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Depotdüngung in Callunen: Halbe Nährstoffmenge ohne Risiko


GB Gärtnerbörse - epaper ⋅ Ausgabe 9/2018 vom 01.09.2018

Seit vielen Jahren untersucht das Versuchszentrum Gartenbau der LWK NRW in Straelen den Einsatz von Depotdungern in zahlreichen Kulturen, darunter schwerpunktmasig in Callunen. Die bearbeiteten Themen reichen von verschiedenen Produkttypen und Laufzeiten uber Hersteller bis hin zu Dosierungen und Applikationswegen. 2017 wurde in Straelen ein Versuch durchgefuhrt, in dem zum einen neue Dunger-Produktformen mit doppelter Hulle und zum anderen Dungerdosierungen bis zur Vollversorgung unter Praxisbedingungen gepruft wurden.


Aufgrund des Hauptnahrstoffbedarfs und der Vervielfachung der Frischmasse im ...

Artikelbild für den Artikel "Depotdüngung in Callunen: Halbe Nährstoffmenge ohne Risiko" aus der Ausgabe 9/2018 von GB Gärtnerbörse. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: GB Gärtnerbörse, Ausgabe 9/2018

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... Zeitfenster zwischen Ende Juni und Anfang August besteht seitens des Produzenten der Wunsch, dass die Hauptmenge der Nahrstoffe im Depotdunger genau in dieser Zeit freigesetzt wird, um das grostmog - liche Wachstumsergebnis zu erzielen.

Fotos: Peter Tiede-Arlt

Depotdungungsvarianten am 4. 9. 2017: (von links) Basacote – Osmocote 5-6M – Osmocote 8-9M – Osmocote-Mix. Sorten: (von oben) Marlies – Athene – Helena

Abbildung 1: Entwicklung der Callunen-Frischmasse in den Dungungsvarianten


Abbildung 2: Verfugbares Gesamt-N im Substrat im Verlauf der Kultur


Aus diesem Grund wurden 2017 insbesondere die „Protect“-Typen von Osmocote mit einer Laufzeit von 5-6 und 8-9 Monaten verglichen. Als „Standard“-Anwendung dazu diente die Verwendung von Basacote plus 6M mit gleicher verabreichter Nahrstoffmenge (5 kg/m3 Substrat).

Im Vorjahr wurden sehr gute Er - gebnisse mit einer Vollbevorratung aller Nahrstoffe von umgerechnet 10,5 kg/m3 Substrat erzielt. Zur Absicherung der Ergebnisse wurde diese Variante 2017 erneut getopft.

Versuchsdaten

Wie in den Vorjahren wurden dieCalluna -Sorten ‘Marlies’, ‘Athene’ und ‘Helena’ im Versuch eingesetzt. Die Jungpflanzen wurden in Kalender - woche (KW) 14 in 12-cm-Kunststofftopfe (Teku TO D 12, Inhalt 700 ml) getopft und im Freiland aufgestellt. Als Substrat wurde Klasmann Gaultheriensubstrat mit einem pH-Wert von 3,2 bis 3,5 (CaCl2 ) verwendet.

Die Dosierung der Dungermengen fand nach Empfehlung der Vertriebsfirmen statt. Ebenso wurden die Strategien der nachtraglichen Flussig - dungung mit den Firmen abgestimmt.

Bis zum letzten Stutztermin in KW 25 fand in den Osmocote-Protect-Varianten keine zusatzliche Flussigdungung statt. Eine Woche nach dem letzten Stutztermin wurde mit der erganzenden Flussigdungung begonnen, die je nach Variante auf die folgenden acht Wochen verteilt wurde. In der Basacote-Variante wurde direkt nach dem Topfen in geringen Dosen flussig nachgedungt. Als Gesamt-N-Bedarf je Pflanze waren circa 1050 mg N kalkuliert. Die flussige Nachdungung fand in den Varianten 1 bis 4 mit Novatec 18 fluid plus Hakaphos basis 3 statt, um den pH-Wert stabil zu halten.

