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Der Biermarkt … … bleibt in Bewegung


dgw deutsche getränke wirtschaft - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 08.07.2019
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Quelle: Rawpixel auf Pixabay, Business

Fast 77 Liter: So viel Bier und Biermixgetränke kaufte jeder Deutsche 2018 im Lebensmitteleinzelhandel und in Getränkeabholmärkten Naturtrübes Bier als nationaler Trend: Die Deutschen kauften 2018 gut 56 Prozent mehr Naturradler als noch im Vorjahr

Pils kämpft mit einem Imageproblem, alkoholfreies Bier ist auf dem Vormarsch

Im Jahr 2018 haben die Brauereien in Deutschland rund 8,7 Milliarden Liter Bier (ohne alkoholfreies Bier) hergestellt. Wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Tages des deutschen Bieres am 23. April weiter mitteilte, stieg damit die ...

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... Jahresproduktion um 2,2 Prozent beziehungsweise 184 Millionen Liter gegenüber 2017.

Demzufolge haben die Deutschen 2018 wieder mehr Bier und Biermixgetränke gekauft. Im vergangenen Jahr hat jeder Deutsche im Lebensmitteleinzelhandel und in Getränkeabholmärkten durchschnittlich fast 77 Liter Bier und Biermixgetränke pro Kopf gekauft – das waren pro Person fast drei Liter mehr als 2017. Ausgegeben haben die Deutschen für Bier und Biermixgetränke 2018 im Lebensmitteleinzelhandel und in Getränkeabholmärkten durchschnittlich circa 100 Euro. Mit rund 6,1 Milliarden Litern im vergangenen Jahr gingen 2,9 Prozent mehr über die Ladentheke (Nielsen). Gestiegen ist ebenfalls der Umsatz um sieben Prozent auf rund acht Milliarden Euro. Das zeigen die aktuellen Zahlen von Nielsen.

„Der vergangene Sommer hat bei Bier und Biermixgetränken für einen Aufschwung gesorgt. Der positive Wettereffekt sorgt auf dem Biermarkt zunächst für ein Ende der Durststrecke“, sagt Marcus Strobl, Spezialist für den Markt für Bier und Biermixgetränke bei Nielsen Deutschland. „Trotz eines guten Sommers kämpft der Biermarkt langfristig gesehen aber noch immer gegen eine Stagnation.

Besonders die Klassiker Pils und Weizen sind hiervon betroffen. Radler, Spezialitätenbiere, Hellbiere und alkoholfreie Biere sind dagegen Treiber. Besonders Naturradler kommt bei den Deutschen aktuell gut an. Der große Umsatzanstieg ist vorrangig durch Preisentwicklungen zu erklären. So haben fast alle bekannten Pilsmarken ihre Preise im vergangenen Jahr erhöht. Allerdings greifen die Deutschen zunehmend auch zu Hellbier und Spezialitätenbieren, die in der Regel einen höheren Durchschnittspreis haben als die klassischen Sorten.“

Biermixgetränke verzeichneten den Nielsen-Daten zufolge ein zweistelliges Wachstum und werden bei den Deutschen immer beliebter. Im vergangenen Jahr kauften die Verbraucher im Lebensmitteleinzelhandel und in Getränkeabholmärkten hiervon rund 430 Millionen Liter und damit 19 Prozent mehr als noch 2017.

Besonders im Trend liegen naturtrübe Radler. Mittlerweile ist fast jedes dritte Radler, das über die deutschen Ladentheken geht, ein sogenanntes Naturradler. Waren 2017im Lebensmitteleinzelhandel und in Getränkeabholmärkten rund 91 Millionen Liter davon gekauft worden, waren es 2018 56 Prozent mehr und damit gut 143 Millionen Liter, die in den Einkaufswagen der Deutschen gelandet sind.

„Naturradler ist zum echten Trend geworden und aus dem Biersortiment aktuell nicht mehr wegzudenken. Mit Blick auf die anderen naturtrüben Biere ist das kaum verwunderlich. Auch Landbier und Kellerbier sowie naturtrübe Limonaden und Schorle im alkoholfreien Bereich legen deutlich zu“, sagt Marcus Strobl. „Die Deutschen sind bewusste Konsumenten und legen immer stärker Wert auf Inhaltsstoffe. Da transportieren die naturtrüben Biere das passende Lebensgefühl.“

Pils hat ein Imageproblem – alkoholfreie Variante mit Potenzial

Obwohl Pils insgesamt die Lieblingssorte der Deutschen bleibt, kann es mit den hohen Wachstumszahlen von Radler, Spezialitäten & Co. nicht mithalten. 2018 kauften die Verbraucher im Lebensmitteleinzelhandel und in Getränkeabholmärkten rund 3,2 Milliarden Liter Pils.

