzspannung: 220 V, Adapter erforderlich

REISEPLANUNG

Einreise Deutsche, Österreicher und Schweizer können visafrei für einen Aufenthalt von max. 30 Tagen einreisen. Benötigt werden ein noch 6 Monate gültiger Reisepass, ein Rück-oder Weiterreiseticket. Erforderlich ist ein negativer PCR-Test in englischer oder spanischer Sprache, nicht älter als 72 Stunden.

Gesundheit Über die aktuelle Corona-Situation informiert die Website des Auswärtigen Amtes (auswaer tiges-amt.de). Es sind keine Impfungen vorgeschrieben. Empfehlenswert ist Impfschutz gegen Hepatitis, Typhus und Tollwut.

Geld

3 Währung ist der Boliviano (BOB). € 1 = BOB 7,60 (Stand 12/2021). Bargeld gibt es an ATMs in den Städten. Teurere Hotels rechnen in US-Dollar und akzeptieren auch Kreditkarten.

Fotos: Martina Katz, Andrzej Rostek/ Alamy, master2/ Alamy, Matyas Rehak/ Shutterstock, saiko3p/ AdobeStock, Thomas Wyness/ Shutterstock

Beste Reisezeit Beste Reisezeit sind die Monate April bis Oktober, dann fällt am wenigsten Regen. Die Tagestemperaturen liegen dann in La Paz um 15 ºC, nachts bei 1–5 °C. Am Salar de Uyuni sinkt das Thermometer tagsüber auf 3–9 ºC, in Copacabana auf 7–9 ºC.

Kommunikation Amtssprachen sind Spanisch, Quechua, Aymara und Guarani.

FLÜGE BUCHEN

Direktflüge Fehlanzeige. Vieles läuft auf Kombi-Tickets hinaus, etwa Lufthansa/Avianca (ab € 863) oder Iberia/Avianca (ab € 968), manchmal kommt auch noch eine dritte Airline zum Zuge. Günstiger sind Flüge mit akzeptabler Flugdauer (20–25 Std.) derzeit nicht zu haben.

FLUG AB € 863 World-Of-Flights.de

In den Touristenorten wird manchmal auch Englisch gesprochen. Die Landesvorwahl ist 00591. Die meisten Unterkünfte bieten WLAN gratis.

Geografie Bolivien teilt sich grob in vier Regionen: das Altiplano, eine Hochebene im Westen; die Hochgebirgskette Cordillera Oriental, die sich östlich davon durchs Land zieht; die subtropischen Täler im Norden; die tropische Tiefebene im Osten. Im mittleren Westen liegt der Titicacasee, im Südwesten der Salar de Uyuni.

DER BESONDERE TIPP

Übernachten wie bei Gaudí

FLAIR Tolle Bungalows im Stil des spanischen Architekten Gaudí mit wunderschönem Blick auf Copacabana und den Titicacasee hat das »Hostal Las Olas« (Copacabana, Calle Michel Perez, hostallasolas.com, +591-72508668; Bung. ab EZ/DZ US$ 37/52). Garten, Jacuzzi, freundlicher Service. Restaurants und Bars sind zu Fuß zu erreichen.

Unterwegs Taxis: fahren zum Festpreis, also Preis vorab erfragen. Eine gute Alternative in La Paz ist Uber (uber.com). In Santa Cruz kostet der Airporttransfer ab € 8,50 (20 Min.). Ein privates Taxi nimmt für die Strecke Sucre–Uyuni ab € 200 (7 Std).

Ein Sammeltaxi (Trufi) kostet in La Paz ab € 0,40/Strecke.

Minibus: fährt feste Strecken und nimmt in Santa Cruz und La Paz ab € 0,25/Strecke, die etwas größeren Micros und die kleineren Surubis verlangen die gleichen Preise.

Bus: Überlandbusse verbinden die großen und kleineren Städte, z. B. Santa Cruz–Sucre ab € 10 (13 Std.), Sucre–Uyuni ab € 8 (8 Std.), Uyuni–Tahua/Salar de Uyuni ab € 4,50 (3,5 Std.), Uyuni–San Pedro de Quemez/Salar de Uyuni ab € 4,50 (4 Std.), Sucre–La Paz ab € 24 (12 Std.), La Paz–Copacabana ab € 4 (4 Std.). Eine hilfreiche Seite ist ticketsbolivia.com.

Zug: Wer auf dem Weg von La Paz nach Uyuni ist, kann auf halber Strecke in den Zug »Wara Wara del Sur« umsteigen: Oruro–Uyuni ab € 6 (7 Std, railsouthamerica. com). Fähre: Die 15-minütige Fährfahrt vom Festland auf die Copacabana-Halbinsel kostet ab € 5/Auto. Das Fährboot von Copacabana auf die Isla del Sol berechnet ab € 5 retour (1,5 Std).

