Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 1 Min.

Der boomende Kanal


Das Satiremagazin EULENSPIEGEL - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 23.12.2019

Jetzt bin ich also plötzlich nicht nur ein alter weißer Mann, sondern auch ein Boomer. Das allein disqualifiziert mich für einige Leute – dazu müssen sie noch nicht mal meine sinnfreien Kolumnen gelesen haben. Neulich stand ich mit Anzug und Krawatte – in meiner Welt signalisiert gute Kleidung Respekt gegenüber meinen ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Das Satiremagazin EULENSPIEGEL. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 1/2020 von HAUS MITTEILUNG: Liebe Leserin, lieber Leser,. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
HAUS MITTEILUNG: Liebe Leserin, lieber Leser,
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von Zeitansagen: DING DONG, TELEFON!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Zeitansagen: DING DONG, TELEFON!
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von Blasen kosten extra. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Blasen kosten extra
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von INDIETASCHE JONES. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
INDIETASCHE JONES
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von EULENSPIEGEL: Ein Hörfehler – da zerbrach sein junges Glück. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
EULENSPIEGEL: Ein Hörfehler – da zerbrach sein junges Glück
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von Wer ist wer im Generationenkonflikt?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Wer ist wer im Generationenkonflikt?
Vorheriger Artikel
Wer ist wer im Generationenkonflikt?
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Leben wie die Fadenwürmer
aus dieser Ausgabe

... Mitmenschen – vor einem Elektroclub in Berlin. Dessen Betreiber rühmen sich, besonders aufge schlossene Menschen zu sein. Ob ich wisse, dass mich im Inneren eine queere Party erwartet, wo Menschen jeglicher sexueller Orientierung miteinander feiern, wurde ich von der Türsteherin des sogenannten »About Blank« gefragt. Mein Hinweis darauf, dass diese Feier nur möglich sei, weil mutige Männer meines Alters … – weiter kam ich nicht. Die Türsteherin wies mich ab. Vermutlich, tat sie es deswegen, weil ich ein typischer weißer Vertreter meines geburtenstarken tenstarken Jahrgangs und kein PoC, ein People of Colour, bin. So wird die Mehrheits gesellschaft heutzutage von einer Minderheit diskrimi niert! Meine ablehnende Haltung gegenüber Rassismus wird mir nicht positiv angerechnet. Für die Leute im »About Blank« bin ich der Feind, denn ich gelte als privilegiert. Das bin ich für sie allein aus der Tatsache heraus, dass ich keinen Bananenrock trage, mein Haar nicht mit einem Knochen binde und nicht ständig »uga, uga« sage. Diese Sichtweise setzt sich in Deutschland immer mehr durch. Egal, ob Sie durch die Cottbusser Innenstadt schlendern, bei den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Blieskastel ein Bier trinken oder den Verein Katholischer Landfrauen in Katzenbach besuchen. Überall wird man von den umtriebigen Apologeten der Identitätspolitik indoktriniert. Dabei sehe ich es ein: Ja, ich bin privilegiert. Ich kann zu jeder Zeit Matthias Matussek anrufen und fragen, ob er nicht am selben Abend eine viel bessere Katholikenparty feiert, bei der er dafür bürgt, dass sie von keinem einzigen Hinterlader besucht wird. Und genau das habe ich an jenem Abend auch getan. Nimm das, du »About-Blank«-Transe!


Die Kolumne von Jan Fleischhauer