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DENKSPIEL


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Reader´s Digest Deutschland - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 29.08.2022
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Bildquelle: Reader´s Digest Deutschland, Ausgabe 9/2022

TONYA BRIGHAM konnte einem Sudoku noch nie widerstehen. Die 50-Jährige aus Washington, USA, löst die Zahlenrätsel in Rekordzeit. Dabei helfen ihr Tipps aus YouTube-Videos. „Sind 30 Minuten für die Lösung angesetzt, will ich es in 15 Minuten schaffen“, sagt sie. „Sudokus sind für mich die perfekte Herausforderung und eine willkommene Verschnaufpause im Alltag.“

Nach einigen Jahren stellte Brigham fest, dass sich ihr Denk- und Konzentrationsvermögen verbessert hatte. „In den Wechseljahren hatte ich so gut wie keinen Gehirnnebel“, erinnert sie sich. Die Arbeitszeitpläne für ihren Smoothie-Laden erstellt sie mühelos im Kopf. „Andere brauchen dafür elektronische Vorlagen. Ich habe alle Daten vor Augen, sehe sofort die Lücken und weiß, wie ich sie schließen kann. Ich glaube, dass ich diese Fähigkeit dem Zahlenspiel verdanke.“

Sie heißen zwar Spiele, doch für viele Menschen sind Denksportaufgaben und ...

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... schwierige Rätsel eine ernste Angelegenheit. Der US-amerikanische Football-Profi Tom Brady führt seine sieben Super-Bowl-Titel zum Teil auf das Hightech-Gehirntraining mit der App BrainHQ zurück. Und Königin Elizabeth hat immer ein Kreuzworträtsel in ihrer Handtasche. Eine Umfrage der University of Michigan, USA, aus dem Jahr 2019 belegt: Die Hälfte der befragten Erwachsenen mittleren und fortgeschrittenen Alters machen anspruchsvolle Spiele, um sich geistig fit zu halten oder sich zu verbessern.

Denksportaufgaben helfen tatsächlich. 2020 belegte eine Studie mit 1091 Teilnehmern, die häufig Karten, Bingo oder Schach spielten oder Kreuzworträtsel lösten: Sie wiesen eine bessere Denk- und Gedächtnisleistung auf als Personen, die nur selten spielten. Und ihr IQ lag im Durchschnitt um 5,6 Punkte höher. Die Studie belegte zwar keine direkte Verbindung zwischen dem Lösen von Rätseln und einem höheren IQ, zeigte aber, dass selbst Menschen, die sich erst in ihren 70ern intensiver mit Denksport beschäftigen, schon nach wenigen Jahren davon zu profitieren scheinen.

„Bei älteren Teilnehmern scheinen tägliche Denksportübungen den natürlichen Alterungsprozess des Gehirns aufzuhalten“, erklärt der Hauptautor der Studie Drew M. Altschul, wissenschaftlicher Psychologe. Wie genau Denksport das Gedächtnis und kognitive Fähigkeiten verbessert, ist allerdings noch nicht geklärt.

Dank der Fortschritte in der Neurobildgebung sind Forscher in der Lage zu untersuchen, wie das Gehirn auf Reize von außen reagiert, und können daraus Schlüsse ziehen. „Dass Bewegung unseren Körper fit hält, wissen wir schon lange“, sagt Dr. Gary Small, ehemaliger Leiter des Zentrums für Langlebigkeit an der University of California in Los Angeles, USA. „Nun lassen wissenschaftliche Erkenntnisse darauf schließen, dass Bewegung auch unser Gehirn jung und geschmeidig hält.“

Damit Ihr Gehirn nachweislich profitiert, müssen Sie unterschiedliche Wort-, Zahlen- und Bilderrätsel lösen, und diese sollten möglichst anspruchsvoll sein. Ist Brighams hervorragendes Gedächtnis wirklich auf ihre Leidenschaft für Sudoku zurückzuführen? Vielleicht. Denksportaufgaben zeigen jedoch erst Wirkung, wenn der Schwierigkeitsgrad ständig erhöht wird.

AUFGABE: Lateinisches Quadrat

ERKLÄRUNG: Bei dieser Art Rätsel geht es darum, Blöcke in einem Gitter nach bestimmten Regeln auszumalen. In einer Studie der University of Sydney, Australien, wurden beim Lösen schwieriger Lateinischer Quadrate Gehirnregionen aktiviert, die beim Lösen einfacherer Versionen nicht aktiviert waren.

