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DER BESSERE ID.4 ?


Auto Bild allrad - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 01.07.2021

TEST & TECHNIK

Skoda Enyaq 80x Sportline ca. 50 000 Euro

SKODA IST EINE ALLRAD- MARKE: Weltweit haben 30 Prozent der von der tschechischen VW-Tochter seit 2017 verkauften Autos vier angetriebene Räder – und das, obwohl die kleinen Skoda-Modelle gar nicht mit Allrad lieferbar sind. Das zeigt, dass Skoda-Käufer stark rational denken und den erhöhten Nutz-und Sicherheitswert der zwei Antriebsachsen schätzen.

So ist es nur konsequent, dass man in Mladá Boleslav viel Wert darauf legt, so schnell wie möglich den ersten batterieelektrischen Allrad-SUV der Marke zu den Händlern zu bringen. Der Enyaq 80x kommt schon im Juli; technisch basiert er auf der MEB-Plattform des VW-Konzerns. Das steht für den „Modularen Elektro-Baukasten“; also eine Bauteile-Matrix, die unterschiedliche Akku- und Motorenkonfiguration ermöglicht. Bisher basieren darauf die VW-Modelle ID.3 (seit 2019) und ID.4 (seit 2020), der ...

Artikelbild für den Artikel "DER BESSERE ID.4 ?" aus der Ausgabe 8/2021 von Auto Bild allrad. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Sportline heißt: schwarze Grillund Fenstereinfassungen, Schweller in Wagenfarbe, Voll- Matrix-LED-Licht
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... Audi Q4 e-tron (seit 2021) – und eben der Skoda Enyaq (seit 2021). Weitere Modelle der Marken Audi, Cupra (die Edel- und Sportmarke von Seat), Skoda und VW werden folgen; auch in kleineren Fahrzeugklassen.

”Skoda- Kunden kaufen gern Allrad. Wir rechnen beim Enyaq global mit rund 50 % Allrad- Anteil.

Jens Kosyna, Modellreihenleiter MEB

Länge (VW Tiguan: 4,50 m; Skoda Kodiaq: 4,70 m) bietet er viel Platz, vor allem auf den Rücksitzen. Nicht jedem wird die Sitzposition dort gut gefallen: Der weitläufige Beinraum auf der nicht verstellbaren Bank wird erkauft durch eine recht steil stehende Rückenlehne. Dafür gähnen dahinter 585 Liter Kofferraum; das Erweitern auf bis zu 1710 Liter geht sekundenschnell. Das günstige Verhältnis von Innenraum zu Außenlänge ist typisch für alle MEB-Autos: Weil die eigentliche Antriebstechnik wenig Platz braucht, kann der Radstand lang werden und der Platz zwischen den Achsen gut genutzt.

Die Antriebsbatterie sitzt, wie üblich, unterflur. Das reduziert, im Verhältnis zur Außenhöhe, entweder die Bodenfreiheit oder aber die Innenraumhöhe, je nachdem, wie man es betrachtet. Beim Enyaq lag die Priorität offenbar eher auf angenehmer Innenraumhöhe: Die Bodenfreiheit von 173 mm ist nur mittelmäßig, auch bedingt durch das Sportfahrwerk des Sportline- Modells. Das kauert vorn 15, hinten 10 mm näher am Asphalt. Für den Schlechtwege-Einsatz liefert Skoda – anders als VW den ID.4 GTX – den Allrad-Enyaq auch in der Basisversion, die hier Loft heißt und wertvolle Millimeter mehr Luft unterm Kiel bietet.

Auf der Straße überzeugt das Sportfahrwerk: Obwohl zusätzlich durch die flachen 21-Zoll-Reifen gehandicapt, bietet der Enyaq 80x durchaus respektablen Federungskomfort und rollt samtig und leise ab, solange die Unebenheiten nicht zu groß werden. Kopfsteinpflaster und harte Absätze – etwa schlecht angeglichene Kanaldeckel – mag er nicht; da dröhnen die Reifen, die Karosserie erzittert. Dafür schafft es die sportlichere Abstimmung, den Enyaq erstaunlich agil, neutral und mit wenig Seitenneigung um die Ecken wetzen zu lassen. Klar spürt man die gut zwei Tonnen Gewicht, aber auch dank der fein ansprechenden Progressivlenkung fährt sich der Skoda durchaus flink.

Den meisten Spaß macht dabei natürlich der Antrieb. Zweimotorig bietet der tschechische Stromer genau die spontane und direkte Power, die sogar überzeugte Gegner batterieelektrischer Autos anerkennen müssen: Verzögerungsfrei und mit konstanter Wucht geht es voran; vergessen ist der – trotz objektiv respektabler Fahrleistungen – eher gehemmt wirkende Charakter des einmotorigen Enyaq oder ID.4. Da vermisst man die künftige, zusätzlich lieferbare RS-Version mit noch höherer Nennleistung nicht.

Sehr erfreulich: Anders als der VW ID.4 hat der Enyaq nicht nur eine mit der GPS-Ortung des Navisystems verbundene automatisch optimierte Regelung der Rekuperation. Vielmehr kann der mitdenkende Fahrer die Stärke der Energierückgewinnung – und damit der

Motorbremswirkung – auch mit den Paddles am Lenkrad selbst wirksam beeinflussen.

Wer den gebotenen Schub häufig ausnutzt, wird sich freilich von dem noch nach NEFZ-Standard angegebenen Normverbrauch von 16,0 kWh/100 km deutlich entfernen – und damit auch von der vorläufigen Reichweitenangabe von rund 500 km. Bei unseren ersten Testfahrten mit zügigem, aber nie sportlichem Tempo verhieß der Bordcomputer stets Durchschnitts-Verbrauchswerte zwischen 18 und 21 kWh/100 km – was eine rechnerische Reichweite von nur rund 395 km ergibt. Immerhin kann man die beim Allrad-Enyaq stets eingebaute 77-kWh-Batterie an schnellen Gleichstrom-Ladestationen mit 125 kW Leistung laden – das macht die Ladezeiten erträglich.

SKODA ENYAQ 80x

Motor Synchron-E-Motor hinten quer;

Asynchron-E- Motor vorn quer System- Leistung 195 kW (265 PS) System- Drehmoment 425 Nm Batterie Lithium-Ionen; netto 77 kWh Radaufhängung Einzelrad, Schraubenfedern v. u. h. Reifengröße 235/45 R 20; a. W.: v. 235/45 R 21, h. 255/40 R 21 Allrad/Kraftverteilung v:h je 1 E-Mot. v+h, v:h 34:66 L/B/H 4653/1879/ 1605 mm Radstand/ Wendekreis 2767 mm/11,5 m Bodenfreiheit 173 mm Ladevolumen 585-1710 l Leergewicht/ Zuladung 2195–2380/ 445–630 kg Anhängelast gebr./ungebr. 1200 kg bis 12 %, 1400 kg bis 8 % Steigung/750 kg 0–100 km/h 6,9 s Spitze 160 km/h Normverbrauch (NEFZ) 16,0 kWh/100 km Norm-CO 2 - Ausstoß 0 g/km (lokal) Grundpreis 80x (Loft) ca. 45 000 Euro

FAZIT

Mit Allrad und zwei Motoren macht ein E-SUV richtig Spaß. Und: Der Enyaq wirkt liebevoller entwickelt und in vielen Details feiner verarbeitet als der Konzernbruder VW ID.4.