„Der Pilsabsatz stagniert seit Jahren und ist sogar trotz des guten Sommers weiterhin leicht rückläufig“, sagt Marcus Strobl. „Neben den Trends um beispielsweise Naturradler und alkoholfreie Sorten hat Pils mit Blick auf die junge Zielgruppe ein Imageproblem. Dazu kommt, dass die Loyalität der Verbraucher zu Marken immer mehr abnimmt und stattdessen Individualisierung angesagt ist. Alkoholfreie Varianten werden zudem immer beliebter.“

Im vergangenen Jahr wurden im Lebensmitteleinzelhandel und den Getränkeabholmärkten rund 400 Millionen Liter alkoholfreies Bier und alkoholfreie Biermixgetränke – besonders gern Pils ohne Alkohol – gekauft. Im Vergleich zu 2017 haben die Verbraucher 2018 rund zehn Prozent mehr alkoholfreies Pils gekauft. Gut 141 Millionen Liter gingen davon über die Ladentheken (Nielsen).

„Auch bei den alkoholfreien Bieren gibt es mittlerweile eine große Auswahl, die bei den Verbrauchern gut ankommt. Was früher noch außergewöhnlich war, ist heute längst etabliert. Für den Biermarkt und auch für die strauchelnden Klassiker steckt im alkoholfreien Sortiment noch viel Potenzial“, sagt Marcus Strobl. Am stärksten im Bereich alkoholfreies Bier legten im Vorjahresvergleich die Biermixgetränke mit fast 24 Prozent zu (Nielsen).

Dosengebinde zunehmend beliebter

Beliebter wird wieder Dosenbier. Im vergangenen Jahr wurde mehr als jedes zwölfte Bier in der Halbliterdose statt in der Flasche gekauft. Insgesamt liegt der Marktanteil laut den Marktforschern von Nielsen bei mittlerweile fast acht Prozent.

Zum Vergleich: Die Halbliter-Einzelflaschen, die 20er- und die 11er-Kiste (0,5-Liter-Flaschen) kommen zusammen auf etwas über 60 Prozent Marktanteil. „Das Dosenbier ist wieder da. Die Halbliterdose ist nach dem 20er-Kasten Halbliterflaschen und den einzelnen Halbliterflaschen mittlerweile die bei den Deutschen drittbeliebteste Gebindeform. Da Dosen natürlich besonders praktisch für draußen und für unterwegs sind, beobachten wir auch hier für 2018 einen positiven Effekt des warmen Sommers“, so Marcus Strobl. Ebenfalls immer beliebter bei den Deutschen wird das Sixpack der 0,33-Liter-Flaschen Bier und Biermixgetränke. Hiervon kauften die Deutschen fast acht Prozent mehr als im Vorjahr, sodass das Sixpack der 0,33-Liter-Flaschen Bier und Biermixgetränke mittlerweile auf rund fünf Prozent Marktanteil kommt.Bierpreise steigen mit 3,5 % stärker als der Durchschnitt der Verbraucherpreise Im Vergleich zur Gesamtentwicklung der Verbraucherpreise stiegen die Preise für Bier und Biermixgetränke laut Statistischem Bundesamt überdurchschnittlich. Im Jahr 2018 wurde Bier im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent teurer. Den größten Anstieg mit 3,8 Prozent verzeichnete im Vorjahresvergleich untergäriges Bier wie Pils, Lager oder Schwarzbier. Die Preise für Weizenbier und Altbier stiegen im gleichen Zeitraum um 1,8 Prozent. Die Preise für alkoholfreies Bier, Malzbier und Ähnliches erhöhten sich gegenüber 2017 um 2,7 Prozent, Biermixgetränke wurden 3,6 Prozent teurer.42 % der deutschen Brauereien in Bayern ansässig Die Zahl der Brauereien stieg im Vorjahresvergleich um 39 auf 1.539. Mit 654 Brauereien (42 %) waren in Bayern im Ländervergleich die meisten Bierproduzenten ansässig. Dort wurde mit rund 2,4 Milliarden Litern auch das meiste Bier gebraut. Mit 206 lag Baden-Württemberg bei der Zahl der Brauereien auf Rang zwei, allerdings nicht bei der produzierten Biermenge. Hier nahm Nordrhein-Westfalen mit knapp zwei Milliarden Litern aus 155 Brauereien den zweiten Platz ein, während in Baden-Württemberg rund 600 Millionen Liter Bier erzeugt wurden.Italien größtes Abnehmerland von Bierexporten aus Deutschland Der Bierexport blieb im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert. 2018 wurden 1,6 Milliarden Liter Bier im Wert von 1,2 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert. Dies war eine mengenmäßige Steigerung um 0,1 Prozent gegenüber 2017. Größtes Abnehmerland war Italien mit einem Anteil von 21,8 Prozent beziehungsweise 344 Millionen Litern. Auf den Plätzen zwei und drei folgten China (11,3 %) und die Niederlande (7,0 %). Nach Deutschland importiert wurden 718 Millionen Liter Bier im Wert von 441,3 Millionen Euro. Größter Lieferant war Dänemark mit 246 Millionen Litern im Wert von 177,5 Millionen Euro.

