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DEM KLIMAWANDEL RECHNUNG TAGEN: Tolerant: Zehn Pflanzen für‘s Grab


Friedhofskultur - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 03.02.2020

Vor dem Hintergrund veränderter Klimabedingungen stellt sich die Frage, welche Pflanzenarten auf dem Grab mehr in den Fokus rücken werden. Marketingberater Norbert Elgner stellt zehn Kandidaten vor.


Artikelbild für den Artikel "DEM KLIMAWANDEL RECHNUNG TAGEN: Tolerant: Zehn Pflanzen für‘s Grab" aus der Ausgabe 2/2020 von Friedhofskultur. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Friedhofskultur, Ausgabe 2/2020

@@Pelargonium-Hybride ‘Red Explosion'.


Das Thema Klimawandel ist allen ernst zu nehmenden Wissenschaftlern zufolge kein abstraktes Szenario der fernen Zukunft, sondern zählt schon jetzt zu der globalen Herausforderung. In den vergangenen 20 Jahren gab es allein mit 2003, 2018 und 2019 die drei wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor rund 140 Jahren. Die zu Ende gegangene Dekade war laut ...

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... Deutschem Wetterdienst die wärmste je gemessene. Setzt sich dieser Trend mit Rekordtemperaturen im Sommer fort, führt dies zu erheblichen Problemen in vielen Bereichen wie Wäldern, Landwirtschaft, Schifffahrt, Trink- und Grundwasserbewirtschaftung.

@@Pelargonium-Hybride ‘Dark Caliente Fire'.


@@Pelargonium x crispum ‘Angeleyes Randy'.


@@Kalanchoe blossfeldiana.


Portulaca umbraticola.


Da stellt freilich das Thema Anpassung der Pflanzenauswahl für die Grabbepflanzung nur ein Mosaiksteinchen im großen Ganzen dar. Jedoch besitzt es für die Angehörigen, die ein Grab Jahr für Jahr zu bepflanzen haben, ebenso wie für alle Friedhofsgärtner eine hohe Relevanz.

Folgte man den Ausführungen von Carsten Nöll, dem Vorsitzenden des Fachverbandes Rheinischer Friedhofsgärtner, so braucht es für die Zukunft Innovationen sowohl für die Wechselbepflanzungen als auch für mehrjährige Bodendecker, die den veränderten Klimabedingungen Rechnung tragen.

Bei Nölls Forderung anlässlich der Delegiertenversammlung des Landesverbandes Gartenbau Nordrhein-Westfalen, Anfang November 2019, geht es nicht nur, aber im besonderen Maße, um den Pflanzensektor. Es geht um Pflanzenarten, die von Haus aus eine erhöhte Hitze- und Trockenstresstoleranz mitbringen. Die folglich mit den veränderten Klimabedingungen besser zurecht kommen. Die trotz Hitze und vorübergehender Trockenheit noch gut wachsen, blühen und gedeihen. Sie ermöglichen dem Friedhofsgärtner doch den ein oder anderen Gießgang einzusparen, respektive die Gießintervalle etwas weiter zu stellen.

Vor diesem Hintergrund r und erhebt sich die Frage, welche Pflanzenarten unter den veränderten Klimabedingungen in Zukunft mehr in den Fokus rücken. Es geht um Arten, die sich aufgrund ihrer Eigenschaften sowohl klimamäßig, kulturtechnisch, als auch von der mitzubringenden optischen Wirkung her für eine Sommerbepflanzung auf Grabstätten oder Grabfeldern eignen.

Zehn Beispiele, kurz charakterisiert, stehen unter den genannten Voraussetzungen zur Diskussion. Die Reihenfolge ist frei gewählt, eine Rangfolge daraus nicht abzuleiten.

Pelargonium-Hybride ‘Red Explosion’

Die interspezifische Neuheit begeistert in mehrfacher Hinsicht. Sie wächst breitbuschig, hat eher kleines, sehr schön gezeichnetes Laub und bringt sommerlang unzählige, signalrote Blüten hervor, die kurz über dem Laub stehen. Die einfach geformten Blütendolden reinigen sich selbst.