SO GEHT’S: Malen Sie genau sieben der leeren Quadrate in diesem Raster so aus, dass: (1) sich in jeder Zeile und in jeder Spalte nur ein schraffiertes Feld befindet; (2) sich die schraffierten Quadrate nicht berühren, auch nicht diagonal; (3) die Anzahl der schraffierten Felder, die an die Quadrate mit Ziffern grenzen, der Zahl im jeweiligen Quadrat entspricht.

Die Lösung finden Sie am Ende des Artikels.

Unser Gehirn ist schlau. Es passt sich einem Problemlösungsmuster schnell an und schaltet dann auf Autopilot. Diese Funktion unterstützt uns hervorragend bei Alltagsaufgaben wie bügeln: Wir müssen nicht jedes Mal neu überlegen, wie es geht.

AUFGABE: Labyrinth

ERKLÄRUNG: Wir nutzen ständig visuell-räumliche Fähigkeiten, wenn wir im Supermarkt durch die Gänge navigieren oder herausfinden, wie ein Werkzeug funktioniert. In einer Studie der Universität Tsukuba, Japan, verbesserten Menschen, die mehrere Wochen lang regelmäßig Übungen zum Vorstellungsvermögen machten, ihre Denkfähigkeit.

SO GEHT’S: Finden Sie einen Weg, der vom Eingang des Labyrinths (oben) zum Ausgang (rechts) führt. Der Pfad kann nach oben, unten, links oder rechts verlaufen, aber nicht diagonal, und er darf jedes Feld nur einmal durchqueren. Die schwarzen Zahlen geben an, durch wie viele Zellen der Weg in der horizontalen oder vertikalen Reihe führt. Die roten Zahlen geben die Gesamtzahl der Zellen an, durch die der Pfad sowohl in der vertikalen als auch in der horizontalen Linie verläuft.

Die Lösung finden Sie am Ende des Artikels.

Das Gehirn wächst nur an großen Herausforderungen. „Suchen Sie sich Aufgaben, bei denen Sie mehr überlegen müssen“, rät Neurowissenschaftler James Shine von der University of Sydney, Australien. „Das ist nicht einfach. Und wenn wir Fehler machen, werden Stresshormone ausgeschüttet. Aber das hilft, unser Denken in neue Bahnen zu lenken. Wir lernen, indem wir unsere Komfortzone verlassen und Fehler machen. Es darf natürlich nicht so schwierig sein, dass wir nichts richtig machen.“

Wir müssen uns nicht unbedingt an Hightech-Spiele wagen. Sudoku-Liebhaber könnten beispielsweise auf Lateinische Quadrate umsteigen: Hier werden Kästchen schraffiert und nicht mit Zahlen ausgefüllt. Vor einigen Jahren lösten für eine Studie 60 Australier Lateinische Quadrate. Mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad wurden die Spieler langsamer und machten mehr Fehler. Dabei entdeckte Shines Team etwas Erstaunliches: Das Gehirn der Spieler hatte umgeschaltet. „Mehrere Regionen des Gehirns, vor allem im präfrontalen Kortex waren beteiligt. Dieser spielt beim Lösen von Problemen, Beurteilen und Erinnern eine Rolle“, erklärt Shine. „Das Gehirn wich von seinen normalen Mustern ab, verließ die bekannten Pfade zur Problemlösung und nahm neue Wege.“

Die Gehirnleistung lässt sich auch steigern, indem wir mit Freunden spielen. Als Forscher der University of Pittsburgh, USA, 2020 im Rahmen einer Studie Gehirnscans von 293 Senioren erstellten, entdeckten sie Folgendes: Bei denjenigen, die die meiste Zeit damit verbrachten, hirnstimulierende Tätigkeiten mit anderen auszuführen, gab es eine gesündere graue Substanz im orbitofrontalen Kortex sowie im Temporalpol. Das sind die beiden Bereiche, in denen Zellverlust zu altersbedingter Demenz führt.

Personen, die sich siebenmal die Woche mit Freunden oder Nachbarn zu Gesellschaftsspielen oder Lesungen trafen, in Konzerte oder ins Kino gingen oder auch nur ein Schwätzchen hielten, hatten weniger kleine Löcher und Lücken in den rosagrauen Zellgruppen. Gehirne ohne Lücken sind gesünder, sie verarbeiten Informationen schneller, sind flexibler und sorgen im fortgeschrittenen Alter für eine bessere Gedächtnisleistung.

Dr. Cynthia Felix, Geriaterin am Institut für Epidemiologie an der University of Pittsburgh Graduate School of Public Health, USA, glaubt, dass gemeinsame Aktivitäten, die den Geist anregen, das Wachstum und den Erhalt von Zellverbindungen fördern, denn sie halten das Gehirn in Bewegung. „Soziale Kontakte mit wenigstens einer anderen Person mindestens einmal pro Woche helfen schon, die Gesundheit des Gehirns zu erhalten“, sagt sie. Das gilt auch für Online-Treffen.