Globaler Markt

Der globale Biermarkt präsentierte sich auch im Braujahr 2018 trotz eines schwierigeren politischen und wirtschaftlichen Umfelds robust und stabil. Mit 1.953 Millionen Hektoliter Gesamtbierausstoß lag der Wert um rund 0,4 Prozent über dem Produktionsvolumen des Vorjahres.

Brexit-Szenarien, Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie diverse Indikatoren, die auf eine Abschwächung der Weltwirtschaft hindeuten, haben anscheinend global gesehen keinen negativen Einfluss auf die Bierproduktion, die nach wie vor von einem prosperierenden Craftbiersegment getragen wird. Die meisten Länder in Europa und Südamerika sowie die USA verzeichneten insgesamt einen stabilen Bierkonsum.

Selbst in Russland, dem zweitgrößten Biermarkt Europas, hat sich der Bierausstoß nach Jahren des Rückgangs stabilisiert und verzeichnet in manchen Regionen wieder Zuwachs. Einige Länder Asiens und Afrikas erfreuen sich weiterhin anhaltender Steigerungsraten in der Bierproduktion (Marktbilanz Deutscher Hopfenwirtschaftsverband e. V.).

Biermarkt in Bewegung

Der Bierabsatz ist im ersten Quartal 2019 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 2,4 Prozent beziehungsweise 46 Millionen Liter gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, haben die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager im ersten Quartal 2019 rund 2,0 Milliarden Liter Bier abgesetzt. In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier nicht enthalten.

Biermischungen – Bier gemischt mit Limonade, Cola, Fruchtsäften und anderen alkoholfreien Zusätzen – machten im ersten Quartal 2019 mit 71,7 Millionen Litern 3,6 Prozent des gesamten Bierabsatzes aus. Gegenüber dem ersten Quartal 2018 wurden 16,7 Prozent mehr Biermischungen abgesetzt.

81,0 Prozent des gesamten Bierabsatzes waren für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert. Der Inlandsabsatz stieg im Vergleich zum ersten Quartal 2018 um 1,7 Prozent auf 1,6 Milliarden Liter. Steuerfrei (Exporte und Haustrunk) wurden 380,4 Millionen Liter Bier abgesetzt (+5,4 %). Davon gingen 180,5 Millionen Liter in EU-Staaten (−6,9 %), 197,3 Millionen Liter in Nicht-EU-Staaten (+20,1 %) und 2,6 Millionen Liter unentgeltlich an die Beschäftigten der Brauereien (−3,7 %).

Alkoholfreies und naturtrübes Radler auf dem Vormarsch

Biermixgetränke sind das am stärksten wachsende Segment auf dem deutschen Biermarkt. Allein in den letzten drei Jahren stieg der Umsatz um 13,4 Prozent und zog damit an Pils (2,1 %), Weizen (2,5 %) und Hellem (11,2 %) vorbei (Quelle: Jährliches Umsatzwachstum pro Sorte 2016–2018/ Nielsen Market Track, Absatz in HL, LEH + GAM + Tankstelle).

Nischenprodukte sind sie längst nicht mehr: Das Volumen von alkoholfreien Biermischgetränken liegt aktuell hierzulande bei rund 750.000 Hektolitern. Die naturtrüben, alkoholreduzierten Radler verzeichneten sogar ein Wachstum um 57 Prozent innerhalb der Jahresfrist. Inzwischen gehört jedes dritte Radler, das im Handel über die Ladentheke geht, zu den naturtrüben Varianten. Bei den Käufern sind 38 Prozent unter 40 Jahren alt. Bei den Verwendern aller anderen alkoholhaltigen Radler sind es nur 30 Prozent in der Altersgruppe unter 40 Jahren.

Unterm Strich liegt die Gesamtmenge aller Biermischgetränke in Deutschland bei 4,5 Millionen Hektolitern, was ein Sortenwachstum um 17 Prozent bedeutet. Seit der nationalen Markteinführung der alkoholfreien Radler vor zehn Jahren verzeichnete dieses Segment stetiges Wachstum – 2018 ist der Absatz um 25 Prozent gestiegen.

Quelle: Mohamed Hassan/Pixabay

„Der traditionelle Biermix gilt wegen seines Erfrischungscharakters als beliebter Durstlöscher. Allerdings rufen die Genussgewohnheiten der Radlerverwender gleichzeitig auch nach immer neuen alkoholfreien Produktantworten im Biermixsegment. Dabei punkten alkoholfreie Radler durch ihre Spritzigkeit mit zugleich bierigem Charakter gegenüber klassischen Softgetränken und werden gern nach dem Sport oder der Gartenarbeit gewünscht“, sagt Dr. Volker Kuhl, Geschäftsführer Marketing/Vertrieb der Brauerei C. & A. Veltins.