1 Teleférico: Eine Seilbahnfahrt in La Paz kostet ab € 0,40. Inlandflug: Boliviana De Aviación (boa.bo) verbindet regelmäßig die wichtigsten Städte, z. B. Santa Cruz–Uyuni (ab € 105, 5 Std.), Uyuni–La Paz (ab € 86, 2 Std., beide über Cochabamba, beide Preise oneway). Preise vergleichen und buchen können Sie auf world-of-flights.de. Mietwagen: Einen Kleinwagen ab La Paz bekommen Sie vorausgebucht ab € 193/Woche ohne Selbstbeteiligung (TUICars, Metapreisvergleich REISE-PREISE.de/ mietwagen).

Essen & Trinken Die bolivianische Küche steht für deftige Hausmannskost: Suppen, Eintöpfe, Grillfleisch und gefüllte Teigtaschen sind weit verbreitet. Beliebt sind z. B. Pollo a la Parrilla, gegrilltes Hühnchen (ab € 7), und Taco de Cerdo, Schweinefleisch-Taco (ab € 8). Auf der Isla del Sol gibt es Sopa de Quinoa, Quinoasuppe (ab € 2,50), und 2 Trucha, gebratene Forelle (ab € 4). Heißbegehrt sind auch K‘alapurca, brodelnde Maissuppe mit Gemüse auf Lavastein, und Piquecito Lipeño, mit Zwiebeln angebratene Rindfleischstücke und Wurstscheiben (je ab € 4,50). Zum Lunch bieten sich Empanadas, gefüllte Teigtaschen, an (ab € 0,90/Stk.), Tortillas, Ei-Gemüse-Puffer, oder Cuñapé, Käsebällchen (beide ab € 0,60/Stk.).

TIPP Für den ersten Abend in Santa Cruz ist die bolivianisch-asiatische Fusion-Küche des »Jardín de Asia« eine gute Wahl (Av. Luis Leigue 455). Hier werden hervorragende Serendipia, Teigtaschen mit Schweinefleisch und Passionsfruchtsoße (ab € 7), und Magret de Pato, Teppanyaki-Entenbrust (ab € 19,50), serviert. TIPP Wer experimentierfreudig ist, sollte unbedingt im Restaurant »Gustu« in La Paz reservieren (gustu.bo) und Crudo de Yacaré, rohen Brillenkaiman, Llama Ahumada, geräuchertes Lama, und Paiche, den Amazonas-Süßwasserfisch, probieren.

Das 8-Gänge-Menü kostet hier ab € 49. Beliebte Biere sind Pacena (ab € 2,90/620ml) und Huari (ab € 1,60/300ml). Wasser kostet ab € 1,60/600ml, Softdrinks ab € 1/500ml, ein kleines Glas Wein ab € 2, Cappuccino ab € 2,60, Tee (Mate de Coca) ab € 1. TIPP Unbedingt probieren sollte man den Singani Sour mit Lemonjuice, einen aromatischen Traubenbrand (ab € 4).

UNSERE HOTELTIPPS

Bolivien bietet Unterkünfte in allen Preiskategorien. Frühstück ist meist inbegriffen. Am Salar der Uyuni und im abgeschiedenen REA liegen die Preise eher im oberen Bereich. Die Preise der Tipps gelten in der Hauptsaison April bis Oktober für Einzel-und Doppelzimmer, ggf. inklusive Service Charge und Tax. Da die meisten internationalen Flüge in Santa Cruz landen, bietet sich hier eine Übernachtung an.

Santa Cruz: ++++Stilvolle große AC-Zimmer mit Balkon und riesiger Fensterfront in einem ruhigen Wohngebiet hat das »Alfonsina Boutique Hotel« (Calle Alfonsina Storni 12, alfonsina.bo, +591-3-3355605; EZ/DZ ab US$ 100 ÜF). Restaurant, Pool, fantastisches Frühstück, hilfsbereiter Service.

La Paz: ++Funktionale Zimmer in ruhiger Lage hat das »Tinka Bed & Breakfast« (Jacinto Benavente, Pasaje Nr. 250; EZ/DZ ab € 26/46 ÜF). Buchbar über Booking.com.

+++Große, gediegene Apartments mit Heizung und Balkon im 11. und 12. Stock eines Hochhauses hat das »Aparthotel Camino Real« (Calle Capitán Ravelo 2123, caminorealaparthotel-spa.com, +591-2-2441515; Apt. ab US$ 221 ÜF). Restaurant, Spa, super Ausblick auf die Stadt.