Pelargonium-Hybride ‘Dark Caliente Fire’

Eigentlich stellt fast die ganze interspezifische Caliente-Serie eine Option für die Grabbepflanzung dar. Die Vertreter der Serie sind bereits seit vielen Jahren als Bodendecker-Geranien bekannt. Mit ‘Dark Caliente Fire’, einfachblühend, selbstreinigend, mit samtroten Blüten und dunklem Laub, steht für den Friedhofs- gärtner eine besonders prädestinierte Sorte zur Auswahl. Für eine gute Beetwirkung genügt ein Pflanzenabstand von 35 mal 35 Zentimeter.

Dipladenia ‘Sundaville MiMi Yellow’.


Euphorbia hypericifolia ‘Diamond Frost’, gefüllt blühend.


@@Sempervivum tectorum.


Sedum spathulifolium.


Pelargonium x crispum ‘Angeleyes Randy’

Sie gehört zu den Bekanntesten aus dieser, den Edelgeranien nahestehenden Serie, allerdings mit kleineren, dafür aber vielen Blüten, sodass bei gruppenweiser Verwendung eine schöne Beetwirkung zustande kommt. Wie alle Pelargonien verträgt auch ‘Randy’ Trocken- und Hitzephasen recht gut, dagegen stellt sie bei kühlem und nassem Wetter schnell das Blühen ein. Von daher bietet ‘Randy’ vor allem in Weinbaugregionen eine Alternative.

Kalanchoe blossfeldiana

Viel Sonne und wenig Regen, damit kommt auch das Flammende Käthchen bestens zurecht. Zwar handelt es sich bei dem sukkulenten Blütenstar um eine klassische Zimmerpflanze, sie kann aber im Sommer, ebenfalls bevorzugt im Weinbauklima, auch draußen sehr gut verwendet werden. Dabei passt sie in Pflanzschalen aber auch für die Sommerbepflanzung von Grabrabatten. Es werden mittlerweile viele Sorten und Farben auf dem Markt angeboten. Für ein gutes Nachblühen sollte Abgeblühtes ausgeschnitten werden. Die gefülltblühenden Calandivas sind fürs Freie weniger eignen.

Portulaca umbraticola

Bei zunehmender Klimaerwärmung kommt auch das Portulakröschen für die Grabbepflanzungen infrage, zumal das Sortiment mit hervorragenden Neuheiten von mehreren Jungpflanzenbetrieben aufwartet. Die stecklingsvermehrten Sorten wachsen einheitlich und zeigen spätschließende Eigenschaften, sodass ihre Blüten länger geöffnet bleiben.

Mit ihrem sukkulenten Charakter sind Portulakröschen trockenstresstolerant. Auf einem durchlässigen, nicht zu nährstoffreichen Boden bilden sie einen dichten Blütenteppich und blühen bis in den Herbst hinein. Dann müssen sie allerdings der Herbstbepflanzung weichen und ausgetauscht werden.

Dipladenia syn. Mandevilla ‘Sundaville MiMi Yellow’

Dipladenien sind zumindest im Südwesten Deutschlands heute für die sommerliche Grabbepflanzung nicht mehr wegzudenken. Sie sind pflege- leicht und vertragen Hitze- und Trockenphasen ausgezeichnet. Mit der brandneuen ‘Sundaville MiMi Yellow’ gesellt sich ein kompakter und dichtbuschig wachsender Sortentyp zur Familie, der für Beetbepflanzungen bestens geeignet ist. Als apricotfarbiger Dauerblüher bringt er eine völlig neue Optik mit ins Spiel.

@@Delosperma cooperi ‘Yellow White Center’.


