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Demenz: Hilfe für Angehörige


Lisa - epaper ⋅ Ausgabe 26/2019 vom 19.06.2019

Sie pflegen und sind am Ende Ihrer Kräfte? Das sollten Sie jetzt tun


Die Diagnose Demenz ist für Betroffene und Angehörige gleichermaßen ein Schock. Allein in Deutschland wird sie im Jahr rund 300 000 Mal von den Ärzten gestellt. Da diese Erkrankung allmählich ganze Nervenzellen im Gehirn absterben lässt, büßt der Kranke nach und nach seine geistigen Fähigkeiten ein – bis Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft grenzenlos verschwimmen. Er benötigt deshalb meist vom mittleren Stadium an (Kinder werden nicht erkannt usw.) Betreuung. Die Hauptlast dabei trägt im Normalfall die Familie. So werden rund 73 ...

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... Prozent aller Patienten von (Ehe-)Partnern, Kindern oder anderen Angehörigen versorgt. Oft bis an den Rand der eigenen körperlichen und seelischen Verfassung. Dabei riskiert der pflegende Angehörige selbst seine Gesundheit. Nur wer sich früh Hilfe holt, kann eine Überforderung vermeiden.

Warnzeichen rechtzeitig erkennen

Folgende Warnzeichen deuten auf eine Überlastung hin: Sie fühlen sich gehetzt, haben Angst nicht alles zu schaffen. Ihre Gedanken kreisen ständig darum, was Sie als nächstes für Ihren demenzkranken Angehörigen tun müssen. Sie sind todmüde, schlafen aber trotzdem schlecht. Oft leiden Sie an einem Dauerton im Ohr, dem sogenannten Tinnitus. Immer wieder sind Sie anfällig für Erkältungen, essen unregelmäßig und nehmen zu oder ab. Zeit für Freunde oder Hobbys fehlt.

Gewalt unbedingt vermeiden

Keine Frage: Im Umgang mit Demenzkranken ist unglaublich viel Geduld gefragt. Irgendwann kommt der Punkt, an dem Ihnen diese vielleicht abhanden- kommt. Werden Sie dem Pflegling gegenüber laut, fassen Sie hart zu und beginnen, den Angehörigen zu schütteln, ist das ein deutliches Signal, dass Sie nicht mehr können. Das schlechte Gewissen drückt zusätzlich auf Ihre Seele.

Selbsthilfegruppe kontaktieren

Allerspätestens jetzt sollten Sie sich Rat und Hilfe von Menschen in ähnlicher Situation holen. Im Internet () finden Sie vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine Liste mit Adressen von Selbsthilfegruppen, Wohlfahrtsverbänden und anderen Organisationen, die Ihnen erklären, welchen Anspruch Sie auf Unterstützung haben.

Pflegestützpunkte informieren

Sie wurden eingerichtet, um Beratung und Unterstützung zu bieten – entweder dem Kranken selbst oder seinem pflegenden Angehörigen. Eine Übersicht aller Pflegestützpunkte Deutschlands finden Sie im Internet auf der Seite der Stiftung ZQP (Zentrum für Qualität in der Pflege): . Hier können Sie sich über mögliche Zuschüsse, ambulante Dienste, ein geeignetes Pflegeheim oder Angebote der Kommune informieren. In diesen Stützpunkten finden Sie auch die Berater der Pflegekassen. Bei Demenz sterben Nervenzellen im Gehirn ab. Ginkgo kann dem Verfall vorbeugen (z. B. „Doppelherz system Ginkgo 240 mg“, Apotheke). Der Spezial- Extrakt EGb 761 (z. B. „Tebonin konzent 240 mg“, Apotheke) ist zudem laut Studien sehr gut erforscht

Pflegen bis zur Selbstaufgabe: Oft überschätzen Betroffene ihre Kräfte


Ehrenamtliche in Anspruch nehmen

Sie verschaffen pflegenden Angehörigen Freiräume – auch wenn es nur für einen Nachmittag ist. Das entlastet trotzdem enorm. Ehrenamtliche Helfer lesen vor, spielen oder gehen mit dem Kranken spazieren. Zudem haben Sie für die Probleme der Angehörigen ein offenes Ohr. Fragen Sie beim Pflegestützpunkt Ihrer Gemeinde oder Stadt nach. Auch die Altenhilfe kann Helfer vermitteln. Die Kosten dafür können Sie in der Regel über die Pflegekasse abrechnen (Pflegestützpunkte informieren über die Anträge dazu).

Pflegetelefon: Schnell Antworten holen

Telefonische Beratung für Pflegende, die konkrete Fragen haben – dafür ist das Pflegetelefon des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gedacht. Unter 0 30/20 17 91 31 können Sie von Montag bis Donnerstag 9 bis 18 Uhr ganz unbürokratisch Ihre Fragen stellen. Es gibt auch die Möglichkeit, eine Mail zu schreiben: .

Mit kleinen Tricks den Stress abbauen

Ob bewusste Atemübungen (z. B. fünf Minuten durch die Nase ein-, dann langsam über die Nase wieder ausatmen), der Yoga-, bzw. Meditationskurs von der Volkshochschule oder eine kurze Auszeit – alles, was Sie für sich selbst tun, hilft Ihnen, mit der Belastung besser klarzukommen. Über die sogenannte Verhinderungspflege können die Kosten (z. B. für einen Urlaub) bei der Pflegekasse sogar beantragt werden.


Fotos: iStock, Shutterstock