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Den Elementen ausgeliefert


Modellwerft - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 18.09.2019

Grundlagen am Schlepper: Winsch und Weathering


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Bildquelle: Modellwerft, Ausgabe 10/2019

DieBlackadder im Dock von Lyttelton zum Klasse machen


Farbe ist nun schonmal drauf. Wie soll es jetzt weitergehen? Das Weathering wollte ich mir für den Urlaub aufheben, aber das war nun noch zwei Wochen hin. Also entschied ich mich für ein paar vorbereitende Arbeiten und habe die Schleppwinde in Angriff genommen. Die letzte Arbeit am Rumpf vor dem Weathering war das Anbringen des Schiffsnamens mit dem Heimathafen. Ich habe die Schrift bei einem ortsansässigen Beschrifter aus weißer Klebefolie plotten lassen. Da ich die Beschriftung in die Alterung mit ...

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... einarbeiten wollte, war eine vorherige Anbringung notwendig.

3D-Druck

Für die Winde habe ich, wie bereits beschrieben, einige Teile aus dem 3DDrucker bekommen. Dazu gehörten die Teile der Windentrommel, die Hebel und Abstützungen für die Bandbremse, die Bremsbänder und die Öldruckmotoren. Das alles musste nun mit einigen Teilen aus Platinenmaterial, PS-Teilen und Messing zu einer Winde werden. Die Seitenteile der Winde wurden aus 0,5-mm-Platinenmaterial geschnitten. Die Verstärkungkante ist aus 0,3-mm-Messingblech auf Stoß aufgelötet. Wichtig hierbei sind die besonders exakte Ausrichtung und der genaue Zuschnitt der Seitenteile. Wenn die Seitenteile schief stehen oder die Bohrungen für die Trommelachse nicht die identsiche Höhe haben, geht das im wahrsten Sinne des Wortes schief. Die Grundplatte ist auch aus Platinenmaterial. Die Trommelteile wurden auf ein 4-mm-Messingrohr geschoben und mit Sekundenkleber verklebt. Als Abschluss habe ich noch ein günstiges Plastikzahnrad für den Antrieb aufgeklebt. Da Sekundenkleber auf Messing ohne entsprechende Vorbehandlung nicht gut hält, konnte ich die Achse anschließend ohne großen Aufwand wieder entfernen. Die wurde nun mit den Seitenteilen der Winde verlötet und passend mit der 0,5-mm-Korungscheibe zugeschnitten. Die „Grundachse“ ist nun dreiteilig, wobei die Teile an den Seitenteilen fest und das Teil mit der Windentrommel drehbar ist. Jetzt fehlt noch eine innere Achse, auf der sich dann die Windentrommel drehen kann. Das übernimmt ein 3-mm-Messingrohr. Die Verstärkungen an den Seitenteilen des Windenfundaments sind aus 1-mm-PS-Material. Der Rest der Winde ist einfach nur ein Zusammenfügen der 3D-Druckteile und eine Vervollständigung mit kleinen Details aus PS. Als Antrieb fungiert ein altes umgebautes Servo. Ich habe dazu die Elektronik entfernt und daher läuft der wie ein Getriebemotor. Sicherlich könnte man auch gleich einen Getriebmotor verwenden, allerdings lässt sich das eckige Gehäuse leichter unter der Windengrundplatte befestigen. Ich habe noch einige alte Servos bei mir in der Grabbelkiste liegen. Die Winde wird mit vier Schrauben auf dem Backdeck befestigt und gesteuert wird das Ganze später per Umpolbaustein über die Fernsteuerung.

