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DER ALLRADLER FÜR JEDERMANN


Auto Bild allrad - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 01.07.2021

VW Tiguan 2.0 TDI 4Motion 40 475 Euro

Artikelbild für den Artikel "DER ALLRADLER FÜR JEDERMANN" aus der Ausgabe 8/2021 von Auto Bild allrad. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Auto Bild allrad, Ausgabe 8/2021

WER EINEN VOLKS- WAGEN FÄHRT, spart höchst selten bereits beim Kauf. Das war schon so zu Zeiten des seligen Volkswagen Typ 1 – später genannt VW Käfer. Der war nicht billiger als die damalige Konkurrenz von NSU, Simca, Renault und Fiat. Dass der Volkswagen dennoch seine Konkurrenten bei den Verkaufszahlen schlug, lag an den günstigeren Unterhaltskosten: niedrigere Versicherungskosten, gut verfügbare Ersatzteile und solide Detailqualität.

Eigentlich hat sich an dem Prinzip bis zum heutigen VW Tiguan nichts geändert. Der kostet – ausstattungsbereinigt – in der Regel mehr als die Konkurrenz von Ford, Hyundai, Kia oder Nissan. Dennoch ist es der VW Tiguan, der regelmäßig die Allrad-Zulassungsstatistik seiner Klasse beherrscht. Und immer noch sind es die gleichen wirtschaftlichen Vorzüge wie damals, auf die die Interessenten setzen: niedrigere ...

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... Versicherungskosten (Haftpflicht 12!), günstige Ersatzteile, überdurchschnittliche Verarbeitungsqualität.

Spektakulär niedrig ist die Haftpflicht- Typklasse 12 des Tiguan – das spart richtig Geld. Martin Braun

Zudem hat VW seinen Tiguan so entwickelt, dass er kaum echte Alltagsnachteile hat. Schon der erste Tiguan von 2008 war solch ein Praktiker, der sich bei handfesten Kriterien wie Anhängelast, Zuladung, Ladevolumen, Wendekreis, Übersichtlichkeit, Allradtraktion und Bodenfreiheit keine Blöße gab. Und auch beim 2016 lancierten Tiguan der zweiten Generation blieb das so, trotz eines milden Größenwachstums und weiterer Komfortfortschritte. Der Tiguan also als Streber der Autonation, der alles richtig macht?

Im Prinzip ja, was es für den Hersteller auch schwer macht, ihn noch besser zu machen, ohne dafür viel Geld ausgeben zu müssen. Für die Modellpflege zum vergangenen Winter investierte Volkswagen in eine optisch überarbeitete Bugpartie mit neuen LED-Scheinwerfern. Gegen Aufpreis von 615 Euro gibt es das sogenannte Matrix-LED-Licht, bestehend aus 24 Leuchtdioden-Modulen, die ein Steuerrechner einzeln so ansteuern kann, dass stets möglichst viel Helligkeit vor dem Tiguan aufscheint. Dabei werden entgegenkommende oder vorausfahrende Fahrzeuge durch Abdimmen einzelner LED-Module vor Blendung geschützt. Das funktioniert auch in der nächtlichen Praxis gut und fast immer zuverlässig.

Neben weiteren optischen Änderungen wie den Stoßfängern und Schriftzügen widmeten sich die VW-Leute hingebungsvoll dem Innenraum. Man stellt erfreut fest, dass die Smartphone-typischen Dienste nun auch kabellos via Bluetooth genutzt werden können. Aber man merkt auch sofort, dass die bisherigen Drehregler für Heizung und Lüftung verschwunden sind. Ihren Platz unterhalb des Navigationsbildschirms nimmt nun ein glattflächiges Berührbedienfeld ein. Wenn man es kühler oder wärmer haben möchte, muss man nun mit dem Zeigefinger virtuelle Schieberegler nutzen, die man aber im Gegensatz zu den früheren Drehreglern nicht ertasten kann, ohne den Blick von der Fahrbahn zu nehmen. Zudem erschwert die seitliche Hin-und-her-Bewegung die Dosierung. Auch Sitzheizungseinstellung, Gebläse und Heckscheibenheizung müssen nun auf diesem Touchfeld gesucht, gefunden und justiert werden. Ganz sicher ist diese Bedieneinheit für den Hersteller preisgünstiger als die bisherigen Drehregler, für die sichere Bedienung ist sie aber ein klarer Rückschritt. Der Trost: Auch andere Marken muten ihren Kunden solche Tipp- und Wisch-Bedienelemente zu, um Geld zu sparen und gleichzeitig ein für Smartphone-Nutzer vertrautes Aussehen mit Hochglanzoberfläche samt Fingerabdrücken zu schaffen.

