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Der beste Start ins GARTENJAHR


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Gong - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 25.02.2022

Mit Praxis-Tipps vom GARTENPROFI

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Bildquelle: Gong, Ausgabe 9/2022

Die Luft riecht bereits nach Frühling. Auf frischen Blättern glitzert am Morgen der Tau, bis die aufgehende Sonne die Kühle der Märznacht vertreibt. Überall durchbrechen winzige grüne Sprösslinge die feuchte Erde, noch zart und verletzlich. Jetzt heißt es für uns: Ab ins Beet! Die Gartensaison ist eröffnet. Und es gibt jede Menge zu tun, damit alles noch viel besser wächst, blüht und gedeiht.

Mit Tipps und Tricks zum grünen Paradies

Wie werden auch Anfänger zu wahren Pf lanzenf lüsterern? Die Experten der Royal Horticultural Society (RHS), einer der bedeutendsten Gartenbaugesellschaften der Welt, verraten hier ihre Geheimnisse (siehe Buchtipp rechts). Wichtigster Ratschlag: Nehmen Sie sich Zeit! Nur wer seinen Garten oder Balkon richtig versteht, kann ihn zum Wohlfühlparadies machen. Es gibt keine andere Möglichkeit, als ihn im Verlauf der Jahreszeiten zu beobachten ...

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... und daraus zu lernen. Denn entscheidend für den Erfolg ist die Auswahl von Pflanzen, die im Boden und Klima des eigenen Gartens gedeihen. Sonst steht man jedes Jahr vor kümmerlichem Grün und fragt verzweifelt: Wann wuchert es endlich?

Vor allem das Wetter kann zur teuren Falle werden. Da freut man sich über den herrlich duftenden Lavandin, eine natürliche Lavendelkreuzung, und im nächsten Jahr ist nichts mehr davon übrig. Das Problem: „Winterhart“ ist nicht gleich „winterhart“. Deshalb gelten für Gehölze und viele Stauden sogenannte Winterhärtezonen. Die Skala reicht von Z1 (jährliches Minimum der Lufttemperatur unter – 45,5 °C) bis Z12b (über 12,8 °C). Manche vertragen klirrende Kälte, andere geringen Frost, und wieder andere werden sogar schon im einstelligen Plusbereich geschädigt. Weite Teile von Deutschland liegen in den Zonen Z6 und Z7. Wer also keine böse Überraschung erleben will, sollte beim Kauf der Pflanzen unbedingt auf diese Angaben achten.

BUCHTIPP

Team der RHS Richtig gut gärtnern Dorling Kindersley 352 S., 24,95 €

Genauso wichtig kann die Verteilung von Licht und Schatten sein. Generell gilt: Nach Süden und Westen liegende Gärten, Terrassen oder Balkons sind wärmer und sonniger. Mauern speichern Wärme und können so die Wachstumsperiode verlängern. Es lohnt sich, während der Jahreszeiten den Lauf der Sonne zu beobachten. Dabei lässt sich feststellen, welche Stellen ständig im Schatten liegen und welche das meiste Licht erhalten. Wer diese Bereiche kennt, kann geeignete Pflanzen auswählen und das eigene Paradies besser planen. In der prallen Sonne fühlen sich etwa Geranie, Petunie, Sonnenbraut und Wandelröschen wohl. Dringt den ganzen Tag kaum ein Sonnenstrahl durch, eignen sich Funkie, Farn, Lenzrose und Tränendes Herz.

Wenn es im Garten partout nicht richtig wuchern will, kann es auch am Boden liegen. Die Experten der Royal Horticultural Society raten, die Beschaffenheit gründlich zu prüfen: Besteht die Oberf läche aus Sand, Ton oder Lehm? Wie feucht ist die Erde? Beim tieferen Graben entdecken Gartenbesitzer manchmal überraschende Kombinationen wie kiesigen Boden auf Ton oder sogar sauren Lehm auf Kalk. Das spielt vor allem für Bäume und Sträucher, die tief wurzeln, eine wichtige Rolle. Durch Mulchen lässt sich Textur und Feuchtigkeitsgehalt verbessern und gesund halten.