DieBlackadder frisch getauft


Das Windenfundament mit Seitenteilen aus Messing und Platinenmaterial


Die Trommel nach dem Zusammenbau zur ersten Stellprobe


So soll es später einmal aussehen


Farbe ist schon drauf. Hier nun die finale Montage des Bremsbandes


Hydraulikleitungen aus Isolierung für Stromlitzen an der Winde noch ohne Washin


Die helle Verfärbung ist mit meiner Lackierung sehr leicht herzustellen. Der Rumpf wird einfach mit einem Make- Up-Pinsel, der vorher mit Verdünner angefeuchtet wurde, ungleichmäßig eingepinselt. Bitte nur leicht feucht, sonst gibt es Nasen. Die machen wir hinterher mit einer anderen Methode. Hierbei ist darauf zu achten, dass immer nur kurze Striche gesetzt werden, um ein ungleichmäßiges Bild zu erhalten. Man kann dafür auch einen mit Verdünner angefeuchteten Lappen benutzen. Das geht bei derBlackadder aufgrund der vielen Unterwasserdetails leider nicht. Auch gilt wieder: weniger ist mehr. Lieber einmal mit weniger Verdünner arbeiten und dann den Vorgang wiederholen, als hinterher einen zu starken Effekt erzielen. Ich habe mich bei derBlackadder eher für eine leichte Verärbung entschieden. Als zweiter Schritt wird – nach dem Abtrocknen der Verdünnerbehandlung – in Höhe des Übergangs zwischen Überwasserschiff und Unterwasserschiff eine weitere Abklebung vorgenommen.
Diese muss nicht zwangs-Hydraulikleitungen aus Isolierung für Stromlitzen an der Winde noch ohne Washing läufig genau auf der Trennung liegen. Ich habe 4 mm breites Masking-Tape verwendet und exakt an der Wasserlinie entlang geklebt. Jetzt wird mit der Trockenmalmethode weißer Lack aufgetragen. Für alle, die das nicht kennen: Borstenpinsel in weiße Farbe tauchen und auf einem Lappen so lange löst. Jetzt mit leichten Strichen über das Bauteil wischen. Den Vorgang so lange wiederholen, bis die gewünschte Intensität erreicht ist. Dieser Streifen entsteht übrigens u.a.durch das Abtrocknen des Seewassers am Rumpf und die damit verbundene Ablagerung von Salzkristallen.
Bei derBlackadder habe ich den weißen Farbton im Bereich der Abklebung stärker und im zunehmenden Abstand immer lichter gemacht. Es entstand dadurch ein schöner Übergang. Das Ganze lässt sich auch mit dem Airbrush machen, aber eine Airbrushlackierung würde man immer als solche erkennen. Wenn man sich Fotos von Originalen ansieht, erkennt man, dass das eher ungleichmäßig weiß gefärbt ist. Mit der Airbrush dauert es lange, bis man die nötige Übung für solch ungleichmäßige Lackierungen hat. Außerdem mache ich mir gern so wenig Arbeit wie möglich. Eine Airbrushpistole zu reinigen dauert länger, als einen Pinsel auszuwaschen.