Und obwohl der Hersteller damit Geld spart, muss der Kunde für den Tiguan dennoch viel Geld ausgeben. Rund 40 000 Euro kostet ein Allrad-Tiguan heute mindestens – in der Grundausstattung. Der 2.0-TSI-Turbobenziner mit 190 PS liegt noch knapp unter dieser Marke, doch bereits der günstigste Turbodiesel mit 150 PS liegt mit 40 475 Euro oberhalb davon. Das liegt allerdings auch daran, dass Volkswagen hier so teure Ausstattungsdetails wie die Doppelkupplungs- automatik serienmäßig einbaut; einen Allrad-Tiguan mit Schaltgetriebe gibt es also nicht mehr.

Freilich hält die Preisliste zahlreiche Möglichkeiten parat, noch mehr Geld auszugeben. Etwa für Ledersitze (2695 Euro im Paket) und ein Head-up-Display (565 Euro), das allerdings Informationen wie Tempo und Tempolimit nicht wie in dieser Preisklasse zu erwarten direkt auf die Frontscheibe projiziert, sondern auf ein billiges Plastikscheibchen oben auf dem Instrumententräger. Dafür gibt es beim Tiguan in der Aufpreisliste auch Dinge, die so sinnvoll wie beruhigend sind: beispielsweise ein Notrad (295 Euro) oder einen Triebwerksunterschutz aus schlagzähem Kunststoff (265 Euro), der Motorölwanne und Getriebe bei Grundberührung vor Schaden bewahren kann. Ein sinnvolles Extra für jemanden, der auch mal damit rechnet, einen Forst- oder Feldweg unter die Räder nehmen zu müssen oder im Winter mit tückischen Eisbrocken auf der Fahrbahn oder in Parklücken konfrontiert zu werden.

Ab Werk erfreut der Tiguan mit einer klassengerechten und damit zumindest ausreichenden Bodenfreiheit von 190 mm. Manche Konkurrenten wie der Hyundai Tucson bieten weniger, manche allerdings auch mehr – so wie etwa der Volvo XC40.

Vorsichtig muss man auch im Gelände und bei Fahrten im tiefen Winter sein, weil die tiefgezogene Spoilerschürze der neu gestalteten Bugpartie schnell Blessuren davonträgt, wenn sie aufsetzt. An Traktion mangelt es dem Allrad- Tiguan dagegen nicht. Ausdauernd wühlt er sich durch Tiefschnee und Schlamm. Dabei teilt die Allradkupplung der zusätzlich angetriebenen Hinterachse stets zuverlässig und konsequent reichlich Antriebsmoment zu. Beim brüsken Anfahren drehen zwar für den Bruchteil einer Sekunde die Vorderräder durch, danna aber schieben die Hinterräder sogleich mit an. Gerade beim Anfahren auf schwierigem Untergrund oder an starken Steigungen hilft es, per Drehregler hinter dem Getriebeschalthebel das Offroad-Programm für den Antrieb anzuwählen. Dabei werden die Regelschwellen der Motordrossel des ESP herabgesetzt, was zwar vermehrt durchdrehende Räder zulässt, aber auch deutlich mehr Motorkraft, indem die sonst früh einsetzende Motordrossel reduziert wird. Ganz abschalten lässt sich diese Drossel allerdings nie, weshalb der Tiguan auf stark kraftraubendem Untergrund wie tiefem Sand oder Tiefschnee zuweilen nicht mehr weiterkommt, obwohl er auf dem Papier eigentlich genügend Kraft hätte.