Kent Brody, ein 73-jähriger Anwalt aus Chicago, ist ein Beispiel dafür, wie man den Denksport in den Alltag integriert. Um 7.30 Uhr löst er bei Mozartklängen und einer Tasse Kaffee in seinem Büro ein Mini-Kreuzworträtsel der New York Times. „Ich löse drei bis vier Rätsel am Tag“, erzählt Brody. Er begeistert sich auch für schwierige Kreuzworträtsel, bei denen man um die Ecke denken muss. Und er spielt gern online mit anderen Personen Words with Friends, ein Wortspiel, das Scrabble ähnelt. Er hofft, damit den altersbedingten Abbau seiner Gehirnzellen aufzuhalten. „Jedem fällt mal ein Name nicht ein, aber ich möchte Schlimmeres verhindern“, sagt Brody.

AUFGABE: Mengenlehre

ERKLÄRUNG: Eine Studie der britischen University of Exeter mit Menschen im Alter von 60 bis 93 Jahren ergab: Diejenigen, die mindestens einmal täglich Zahlenrätsel lösten, schnitten besser ab in den Bereichen Arbeitsgedächtnis, sprachliches Denken und Lernen, als diejenigen, die sie nur einmal im Monat oder seltener lösten.

SO GEHT’S: Ordnen Sie jedem der sieben Kreise eine Zahl zwischen eins und sieben zu. Jede Zahl kommt nur einmal vor. In einigen Schnittmengen stehen Zahlen – das sind die Summen der Ziffern in den überlappenden Kreisen.

Die Lösung finden Sie am Ende des Artikels.

A propos Spaß machen: Während die Rätsel immer bestimmte Teile unseres Gehirns stimulieren, betonen Forscher schon lange auch den Nutzen der Unterhaltung fürs Gehirn. „Menschen spielen, um sich zu erholen und sich zu amüsieren. Gleichzeitig bedeutet jedes Spiel auch eine Herausforderung“, erläutert Dr. Small. „Bei jeder geistigen Erfahrung sind neurochemische Veränderungen beteiligt. Eine positive Stimmung ist gut für die mentale Gesundheit. Niedergeschlagenheit und Stress hingegen erhöhen das Risiko für geistigen Abbau. Also fragen Sie sich beim Rätsellösen immer: Macht mir das Spaß?“

Wenn Sie mal etwas noch Wirkungsvolleres versuchen wollen, dann nehmen Sie sich ein Beispiel an Gamern. Zwei Studien – von 2015 und 2020 – kamen zu folgendem Ergebnis: Junge und ältere Erwachsene, die während zwei bis vier Wochen täglich 30 Minuten Super Mario 3D World spielten, schnitten bei Tests zum assoziativen Gedächtnis besser ab als die Vergleichsgruppe. Sie erinnerten sich eher daran, was es zum Mittagessen gab, oder was sie mit ihrem Partner vor einigen Stunden gesprochen hatten.

AUFGABE: Perspektive

ERKLÄRUNG: Denksportaufgaben mit Spaß zu spielen fördert das Gedächtnis, die Denkgeschwindigkeit sowie andere geistige Fähigkeiten. Das ergab eine umfangreiche britische Analyse von 19 Studien aus dem Jahr 2016. Hierfür müssen Sie nicht am Computer spielen. Einige Forschungsergebnisse deuten sogar darauf hin, dass die Verwendung von Papier und Bleistift das Gehirn mehr anspricht, als wenn mithilfe einer Tastatur gespielt wird. Zudem dürfte sich dies vorteilhaft auf das Gedächtnis auswirken.

SO GEHT’S: Verteilen Sie die neun Bilder so im Gitter, dass die Beschreibungen am Rand jeweils für das erste Bild in Pfeilrichtung der entsprechenden Reihe oder Spalte passt. Pro Kästchen passt nur ein Bild, und jedes Bild darf nur einmal verwendet werden – das heißt, einige Zellen bleiben leer.

Die Lösung finden Sie am Ende des Artikels.

„Ab dem 20. Lebensjahr lässt das Erinnerungsvermögen nach – dies wird später im Leben mit Alzheimer in Verbindung gebracht“, sagt Craig Stark, Hauptautor der Studie und Professor für Neuro- und Verhaltensbiologie an der University of California in Irvine, USA. „Wir stellten fest, dass sich die Gedächtnisleistung älterer Studienteilnehmer so verbesserte, dass sie der von 15 Jahre jüngeren Menschen entsprach.“

Was ist an Super Mario so super? Stark glaubt, dass komplexe, dreidimensionale Videospiele die gleiche Wirkung haben, wie wenn unser Gehirn gezwungen ist, sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden.