Ergebnisse

Die Variante mit der Vollversorgung zeigte den starksten Zuwachs bei der Frischmasse (Abbildung 1). Insgesamt unterschieden sich die Varianten untereinander nur gering und waren alle in sich sehr gleichmasig. Es kam in keiner Phase der Kultur in einer Variante zu Salzstress.

Etwa vier Wochen nach dem Topfen in Kalenderwoche 14 wurden in der Variante „Vollversorgung“ und in der Variante „Basacote“ erhohte Aktivi - taten im Substrat erfasst im Vergleich zu den „Osmocote Protect“-Varianten, die zu diesem Zeitpunkt noch keine messbaren Nahrstoffmengen freisetzten (Abbildung 2). Der Verlauf der Salzgehalte entspricht im Wesentlichen dem Verlauf der N-Frei - setzung der Depotdunger.

Empfehlungen

Die Versuche zur Depotdungung in Callunen im Versuchszentrum in Straelen haben in den vergangenen Jahren immer wieder bestatigt, dass der Einsatz von Depotdunger grundsatzlich zu empfehlen ist.

In der Praxis wird in der Regel lediglich eine niedrig dosierte Grunddungung angewendet, unter anderem weil die verwendeten Wasser hohere Nahrstoffgehalte haben als das im Versuchszentrum verwendete Stadtwasser. Zudem haben viele Kultivateure das Gefuhl, bei hoher dosiertem Depotdunger zu viel Einflussmoglichkeiten auf die Kultur und deren Ernahrungszustand verlieren zu konnen.

Die Vielfalt an Produkten ist gros. Die Verwendung der umhullten Dunger, die im Betrieb bekannt sind, ist in der Callunenkultur problemlos moglich. Bei der Anwendung von neuen Produkten oder von Produkten anderer Hersteller sind – anders als bei Dungern, mit denen Erfahrungen in der Anwendung vorliegen – Tastversuche unter betriebsspezifischen Bedin - gungen zu empfehlen, um die Dunger besser einschatzen zu konnen.

Zudem sind auch hohere Dosierungen als „nur“ eine Grundversorgung bedenkenlos moglich. Sie sichern die Ernahrung der Pflanzen in Kulturstadien, in denen der Kultivateur vielleicht ansonsten noch nicht flussig dungen wurde, und sie sparen den Einsatz von Nahrsalzen. Ob man dabei bis zur Vollversorgung geht, ist eine individuelle Entscheidung. Die Vollversorgung ist nur zu empfehlen, wenn der Betrieb mit sehr salz- und nahrstoff - armem Wasser arbeiten kann.

Tabelle 1: Dungungsvarianten in der Ubersicht


Abbildung 3: Durchmesser der Callunen in den Varianten zum Vermarktungstermin


Eine Dosierung, auch uber Punkt - dungung im Bohrloch des Topfes, bis 5 oder 6 kg/m3 (entspricht bei einem 12-cm-Topf mit 700 ml Inhalt etwa 4,5 bis 5,5 g, je nach Nahrstoffmenge) ist mit den modernen umhullten Dungern kein Problem. Damit behalt der Kultivateur genugend Freiraum, um bei Bedarf eingreifen zu konnen.

Im Versuch 2017 ging es im Beson - deren um die Prufung der „Protect“- Wirkung der Osmocote Typen 5-6 und 8-9 Monate. Unter niederrheinischen Klima- und Kulturbedingungen waren die Unterschiede im Wuchsverhalten der Varianten im Versuch sehr gering (Abbildung 3). In der Praxis wurde man sicherlich eher zu 5-6-Monats-Typen tendieren, um eine zu spate zu hohe N-Freisetzung und die damit verbundenen moglicherweise entstehenden grunen Spitzen zu verhindern.

Peter Tiede-Arlt, Landwirtschaftskammer NRW, Versuchszentrum Gartenbau Straelen