So werden Sie zum Pflanzenflüsterer

Auch der pH-Wert des Bodens hat großen Einfluss auf die Auswahl der Pflanzen und die Gestaltung. Gartencenter halten dazu spezielle Testsets bereit. Je niedriger der pH-Wert, desto saurer ist der Boden. Für einen solchen eignen sich etwa Fächerahorn, Japanische Azalee und Scheinbeere. Ein hoher pH-Wert steht für alkalischen Boden. Dort gedeihen etwa Rhododendren schlecht, während sich Clematis, Strauchveronika und Hängeforsythie sehr wohlfühlen.

Das Fazit der Pflanzenflüsterer aus Großbritannien: Je mehr Sie über Ihren eigenen kleinen Garten wissen, desto schöner wird er bald aussehen und desto mehr Freude werden Sie an ihm haben. Denn mit jedem Grün, das wir in die Erde bringen, blüht auch unsere Seele auf.

KAI RIEDEMANN

PROFITIPPS

Was der Vox-Gartenguru Ralf Dammasch („Ab ins Beet!“, „Die Beet-Brüder“) für kleine Gärten rät

1 JE KLEINER DER GARTEN IST, UMSO INTERESSANTER MUSS MAN IHN GESTALTEN. Dazu gehören beispielsweise kleine Ecken, die man nicht sofort einsehen kann: Hinter Sträuchern kann sich etwa eine Bank verbergen, eine kleine Hecke kann ein Beet oder einen Brunnen verdecken. Scheuen Sie sich nicht, den Garten in verschiedene Miniaturräume zu unterteilen – genau wie die Zimmer einer Wohnung. Eine riesige Rasenfläche macht den Garten optisch nicht größer, sondern lediglich langweiliger. Wenn es viel zu erkunden gibt, wirkt das kleinste Paradies auch auf Besucher viel spannender.

2 AUF DIE WAHL DER PFLANZEN KOMMT ES AN. Dabei gilt ebenfalls eine simple Faustregel: Je kleiner das Grundstück ist, desto kleiner sollten die Pflanzen sein. Ausladende Bäume und Sträucher erdrücken den Garten. Am besten eignen sich schlank wachsende Pflanzen mit kleinem Laub, etwa filigrane Gräser als Sichtschutz. Auch Japanischer Ahorn mit seinen roten Blättern und Zierapfel schenken mehr Weite. Von vielen Baumarten gibt es säulenförmige Varianten wie etwa die Säulen-Eberesche oder die Säulen-Zierkirsche.

3 ALLES MUSS ZUM MASSSTAB PASSEN. Das betrifft auch die verschiedenen Elemente wie etwa eine Terrasse. Wichtig ist, dass sie der Gartengröße angemessen bleibt und so klein wie möglich gehalten wird. Sie lässt sich optisch verkleinern, indem man Pflanzkübel oder eine Bank zur Unterteilung nutzt. Die meisten Geräteschuppen passen nicht zu kleinen Gärten. Als Alternative gibt es flache Gartenschränke. Mit Doppelflügeltüren erwecken sie sogar die Illusion, dass das Paradies dahinter noch weitergeht.

4 JE KLEINER DER GARTEN IST, UMSO DETAILVERLIEBTER MUSS ER SEIN. Plätschernde Wasserspiele, hübsche Accessoires in den Beeten, eine begrünte Wand: All das kann davon ablenken, dass das Grundstück in Wirklichkeit winzig klein ist. Viele Hobbygärtner fürchten, ihren Garten so noch enger zu machen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Durch viele detailverliebte Elemente gewinnt er an Größe und Vielfalt.

5 TRICKS KÖNNEN KÜNSTLICHE WEITE SCHAFFEN. „Shakkei“ nennen die Japaner eine besondere Form der Gestaltung: „geborgte Landschaft“. Sie beziehen die Umgebung mit ein: Bäume und Gebäude im Hintergrund oder den Garten der Nach­ barn. Dazu sollte der eigene an geeigneten Stellen offen sein. Ein weiterer Trick heißt optische Täuschung: Während die Rasenfläche ansteigt, fallen die Zäune an den Seiten leicht ab. Fiktive Fenster und Türen etwa an der Garagenwand sorgen für die Illusion von mehr Größe .