Copacabana:++ Ordentliche Korbmöbel-Zimmer bietet das »Hotel La Cúpula« (Calle Michel Perez 1-3, hotelcupula.com, +591-2-8622029; EZ/DZ ab US$ 21/29). Restaurant, schöner Garten, Frühstück ab US$ 3,50.

+++Das ruhige »Hotel Onkel Inn Torres de Copacabana« vermietet schlicht-moderne Zimmer mit Seeblick an der Costanera (onkelinn. com, +591-2-2792420; EZ/DZ ab US$ 60/74 ÜF).

Isla del Sol:++ In der familiären »Utasawa Lodge« haben die gepflegten Zimmer Heizung und sind traditionell eingerichtet (Yumani, +591-74024787; EZ/DZ ab € 61/77 ÜF). Restaurant, hübscher Garten, toller Blick auf den Titicacasee.

Salar de Uyuni: +++Das ruhige »Tayka Hotel de Sal« hat große Zimmer mit Heizung am nördlichen Rand des Salars. Zimmer und Möbel sind aus Salz, die Türen aus Kaktusholz (Tahua, sal.taykahoteles. com, +591-2-2712828; EZ/DZ ab US$ 145 ÜF). Restaurant. Mit jeder Übernachtung geht Geld an die lokale Gemeinde.

+++Südlich des Salzsees bietet das »Tayka Hotel de Piedra« rustikale Zimmer aus lokalem Felsstein (San Pedro de Quemez, piedra.tay kahoteles.com, +591-2-2712828; EZ/DZ ab US$ 145 ÜF). Restaurant, Unterstützung der lokalen Gemeinde.

REA: ++Im kleinen »Mallku Cueva« sind die Steinmauer-Zimmer traditionell eingerichtet (Mallku Villamar, mallkucueva.com, +591-2-6225186; EZ/DZ ab € 158 ÜF). Restaurant

+++Das »Tayka Hotel del Desierto« hat gemütliche Zimmer mit Heizung am westlichen Rand des REA (desierto.taykahoteles.com, +591-2-72407850; EZ/DZ ab US$ 169 ÜF). Restaurant, Unterstützung der REA-Gemeinde Soniquera.

Highlights & Aktivitäten

Bei Aventura Extrema kann man eine 3 km lange Titicaca-Zipline-Fahrt über die Wasserstraße von Tiquina buchen (ab € 20/Pers, actividadextrema.com). Wer La Paz besser kennenlernen möchte, ist bei Red Cap City Walking Tours richtig. Hier gibt es u. a. täglich zwei Citytouren (ab US$ 3/Pers, redcapwalkingtours.com) und eine abendliche Foodie-Tour (ab US$ 30/Pers). Natural Adventure (tupizanatural adventure.com) hat u.a . eine 4-Tage-Tour zum Salar de Uyuni und ins REA im Programm (ab US$ 400/ Pers. bei 2 Pers.) .

Manche Hotels und Guesthouses bieten auch Ausflüge an. Das »Hostal Las Olas« in Copacabana (hostallasolas.com) organisiert z. B. eine geführte 45-Minuten-

Tour zu einer Alpaka-Herde (ab € 2,50/Pers.) und verleiht ein Motorrad (ab € 10/Std.).

Für Selbstfahrer ist die App »Maps Me Bolivia« ein großartiges Hilfsmittel, insbesondere auf den Pisten beim Salar de Uyuni und in den südlichen Wüsten ist sie ein Muss!

Sicherheit

Bolivien gilt als sicheres Reiseziel. In La Paz/El Alto sollte man jedoch besonders aufmerksam sein. Hier kann man an falsche Polizisten und Taxifahrer geraten und nachts steigt die Gefahr von Überfällen. Ansonsten können überall Taschendiebstähle vorkommen, nachts sollte man nicht allein durch dunkle Gassen laufen, Wertgegenstände am Körper tragen und in öffentlichen Verkehrsmitteln Vorsicht walten lassen.

Auskünfte

Informationen auch auf Deutsch gibt’s bei der Botschaft (030-2639150, bolivia.de), auf Spanisch auf der Website boliviaturismo. com.bo.

Reiseführer

»Bolivien kompakt«, Reise Know- How 2019, € 14,90.

Ausgewählte Reiseveranstalter

Inti Tours (inti-tours.de, 07334-959741); Santana Travel (santana travel.de, 0881-41452); Take Off Erlebnisreisen (takeoffreisen.de, 040-4222288).

+ einfach ++ einfache Mittelklasse +++ gehobene Mittelklasse ++++ anspruchsvoll