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„Den kriegst du doch nie!“


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 90/2021 vom 06.08.2021

BARSCH

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Barsche auf Hardbaits? Klingt nicht schwierig! Doch da steckt schon mehr dahinter, als den Wobbler einfach nur monoton einzukurbeln. Köderführung, Köderwahl, Bedingungen und das Gerät sind auch hier entscheidend.
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Auch wenn es für Barsche in der Regel nicht die beste Zeit ist, kann es sich lohnen, noch bis in die Nacht zu fischen. Vielleicht beißt ja ein Bonusfisch.

„Diese Angeltechnik macht die Barsche rasend.“

Schau, direkt ein Fisch beim ersten Wurf “ sagt Jan grinsend, während er seinen Wobbler samt Fisch aus dem Wasser hebt. Erst bei genauerem Hinsehen ist die falsch gehakte Mini-Plötze am vorderen Haken zu erkennen. „Schade – dafür sind wir natürlich nicht am Wasser. Aber wir angeln immerhin am richtigen Ort.“ Im seichten Wasser direkt am Ufer sind tatsächlich massenweise kleine Fische zu sehen – der Raubfisch ist spürbar in der Nähe. Während rechts von uns die Fähre ablegt, wirft Jan seinen Twitchbait direkt in das wirbelnde Wasser dahinter. Ein Biss bleibt aus, aber seine Motivation sinkt nicht.

„Dort am anderen Ufer werden wir gleich Fisch fangen“, er klingt überzeugt. Die Umstände sind gut: die Sommerabendsonne gibt ihr bestes und es weht nur wenig Wind.

BRINGEN SIE DIE RÄUBER AUS DER FASSUNG!

Mit auffällig starken Schlägen und kurzen Pausen – oft kaum eine Sekunde – holt Jan seinen Kunstköder ein. Geht das nicht zu schnell? „Auf keinen Fall! Diese Technik soll Raubfische aggressiv machen. Daher muss der Wobbler oder Twitchbait viel und kräftig in Bewegung gesetzt werden“, entgegnet Jan. „Erst in den kalten Monaten kann man etwas ruhiger angeln, denn dann ist der Fisch auch träger.“ Direkt nach dem Wurf lässt Jan seinen Wobbler mit ein paar „normalen“ Drehungen der Rolle in die Tiefe. Erst danach schlägt er ständig in die Rute, so dass der Wobbler oder Twitchbait sich unter Wasser wie ein verletzter und orientierungsloser junger Fisch bewegt. „Davon wird der Raubfisch angelockt, um dann in einer Schwimmpause zuzuschlagen – genau in dem Moment, da sich der Kunstköder nicht bewegt. Einen „Reaction Strike“ nennt man das. „Weil die Schnur in diesem Moment kurz schlaff hängt, fühlt man den Anbiss häufig nicht oder kaum“, erklärt Jan.

HARTER KÖDER, WEICHE BREMSE

Nach noch ein paar erfolglosen Würfen an beiden Seiten der Fähre beschließt Jan, die Überfahrt zu machen. Die Aussicht vom Wasser aus gefällt ihm offenbar, aber das Angelboot direkt vor dem nächsten Spot überhaupt nicht. „Ah, sehr gut, sie fahren weg. Zum Glück – heute Abend wollte ich unbedingt an diese Stelle.“ Am Ufer angekommen läuft Jan motiviert zum Wasser und wirft seinen Wobbler in Richtung des seichten Wassers im Buhnenkessel links von ihm. Schon beim zweiten Wurf gibt es einen Biss. Ein schöner Barsch hat den Wobbler genommen und zieht die harte Rute krumm. „Siehst du, wie der Kunstköder schön an der Außenseite des Mauls hängt?“, meint Jan, nachdem der Barsch gelandet ist. „Übrigens greift der Raubfisch bei Hardbaits oft ein bisschen daneben, weil sich der Kunstköder so unvorhersehbar bewegt. Aus diesem Grund stelle ich die Bremse an der Rolle auch immer etwas weicher ein. Mit einer zu hart eingestellten Bremse schlägt man den Kunstköder oft aus dem Maul des Fisches.“

Fast direkt nach dem ersten Barsch beißt ein etwas kleinerer Artgenosse. Damit sollte der Bann gebrochen sein. Trotzdem bleibt es danach lange Zeit still. Nachdem Jan eine ganze Reihe von Buhnen abgefischt hat und die Sonne knapp über dem Horizont steht, wirft Jan einen kritischen Blick auf seine Uhr. „Komm, wir gehen zurück zur Fähre. Hier wird es wohl nichts mehr.“ Auf dem Rückweg sinkt die Temperatur spürbar und der Wind macht sich mit einer leichten Brise bemerkbar. Ist der Wind noch ein Einflussfaktor beim Angeln mit Hardbaits?

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Auch wenn Sie mit kleinen Ködern angeln: Benutzen Sie beim Twitchen mindestens 0,12er Geflecht und eine 0,30er Schlagschnur. Die brutalen Bisse können das Material sonst sprengen!

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Jans Lieblingswobbler sind natürlich gefärbt und schlank. Außerdem schweben sie in der Standphase, das nennt man ?suspending?. Jan benutzt übrigens nur selten Wobbler mit Rasseln, weil er sicher ist, dass die Fische das Geräusch schnell als Gefahr verbuchen.
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Der hängt perfekt! Aber das ist längst nicht immer so, denn durch den unkontrollierten Köderlauf vergreifen sich viele Fische beim Biss. Eine weiche Rollenbremse hilft, Aussteiger zu verhindern.