Die beliebteste Verzehrgröße im Biermixsegment bleibt mit einem Anteil von 49 Prozent die Drittelliter-Mehrwegflasche. Davon wird der Großteil von 27 Prozent im Sixpack verkauft. Nach wie vor ein präferiertes Gebinde bleibt mit 37,9 Prozent die Halbliter-Mehrwegflasche.

Auf dem Vormarsch im Biermixsegment bleibt die Dose, die 2018 um 25 Prozent zulegte und ihren Marktanteil von 8,6 auf 9,2 Prozent steigerte. „Das Convenience-Gebinde hat in jüngster Zeit im gesamten Biermarkt an Bedeutung gewonnen, da ist der Anstieg beim Biermix nicht verwunderlich. Dem Wunsch der Verwender nach mehr Handlichkeit wird die Dose eben gerecht“, so Volker Kuhl.

Kölschmarkt

Für Gesprächsstoff in der Domstadt und der Bierbranche sorgte die Radeberger-Gruppe. Bei ihrem Tochterunternehmen Haus Kölscher Brautradition wird die Produktion der Kölschmarken schrittweise bis Herbst 2021 eingestellt – die Cölner Hofbräu Früh übernimmt.

In einem ersten Schritt bis Ende 2020 wird die Mehrwegabfüllung von Marken wieSion Kölsch, Gilden Kölsch oderDom Kölsch von Köln-Mülheim an den Brauereistandort der Cölner Hofbräu Früh verlagert. Ebenfalls gehen die Rampenfunktion und die Logistik für die Marken der Brauereigruppe an die Cölner Hofbräu Früh über.

In einem zweiten Schritt sollen die Fassbierabfüllung und die Produktion bis Herbst 2021 folgen. Der Brauereistandort vom Haus Kölscher Brautradition in Köln-Mülheim wird in der Folge aufgegeben, der Unternehmenssitz soll zunächst dort beibehalten werden. Um die zusätzlichen Hektoliter zu stemmen, muss am Produktions- und Logistikstandort der Cölner Hofbräu aufgerüstet werden.

Für den Sprecher der Geschäftsführung der Radeberger-Gruppe, Dr. Niels Lorenz, eine „zwangsläufig ganz pragmatische Lösung. Wenn zwei Brauer ihre Mengen produktionsseitig zusammenlegen, entsteht ein optimal zugeschnittener und ausgelasteter Standort, der in einem tendenziell schwierigen

Bier- und Kölschmarkt noch zukunftssicherer betrieben werden kann – für beide Parteien.“ Es heißt: „Gemeinsam produzieren, aber getrennt marschieren.“

111 Jahre Privatbrauerei Gaffel

In Köln wurde schon immer Bier gebraut. Im Jahre 1302 war erstmals ein Brauhaus auf dem Eigelstein 41 im Schreinsbuch, dem Grundbuch der Stadt, aufgeführt worden. Fast 100 Jahre war das die Adresse der Privatbrauerei Gaffel gewesen. 2016 erfolgte der Umzug der Brauerei nach Köln-Porz.

Gegründet wurde die Brauerei am 24. Mai 1908 von den Gebrüdern Becker. Sie benannten sie, angelehnt an den Geist der friedlichen Revolution von 1396, in die Bierbrauerei „In der Gaffel“. Vor dem Zweiten Weltkrieg galt die „Brauerei in der Gaffel“ als größte Hausbrauerei für obergäriges Bier.

Die Zeit des großen Aufschwungs waren dann die 1950er- und 1960er-Jahre: Aus der Hausbrauerei wurde ein mittelständisches Unternehmen. Heute beliefert das Traditionsunternehmen des geschäftsführenden Gesellschafters Heinrich Philipp Becker nach eigenen Angaben über den Getränkefachgroßhandel rund 3.000 Objekte im Regierungsbezirk Köln. zusammen mit der Bitburger-Holding, weiter Ankeraktionär von Avista Oil. Ebenfalls beteiligt bleibt die Dr. Weinberger Management & Consult GmbH, und zwar mit rund zehn Prozent.

Quelle: Gerd Altmann/Pixabay

In der Bitburger-Unternehmensgruppe sind die unternehmerischen Aktivitäten der aus der Eifel stammenden Eigentümerfamilie zusammengefasst. Neben dem Hauptgeschäftsfeld, der Herstellung und Vermarktung von Bier und Bierspezialitäten durch die Bitburger-Braugruppe, ist die Holding langfristig an erfolgreichen deutschen Familienunternehmen beteiligt.

Neben den Mehrheitsbeteiligungen am Gerolsteiner Brunnen und am Wuppertaler Werkzeugspezialisten Wera hält die Bitburger-Holding Minderheitsbeteiligungen an erfolgreichen Unternehmen unterschiedlicher Branchen, beispielsweise dem Kinderbekleidungshersteller Sterntaler und der Dürr Dental AG. 2016 beteiligte sich die Holding an der Poli-Tape-Gruppe in Remagen.