Der Rumpf mit der Abklebung für die Alterung


Erste Farbspuren


So sieht es nach dem Entfernen der Abklebung aus


Streaking

Als nächstes waren diverse Nasen zu lackieren. Hierbei muss zwischen verschiedenen Arten unterschieden werden. Da gibt es hauptsächlich Dreck-, Rost- und Farbnasen. Hierbei hilft es wieder sehr, evtl.vorhandene Fotos vom Original zu betrachten. Ich habe viele Übersichtsbilder derBlackadder nach vielen harten Schleppeinsätzen. Was mir zuerst auffiel, waren die „weißen“ Nasen am Heck im Bereich des Schiffsnamens. Auf einem anderen Bild konnte man erkennen, dass hier gern viele Möwen sitzen und mitfahren. Die weißen Punkte und Schlieren entpuppten sich dadurch als jede Menge „Möwenschiss“. Bei weiterem genauem Studium der Fotos stellte ich fest, dass ähnliche Verfärbungen rundherum am Schanzkleid vorhanden waren. Ich verwende hier und im Folgenden die englischen Ausdrücke, da mir beim besten Willen keine kurze und stichhaltige Beschreibung einfallen will. Die „Möwenschisse“ habe ich mit dieser „Streaking“ genannten Methode nachgeahmt. Eigentlich ist es ganz einfach und kann vorher leicht an einigen Abfallstücken geübt werden. Ich verwende hier normale Modellbaufarbe z. B. von Vallejo, AMMO MigJimenez oder Revell. Die Farben werden ca.im Verhältnis 1 Teil Farbe und 3 Teile Verdünner verdünnt. Der Anteil Verdünner ist auch abhängig von der Flüssigkeit der Grundfarbe. Jedenfalls sollte die fertige Farbe erheblich dünnflüssiger sein, als eine fertig gemischte Airbrushfarbe. Jetzt werden mit einem sehr dünnen Haarpinsel dünne kurze Striche mit der passenden Farbe gezogen (hier weiß). Der Beginn der unterschiedlich langen Striche ist immer der Ausgangspunkt der späteren „Nase“. Anschließend lässt man das Ganze leicht antrocknen. Die Farbe sollte grifffest, aber noch nicht komplett durchgetrocknet sein. Nun kommen wir zum eigentlichen „Streaking“. Dazu wird ein etwas breiterer Haarpinsel (ca. 4 mm) in die zu der Farbe passenden Verdünnung getaucht. Der Pinsel wird nun auf einem Küchentuch oder einem alten Lappen leicht ausgedrückt. Nun streicht man leicht von oben nach unten mit diesem Pinsel über die Farbstriche. Dabei wird die Farbe angelöst und „verblendet“. Die Farbe wird mit jedem Pinselstrich etwas abgewischt und dadurch wird der Farbauftrag immer geringer. Man kann damit sehr gut die Intensität der Nasen variieren. Ist die Nase sehr stark zu sehen, reichen einige wenige Pinselstriche, um nur den Verlauf nach unten zu erreichen. Ist die Nase nur leicht zu sehen, muss man u. U. den Pinsel zwischendrin kurz auswaschen und das Streaking so lange wiederholen, bis der gewünschte Effekt erreicht ist. Probieren Sie es einmal aus, es ist total einfach. Mit dieser Methode lassen sich auch Dreck- oder Rostnasen hervorragend nachahmen. Ich habe rund um das Schanzkleid ein paar weiße Nasen gesetzt. Auf dem Handlauf am Heck habe ich noch unregelmäßig ein paar weiße Punkte gesetzt. Das ist der „Möwenschiss“, der nicht vom Wasser teilweise abgewaschen wurde.
Inzwischen konnte die weiße Farbe im Bereich der Wasserlinie trocknen. Jetzt habe ich das Klebeband abgezogen. Der Effekt war schon sehr gut, aber noch nicht ganz wie gewünscht. Im Bereich des Klebebandes war nur ein roter Streifen des Rostschutzlackes zu sehen. Die Kante zu dem hellen Streifen war noch zu stark. Daher habe ich mit der Trockenmalmethode diesen roten Streifen nochmal mit weißem Lack bearbeitet. Der Übergang war weniger hart und viel näher am Original. Als nächstes war der Bewuchs an der Reihe. Auch hier kam wieder die Trockenmalmethode zum Einsatz, nur dieses Mal mit zwei verschiedenen Grüntönen. Dabei wurde im Bereich der Wasserlinie dunkleres Grün und weiter unterhalb der Wasserlinie helleres Grün verwendet. Das lässt sich leicht erklären. Je tiefer der Bewuchs unter Wasser ist, desto heller ist das Grün. Weniger Licht = weniger Photosynthese = helleres Grün. Auch dieser grüne Belag musste wieder gut durchtrocknen. Da sich der Bewuchs nicht nur auf eine grünliche Färbung beschränkt, musste noch etwas 3D-Effekt her. Dazu verwende ich immer Produkte aus dem Modelleisenbahnbereich. Im Vertrieb von Noch gibt es Landschaftsmaterialien von Wooddcenes. Dort gibt es ein Produkt mit Namen FineTurf. Das ist eigentlich nichts anderes als sehr, sehr fein zerbröseltes Schaumgummi. Das gibt es in verschiedenen Farben. Ich benutze Sommer und Herbst, passend zu den Farben und der Fotosynthese am Rumpf. Diese Sorten mische ich 1:1. An zufälligen Stellen am Rumpf trage ich nun etwas dicker farblosen Lack auf. Es ist egal ob nun matt oder glänzend, da man das nach Fertigstellung nicht mehr sieht. In diese Lackstellen wird nun das FineTurf eingerieselt. Nun noch vorsichtig andrücken und über Nacht die Farbe trocknen lassen. Bei genauerer Überlegung könnte man sicher auch Kleber nehmen. Ich bleibe allerdings bei Lack, da es für mich das optimale Ergebnis bringt. Am nächsten Tag kann man vorsichtig mit einem Borstenpinsel über die Bewuchsstellen streichen. Damit entfernt man nicht festgeklebtes Material. Sollte sich zu viel lösen oder der Effekt nicht wie gewünscht sein, lässt sich der Vorgang wiederholen oder das Material einfach abrubbeln. Nun sollten die Bewuchsstellen noch dringend mit Klarlack aus der Dose / aus dem Airbrush versiegelt werden. Dabei sollte etwas großzügiger mit dem Lack umgegangen werden, denn damit verklebt das Material noch besser mit dem Rumpf. Aber vorsichtig, sonst gibt es Lacknasen. Ich möchte immer, dass der Rumpf wie frisch aus dem Wasser genommen aussieht.