GARTENKALENDER

Pünktlich zum Saisonstart: die wichtigsten Arbeiten im eigenen kleinen Naturparadies auf einen Blick. Von Aussaat über Jäten bis zum Schnitt

FRÜHJAHRSBEGINN FEBRUAR – MÄRZ

Zeit für den ersten vorsichtigen Frühjahrsputz. Doch Vorsicht: Noch drohen vor allem nachts Kälteeinbrüche!

VORBEREITUNGEN Mit dem Jäten beginnen. Sämlinge von Hand herausziehen, Wurzeln von ausdauernden Unkräutern wie Löwenzahn ausgraben.★ Boden durch Lockern und Einarbeiten von organischem Material zum Pflanzen vorbereiten.

AUSSAAT★ Bedingt und nicht winterharte Beetpflanzen geschützt im Haus aussäen.

PFLANZEN ★ Sommerblühende Zwiebelund Knollengewächse, winterharte Stauden und Ziergräser in die Erde bringen. ★ Wurzelnackte Sträucher pflanzen.

SCHNITT Buschrosen schneiden ★ Jene sommergrünen Sträucher und Kletterpflanzen kürzen, die in späteren Monaten blühen sollen. Dazu gehören Schmetterlingsstrauch, Jasmin, Buschmalve und bestimmte Clematis-Arten.★ Immergrüne Gehölze stark zurückschneiden.

WEITERE ARBEITEN ★ Wurzelballen zu großer Stauden herausheben und teilen. ★ Laub und andere Pflanzenreste auf dem Rasen zusammenrechen. Rasen je nach Witterung nötigenfalls mähen.

FRÜHJAHR APRIL – MAI

Jetzt erwacht die Natur richtig zum Leben. Ist die Frostgefahr vorbei, kann gesät werden

VORBEREITUNGEN ★ Gut eingewachsene Sträucher und Rosen düngen. ★ Nach Regen oder Wässern den Boden mulchen, also mit organischem Material bedecken. ★ Stauden stützen, sobald Triebe erscheinen.

AUSSAAT★Bedingt winterharte und nicht winterharte Einjährige im Haus aussäen, Setzlinge an einem frostfreien Platz halten. ★ Winterharte Einjährige direkt ins Freiland säen.★ Im Freien ausgesäte winterharte Einjährige im Spätfrühjahr ausdünnen.

PFLANZEN ★Immergrüne Pflanzen in die Erde bringen oder nötigenfalls versetzen.

SCHNITT★Früh blühende Sträucher und Kletterpflanzen nach der ersten Blüte schneiden. ★Ziergräser bei Wachstumsbeginn leicht zurückschneiden.

WEITERE ARBEITEN ★Sträucher und Kletterpflanzen durch Absenken vermehren. ★Erste Stecklinge von jungen Trieben nehmen.★ Neuen Rasen verlegen oder aussäen, beschädigten Rasen reparieren.

FRÜHSOMMER JUNI

Jetzt steht der Garten bereits in voller Blüte. Frostempfindliche Pflanzen dürfen jetzt ins Freie

VORBEREITUNGEN ★ Rosen und Blütensträuchern zur Förderung der Blüte etwas Rosendünger geben. ★Um die Pflanzen herum vorsichtig jäten.★ Beetpflanzen kaufen und an geeig neter Stelle auspflanzen.

PFLANZEN ★ Ampeln und andere Gefäße etwa auf Balkonen bepflanzen. ★Bedingt und nicht winterharte Pflanzen ins Freie bringen.

SCHNITT★ Im Spätfrühjahr blühende Sträucher und Kletterpflanzen, die verblüht sind, zurückschneiden. ★Wuchskräftige Heckenpflanzen wie etwa Liguster kürzen.

WEITERE ARBEITEN ★Wildtriebe an den Rosen entfernen.★ Kletterpflanzen regelmäßig an den Stützen aufbinden.★ Iris und Primeln nach der Blüte nötigenfalls teilen. ★Grüne Stecklinge von jungen Trieben nehmen. ★Rasen regelmäßig mähen, die Messer dabei tiefer stellen. ★Neue Pflanzen in Trockenperioden gründlich wässern.