Gegründet wurde zudem eine Investmentgesellschaft – das Tochterunternehmen Bitburger Ventures –, um künftig mehr in Start-ups zu investieren. Bereits investiert wurde beim Wassermaschinen-Start-up Mitte.

Am Berliner Wagniskapitalgeber Atlantic Food Labs hält Bitburger zehn Prozent. Diese Beteiligung wolle man beispielsweise nutzen, um frühzeitig relevante Entwicklungen bei Proteinund Zuckeralternativen zu erkennen. Mittlerweile sind drei Unternehmen aus dem Bereich Lebensmittel – Döhler, Dr. Oetker und Bitburger – an Atlantic Food Labs beteiligt.

Brauerei Veltins: Vertriebsgesellschaft gegründet

Die Mescheder Familienbrauerei hat mit ihrer neu gegründeten Tochtergesellschaft United Liquids GmbH & Co. KG zum 1. Mai 2019 die Geschäftsaktivitäten des Distributors Premium Vertriebs Service GmbH in Hamburg übernommen. Das Unternehmen engagiert sich über einen Leasingaußendienst in der Flächenbetreuung und in der Vertriebsleistung – derzeit mit rund 40 Mitarbeitern und Merchandisern, die national agieren. Den Bürositz im Hamburg wird United Liquids behalten und von dort aus das strategische Geschäftsfeld der deutschlandweiten Getränkedistribution unterschiedlicher Hersteller forcieren.

Aufgebaut werden soll zuerst die Infrastruktur, um mittelfristig den nationalen Vertrieb unterschiedlicher Hersteller zu übernehmen. „Wir halten eine vertikale Ausweitung des distributiven Markenengagements gerade angesichts der vielfältigen Verbraucherwünsche nach immer mehr Getränkesorten für geboten“, führt United-Liquids-Geschäftsführer Rüdiger Berk (ehemals Geschäftsführung Dursty) aus.

Nach seiner Einschätzung bietet der nationale Getränkevertrieb respektable Chancen zu noch mehr Marktverankerung und distributiver Durchdringung von Handel und Gastronomie. Auf der mittelfristigen Agenda des neu gegründeten Unternehmens: „Kompetenter, leistungsfähiger Spezialist für den Vertrieb von attraktiven etablierten Marken und innovativen Start-up-Produkten.“

In die nächste Runde geht die seit 2013 bestehende Partnerschaft zwischen dem VFL Wolfsburg und der Brauerei Veltins. Der Vertrag wurde für drei weitere Jahre verlängert.

Krombacher ohne Nestea

Eine kurze Liaison: Am 1. Januar 2018 übernahm die Krombacher Brauerei den Vertrieb vonNestea für Deutschland und Österreich, nachdem Coca-Cola bei Nestea/Nestlé ausgestiegen war. Jetzt erfolgt nach gerade einmal eineinhalb Jahren zum Sommer 2019 die Trennung.

Gegründet wurde von Krombacher eigens die Tochtergesellschaft N-Tea GmbH. Coca-Cola hatte bereits den eigenen EisteeFuze in der Pipeline und ersetzte erfolgreich in vielen OutletsNestea durchFuze. Und für die Krombacher Brauerei hagelte es Kritik in den sozialen Medien bezüglich der Zusammenarbeit mit Nestlé.

Der Schweizer Konzern steht immer wieder für seine Geschäfte in der Kritik – beispielsweise mit dem Wasserskandal Vittel –, mit Shitstorm in den sozialen Medien und Aufrufen, keine Nestlé-Produkte zu kaufen. Für das Krombacher-Image nicht förderlich.

Hier nur einige Beispiele aus den sozialen Netzwerken:„Krombacher arbeitet mit Nestlé Waters zusammen? Da ich das nicht toleriere, werde ich in Zukunft auf Krombacher Pils verzichten. Solche Schweinereien, wie sie Nestlé Waters ‚veranstaltet, kann und will ich nicht unterstützen.“

„Liebe Gäste, auch wenn das Wasser aus Deutschland ist und Krombacher nur den Nestea für Nestlé produziert, möchten wir Geschäfte mit Nestlé, egal welcher Art, nicht unterstützen. Aus diesem Grund wird es bei uns nach Abverkauf des Sortiments kein Krombacher mehr geben. Freut euch auf ein neues Sortiment.“

„Wir, also das Hotel […] in […], haben seit vielen Jahren Krombacher Pils, Krombacher Radler und Krombacher Radler alkoholfrei im Verkauf für unsere Gäste und im Ausschank. Da wir seit vielen Jahren die Produkte der Firma Nestlé boykottieren, haben wir uns entschieden, in Zukunft dann auf eine andere Biermarke zu wechseln. Unser Bestand wird jetzt noch abverkauft. Aber wahrscheinlich wird das eine Firma Krombacher nicht interessieren. Mich aber interessiert das!!!“

„Auch wir als Großabnehmer werden uns eine andere Biermarke suchen! Überall im Internet empört man sich über Nestlé und seine Wassermachenschaften. Damit will man nicht in Verbindung gebracht werden. Also kann man auch keine Produkte von solchen Firmen und deren Partnern abnehmen.“

Sicherlich ist dies nicht er alleinige Grund für die Trennung. Der vorrangige wird derNestea -Absatz sein, der fast in den Keller rutschte.