Grüne Farbspuren als weiterer Bewuchs


Der Schiffsname mit Schlieren von ausgewaschenem „Möwenschiss“ (Streaking) Bewuchs ist somit nass und glänzt. Also verwende ich zur Versiegelung Hochglanzklarlack.

Pocken des Meeres

Ein weiterer Bewuchstyp sind die Seepocken. Die sind im Schnitt rund 10 mm im Durchmesser. In meinem Maßstab bieten sich daher die dicken Krümel im Vogelsand an. Bei Maßstäben 1:50 und kleiner kann man auch die normalen Sandkörner verwenden. Auch diese Körner werden wieder mit Klarlack angeklebt. Nach der Durchtrocknung kann man mit einem in braune oder schwarze Frabe getunkten Stück Schwamm nachfärben. Man geht hier ähnlich vor, wie mit der Trockenmalmethode.
Das Stück Spülschwamm wird in die Farbe getaucht und auf einem Küchenkrepp ausgedrückt. Jetzt nur ganz leicht auf die Krümel tupfen. Diesen Vorgang so lange wiederholen, bist die gewünschte Färbung erreicht ist. Dabei sind alle Farben im Bereich Braun-Grau-Schwarz möglich. Als Referenz lassen sich wieder Fotos aus der Google-Bildersuche heranziehen. Alternativ kann man auch wieder mit dem Make-Up-Pinsel Pigmente aufpudern und anschließend mit Klarlack versiegeln. Bei derBlackadder sind nur wenige Stellen mit Seepocken besetzt. Auch die brauchen etwas Licht und wachsen natürlich an den Stellen besser, wo noch viel Licht durch die Wasseroberfläche fällt.
Einen weiteren Arbeitschritt bildet bei mir immer der grüne Schleim an der Bordwand im Bereich derbWasserlinie. Dazu gibt es von der Firma Ammo MIG ein tolles Produkt. Das Set „Humidity & Wet Effects“ (Artikel-Nr.: A.MIG-7409) enthält zwei verschiedene Grüntöne, die ich wieder abhängig von der Wassertiefe verwende und einen sogenannten Wet-Effekt. Mit dem Wet-Effekt lassen sich frische Wassernasen darstellen. Dieser Effekt wird einfach mit einem sehr dünnen Pinsel aufgetragen und zwar so, wie sich Wasserstreifen abzeichnen. Auch hier lohnt es sich, in der Realität anzusehen, wie sich eine Wassernase an einem Bauteil herunterzieht bzw.das Wasser irgendwo in feinen Rinnsalen irgendwo abläuft. Der Tipp für Sparfüchse: Ich habe vor einiger Zeit im Baumarkt einen Polyurethan-Lack für eine andere Anwendung gekauft. Dieser Klarlack ist transparent und hochglänzend. Mit einer entsprechenden Verdünnung lässt sich damit auch eine Wassernase nachbilden. Besser geht es allerdings mit dem eingangs beschriebenen Produkt. Auch ist die Verpackung nicht so groß wie eine komplette Lackdose mit rund 750 ml und der Preis für das gesamte Set liegt in etwa beim Preis für die einzelne Dose Lack.