Denn schon die getestete 150-PS-Version des Zweiliter-Turbodiesels mit ihren 360 Nm Drehmoment wirkt nie überfordert. Selbst auf Bergstrecken nicht, wo auch die serienmäßige Doppelkupplungsautomatik fast immer mit klugem Schaltverhalten überzeugt. Sie nutzt das Motordrehmoment gut und wählt nach Möglichkeit hohe Gänge, um Motordrehzahl und Kraftstoff zu sparen. Wer es darauf anlegt, hält den Dieselverbrauch bei maximal Tempo 110 unter sechs Liter/100 km und schafft dank 58-Liter-Tank dann sat­ te 1000 Kilometer Reichweite. Aber selbst Fahrer mit schwerem Bleifuß müssen mit kaum mehr als zehn Liter pro 100 km rechnen. Unser Testverbrauch mit gemischtem Betrieb liegt bei 7,2 Liter pro 100 Kilometer.

! Beim Anfahren im schweren Gelände hilft es, das Offroad- Fahrprogramm per Drehregler anzuwählen.

Damit empfiehlt sich der nun seit der Modellpflege mit gleich zwei SCR-Kats abgasgereinigte Diesel-Tiguan auch und gerade für Langstrecken. Auf großer Fahrt gefällt der Allrad-Volkswagen durch seine Entspanntheit. Das Geräuschniveau liegt trotz Dieselmotor auf niedrigem Niveau, und beim Federungs- und Sitzkomfort gehört der Tiguan nach wie vor zu den Besten seiner Klasse. Hinzu kommt ein einwandfreier Geradeauslauf und eine Lenkung, die angenehmerweise gar nicht auffällt, weil sie weder zu nervös noch zu träge anspricht.

Auch über das Raumangebot wird sich niemand ernsthaft beschweren. Trotz noch einparkfreundlicher 4,50 Meter Gesamtlänge und noch parkhaustauglicher Breite von 1,84 Metern fühlt man sich im Innenraum großzügig untergebracht. Das gilt für die Vornesitzenden genauso wie auch im Fond. Und weil der Kofferraum ebenfalls groß und gut nutzbar gestaltet ist, muss es die 20 Zentimeter längere Allspace-Version des Tiguan nur in individuellen Ausnahmefällen sein.

Auch das Temperament des 150-PS-TDI reicht völlig aus, selbst mit Beladung. Sicher, begeistern wird der stets gedämmt vor sich hin brummende Diesel bei der gebotenen Beschleunigung kaum, aber untermotorisiert wird sich auch niemand fühlen. Nur wer häufig oder gerne auf der Autobahn schnell fährt, dem wird missfallen, dass der 150-PS-Tiguan ab Tempo 170 nur noch langsam an Tempo zulegt. Doch für Anspruchsvolle gibt es diesen Motor auch in einer Version mit 200 PS Leistung und 400 Nm Drehmoment. Die frühere 240-PS-Dieselversion mit 500 Nm Drehmoment wurde allerdings aus dem Programm des Tiguan gestrichen. Für Leistungshungrige gibt es dafür nun einen Tiguan R mit 320 PS – allerdings als 2.0-Turbobenziner mit entsprechender Verbrauchsspanne und einem Grundpreis von knapp 60 000 Euro. So gesehen kommt unser rund 20 000 Euro billigerer 150-PS-Tiguan dem Bild eines Volks-Allradlers wesentlich näher.

PLUS-MINUS

+ mehr als genügend Platz+ mehr als genügend Platz

+ viel Komfort+ viel Komfort

+ sehr günstige Versicherung

+ niedriger Dieselverbrauch

+ ordentliche Werte bei Anhängelast, Zuladung und Bodenfreiheit

FAZIT

Auch mit dem günstigeren 150-PS-Diesel ist der Tiguan ein ungemein praktischer Allradler.

Allerdings auch ein teurer, zumal die Serienausstattung der Wolfsburger nur durchschnittlich ist.