Neuer Lizenznehmer auf dem deutschen und dem österreichischen Markt für die MarkeNestea ist die in Hamburg ansässige Columbus Drinks. Nestlé Waters und Columbus Drinks haben eine exklusive Partnerschaft für den Vertrieb der MarkeNestea mit Beginn zum 1. Juli 2019 vereinbart.

Mit dem neuen Lizenznehmer kehrt das originalNestea -Design mit dem bekannten blauen Logo in 0,5- und 1,5-Liter-PET-Flaschen zurück. Der Eisteemarkt in Deutschland hat derzeit ein Volumen von 643 Millionen Euro; 2018 wuchs er um 7,1 Prozent. Ein Markt mit Potenzial. Darüber hinaus ist Eistee in vielen Haushalten noch nich0074 präsent.

Mit Spezialitäten auf Wachstumskurs

Die im Schwarzwald ansässige Alpirsbacher Klosterbrauerei Glauner übertraf im Geschäftsjahr 2018 nach Angaben der Geschäftsführer Carl Glauner und Markus Schlör „deutlich die positiven Marktentwicklungen“ und verzeichnete in allen Bereichen „eine besonders positive Entwicklung“. Demnach stieg der Bierabsatz um 5,4 Prozent (Vorjahr: +5,0 %), die Bruttoerlöse legten um 8,6 Prozent zu. Für den Flaschenbierabsatz wird ein Plus von 7,2 Prozent gemeldet, der Fassbierabsatz stieg um 1,4 Prozent.

Carl Glauner, der das Unternehmen in der vierten Generation führt, kommentiert: „Besonders erfreulich entwickelten sich die Segmente Klosterspezialitäten, die in der Produktausstattung überarbeitete Linie der Weizenbiere, die alkoholfreien Biere und die Retrolinie Schwarzwald Michl.“ Geschäftsführer Markus Schlör ergänzt: „Bei den Klosterspezialitäten und den Kleingebinden verzeichnen wir Zuwächse von mehr als 30 Prozent, bei den alkoholfreien Bieren mehr als 20 Prozent.“ Zurückzuführen seien die Zuwächse ausschließlich auf das Plus im steuerpflichtigen Inlandsgeschäft, wird betont.

Für das Geschäftsjahr 2019 geht die Alpirsbacher-Geschäftsleitung von einer „weiterhin leicht steigenden Absatzentwicklung“ aus. Im Bereich Bier erwartet die Familienbrauerei einen Mengenzuwachs von einem Prozent und einen Umsatzzuwachs von vier Prozent.

Auch für Marktveränderungen fühlt sich die Alpirsbacher Klosterbrauerei gewappnet. Marktseitigen Risiken wie dem Konzentrationsprozess im LEH sowie der rückläufigen Zahl der Gastronomiebetriebe im ländlichen Raum will das Familienunternehmen mit einer starken Marktpräsenz und einer intensiven vertrieblichen Betreuung der Kunden begegnen.

Das vor allem durch seine Einzelhandelsmarke Bierothek® bekannte Bamberger Craftbier-Start-up von Gründer Christian Klemenz will sich mit dem Gastronomiekonzept BierobarTM ein weiteres Geschäftsfeld erschließen und benennt in diesem Zuge die Dachgesellschaft St. ERHARD GmbH um. Zukünftig werden die vier Geschäftsfelder Produktion, Import/ Großhandel, Einzelhandel und Gastronomie unter dem Dach der German Craft Beer Group zusammengefasst. Unter der Marke BierobarTM will die Unternehmensgruppe in Kürze erste Craftbierbars eröffnen und betreiben.

Kartellrecht: Kommission verhängt gegen AB InBev Geldbuße von 200 Millionen Euro wegen Beschränkung des grenzüberschreitenden Bierhandels

(Europäische Kommission, Brüssel, 13. Mai 2019) Die Europäische Kommission hat AB InBev wegen eines Verstoßes gegen das EU-Kartellrecht mit einer Geldbuße von 200 Millionen Euro belegt. Das weltweit größte Bierunternehmen AB InBev hat seine beherrschende Stellung auf dem belgischen Biermarkt missbraucht, um billigere Einfuhren von Bier der MarkeJupiler aus den Niederlanden nach Belgien zu verhindern. Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager erklärte: „Die Verbraucher in Belgien mussten mehr für ihr Lieblingsbier bezahlen, weil AB InBev den grenzüberschreitenden Verkauf zwischen den Niederlanden und Belgien gezielt beschränkt hat. Versuche von marktbeherrschenden Unternehmen, den Binnenmarkt zu fragmentieren, um hohe Preise aufrechtzuerhalten, sind illegal. Deshalb haben wir gegen AB InBev eine Geldbuße von 200 Millionen Euro wegen Verstoßes gegen das EU-Kartellrecht verhängt.“