Feine Farbstriche für die „Nasen“


Streaking mit dem breiten Pinsel


Bewuchs in 3D nach erstem Auftrag


„Humidity & Wet Effects“ im Bereich der Wasserlinie


Grundsätzlich kann man sich an etwaigen Originalbildern seines Modells orientieren oder man bemüht das Internet um Vorlagen. Hier kann man auch weitere Referenzen für Rost- und Drecknasen finden. Allerdings sollte man sich überlegen, ob der gewünschte Effekt an der Stelle Sinn macht. Rostnasen finden sich z. B. an Kühlwasserauslässen. Eine Drecknase wäre daeher nicht so richtig, denn der ständige Wasserstrom würde die abwaschen. Da nun die Rumpfseiten inklusive Unterwasserschiff fast fertig gealtert sind, konnte ich mich an eine erste Alterung von Deck und Winde machen. Hier kommen zwei weitere Methoden zur Anwendung.

FineTurf und das Set „Humidity & Wet Effects“


Pigmente, Aquarellkreide und div. Pinsel für den Auftrag


Pigmente und Washing

Pigmente sollten eigentlich selbsterklärend sein. Washing ist da schon anders. Pigmente werde häufig im Dioramenbau verwendet. Allerdings spielt sich das drinnen ab und meist ohne Wasser. Die Pigmente – eine Art feines Farbpuder – werden mit einem Haarpinsel oder einen Schminkpinsel auf dem Modell verteilt. Ich bevorzuge Schminkpinsel schon allein wegen des komischen Gesichtes der Kassiererin im Drogeriemarkt, wenn ich eine ganze Auswahl einkaufe. Der Pinsel wird dann in die Pigmente getaucht und vorsichtig ausgeklopft. Bitte vorsichtig dabei, sonst steht man in einer Farbwolke. Nun streicht man mit dem Pinsel leicht über die zu bearbeiteten Stellen. Bei dunklen Lackierungen sind insbesondere die Flächen, die häufig von der Sonne beschienen sind, ausgeblichen. Auch die Farbe auf den Laufwegen verändert sich meist zum Helleren. Also nehmen wir ein helles Grau oder Weiß. Weiße Pigmente sind leicht zu bekommen. Bei Grau ist das schon schwieriger. Aber hier lässt sich etwas tricksen. Beinahe regelmäßig zweimal im Jahr gibt es bei den großen Discountern Kunstbedarf. Dort wird meist auch ein Palette mit Aquarellkreide angeboten. Diese Kreide ist als Pigment gut geeignet. Man schabt mit einem Cutter oder einem scharfen Messer die benötigte Menge Kreide ab. Dann wird wie mit den normalen Pigmenten weitergearbeitet.
Ich habe bei derBlackadder erstmal die Laufwege auf dem Oberdeck entsprechend bearbeitet. Das Schöne an der Arbeit mit Pigmenten ist die einfache Korrektur. Sollte der Auftrag nicht gefallen, dann lässt sich das leicht abwaschen. Das hat aber auch den Nachteil, dass der Pigmentauftrag im Anschluss immer mit Klarlack versiegelt werden muss. Eine überkommende Welle würde sonst die Arbeit zunichtemachen. Die Versiegelung mit Klarlack muss nur sehr vorsichtig erfolgen, da sich die Pigmente im Lack lösen und dadurch der Effekt abgeschwächt wird. Nicht so schlimm, dann einfach den Pigmentauftrag wiederholen. Auch hier sollte man wieder, wenn vorhanden, Fotos vom Original zum Vergleich heranziehen. Es hat sich auch bewährt, die Pigmente in den noch leicht klebrigen Lack zu verteilen. Nun hatte ich das erste Mal das komplette Modell mit der Alterung vor mir. Da mir der Unterschied zwischen dem weißen Strich und dem grünen Bewuchs im Bereich der Wasserlinie und dem Unterwasserschiff zu stark war, habe ich das Unterwasserschiff nochmal mit verschiedenen Pigmenten bearbeitet. Ich habe den Teil mit Pigmenten in schlammgrün und weiß nachgearbeitet. Jetzt ist der Kontrast nicht mehr so hart und gefällt mir erheblich besser.