Eine 2020 in der Zeitschrift Frontiers in Aging Neuroscience veröffentlichte Studie belegt: Menschen, die in Kalifornien an Schnitzeljagden teilnahmen – und Hinweisen zu Beschilderungen, Bänken, Türmen und Toren folgten – hatten eine wesentlich bessere Gedächtnisleistung. Beide Erfahrungen stimulieren offenbar den Hippocampus, der für das Lernen und Erinnern eine wichtige Rolle spielt. Alterungsprozesse und chronische Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes verringern dessen Kapazität und können zu Leistungseinbußen und sogar zu Demenz führen. EinTraining des Hippocampus könnte dem entgegenwirken, meint Stark.

Im Zusammenhang mit diesen Erkenntnissen gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: „Es kann bereits helfen, wenn man in einem Raum bewusst wahrnimmt, wie die Gegenstände darin angeordnet sind. Oder wenn man neue Orte erkundet“, sagt Stark. Die schlechte Nachricht: Mit einem Kreuzworträtsel erzielen Sie nicht dieselbe Wirkung wie mit einer neuen Umgebung. Der Hippocampus des Menschen und sein Gedächtnis sind nicht dafür entwickelt, in einem Sessel zu sitzen und Kreuzworträtsel zu lösen.

Das heißt aber nicht, dass Ihr Lieblingsdenkspiel nichts bewirkt. In der Neurobiologie wird heftig darüber diskutiert, was unsere Gehirnzellen wachsen lässt und was nicht. „Nicht alle Menschen reagieren gleich auf körperliche Fitnessprogramme oder bestimmte Ernährungsweisen. Und sie reagieren unterschiedlich auf geistige Herausforderungen“, erklärt Aaron Seitz, Leiter des Denksport-Zentrums für geistige Fitness und Wohlbefinden an der University of California, USA.

„Es ist schwierig festzustellen, was Spiele und Gehirntraining bewirken und wie gut sie helfen“, sagt Dr. Small. Zum einen kann ein Spiel nur dazu dienen, es mit der Zeit immer besser zu spielen, nicht aber, sich die Einkaufsliste zu merken oder sich den Namen des neuen Nachbarn einzuprägen. Studien über positive Wirkungen auf das Gehirn von Langzeitspielern berücksichtigen möglicherweise nicht ihre Lebensgewohnheiten. „Menschen, die regelmäßig Rätsel lösen, sind oft gebildeter, machen mehr Sport, ernähren sich gesund und rauchen nicht“, fügt er hinzu. „All diese Faktoren beeinflussen die Gesundheit des Gehirns.“

In einer Sache sind sich aber alle Forscher einig: Unser Gehirn will verwöhnt werden. Eine 2015 durchgeführte finnische Studie ergab: Mediterrane Ernährung, gesunder Blutdruck und Normalgewicht, regelmäßige Bewegung sowie das Lösen von Denksportaufgaben verringerten bei den Teilnehmern das Risiko von Denk- und Gedächtnisstörungen um 25 Prozent im Vergleich zu einer Kontrollgruppe. Das war die erste große Studie mit multidimensionalem Ansatz zur Prävention kognitiver Einschränkungen bei älteren Personen. Bei den Probanden verbesserten sich zudem die Gedächtnisleistung um 40 Prozent und die geistige Verarbeitungsgeschwindigkeit um 150 Prozent.

Dr. Small glaubt, dass sich eine ganzheitliche Strategie positiv auswirkt. Wenn Sie überlegen, einen Spaziergang zu machen oder ein Denkspiel zu lösen, empfiehlt er Ihnen den Spaziergang. Denn körperliche Bewegung hält die Arterien gesund, die das Gehirn mit Sauerstoff und Nahrung versorgen, und fördert die Neubildung von Hirnzellen und die Bildung neuer Zellverbindungen.

„Wollen Sie Ihr Gehirn unterstützen? Dann treiben Sie Sport“, rät er. „Weniger Stress, guter Schlaf und eine gesunde Ernährung sind auch wichtig. Denksport funktioniert am besten als Teil eines Gesamtpakets.“ Und ein wenig Spaß schadet sowieso nie!

Was unser Denken begreifen kann, ist kaum ein Punkt, fast gar nichts im Verhältnis zu dem, was es nicht begreifen kann.

JOHN LOCKE, BRIT. PHILOSOPH U. POLITIKER (1632–1704)