Anheuser-Busch InBev NV/SA (AB InBev) ist der weltweit größte Bierbrauer. Seine beliebteste Biermarke in Belgien istJupiler , auf die rund 40 Prozent der Verkäufe auf dem gesamten belgischen Biermarkt entfallen. AB InBev vertreibtJupiler auch in anderen EU-Mitgliedstaaten, so zum Beispiel in den Niederlanden und Frankreich. Aufgrund des stärkeren Wettbewerbs auf dem niederländischen Markt verkauft AB InBevJupiler dort zu niedrigeren Preisen an Einzelhändler und Großhändler als in Belgien.

Im Juni 2016 leitete die Kommission eine Untersuchung ein, um zu prüfen, ob AB InBev gegen die EU-Kartellvorschriften verstoßen hat, indem es seine beherrschende Stellung auf dem belgischen Biermarkt dazu missbrauchte, Biereinfuhren aus Nachbarländern zu verhindern. Im November 2017 richtete die Kommission eine Mitteilung der Beschwerdepunkte an das Unternehmen.

Im Beschluss wird festgestellt, dass AB InBev auf dem belgischen Biermarkt eine beherrschende Stellung innehat. Zu diesem Ergebnis kam die Kommission aufgrund des konstant hohen Marktanteils des Unternehmens, seiner Fähigkeit, unabhängig von anderen Bierherstellern die Preise zu erhöhen, sowie der Existenz von Hindernissen für den Markteintritt eines ernst zu nehmenden Wettbewerbers und für eine deutliche Expansion von Wettbewerbern.

Zudem können die Einzelhändler AB InBev durch ihre Nachfragemacht nur begrenzt etwas entgegensetzen, da einige Biermarken des Unternehmens für sie von wesentlicher Bedeutung sind. Eine marktbeherrschende Stellung an sich ist nach den EU-Kartellvorschriften nicht verboten. Allerdings tragen marktbeherrschende Unternehmen eine besondere Verantwortung, denn sie dürfen ihre Marktmacht nicht missbrauchen, indem sie den Wettbewerb auf dem beherrschten Markt oder auf anderen Märkten einschränken.Zusammenarbeit mit AB InBev

AB InBev hat mit der Kommission über seine diesbezügliche rechtliche Verpflichtung hinaus zusammengearbeitet, denn es erkannte den Sachverhalt und den Verstoß gegen die EU-Wettbewerbsvorschriften ausdrücklich an und schlug eine Abhilfemaßnahme vor. Konkret wird durch die Abhilfemaßnahme sichergestellt, dass AB InBev obligatorische Lebensmittelinformationen sowohl auf Französisch als auch auf Niederländisch auf der Verpackung seiner Produkte anbringt. Insbesondere wird für die nächsten fünf Jahre sichergestellt, dass die Verpackungen aller bestehenden und neuen Produkte in Belgien, Frankreich und den Niederlanden obligatorische Lebensmittelinformationen sowohl auf Niederländisch als auch auf Französisch enthalten. Mit diesem Kommissionsbeschluss wurde die Verpflichtung für AB InBev rechtlich bindend. Im Gegenzug für die Zusammenarbeit gewährte die Kommission dem Unternehmen eine Ermäßigung der Geldbuße um 15 Prozent. Die von der Kommission gegen AB InBev verhängte Geldbuße beläuft sich auf 200.409.000 Euro. Der Verstoß gegen die EU-Wettbewerbsvorschriften dauerte vom 9. Februar 2009 bis zum 31. Oktober 2016. Europäische Kommission, Brüssel, 13. Mai 2019

AB InBev hat seine marktbeherrschende Stellung in Belgien missbraucht, indem es gezielt die Möglichkeit von Supermärkten und Großhändlern beschränkte,Jupiler in den Niederlanden zu niedrigeren Preisen zu kaufen und nach Belgien einzuführen. Das Ziel dieser Strategie bestand darin, die Einfuhr günstigererJupiler -Biere aus den Niederlanden zu begrenzen, um die höheren Preise in Belgien aufrechtzuerhalten. AB InBev wandte mit Blick auf dieses Ziel vier verschiedene Praktiken an:

1) Es änderte die Verpackung einiger seiner an Einzelhändler und Großhändler in den Niederlanden geliefertenJupiler -Bierprodukte, um diesen Abnehmern den Verkauf der Produkte in Belgien zu erschweren. Zu diesem Zweck entfernte es die französischen Lebensmittelinformationen vom Etikett und änderte das Design und die Größe von Bierdosen.