Wet-Effects am Schanzkleid


Washing

Als letzten Punkt in diesem Artikel komme ich nun zum Washing. Auch das ist nicht wirklich schwer. Im Dioramenbau werden meist Pigmente mit einem Pigmentlöser, das ist eine Art Lösungsmittel, versetzt. Dabei werden aber nur geringe Mengen Pigmente eingesetzt. Der Pigmentlöser verdunstet und zurück bleiben die Pigmente. Allerdings ist das bei Dioramen kein Problem. Bei unseren Modellen gibt es wieder das „böse“ Wasser. Daher stelle ich mein Washing mit Klarlack her. Dazu verdünne ich den Klarlack etwas mehr, als es für die Airbrush nötig wäre (Klarlack mit Verdünner mindestens 1:1 oder noch mehr Verdünner).
Jetzt wird in diesen dünnflüssigen fast wässrigen Lack das benötigte Pigment eingerührt. Das fertige Washing sollte noch transparent sein, also nur wenige Pigmente enthalten. Mit einem weichen Haarpinsel werden nun die entsprechenden Stellen mit dem „Farbwasser“ großzügig eingepinselt. Durch die Kapilarkräfte sammeln sich die Pigmente jetzt in den Ecken des Bauteils und lagern sich dort ab. Das macht sich besonders gut mit schwarzen oder rostbraunen Pigmenten. Das ist, als wäre das dreckige Wasser dort stehengeblieben und dann verdunstet. Der Dreck/Rost hat sich dann dort abgelagert. Man kann diesen Effekt noch verstärken, wenn man die erhabenen Stellen mit einem Küchenkrepp oder einem Taschentuch abtupft. Ich habe das an meiner Winde schon durchgeführt und anschließend die Umgebung mit Pigmenten bearbeitet. Natürlich kommen später noch weitere Effekte dazu, aber darüber später mehr. Wenn der Effekt noch nicht stark genug ist, lässt man das Washing trocknen und wiederholt den Vorgang nach Belieben.
Ich kann nur empfehlen, es selbst einmal auszuprobieren. Wie oben beschrieben, lohnt es sich, eine Testplatte zu lackieren und die Alterungstechniken daran auszuprobieren. Natürlich jeder so wie er mag. Im nächsten Teil werde ich mich weiter um den Aufbau, den Mast und die Brücke kümmern. Außerdem ist noch eine Reparatur der Fernsteuerung fällig. Mir ist der Nackenriemen gerissen und die FS ist ins Wasser gestürzt. Leider gibt es im Mittelmeer Salzwasser und daher ist wohl ein Tausch der FS-Platinen und der Potis nötig. Die Mechanik hat es ohne Probleme überstanden.

Übersicht des fertig gealterten Rumpfes…„quite happy with that“