Euphorbia hypericifolia wie ‘Diamond Frost’

Der „Zauberschnee“, ein einjähriges Wolfsmilchgewächs, setzt sich mit seinen filigranen Verästelungen überall durch, sodass er vor allem als Kombi-Partner dem gesamten Ensemble, ob im Gefäß oder ausgepflanzt, eine besondere Note verleiht. Zudem passt das Weiß seiner Blüten gut zu jeder anderen Farbe. Inzwischen gibt es neben der Stammsorte ‘Diamond Frost’, die rund 20 bis 30 Zentimeter Höhe erreicht, weitere Sorten mit kompakterem Wuchs, wie etwa ‘Diamond Star’ oder ‘Diamond Snow.’

Delosperma cooperi

Diese extrem flach und teppichartig wachsende, dickfleischige Staude bevorzugt volle Sonne und trockene, durchlässige, karge Böden. Bei Sonnenschein öffnen sich viele kleine Blütchen, die Bienen geradezu magisch anziehen. Moderne Sorten wie etwa aus den Serien Wheels of Wonder, Suntropics oder Lido werden vegetativ vermehrt. Sie blühen den ganzen Sommer, sind aber etwas frostempfindlicher, was jedoch bei einer Verwendung für die Sommerbepflanzung keine Rolle spielt.

Sempervivum tectorum

Die immergrüne Haus- oder Dachwurz ist eine winterharte Staude aus der Familie der Crassulaceae. Von diesem Dickblattgewächs existieren unzählige Sorten mit grünen, bräunlich grünen und mahagonifarbigen Blättern, die auch in unterschiedlichen Rosettenformen angeordnet sind. Der anspruchslose, hitze- und trockenstresstolerante Bodendecker gedeiht selbst dort, wo fast jede andere Pflanze schlapp macht, auf Mauerkronen, Dachziegeln oder zwischen Steinplatten. Er kann aber auch als Strukturgeber oder Einfassungspflanze auf Grabstätten Verwendung finden.

Sedum spathulifolium ‘Purpureum’

Aus der Vielzahl von Sedum-Arten sei hier stellvertretend dieses hübsche immergrüne Fettblatt erwähnt. Es gedeiht bevorzugt an vollsonnigen Standorten auf gut durchlässigen Böden. Die zweifarbigen, kleinen, spatelförmigen Blätter zeigen einen attraktiven Farbkontrast. Die Pflanzen wachsen kompakt, bodendeckend und bringen eine ausreichende Frosthärte mit. Sie können als Bodendecker und in Kombination mit Blühpflanzen verwendet werden.

Fazit

Die sich abzeichnende Klimaveränderung erfordert neue Lernprozesse hinsichtlich der Anpassung. Dies gilt auch für das Sortiment an Pflanzen für Grabstätten. Friedhofsgärtner müssen nach alternativen Pflanzenarten Ausschau halten, die gemäß dem Wandel mit sommerlichen Hitze- und Trockenphasen besser zurecht kommen. Dies ist nicht nur wichtig damit die Grabstätten auch während extremer Wetterphasen einen ordentlichen Eindruck hinterlassen, sondern auch um Gießarbeiten besser bewältigen zu können. Im Beitrag wurden zehn besonders hitzeverträgliche und trockenstresstolerante Pflanzen vorgestellt, die als Antwort auf den sich abzeichnenden Klimawandel zu betrachten sind. Auf die Begonia semperflorens wurde hier bewusst verzichtet, da sie sowieso bei der Grabbepflanzung - mit Verlaub - als „Allzweckwaffe“ dient. Durch die sehr unterschiedlichen Klimaverhältnisse in unserem Land ist es anzuraten, verstärkt mit regionalen Eignungsprüfungen auszuloten, was sich vor Ort als praktikabel erweist. Die Erkenntnisse sind dann entsprechend in der Kundenberatung aber auch in der Präsentation der Pflanzen am POS in der Friedhofsgärtnerei und im Endverkauf einzubinden. ne


Fotos: Norbert Elgner

Fotos: Norbert Elgner

Fotos: Norbert Elgner

Fotos: Norbert Elgner