„Auf jeden Fall“, sagt Jan. „Vor allem Wind von der Seite oder von vorn ist fatal für diese Art des Angelns. Präzise Würfe sind wichtig: das hier ist ein teurer Kunstköder, es wäre sehr bitter, wenn man einen solchen Wobbler oder Twitchbait verliert. Doch damit sind die Nachteile schon genannt. Das Aktive an dieser Angelart finde ich großartig, und vor allem in seichtem Wasser kann man Hardbaits oft viel raffinierter führen als Gummifische.“

WAS SIND DIE BESTEN HARDBAITS?

Zurück bei der Fähre beschließt Jan, den Wobbler zu wechseln. In seiner Kunstköderbox liegt eine Auswahl an Ködern verschiedener Farben. Manche sind etwas gedrungen, doch die meisten haben eine schlanke Form. Welche bevorzugt er denn eigentlich? „Ich würde ein paar Exemplare mit verschiedenen Formen und Tauchschaufeln kaufen. Auf YouTube gibt es endlose Anleitungen, die das Schwimmverhalten von Hardbaits diverser Firmen zeigen. Ich selbst angle am liebsten mit suspending (schwebenden) Wobblern. Diese sinken nicht, aber tauchen auch nicht auf, wenn man sie stehen lässt. Bei der Wahl meines Wobblers achte ich aber auch auf die Größe der vorhandenen Beutefische und versuche einen ungefähr gleichgroßen Köder auszusuchen. Dazu beginne ich nie mit Wobblern mit Rasseln. Raubfische werden von diesem Geräusch erschreckt – vor allem an Stellen, an denen viel geangelt wird. Der Lernfaktor wird bei Fischen wirklich unterschätzt.“

Schon nach wenigen Würfen entlang der Fähre ist wieder ein Fisch im Drill, Jan landet den dritten Barsch des Tages. Der Wobbler, welcher wieder nur ganz leicht im Maul festhängt, ist im Handumdrehen gelöst. Auch auf der anderen Seite der Fähre „stinkt“ es förmlich nach Raubfisch, trotzdem bleibt es bis lange nach Sonnenuntergang still. Wartet vielleicht aber doch noch ein letzter Fang auf uns? Möglicherweise sogar eine Überraschung wie zum Beispiel ein Aland oder Zander? „Ja!“ ruft Jan auf einmal und dieses Mal testet der Fisch auch die Bremse der Rolle. Nach einem sehr starken Drill blickt Jan etwas später mit einem Prachtbarsch ins Objektiv des Fotografen. „Ich war mir sicher, dass es hier noch einen Bonusfisch geben würde“, sagt er zufrieden.

DIE SCHNUR MUSS EINIGES AUSHALTEN

Für das relativ kräftige Angeln mit Hardbaits an straffen Ruten – Jan verwendet eine 2,15 Meter lange Rute mit einem Wurfgewicht von 10 bis 20 Gramm – eignen sich keine sehr dünnen Schnüre. „Bei dieser Köderführung kommen durch die Rutenschläge beträchtliche Kräfte in Spiel, und vor allem wenn der Kunstköder in so einem Moment irgendwo festsitzt, kann die Schnur schnell reißen“, erklärt Jan.

„Stellen Sie die Bremse weich ein, sonst schlitzen viele Fische aus!“

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Starker Schlag, kurze Pause, kurbeln, starker Schlag, kurze Pause, Biss! Häufig beißen Barsche genau in den Pausen, die bei der Köderführung von Hardbaits extrem wichtig sind. So einen Biss nennt man ?Reaction Strike?.

Auf seiner Rolle (Format 2500) hat er eine geflochtene 0,12er Schnur und am Ende über einen FG-Knoten ein anderthalb Meter langes Vorfach aus 0,40 Fluorocarbon vorgeschaltet. Wegen der Hechtgefahr kommt an dieses Vorfach noch ein etwa 30 Zentimeter langes Stahlvorfach. „Die letzten Schnurmeter müssen wirklich reißfest sein, weil man sich bei dieser Art des Angelns gelegentlich zwischen Steinen in seichtem Wasser verfängt“, so Jan.

BISSE AUF DEN LETZTEN METERN

Jan führt die Hardbaits – noch mehr als andere Kunstköder – nach jedem Wurf bis kurz unter seine Rutenspitze. „Ich habe bei dieser Art des Angelns schon sehr oft erlebt, dass ein Raubfisch erst im allerletzten Moment zuschlägt“, sagt Jan. „Auch deshalb habe ich meine Rollenbremse immer leicht geöffnet. Sonst riskiere ich einen Schnurbruch.“ Tipp von Jan: Ziehen Sie Ihren Wobbler oder Twitchbait nicht direkt aus dem Wasser, sondern lassen Sie ihn noch ein letztes Mal einen kurzen Moment direkt vor ihren Füßen stillstehen. Diese Sekunde könnte entscheiden, ob Sie Ihren Traumbarsch fangen!

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Barschangeln in Holland – Ganz einfach mit dem VISpas

Dank der C&R-Regelung sind die Barschbestände Hollands wirklich fantastisch.

Falls auch Sie in Holland angeln möchten, benötigen Sie den VISpas. Diesen bekommen Sie ganz leicht online unter folgender Adresse: www.vispas.nl Um alle Gewässer, die der VISpas umfasst, auf einen Blick zu haben, sollten Sie sich einen VISplanner herunterladen. Dieser ist als App im Google Play Store und Apple Store erhältlich.

Mehr Infos: www.sportvisserijnederland.nl

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