2) AB InBev belieferte einen Großhändler in den Niederlanden nur mit begrenzten Mengen, um die Einfuhr dieser Bierprodukte nach Belgien zu beschränken.

3) Einige Produkte von AB InBev sind für Einzelhändler in Belgien sehr wichtig, da die Kunden davon ausgehen, sie bei ihnen zu finden. AB InBev weigerte sich, einem Einzelhändler diese Produkte zu verkaufen, wenn er nicht zustimmte, seine Einfuhren von billigeremJupiler -Bier aus den Niederlanden nach Belgien zu begrenzen.

4) AB InBev machte Sonderangebotspreise für einen Einzelhändler in den Niederlanden davon abhängig, dass diese Sonderangebotspreise nicht an Abnehmer in Belgien weitergegeben wurden.

Unter Berücksichtigung dieser Fakten kam die Kommission zu dem Schluss, dass AB InBev seine beherrschende Stellung vom 9. Februar 2009 bis zum 31. Oktober 2016 unter Verstoß gegen die EU-Kartellvorschriften missbräuchlich ausgenutzt habe. Das Unternehmen enthielt den europäischen Verbrauchern damit einen der wichtigsten Vorteile des europäischen Binnenmarkts vor: die Möglichkeit einer größeren Auswahl und günstigerer Einkäufe. Daher beschloss die Kommission, eine Geldbuße gegen AB InBev zu verhängen.

Oettinger Brauerei: Unternehmensanteile wieder vollständig am Familiensitz

Pia Kollmar hat die Anteile, die die Familie des verstorbenen Dirk Kollmar an der Brauerei hielt, im Mai dieses Jahres erworben. Damit werden künftig 100 Prozent der Unternehmensanteile wieder in Oettingen liegen.

Im Zuge der Übernahme der restlichen GmbH-Anteile gehen auch die Unternehmen Oettinger International und 5,0 Original International zu 100 Prozent in den Besitz der Oettinger Brauerei über.

Die Freien Brauer

Die Werte- und Einkaufsgemeinschaft öffnet sich erstmals für Kooperationspartner und setzt den Startschuss mit der Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG.

Seit Juni arbeitet die Familienbrauerei aus Stuttgart im Bereich Einkauf mit den Gesellschaftern der Freien Brauer zusammen. Dieses erstmalige Projekt soll in Zukunft auf weitere Brauereien, die zum Werteverbund passen müssen, ausgeweitet werden. Eine Aufnahme als Gesellschafter in den Werteverbund sei trotz dieser Kooperationsvereinbarung nicht ausgeschlossen, da die Stuttgarter Brauerei als unabhängige Familienbrauerei alle Voraussetzungen zur Aufnahme erfülle, heißt es.

Pfungstädter Brauerei auf Investorensuche

„In der gegenwärtigen Größe können wir als Privatbrauerei in Familienbesitz nicht überleben. Mit den Sanierungsmaßnahmen, die wir seit 2017 umsetzen, konnten die Kosten um 2,5 Millionen Euro gesenkt, das Sortiment optimiert und das Exportgeschäft ausgebaut werden. Trotzdem reichen diese Erfolge nicht aus, um die Verluste auf Dauer aus eigener Kraft auszugleichen.

Die Gesellschafter, die sich am 1. Juni trafen, wollen jetzt noch rechtzeitig umsteuern und Kapital über einen Investor generieren. Unser Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb als Ganzes zu erhalten. Nur so können wir die rund 100 Arbeitsplätze auch in Zukunft sichern“, erklärt Stefan Seibold, Geschäftsführer der Pfungstädter Brauerei Hildebrand GmH & Co. KG.

Die Brauerei im Familienbesitz seit 1831 mit 97 Gesellschaftern steht vor einer neuen Ära. Der aktuelle Umsatz wird auf rund 20 Millionen Euro beziffert. Mit den Brauspezialitäten sei zwar der Absatz im Handel gestiegen, jedoch sei der Gastronomieabsatz weiterhin stark rückläufig. Bis 2018 habe er zu einem Rückgang der am Standort Pfungstadt produzierten Menge auf rund 200.000 Hektoliter geführt. Um neue Märkte im In- und Ausland zu erschließen und den Bierabsatz in die Zielrichtung von 250.000 Hektolitern jährlich zu erhöhen, seien Investitionen im hohen einstelligen Millionenbereich nötig, heißt es in der Unternehmensmitteilung.

Im Handel und im Export wird zunehmend Bier in Dosen nachgefragt. Um in diesen Märkten zu wachsen, müsste Pfungstädter Anlagen zur Abfüllung kleiner Dosen aufbauen. „Ohne externe Unterstützung können wir diese Investitionen nicht finanzieren. Noch haben wir Luft bis Ende nächsten Jahres und können eine Ausproduktion vermeiden. Wir sprechen deshalb Interessenten aus dem In- und Ausland an und haben auch bereits erste vielversprechende Gespräche mit Interessenten geführt“, sagt Geschäftsführer Seibold.